Osten Westen Mitte - Hoffmann-Axthelm, Dieter

Dieter Hoffmann-Axthelm 

Osten Westen Mitte

Spaziergänge eines Planers durch das neuere Berlin

Fotos v. Marek Pozniak
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Osten Westen Mitte

Berlin - gut zwanzig Jahre nach der Überwindung der Trennung: Wie wurden die beiden Stadthälfte zusammengefügt? Wo entsteht Neues? Wo versagen die Planer? Wie wird gebaut? Wie zeigt sich die Republik in ihren Neubauten? Der Stadtplaner und Architekturkritiker Dieter Hoffmann-Axthelm zieht Bilanz - in langen Streifzügen durch die Stadt. Dazu: Berlin-Fotos von Marek Pozniak mit seiner Blackbox-Kamera.

Ein Buch über Berlin, als gäbe es nicht genug Und dazu noch Spaziergänge, als gäbe es nicht Franz Hessel, den Flaneur in Berlin. Aber Dieter Hoffmann-Axthelm ist kein Flaneur er ist Stadtplaner und Architektur-Kritiker, und mit diesem Rüstzeug schärft er auf seinen Rundgängen durch die Stadt den Blick des Lesers auf dieses neue Berlin, in dem sich das alte Berlin überraschend kräftig wieder durchsetzt, so es auch nur die kleinste Chance hat. Eine Bestandsaufnahme gut zwanzig Jahre, nachdem die Mauer verschwunden ist: Wie wächst die Stadt zusammen, wo sind die Brüche, wie wird gebaut, wie zeigt sich die Republik in ihren Bauten? Wo haben die Stadtplaner versagt, wo es richtig gemacht? Ein Buch für Berliner, Neuberliner und Berlin-Besucher.


Produktinformation

  • Verlag: Edition Fototapeta
  • 2011
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 157 S. m. 10 Fotos.
  • Seitenzahl: 157
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 128mm x 15mm
  • Gewicht: 246g
  • ISBN-13: 9783940524140
  • ISBN-10: 394052414X
  • Best.Nr.: 34117072

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Eine große Liebeserklärung an Berlin erkennt Rezensent Michael Mönninger in diesen Betrachtungen des Architekturkritikers Dieter Hoffmann-Axthelm, der auf die Stadt mit dem genießenden Blick des Flaneurs wie auch dem kritischen des Stadtplaners blickt. Mönninger registriert, dass Hoffmann-Axthelm auf die "Savonarola-mäßige Schärfe" früherer Schriften verzichtet und statt dessen sein Augenmerk auf positive Entwicklungen richtet. Der Autor geißelt also nicht nur die Autoschneisen und Riesenblöcke des Potsdamer Platzes, wie Mönninger informiert, sondern feiert auch die wiedergefundene Lebendigkeit von Prenzlauer Berg und Friedrichshain, die "Maßstäblichkeit" als Garanten guter Stadtplanung und sogar die Friedrichstraße trotz einigen "fehlgeleiteten Bankenkapitals".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.07.2012

Reise in die eigene Stadt
Dieter Hoffmann-Axthelm wandert durch das neue Berlin
Es war einmal ein Berliner Rentner, der wollte zu einer großen Ferienreise aufbrechen. Er bestieg eine Droschke zum Bahnhof, doch auf halbem Wege ließ er anhalten und mietete sich in einer Pension in der Altstadt ein. Von dort aus machte er drei Wochen lang Spaziergänge durch die eigene Stadt und fuhr schließlich zufrieden nach Hause zurück. Diese Figur des Berliner Schriftstellers Julius Rodenberg von 1890 hat sich Dieter Hoffmann-Axthelm zum Vorbild genommen, um in seiner Heimatstadt zu verreisen.
Angetrieben von dem philosophischen Motiv, die Welt nicht nur im eigenen Kopf, sondern auch in der eigenen Stadt zu rekonstruieren, unternimmt er eine Inspektionstour durch das Nachwende-Berlin. In Dutzenden von stadträumlich verknüpften, literarischen Miniaturen geht er nicht nur den Stimmungen, sondern auch den Steinen der Stadt nach und vereint den Genießerblick des Flaneurs mit der Diagnostik eines Stadttherapeuten. Als Theologe und Historiker entfaltet er einfühlendes Verständnis noch für die größten Bausünden. Doch als Planer, der im Senatsauftrag die …

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Dieter Hoffmann-Axthelm, Stadtplaner, Architekturkritiker, Essayist, geboren 1940 und aufgewachsen in Berlin. Studierte Theologie, Philosophie und Geschichte; in den 90er Jahren Mitarbeit am Planwerk Innenstadt für Berlin, begleitet seit Jahrzehnten Bauen und Werden in Berlin mit kritischem Blick. Mehrere Bücher, zahllose Beiträge u.a. in arch+, Bauwelt, Ästhetik und Kommunikation

