Vergebung / Millennium-Trilogie Bd.3 - Larsson, Stieg
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Stieg Larsson 

Vergebung / Millennium-Trilogie Bd.3

Roman

Aus d. Schwed. v. Wibke Kuhn
Gebundenes Buch
 
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Vergebung / Millennium-Trilogie Bd.3

Wer suchet, der tötet

Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte. Nach 'Verblendung' und 'Verdammnis' der grandiose Höhepunkt der Trilogie um das Ermittlerduo Blomkvist und Salander.

Mit einer Kugel im Kopf wird Lisbeth Salander in die Notaufnahme eingeliefert. Sie hat den Kampf gegen Alexander Zalatschenko, berüchtigter Drahtzieher mafiöser Machenschaften, ein weiteres Mal knapp überlebt. Aber wird sie gegen den schwedischen Geheimdienst bestehen können, der alle Kräfte mobilisiert, um sie ein für alle Mal mundtot zu machen? Zu groß ist die Gefahr, dass sie die Verbindung zwischen Zalatschenko und der schwedischen Regierung aufdeckt. Unterdessen arbeitet Mikael Blomkvist unter Hochdruck daran, Salanders Unschuld zu beweisen. Es fehlen nur noch wenige Details, und er wird das Komplott gegen Salander aufdecken. Auch als seine Ermittlungen von höchster Stelle massiv behindert werden, führt Blomkvist seine Arbeit unbeirrt fort. Er weiß genau, dass er nur noch diese eine Chance hat, um Lisbeth Salander zu retten.

"Stieg Larssons Romane sind so mitreißend, dass sie eine Gefahr für das öffentliche Leben darstellen. Lesende Menschen werden Fußgängerzonen und Parks besetzen, die Arbeitswelt wird lahmgelegt - alles wegen Larssons Romanen, die man nicht aus der Hand legen kann." Bild am Sonntag

"Selten hat es in skandinavischer Krimiliteratur eine so originelle, widersprüchliche und packende Hauptfigur gegeben wie die gegen den Strich lebende Lisbeth Salander." Hamburger Abendblatt

"Ich kann nicht anders, als in den Chor der Lobpreisungen auf Stieg Larsson einzustimmen. Meine Erwartungen an den dritten Band waren sehr hoch - und sie wurden mehr als übertroffen." Aftonbladet


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 847 S.
  • Seitenzahl: 848
  • Millennium Trilogy Bd.3
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 147mm x 52mm
  • Gewicht: 958g
  • ISBN-13: 9783453013803
  • ISBN-10: 3453013808
  • Best.Nr.: 23336526
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.04.2008

Was ist nur aus Pippi Langstrumpfs Enkelin geworden?

Geheimdienst, Konzernmafia oder Rechtsextreme - wer zieht eigentlich die Strippen in einem Staat, der nur noch Attrappe ist? Das großangelegte Romanprojekt des schwedischen Autors Stieg Larsson kommt mit dem Band "Vergebung" an sein vorzeitiges Ende.

Dieses Schweden könnte einem langsam Sorgen machen - wenn man in Rechnung stellt, was seine Schriftsteller für ein Bild des Landes zeichnen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten überrollt den deutschen Leser eine Welle düsterer Romane, man muss sich nur die Legion der Mankells, Nessers und Konsorten vor Augen führen. Bei uns, verraten die Bücher, wird der Rechtsstaat mit Füßen getreten, regieren alte Nazi-Netzwerke, wird aus dem Osten Prostitution, Drogenhandel, Mafia und Kindsmissbrauch eingeschleppt; obendrein ist das Wetter schlecht, die Stimmung auch. Merkwürdigerweise nimmt das den Schweden keiner übel, im Gegenteil: Die literarische Selbstzerfleischung ist zu einem Exportartikel erster Güte geworden.

Das Phänomen funktioniert nicht nur in Deutschland, in ganz Europa stöbern die Leserinnen gerne in diesen schwedischen Dunkelkammern, um …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Hannes Hintermeier entgeht nicht, dass der dritte und letzte Band von Stieg Larssons weitschweifigem Thriller-Projekt mit heißer Nadel gestrickt ist. Psychologische Finesse, Sinn für Feinheiten und ein gutes Lektorat - Fehlanzeige. Dafür jede Menge Tempo, und (düstere) schwedische Verhältnisse im Breitwandformat. Das kommt Hintermeier bekannt vor. Das eigentliche Verdienst des Autors aber besteht für ihn darin, die in den ersten beiden Bänden entwickelte Hauptfigur, eine Art Computer hackender Pippi Langstrumpf unserer Zeit, als "Gegenentwurf sozialstaatlicher Bürgerweltsfassaden" dem Leser sympathisch zu machen. Für den Rezensenten ergibt das ein zeitdiagnostisches Mehr, das die unterhaltsame "Behaglichkeit des Bösen" angenehm stört.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Larssons Gespür für Timing und Spannung ist überragend." taz

