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Ein Sommernachtstraum mitten in Frankfurt
Hans und Ina sind ein strahlendes junges Paar. Hans hat zwar erfolgreich eine Bankkarriere begonnen, sich aber in der Wahl der neuen Wohnung vergriffen. Hinter dem Hauptbahnhof steht das Gründerzeithaus, dem man nicht ansieht, wie seltsam es in ihm zugeht. Denn dort findet sich allnächtlich im Hof jener fatale Kreis um den marokkanischen Hausmeister zusammen ...
Ein federleicht erzählter Roman, ein ironisches Großstadtbild und eine doppelbödige Liebesgeschichte zugleich.
Hans und Ina sind ein strahlendes junges Paar. Hans hat zwar erfolgreich eine Bankkarriere begonnen, sich aber in der Wahl der neuen Wohnung vergriffen. Hinter dem Hauptbahnhof steht das Gründerzeithaus, dem man nicht ansieht, wie seltsam es in ihm zugeht. Denn dort findet sich allnächtlich im Hof jener fatale Kreis um den marokkanischen Hausmeister zusammen ...
Ein federleicht erzählter Roman, ein ironisches Großstadtbild und eine doppelbödige Liebesgeschichte zugleich.
Mosebach, Martin
Martin Mosebach wurde 1951 in Frankfurt am Main geboren. Sein Jurastudium schloss er 1979 ab, widmete sich aber dann der Literatur. Er erhielt 1980 den Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung und arbeitet seitdem als freier Schriftsteller. 1999 wurde er mit dem Doderer-Preis geehrt, 2004 mit dem Blauen Salon Preis des Frankfurter Literaturhauses und im Oktober 2007 erhielt er den begehrten Georg Büchner-Preis für sein Gesamtwerk - Romane, Erzählungen, Gedichte, Theaterstücke, Drehbücher und Libretti.
Martin Mosebach wurde 1951 in Frankfurt am Main geboren. Sein Jurastudium schloss er 1979 ab, widmete sich aber dann der Literatur. Er erhielt 1980 den Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung und arbeitet seitdem als freier Schriftsteller. 1999 wurde er mit dem Doderer-Preis geehrt, 2004 mit dem Blauen Salon Preis des Frankfurter Literaturhauses und im Oktober 2007 erhielt er den begehrten Georg Büchner-Preis für sein Gesamtwerk - Romane, Erzählungen, Gedichte, Theaterstücke, Drehbücher und Libretti.
Produktdetails
- dtv Literatur
- Verlag: DTV
- Seitenzahl: 192
- Erscheinungstermin: 16. Juni 2010
- Deutsch
- Abmessung: 192mm x 120mm x 15mm
- Gewicht: 204g
- ISBN-13: 9783423139021
- ISBN-10: 3423139021
- Artikelnr.: 28014191
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Veritables Fiasko
Als letzter der als ‹Frankfurt-Zyklus› bezeichneten fünf Romane von Martin Mosebach hat der 2007 erschienene Band «Der Mond und das Mädchen» von der Verleihung des Büchnerpreises an den Autor profitiert. Im Feuilleton wurde sein …
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Veritables Fiasko
Als letzter der als ‹Frankfurt-Zyklus› bezeichneten fünf Romane von Martin Mosebach hat der 2007 erschienene Band «Der Mond und das Mädchen» von der Verleihung des Büchnerpreises an den Autor profitiert. Im Feuilleton wurde sein eigentlich zutreffender als Novelle anzusehendes Buch allerdings überwiegend negativ besprochen, der sich selbst als Reaktionär bezeichnende, konservative Autor war und ist literarisch heftig umstritten.