Leseprobe zu "Osten Westen Mitte" von Dieter Hoffmann-Axthelm

"Man kommt als Sonntagsspazierer, im großen Pulk, von Moabit her das Spreeufer entlang oder in umgekehrter Richtung von der Jannowitzbrücke oder ist vielleicht von Süden her durch den Tiergarten gegangen und hat jetzt das Kanzleramt im Rücken. Oder, besser noch, man kam von Norden, vom Invalidenfriedhof, hatte eben noch bei Sarah Wiener, auf der Ladestraße am Schiffahrtskanal, einen Espresso getrunken und stieß entlang der Westfront der Charité ins Offene und Weite vor: Je weiter man ging, desto offener, heller und weiter wurde es, und dann hat man die Uferbankette der Spree erreicht und atmet tief durch. Ein Berlinpanorama entfaltet sich, Berlin aus der Ferne: links Charité, geradeaus das Fernsehberlin der Politik und, dahinter hochgezogen, Daimler- Sony-City, rechts die Moltkebrücke und das, was am Packhof blieb, jenseits von Brücke und Kanzleramt ahnt man Tiergarten und Siegessäule. Man muß nun einfach nur am Hochufer stehen bleiben, die inszenierte Leere vor einem und die provisorische hinter einem auf sich beruhen lassen, und sich dem Raum hingeben, der, quer dazu, ein unerwartetes Theater aufmacht. Zweifach abgestuft, nach Osten wie Westen in Versprechungen auslaufend, die träumen machen, ist dieser offene Schauraum meine größte Überraschung am neuen Berlin, der sich suchenden Nachwendestadt. Der Fluss bricht gerade hier aus den engen Fassungen des historischen Zentrums aus und entfaltet, bevor er sich fast anonym in Richtung Spandau davon macht, ein überraschendes Maß an Sichtbarkeit und Souveränität. Gewiß nicht vergleichbar mit Themse, Seine, Maas, Rhein, Elbe oder Donau - aber immerhin mehr, als man dem brandenburgischen Binnenland zutraut. Dieser Fluß ist eine Überraschung auch und gerade für den eingeborenen Berliner. Er wurde nicht geplant und nicht diskutiert, man hat ihn nicht einmal vermutet. Unerwartet stieg er aus den routinemäßigen Vorkehrungen der Wiederherstellung des Vorhandenen in dem Maße auf, wie die Reparatur der Ufer voranschritt. Mehr als respektvolles Wiederherstellen war auch nicht nötig, die große Form war da. Sie war nur unter den Schichten von Zerstörung und behelfsmäßigem Gebrauch unleserlich geworden. Das Gebiet war allerdings auch ganz anders beschriftet gewesen, kein Gesellschafts-, sondern ein Wirtschaftsraum: der Hafen des dritten Berliner Packhofs, dessen Bau nötig geworden war, als man begann, den zweiten, von Schinkel geplanten, zugunsten des Ausbaus der Museumsinsel zu verlagern. Hier hatte also Schiff an Schiff gelegen. Übrig sind davon nur noch einige Ringe in der Böschung. Mit der Wiederherstellung der Details, der Reparatur und Ersetzung der zerschossenen Steine und eingeschmolzenen Geländer brach die darin angelegte großstädtische Dimension der Sache wieder durch, großer und weltläufiger, als sich die Bewohner der beiden Teilstädte bis dahin ihre Stadt überhaupt hatten vorstellen können. Die alte Stadt reckte sich unter ihren Zerstörungen und kam als neue wieder hervor ..."

Inhaltsangabe

Vorbemerkung1) In Berlin verreisenRentier Schellbogen Um was zu finden? Stadtreisen? Und wem sagt man das?2) StadtverkehreAnkunft Alex Stadtbahn Der S-Bahn-Ring Straßenbahn Verkehrswende? Wasserbusse sind noch fern Mitte unddie Soziale Spaltung3) MitteSchiffslände Friedrichstraße Maßstäblichkeit Unter den LindenEcke Friedrichstraße Lustgarten Friedrichswerder Auf derWeiden dammer Brücke Hackescher Markt Invalidenstraße4) StaatsbesuchDer fremde Salon Kanzleramt Das Regierungsband Reichstagvon außen Parlamentsgebäude Moabiter Werder Das Mahnmal Pariser Platz Bundesöde5) WestenPotsdamer Platz Breitscheid-Platz KuDamm Ecke Joachimsthaler Der Alte Westen Walter-Benjamin-Platz AutostraßeSalzufer Moabiter Brücke Messedamm6) OstenAlexa Der alte Osten Simon-Dach-Straße Ostbahnhof undStralauer Platz Die O2-Welt S-Bahnhof Landsberger Allee Siegfriedstraße Viktoriastadt7) Die UnbeweglichenDie neue Mauer Vor dem Roten Rathaus Südliche Friedrichstadt Mollstraße A 1008) Berlin am MeerMonbijou Die Gärten von Marzahn Tempelhofer Feld Ins OffeneGlossar

2 Marktplatz-Angebote für "Osten Westen Mitte" ab EUR 8,15

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
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