"Ich kann nicht anders, als in den Chor der Lobpreisungen auf Stieg Larsson einzustimmen. Meine Erwartungen an den dritten Band waren sehr hoch - und sie wurden mehr als übertroffen." Aftonbladet

"Es gibt nicht viele Autoren, die mehr als 700 spannende Seiten schreiben können. Stieg Larsson kann es. Und genau das ist der Grund für den unglaublichen Erfolg seiner Bücher." Svenska Dagbladet

"Ein Meisterwerk." Expressen

"Das Wiedersehen mit der eckigen und kantigen, aber immer aufregenden Protagonistin Salander kann man kaum erwarten." 3sat

"Stieg Larssons Romane sind so mitreißend, dass sie eine Gefahr für das öffentliche Leben darstellen. Lesende Menschen werden Fußgängerzonen und Parks besetzen, die Arbeitswelt wird lahmgelegt - alles wegen Larssons Romanen, die man nicht aus der Hand legen kann." Bild am Sonntag

"Selten hat es in skandinavischer Krimiliteratur eine so originelle, widersprüchliche und packende Hauptfigur gegeben wie die gegen den Strich lebende Lisbeth Salander." Hamburger Abendblatt

"Ich kann nicht anders, als in den Chor der Lobpreisungen auf Stieg Larsson einzustimmen. Meine Erwartungen an den dritten Band waren sehr hoch - und sie wurden mehr als übertroffen."

"Ein ungewöhnlich spannender Thriller, mehr noch: Dieser Roman zeigt an, was im Thriller derzeit überhaupt möglich ist." Der Tagesspiegel, Denis Scheck

"Stieg Larssons Romane sind so mitreißend, dass sie eine Gefahr für das öffentliche Leben darstellen. Lesende Menschen werden Fußgängerzonen und Parks besetzen, die Arbeitswelt wird lahmgelegt - alles wegen Larssons Romanen, die man nicht aus der Hand legen kann." Bild am Sonntag

"Das Wiedersehen mit der eckigen und kantigen, aber immer aufregenden Protagonistin Salander kann man kaum erwarten."

Was ist nur aus Pippi Langstrumpfs Enkelin geworden?

Geheimdienst, Konzernmafia oder Rechtsextreme - wer zieht eigentlich die Strippen in einem Staat, der nur noch Attrappe ist? Das großangelegte Romanprojekt des schwedischen Autors Stieg Larsson kommt mit dem Band "Vergebung" an sein vorzeitiges Ende.

Dieses Schweden könnte einem langsam Sorgen machen - wenn man in Rechnung stellt, was seine Schriftsteller für ein Bild des Landes zeichnen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten überrollt den deutschen Leser eine Welle düsterer Romane, man muss sich nur die Legion der Mankells, Nessers und Konsorten vor Augen führen. Bei uns, verraten die Bücher, wird der Rechtsstaat mit Füßen getreten, regieren alte Nazi-Netzwerke, wird aus dem Osten Prostitution, Drogenhandel, Mafia und Kindsmissbrauch eingeschleppt; obendrein ist das Wetter schlecht, die Stimmung auch. Merkwürdigerweise nimmt das den Schweden keiner übel, im Gegenteil: Die literarische Selbstzerfleischung ist zu einem Exportartikel erster Güte geworden.

Das Phänomen funktioniert nicht nur in Deutschland, in ganz Europa stöbern die Leserinnen gerne in diesen schwedischen Dunkelkammern, um am Ende, purgatorisch gesäubert, zum nächsten Schwedenhappen zu greifen. Das beste Beispiel liefert derzeit der Erfolg einer Romantrilogie, deren letzter Band auf vielen Bestsellerlisten vordere Plätze einnimmt: Stieg Larssons Achthundertfünfzigseiter "Vergebung". (Nicht zu verwechseln mit seinem Beinahe-Namensvetter, dem ein Jahr jüngeren Stig Larsson, dessen Bücher bei Ammann erscheinen.) Heyne hat von den drei Bänden bereits eine halbe Million Exemplare verkauft.