Erzählt wird die Geschichte eines frisch vermählten, jungen Paares, das aus beruflichen Gründen von Hamburg nach Frankfurt am Main zieht, wo Hans nach dem Studium seine erste Stelle als Banker antritt. Sein vielversprechender neuer Job hindert ihn daran, mit Ina auf Hochzeitsreise zu gehen, und so reist sie mit ihrer verwitweten Mutter allein nach Ischia, während Hans sich derweil auf Wohnungssuche begibt. Nach vielen desillusionierenden Besichtigungen mietet er schließlich kurz entschlossen eine wenig attraktive, teilmöblierte Wohnung im vierten Stock eines Altbaus an einer verkehrsreichen Straße, in Nähe des Hauptbahnhofs gelegen. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr erleidet Ina einen Schock, als sie bei der Besichtigung der neuen Wohnung in ihrem künftigen Schlafzimmer eine verendete Taube findet, die sich wohl während des Gewitters dorthin verirrt hatte und nicht mehr hinaus fand, - für sie ein böses Omen! Da sie als Kunsthistorikerin noch keinen adäquaten Job gefunden hat, macht sie sich erstmal voller Elan und mit viel Geschick an die Einrichtung der provisorisch renovierten Wohnung. Danach aber fühlt sie sich nicht nur unausgelastet, sondern auch sehr einsam in dieser fremden Stadt, sie wird allmählich trübsinnig. Hans beginnt ihr auszuweichen und geht nach Feierabend gerne mal in den Schnellimbiss unten im Haus, den ein Äthiopier bewirtschaftet. Dort trifft sich im Hinterhof eine illustre Gesellschaft, zu der neben dem marokkanischen Hausverwalter Souad mit Frau Mahmoudi auch die Frau des Hausbesitzers gehört, ergänzt um diverse andere trinkfreudige Lebenskünstler und fragwürdige Existenzen. Das im Stockwerk unter ihnen wohnende Paar, ein Kunsthistoriker und eine junge Schauspielerin, lädt die neuen Mitbewohner zu einem Begrüßungstrunk ein, und durch eine Verkettung von Zufällen kommt es zu einem spontanen Seitensprung von Hans mit der Nachbarin, der glücklicher Weise unentdeckt bleibt. Diese Geschichte einer hoffnungsvoll beginnenden Ehe endet damit, dass die mittlerweile völlig desorientierte Ina, von einer ziellosen Wanderung bei Vollmond zurückkehrend, dem bei der Hinterhof-Clique sitzenden Hans eine Bierflasche über den Kopf haut.
Bis hierhin wäre das Buch eine klassische Novelle mit dem gattungstypisch unerhörten Ereignis am Ende. Aber der notorisch konservative Martin Mosebach hat noch eine Seite als letztes Kapitel angefügt, in dem die Schwiegermutter in ihrem Weihnachts-Rundbrief von Hans und Ina berichtet, die jetzt mit zwei Kindern in einer schmucken Villa im Taunus wohnen würden. Den spektakulären Gegensatz dazu bildet vorher das multi-ethnische und durch das Nachbarpaar auch intellektuell-kulturell geprägte Figuren-Ensemble der zuvor erzählten Geschichte. Deren allesamt exotische Figuren ergehen sich in vielerlei Gesprächen und Diskussionen zu persönlichen Problemen und Alltagssorgen ebenso wie zu philosophischen Fragen. Wiederkehrende Thematik bei Mosebach ist auch hier die Stadt, deren unter anderem durch Migration bedingten, ständigen Wandel er mit scharfem Blick für Details schildert.
In diesem ironisch grundierten Roman werden elementare Fragen nach gesellschaftlicher Orientierung aufgeworfen und unverkennbar reaktionär beantwortet, wobei auch mystische Elemente eingeflochten sind. Die unterhaltsame Multikulti-Geschichte mit ihrer Infragestellung der bürgerlichen Ehe wird stilistisch altväterlich und teilweise arg plakativ erzählt. Das unsägliche Ende aber rückt sie ins Kitschige und degradiert sie damit literarisch zum einem veritablen Fiasko.
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Eine sehr amüsante Geschichte, die ganz nebenbei zeigt, dass Mulitkulti und die Vermischung der sozialen Klassen schon längst nicht mehr aus unserer Welt wegzudenken sind. Da ist der arabische Hausmeister, der sich deutscher aufführt als der deutscheste Deutsche, aber immer noch seine …
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Eine sehr amüsante Geschichte, die ganz nebenbei zeigt, dass Mulitkulti und die Vermischung der sozialen Klassen schon längst nicht mehr aus unserer Welt wegzudenken sind. Da ist der arabische Hausmeister, der sich deutscher aufführt als der deutscheste Deutsche, aber immer noch seine orientalische machistische Aufgeblasenheit zelebriert, da ist die feine Schwiegermutter mit dem Adelsnamen, die so fein gar nicht ist, da ist eine abgestürzte Levantinerin aus bestem Hause, da sind Mädchen von der Straße, die sich als rührende Gestalten entpuppen - nicht zuletzt der äthiopische Trinkhallenbesitzer, der abends das Scherengitter zur Straße vorzieht und dafür Klappstühle im Hinterhof aufstellt, um die Stammgäste diskret weiter abzufüllen, und selber keinen Tropfen trinkt. Alles vor dem Hintergrund eines liebevoll beschriebenen, sommerlich durchglühten Frankfurt. Einer meiner Favoriten zum Verschenken dieses Jahr, zumindest an meine hessischen Freunde.
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Sehr gut geschrieben, aber das Buch wird immer fantastischer und sogar surrealistisch.
Antworten 3 von 8 finden diese Rezension hilfreich
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