Yishai Sarid
Gebundenes Buch
Chamäleon
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Shai Tamus ist ein Journalist, der am Anfang seines Weges durch seinen frischen Schreibstil und seine häufigen Fernsehauftritte einige Berühmtheit erlangte. Doch über die Jahre sinkt sein Erfolg, seine Kolumnen werden auf die hinteren Seiten der Zeitung verbannt, und er ist fast vergessen. Auch die Liebe seiner Frau Alona, die sich in angesehenen Galeristenkreisen bewegt, scheint er zu verlieren. Und die Kinder interessieren sich immer weniger für ihn. Als er die Gelegenheit erhält, wieder im Fernsehen aufzutreten, auf der ganz anderen Seite, im patriotischen Kanal, ergreift er sie wie ei...
Shai Tamus ist ein Journalist, der am Anfang seines Weges durch seinen frischen Schreibstil und seine häufigen Fernsehauftritte einige Berühmtheit erlangte. Doch über die Jahre sinkt sein Erfolg, seine Kolumnen werden auf die hinteren Seiten der Zeitung verbannt, und er ist fast vergessen. Auch die Liebe seiner Frau Alona, die sich in angesehenen Galeristenkreisen bewegt, scheint er zu verlieren. Und die Kinder interessieren sich immer weniger für ihn. Als er die Gelegenheit erhält, wieder im Fernsehen aufzutreten, auf der ganz anderen Seite, im patriotischen Kanal, ergreift er sie wie einen Rettungsring. Shai merkt nicht, wie er instrumentalisiert wird, und tut nun alles, damit ihm der Erfolg nicht wieder abhandenkommt.
Yishai Sarid wurde 1965 in Tel Aviv geboren, wo er bis heute lebt. Nachdem er als Nachrichtenoffizier tätig war, studierte er in Jerusalem und an der Harvard University und arbeitete später als Staatsanwalt. Heute arbeitet er als Rechtsanwalt und veröffentlicht Artikel in diversen Zeitungen. Bei Kein & Aber erschienen bislang seine Romane Limassol (2010), Alles andere als ein Kinderspiel (2014), Monster (2019), Siegerin (2021) und zuletzt Schwachstellen (2023).
Produktdetails
- Verlag: Kein & Aber
- Originaltitel: Hapanelist
- Artikelnr. des Verlages: 290/05084
- 1. Auflage
- Seitenzahl: 288
- Erscheinungstermin: 8. September 2025
- Deutsch
- Abmessung: 184mm x 120mm x 26mm
- Gewicht: 317g
- ISBN-13: 9783036950846
- ISBN-10: 3036950842
- Artikelnr.: 73952909
Herstellerkennzeichnung
Kein + Aber
Gutenbergstraße 1
82205 Gilching
vertrieb@keinundaber.ch
»Yishai Sarid beobachtet den Erfolg des Rechtspopulismus in Isreal. Davon erzählt er in seinem aktuellen Roman 'Chamäloen'.« Till Schmidt, taz, 14.09.2025 Till Schmidt taz - Die Tageszeitung 20250914
Shai ist studierter Journalist. Durch einen frischen Schreibstil steigt er schnell auf und ist auch bald im Fernsehen sehr gefragt. Die Familie kann sich einen guten Lebensstil leisten. Doch nach und nach bröckelt Shais Beliebtheit und er rutscht ab, bis nur noch eine kleine Fangemeinde …
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Shai ist studierter Journalist. Durch einen frischen Schreibstil steigt er schnell auf und ist auch bald im Fernsehen sehr gefragt. Die Familie kann sich einen guten Lebensstil leisten. Doch nach und nach bröckelt Shais Beliebtheit und er rutscht ab, bis nur noch eine kleine Fangemeinde übrig bleibt. Die Fernsehauftritte werden weniger, der Lebensstil kann so nicht mehr aufrecht erhalten werden und die Ehe beginnt zu kriseln. Shai sucht jedoch weiter nach Bestätigung und er findet diese an einer anderen politischen Front. Stück für Stück rutscht Shai hin in die rechtspopulistische Szene.
Was macht es mit einem, wenn man plötzlich weniger Bestätigung findet? Shai hat es nicht gut verkraftet. Er sucht sich seine Lücken, um auch weiterhin den Rausch zu fühlen. Die Figur von Shai ist fast ein wenig tragisch. Innerlich scheint er nicht so stark zu sein, sonst würde er nicht zwanghaft Bestätigung von außen brauchen. Die Veränderung ist schleichend. Und es zeigt, wie schnell man in schwachen Momenten auf die falschen Dinge "hereinfallen" kann. Shais Abkehr von seinen bisherigen Werten ist sehr schön dargestellt, spontan erinnere ich mich an die Szene mit der arabischen Putzkraft. Es zeigt, wie schnell Schwachstellen gezielt genutzt werden können um so die Leute für sich zu gewinnen, obwohl sie vorher ganz anderer Überzeugung waren. EIne tolle Geschichte, die so absolut in die heutige Zeit und auch nach Deutschland passen würde. Das Lesen fand ich stellenweise etwas langatmig, aber dies ist persönliches empfinden und tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch.
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Der Weg zum Mitläufer
Yishai Sarid ist ein Autor, der in seinen Büchern über gesellschaftspolitische Themen in Israel schreibt. So auch hier in seinem neuen Roman über einen durchschnittlichen Mann, der sich zur falschen Seite hin verführen lässt.