Der Thriller-Autor Larsson, 1954 im ländlichen Umeå geboren, betrieb mit einer kleinen Truppe von Idealisten ein Magazin namens "Expo", das mit brisantem Enthüllungsjounalismus - vornehmlich in der rechten Szene recherchierend - keine große Auflage, wohl aber den einen oder anderen Skandal machte. Larsson hatte noch viel vor, als er den ersten Schwung eines großangelegten Romanzyklus mit dem Titel "Millenium" bei seinem Stockholmer Verlag ablieferte. Er konnte nicht ahnen, dass es mit den geplanten weiteren sieben Bänden nichts werden sollte. Im Alter von fünfzig Jahren erlag Larsson einem Herzinfarkt.

Dass seine Romane thematisch das Schattenreich, in dem er sich berufsbedingt auskannte, beackern, liegt nahe. Dass sein Protagonist, der Journalist Mikael "Kalle" Blomkvist, autobiographisch geprägt ist, wundert auch nicht. Mit Feinheiten, mit psychologischer Finesse gar hält sich Larsson nicht auf. Von Anfang an drückt er aufs Tempo, wie sich das fürs Genre gehört. Das macht er souverän, auch wenn es - vor allem im vorliegenden dritten Band - an logischen Anschlussfehlern und Konstruktionsmängeln nicht fehlt. Nach einem wirklichen Lektorat sieht das alles nicht mehr aus, eher so, als wäre der Roman aus dem Computer direkt in die Druckerei gewandert. Larsson entfaltet ein schwedisches Gesellschaftspanorama in Cinemascope; die Hauptfiguren sind, mit Empathie geschildert, allesamt Frauen. Der mehrteilige Film zum Buch wird im Augenblick gedreht; er soll nächstes Jahr bei uns zu sehen sein. Im ersten Band "Verblendung" hatte Larsson seinen Helden in die Verstrickungen eines Familienkonzerns gejagt. Blomkvist überlebte nur mit knapper Not. Im zweiten Band ging es um Frauenhandel und die Rolle, die der schwedische Geheimdienst dabei spielt.

Der dritte Band handelt nun von der Rettung und Rehabilitierung jenes Geschöpfes, für dessen Ausstattung Larsson am meisten Phantasie eingesetzt hat: Die Figur der Lisbeth Salander ist sein eigentlicher Geniestreich - ein Monster, das man gernhaben muss. Eine tätowierte, gepiercte, metrosexuelle Nahkampflesbe, aggressiv, asozial, dabei mathematisch hochbegabt und unter dem Tarnnamen "Wespe" eine Hackerin von Weltrang. Kein Schelm, wer dabei an die andere große Anarchistin der schwedischen Literatur denkt: Pippi Langstrumpf.

Weil ihr Vater, ein vom schwedischen Geheimdienst mit neuer Identität versehener russischer Überläufer, die Mutter verprügelte, schlug die kleine Lisbeth zurück, indem sie den Vater mit einem Brandsatz im Auto zu töten versuchte. Ihre Jugend verbringt sie deshalb in psychiatrischer Sicherheitsverwahrung. Der zum Vormund bestellte Rechtsanwalt missbraucht sie, der Geheimdienst will sie ein für alle Mal aus dem Verkehr ziehen. Untergetaucht und mit einem im Internet ergaunerten Vermögen ausgestattet, kreuzt sie auf ihrem Rachefeldzug gegen die Institutionen den Lebensweg des Idealisten Blomkvist. Weil sie sich eine ganz kleine Schwäche für ihn leistet, rettet sie ihm in Band eins das Leben; und fortan stehen die beiden Erzählstränge bis zum Schluss immer parallel nebeneinander, zwei Schnellzüge, die auf einen Prellbock zurasen. An Paarbildung ist nicht zu denken.

Dass man sich dieser bizarren Figur hingibt, ist die eigentliche Leistung des Erzählers. Salander ist in jeder Hinsicht der Gegenentwurf zu jener sozialstaatlichen Bürgerweltsfassade, hinter der Abgründe lauern. Dahin die Tage, als das Land noch als Vorbild taugen konnte, da ist sich Larsson mit seinen zeitgenössischen Kollegen einig. Schweden, eine der besten Demokratien? Ein ausgehöhlter Popanz.

Wahrscheinlich deswegen richtet man sich in den gut zweitausend Seiten der Trilogie wie in einem Wohnzimmer ein. Doch jenseits aller Behaglichkeit des Bösen spürt man, dass hier einer mit einem Anliegen schreibt und es ihm nicht allein um Unterhaltung geht. Im Original war der erste Band "Männer, die Frauen hassen" betitelt. Die deutschen Titel zielen mit ihrer Bibelschielerei nicht völlig daneben, aber dem schreibwütigen Zeitdiagnostiker Stieg Larsson werden sie nicht ganz gerecht.

HANNES HINTERMEIER

Stieg Larsson: "Vergebung". Kriminalroman. Aus dem Schwedischen übersetzt von Wibke Kuhn. Heyne Verlag, München 2008. 848 S., geb., 22,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Stieg Larsson, geb. 1954 in Ume , Schweden, war Journalist und Herausgeber des Magazins EXPO. Er galt als einer der weltweit führenden Experten für Rechtsextremismus und Neonazismus. 2004 starb Stieg Larsson an den Folgen eines Herzinfarkts.

Leseprobe zu "Vergebung / Millennium-Trilogie Bd.3" von Stieg Larsson

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Leseprobe zu "Vergebung / Millennium-Trilogie Bd.3" von Stieg Larsson

I. Kapitel

Freitag, 8. April

Dr. Anders Jonasson wurde von Schwester Hanna Nicander geweckt. Es war kurz vor halb zwei Uhr morgens.

"Was ist los?", fragte er benommen.

"Draußen landet gerade ein Rettungshubschrauber. Zwei Patienten. Ein älterer Mann und eine junge Frau. Sie hat eine Schussverletzung."

"Aha", sagte Anders Jonasson mude.

Er hatte nur ungefähr eine halbe Stunde geschlafen. Heute hatte er Nachtdienst in der Notaufnahme im Sahlgrenska-Krankenhaus von Göteborg. Es war ein furchtbar anstrengender Abend gewesen. Seit er um 18 Uhr seinen Dienst angetreten hatte, waren vier Patienten hinzugekommen, die bei einem Frontalzusammenstoß bei Lindome verletzt worden waren. Eine Frau war schwer verletzt, eine andere war kurz nach der Einlieferung für tot erklärt worden. Außerdem hatte er eine Kellnerin behandelt, die sich bei einem Unfall in einer Restaurantküche auf der Avenyn die Beine verbrüht hatte, und danach einem Vierjährigen das Leben gerettet, der mit Atemstillstand ins Krankenhaus eingeliefert worden war, nachdem er das Rad eines Spielzeugautos verschluckt hatte. Dann hatte er ein Mädchen im Teenageralter verbunden, das mit dem Fahrrad in eine Grube gefahren war. Passenderweise hatte das Bauamt die Grube direkt an der Abfahrt von einem Fahrradweg aufgerissen, und irgendjemand hatte auch noch prompt die Absperrgitter umgeworfen. Sie war mit vierzehn Stichen im Gesicht genäht worden und wurde Ersatz für zwei Schneidezähne brauchen. Außerdem hatte Jonasson noch ein Stück Daumen wieder angenäht, das sich ein enthusiastischer Hobbyschreiner abgehobelt hatte.

Gegen elf war die Zahl der Patienten in der Notaufnahme deutlich gesunken. Er drehte eine Runde und überprufte den Zustand der Neuzugänge. Danach zog er sich in den Ruheraum zurück und versuchte ein Weilchen zu entspannen. Seine Schicht ging bis sechs Uhr, und normalerweise schlief er nicht, wenn er Dienst hatte, auch wenn keine Notfälle eingeliefert wurden. Doch ausgerechnet heute Nacht war er sofort eingenickt.

Schwester Hanna Nicander reichte ihm eine Teetasse. Details zu den neuen Patienten hatte sie noch nicht.

Anders Jonasson spähte aus dem Fenster und sah, dass es über dem Meer heftig blitzte. Der Hubschrauber kam gerade über dem Meer heftig blitzte. Der Hubschrauber kam gerade noch rechtzeitig zurück. Von einer Sekunde auf die andere fing der Regen an zu prasseln. Das Gewitter hatte Göteborg erreicht.

Während er am Fenster stand, hörte er das Motorengeräusch und sah, wie der Helikopter in den Sturmböen über dem Landeplatz schwankte. Atemlos verfolgte er, wie der Hubschrauberpilot versuchte, das heikle Landemanöver unter Kontrolle zu behalten. Dann verschwand der Helikopter aus seinem Blickfeld, und man hörte, wie der Motor langsamer wurde. Er nahm einen Schluck, bevor er seine Teetasse abstellte.