Shai ist ein …
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Der Weg zum Mitläufer
Yishai Sarid ist ein Autor, der in seinen Büchern über gesellschaftspolitische Themen in Israel schreibt. So auch hier in seinem neuen Roman über einen durchschnittlichen Mann, der sich zur falschen Seite hin verführen lässt.
Shai ist ein Journalist, der nach kurzen Erfolg in die Mittelmäßigkeit versank. Durch einen Zufall bekommt er Kontakt in politische Kreise und ist von der Aufmerksamkeit begeistert. Er ist bereit sich dem rechtsgerichteten Premierminister anzudienen und in dessen Sinne zu agieren. Er wird ein Mitläufer.
Der Autor zeigt diesen Prozess langsam, Schritt für Schritt und daher gründlich und nachvollziehbar. Da man als Leser dicht bei der Figur ist, lernt man, dessen Handeln zu verstehen, ohne es akzeptieren zu müssen.
Das ist meisterhaft gemacht. Ein intensives Buch eines klugen Autors!
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In “Chamäleon” erzählt Yishai Sarid von einem eigentlich eher linksliberalen Journalisten, der unbedingt aus seiner beruflichen Unsichtbarkeit ins Scheinwerferlicht zurückkehren möchte. Dafür wirft er Schritt für Schritt seine politischen Ansichten und …
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In “Chamäleon” erzählt Yishai Sarid von einem eigentlich eher linksliberalen Journalisten, der unbedingt aus seiner beruflichen Unsichtbarkeit ins Scheinwerferlicht zurückkehren möchte. Dafür wirft er Schritt für Schritt seine politischen Ansichten und moralischen Überzeugungen über Bord. Aber steht er damit allein? Yishai Sarid zeigt, wie weit Menschen für beruflichen Erfolg und ein wenig Rampenlicht gehen, wie schmal der Grat zwischen Populismus und Intellektualität ist und welche wichtige Rolle Medien bei der Verbreitung rechten Gedankenguts spielen. “Chamäleon” erzählt dies konsequent aus der Perspektive der Hauptfigur, die sich – wandelbar wie das namensgebende Reptil – immer wieder aufs Neue rechtfertigt und dabei Kompromisse eingeht, die weit über die eigenen moralischen Grenzen hinausgehen. So zeichnet Yishai Sarid das Bild einer Gesellschaft, in der Viele an der Ausbreitung von rechtem Populismus mitwirken – ob in Israel oder anderswo.
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eBook, ePUB
Shai Tamus ist ein gemäßigt-linker israelischer Journalist, dessen beruflicher Stern seit Jahren im Sinken begriffen ist. Einst wurden seine Artikel vielbeachtet und er war ein gern gesehener Gast in Fernsehstudios, doch inzwischen interessiert sich kaum noch jemand für ihn, …
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Shai Tamus ist ein gemäßigt-linker israelischer Journalist, dessen beruflicher Stern seit Jahren im Sinken begriffen ist. Einst wurden seine Artikel vielbeachtet und er war ein gern gesehener Gast in Fernsehstudios, doch inzwischen interessiert sich kaum noch jemand für ihn, jüngere Kollegen haben ihn längst überholt. Auch Shais Kinder führen ein zunehmend eigenes Leben. Gleichzeitig läuft die Karriere seiner Frau als Kuratorin in einer Galerie so richtig an, und der reiche und weltgewandte Galeriebesitzer scheint sie sehr zu beeindrucken. Shai fühlt sich unverstanden und ungerecht behandelt, und entfremdet sich dadurch mehr und mehr von seinem gewohnten intellektuellen Milieu. Immer stärker wendet er sich dem rechten Spektrum um die neue Regierung zu, und als er die Chance erhält, im rechtspopulistischen Channel als Fernsehgast aufzutreten, ergreift er diese.
Shai ist ein Opportunist, der bereit ist, für Anerkennung und Aufmerksamkeit seine Überzeugungen zu verkaufen. Er lässt sich einflüstern, was er zu schreiben und vor den Kameras zu sagen hat und dürstet danach, von den Mächtigen wahrgenommen zu werden. Als Protagonist war er mir alles andere als sympathisch, da ihm Charakterstärke und Rückgrat fehlen, doch er wirkt sehr menschlich. Shais Verhalten zeigt, wie ein geringes Selbstwertgefühl, verletzter Stolz, gekränkte Eitelkeit und der Glaube, vom Leben benachteiligt zu werden, dazu führen, dass sich Menschen extremen Parteien zuwenden und sich von starken Führungspersönlichkeiten angezogen fühlen. Auch wenn „Chamäleon“ natürlich in erster Linie besonders auf die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage in Israel Bezug nimmt, zeigen sich hier generelle Mechanismen, die sich auf andere Situationen und Länder übertragen lassen.
Es werden zwar keine Namen genannt, doch es ist offensichtlich, welche politischen Personen im Roman gemeint sind. Auch Kanal 14 ist deutlich erkennbar. Yishai Sarid kritisiert mit klaren Worten die aktuelle israelische Regierung und beschreibt, wie Journalisten instrumentalisiert und zur Marionette degradiert werden. Sehr lesenswert!
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