Anders Jonasson ging den Bahren in der Notaufnahme entgegen. Seine Kollegin Katarina Holm kümmerte sich um den ersten Patienten, der hereingefahren wurde - ein älterer Mann mit schweren Gesichtsverletzungen. Dr. Jonasson fiel es zu, sich um die andere Patientin zu kümmern, die Frau mit der Schussverletzung. Er untersuchte sie kurz und stellte fest, dass es sich anscheinend um einen Teenager handelte, lehmverkrustet, blutverschmiert und schwer verletzt. Als er die Decke anhob, die die Sanitäter über sie gebreitet hatten, merkte er, dass jemand die Schusswunden an der Hüfte und der Schulter mit breitem silbernem Tape zugeklebt hatte, eine Maßnahme, die er ungewöhnlich klug fand. Das Klebeband hielt die Bakterien draußen und das Blut drinnen. Eine Kugel war außen an der Hüfte eingeschlagen und direkt durchs Muskelgewebe gedrungen. Dann hob er ihre Schulter an und sah das Einschussloch im Rücken. Es gab keine Austrittswunde, was bedeutete, dass die Kugel immer noch irgendwo in der Schulter stecken musste. Er hoffte, dass sie nicht die Lunge penetriert hatte, aber dass er in der Mundhöhle des Mädchens kein Blut entdecken konnte, war schon einmal ein gutes Zeichen.

"Röntgen", sagte er zur Krankenschwester. Mehr musste er nicht erklären.

Schließlich schnitt er den Verband auf, den die Sanitäter ihr um den Kopf gewickelt hatten. Ihm wurde eiskalt, als er mit den Fingern das Einschussloch ertastete und begriff, dass das Mädchen in den Kopf geschossen worden war. Und hier fehlte die Austrittswunde ebenfalls.

Anders Jonasson richtete sich kurz auf und betrachtete seine Patientin. Plötzlich überkam ihn eine gewisse Abscheu. Er hatte seine Arbeit oft mit der eines Torwarts verglichen. Jeden Tag wurden Menschen in verschiedenstem Zustand bei ihm eingeliefert. 74-jährige Damen, die mit Herzstillstand in Nordstans Galleria zusammengebrochen waren, 14-jährige Jungen, deren Lungenflügel von einem Schraubenzieher durchbohrt worden waren, und 16-jährige Mädchen, die ein paar Ecstasy-Tabletten geknabbert und achtzehn Stunden durchgetanzt hatten, um dann blau anzulaufen und zusammenzubrechen. Einige waren Opfer von Arbeitsunfällen oder Misshandlungen. Manche waren Kleinkinder, die auf dem Vasaplatsen von Kampfhunden angefallen worden waren. Bei anderen handelte es sich um praktisch veranlagte Männer, die mit ihrer Black&Decker ein paar Bretter zurechtsägen wollten und sich dann bis aufs Mark in die Handgelenke schnitten.

Anders Jonasson war der Torwart, der zwischen den Patienten und dem Bestattungsunternehmen stand. Seine Arbeit bestand darin, über die erforderlichen Maßnahmen zu entscheiden. Wenn er die falsche Entscheidung traf, würde der Patient sterben oder vielleicht wieder aufwachen, aber lebenslang Invalide bleiben. Meistens traf er die richtige Entscheidung, was darauf zurückzuführen war, dass die Mehrzahl der Verletzten ein ganz offensichtliches und spezifisches Problem hatte. Ein Messerstich in der Lunge oder eine Quetschung nach einem Autounfall war begreiflich und übersichtlich. Ob der Patient überlebte, hing von der Schwere der Verletzung und Jonassons Kompetenz ab.

Es gab zwei Arten von Verletzungen, die Anders Jonasson

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verabscheute. Das eine waren schwere Brandverletzungen, die

ungeachtet seiner Behandlung fast immer lebenslange Leiden nach sich zogen. Das andere waren Kopfverletzungen.

Das Mädchen vor ihm konnte mit einer Kugel in der HUfte leben und auch mit einer Kugel in der Schulter. Aber eine Kugel irgendwo in ihrem Gehirn war ein Problem ganz anderer Größenordnung. Plötzlich hörte er Schwester Hanna etwas sagen.

"Entschuldigung?" "Das ist sie." "Was meinen Sie?"

"Lisbeth Salander. Das Mädchen, hinter dem sie in Stockholm seit Wochen wegen dreifachen Mordes her sind."

Anders Jonasson warf einen Blick auf das Gesicht der Patientin. Schwester Hanna hatte völlig recht. Das Passfoto dieses Mädchens hatten er und alle anderen Schweden seit den

Osterfeiertagen auf den Schlagzeilenplakaten vor jedem Zeitschriftenladen gesehen. Und jetzt war die Mörderin selbst angeschossen worden, was wohl eine Art poetische Gerechtigkeit darstellte.

Aber das ging ihn nichts an. Seine Arbeit bestand darin, das Leben seiner Patientin zu retten, ganz gleich ob sie eine dreifache Mörderin oder eine Nobelpreisträgerin war. Oder sogar beides.

Danach brach das effektive Chaos aus, das eine Notaufnahme prägt. Das Personal von Jonassons Schicht machte sich routiniert ans Werk. Die Reste von Lisbeth Salanders Kleidung wurden aufgeschnitten. Eine Schwester verkündete den Blutdruck -ioo zu 70 -, während er selbst der Patientin das Stethoskop an die Brust legte und einen verhältnismäßig regelmäßigen Herzschlag und eine nicht ganz so regelmäßige Atmung feststellte.

Dr. Jonasson zögerte nicht, Lisbeth Salanders Zustand als kritisch einzustufen. Die Verletzungen an Schulter und HUfte mussten warten. FUrs Erste konnte er einfach das Klebeband drauflassen, das jemand geistesgegenwärtig angebracht hatte. Das Wichtigste war der Kopf. Dr. Jonasson ordnete sogleich eine Computertomografie an.

Anders Jonasson war blond und blauäugig und kam ursprünglich aus Umeä. Seit zwanzig Jahren arbeitete er abwechselnd als Forscher, Pathologe und Notarzt im Sahlgrenska-und im Östra-Krankenhaus. Er hatte eine Eigenheit, die seine Kollegen verblüffte und das Personal stolz machte, mit ihm zusammenzuarbeiten: Er hatte die Einstellung, dass während seiner Schicht kein Patient sterben durfte, und wundersamerweise war es ihm bis jetzt gelungen, den Zähler tatsächlich auf null zu halten. Ein paar von seinen Patienten waren freilich gestorben, aber erst während der Folgebehandlung oder aus ganz anderen Ursachen.

Außerdem vertrat Jonasson eine etwas unorthodoxe Berufsauffassung. Er fand, dass Ärzte manchmal dazu neigten, unbegründete Schlüsse zu ziehen, und daher viel zu schnell aufgaben - sie verbrachten einfach zu viel Zeit damit, ganz exakt herauszufinden, was dem Patienten fehlte, um ihn korrekt behandeln zu können. Sicherlich stand es so im Lehrbuch; das Problem war nur, dass der Patient Gefahr lief zu sterben, während der Arzt noch überlegte. Schlimmstenfalls würde der Arzt zu dem Schluss kommen, dass der Fall hoffnungslos war, und die Behandlung abbrechen.

Anders Jonasson hatte jedoch noch nie einen Patienten mit einer Kugel im Schädel vor sich gehabt. Hier brauchte man wahrscheinlich einen Neurochirurgen. Er fühlte sich unzulänglich, aber dann ging ihm auf, dass er vielleicht mehr Glück hatte, als er verdiente. Bevor er sich wusch und die OP-Klei-dung anzog, rief er Hanna Nicander.

"Es gibt da einen amerikanischen Professor namens Frank Ellis, der im Karolinska-Krankenhaus in Stockholm arbeitet, im Moment aber in Göteborg ist. Er ist ein bekannter Hirnforscher und außerdem ein guter Freund von mir. Er wohnt im Hotel Radisson auf der Avenyn. Können Sie mir bitte die Telefonnummer raussuchen?"

Während Anders Jonasson immer noch auf die Röntgenbil-der wartete, kam Hanna Nicander mit der Telefonnummer des Hotels zurück. Jonasson warf einen Blick auf die Uhr -1 Uhr 42 - und griff zum Hörer. Der Nachtportier zeigte sich äußerst unwillig, um diese Zeit überhaupt einen Anruf durchzustellen, und Doktor Jonasson musste ein paar äußerst scharfe Worte über die Patientin in Lebensgefahr fallen lassen, bevor er verbunden wurde.

"Guten Morgen, Frank", sagte Anders Jonasson, als der Hörer schließlich abgenommen wurde. "Hier ist Anders. Ich habe gehört, dass du grade in Göteborg bist. Hast du Lust, ins Sahlgrenska rüberzukommen und mir bei einer Gehirnoperation zu assistieren?"

"Are you bullshitting me?", hörte man eine zweifelnde Stimme am anderen Ende der Leitung. Obwohl Frank Ellis seit vielen Jahren in Schweden wohnte und fließend Schwedisch sprach - wenn auch mit amerikanischem Akzent -, blieb Englisch seine Leib- und Magensprache. Anders Jonasson sprach Schwedisch, und Ellis antwortete ihm auf Englisch.

"Frank, tut mir leid, dass ich deinen Vortrag verpasst habe, aber ich dachte, du könntest mir Privatstunden geben. Ich habe hier eine junge Frau, die in den Kopf geschossen wurde. Einschussloch direkt über dem linken Ohr. Ich würde dich nicht anrufen, wenn ich nicht eine zweite Meinung bräuchte. Und ich kann mir kaum eine geeignetere Person dafür vorstellen als dich."

"Meinst du das im Ernst?", erkundigte sich Frank Ellis. "Es handelt sich um ein 25-jähriges Mädchen." "Und sie ist in den Kopf geschossen worden?" "Einschussloch, keine Austrittswunde." "Aber sie lebt noch?"

"Puls schwach, aber regelmäßig, Atmung weniger regelmäßig, Blutdruck 100 zu 70. Außerdem hat sie eine Kugel in der Schulter und eine Schusswunde in der Hüfte. Das sind also zwei Probleme, mit denen ich selbst klarkomme."

"Das klingt ja schon mal vielversprechend", meinte Ellis. "Vielversprechend?"

"Wenn einem Menschen ein Loch in den Kopf geschossen wird und er immer noch lebt, dann muss die Situation als hoffnungsvoll angesehen werden." "Kannst du mir helfen?"

"Ich muss zugeben, dass ich den Abend mit ein paar guten Freunden verbracht habe. Ich bin erst um eins ins Bett gekommen und dürfte einen ziemlich beeindruckenden Promillewert haben ..."

"Ich werde die Entscheidungen treffen und den Eingriff durchführen. Aber ich brauche jemand, der mir assistiert und mir sagt, ob ich irgendeinen Blödsinn mache. Und ehrlich gesagt ist ein stockbesoffener Professor Ellis vermutlich noch um einige Klassen besser als ich, wenn es darum geht, Gehirnverletzungen einzuschätzen."

"Okay. Ich komme. Aber du schuldest mir einen Gefallen." "Vor dem Hotel wartet ein Taxi auf dich."

Professor Frank Ellis schob sich die Brille auf die Stirn und kratzte sich im Genick. Er blickte konzentriert auf den Computerbildschirm, der jeden Winkel von Lisbeth Salanders Gehirn zeigte. Ellis war 53 Jahre alt, hatte pechschwarzes Haar mit grauen Strähnen, dunkle Bartstoppeln und sah aus wie jemand, der eine Nebenrolle in Emergency Room spielt. Sein Körper verriet, dass er jede Woche ein paar Stunden im Fitnessstudio verbrachte.

Frank Ellis fühlte sich in Schweden sehr wohl. Als junger Forscher war er im Rahmen eines Austauschprogramms Ende der 70er-Jahre gekommen und zwei Jahre geblieben. Danach war er noch ein paarmal zurückgekehrt, bis man ihm eine Professur am Karolinska anbot. Mittlerweile genoss er auf seinem Fachgebiet internationales Ansehen.

Anders Jonasson kannte Frank Ellis schon seit vierzehn Jahren. In einem Seminar in Stockholm waren sie sich zum ersten Mal begegnet und hatten entdeckt, dass sie beide begeisterte Fliegenfischer waren, woraufhin Anders ihn zu einem Angelausflug nach Norwegen eingeladen hatte. Über all die Jahre waren sie immer in Kontakt geblieben und hatten noch mehr Angeltouren zusammen unternommen. Zusammen gearbeitet hatten sie jedoch noch nie.

"Gehirne sind ein Mysterium", sagte Professor Ellis. "Ich widme mich der Hirnforschung nun schon seit zwanzig Jahren. Sogar schon länger."

"Ich weiß. Tut mir leid, dass ich dich so hochgescheucht habe, aber ."

"Ach was." Ellis winkte ab. "Das kostet dich eine Flasche Cragganmore, wenn wir das nächste Mal zum Angeln fahren."

"Okay. Da komm ich ja günstig weg." "Vor vielen Jahren, als ich in Boston arbeitete, hatte ich eine Patientin - über den Fall habe ich dann im New England Journal of Medicine berichtet. Es war ein Mädchen im Alter deiner Patientin. Sie war gerade auf dem Weg in die Uni, da schoss jemand mit einer Armbrust auf sie. Der Pfeil trat links unterhalb der Augenbraue ein, ging direkt durch den Kopf und kam mitten im Nacken wieder heraus."

"Und das hat sie überlebt?", fragte Jonasson verblüfft. "Als sie in die Notaufnahme kam, sah es richtig übel aus. Wir haben den Pfeil abgeschnitten und ihren Kopf in den Computertomografen geschoben. Der Pfeil ging mitten durchs Gehirn. Jeder realistischen Einschätzung nach hätte sie tot sein oder zumindest ein so massives Trauma haben müssen, dass sie ins Koma gefallen wäre." "Wie war ihr Zustand?"

"Sie war die ganze Zeit bei Bewusstsein. Und nicht nur das. Natürlich hatte sie schreckliche Angst, aber sie war bei ganz klarem Verstand. Ihr einziges Problem war, dass in ihrem Schädel ein Pfeilschaft steckte." "Was hast du gemacht?"

"Tja, ich hab mir eine Zange besorgt, den Pfeil rausgezogen und die Wunde versorgt. So ungefähr." "Kam sie durch?"

"Selbstverständlich war ihr Zustand kritisch, wir haben eine ganze Weile gewartet, bis wir sie wieder aus dem Krankenhaus entlassen haben. Aber ehrlich gesagt - sie hätte genauso gut schon am selben Tag wieder nach Hause gehen können. Ich habe nie eine gesündere Patientin gehabt."

Anders Jonasson überlegte, ob Professor Ellis ihn gerade auf den Arm nehmen wollte.

"Andererseits", fuhr Ellis fort, "hatte ich vor ein paar Jahren mal einen 42-jährigen männlichen Patienten in Stockholm, der sich den Kopf am Fensterrahmen gestoßen hatte. Ihm wurde übel, und dann verschlechterte sich sein Zustand so schnell, dass man ihn mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme fuhr. Als er zu mir gebracht wurde, war er schon bewusstlos. Er hatte eine kleine Beule und eine minimale Blutung. Aber er wachte nicht wieder auf, und nach neun Tagen auf der Intensivstation starb er. Bis heute weiß ich nicht, warum er gestorben ist. Im Obduktionsprotokoll haben wir geschrieben: >Gehirnblutung infolge eines Unfalls<, aber mit dieser Diagnose war keiner von uns richtig zufrieden. Die Blutung an sich war so unbedeutend, dass sie überhaupt keine Auswirkung hätte haben dürfen. Trotzdem stellten Leber, Nieren, Herz und Lungen nach und nach ihre Tätigkeit ein. Je älter ich werde, desto mehr kommt mir das Ganze wie eine Art Roulette vor. Persönlich glaube ich ja, dass wir niemals so richtig ergründen werden, wie das Gehirn genau funktioniert. Wie willst du vorgehen?"

Er klopfte mit einem Stift auf das Röntgenbild. "Ich hatte gehofft, dass du mir das sagen würdest." "Erzähl erst mal, wie du die Sache einschätzt." "Tja, erst mal scheint das ja eine Kugel kleineren Kalibers zu sein. Sie ist in der Schläfe eingetreten und ungefähr vier Zentimeter tief ins Gehirn eingedrungen. Sie liegt am lateralen Ventrikel, und dort haben wir auch die Blutung." "Maßnahmen?""Um deine Terminologie zu verwenden - eine Zange besorgen und die Kugel auf demselben Weg rausholen, wie sie reingekommen ist."

Leseprobe zu "Vergebung / Millennium-Trilogie Bd.3" von Stieg Larsson

I. Kapitel

Freitag, 8. April

Dr. Anders Jonasson wurde von Schwester Hanna Nicander geweckt. Es war kurz vor halb zwei Uhr morgens.

"Was ist los?", fragte er benommen.

"Draußen landet gerade ein Rettungshubschrauber. Zwei Patienten. Ein älterer Mann und eine junge Frau. Sie hat eine Schussverletzung."

"Aha", sagte Anders Jonasson mude.

Er hatte nur ungefähr eine halbe Stunde geschlafen. Heute hatte er Nachtdienst in der Notaufnahme im Sahlgrenska-Krankenhaus von Göteborg. Es war ein furchtbar anstrengender Abend gewesen. Seit er um 18 Uhr seinen Dienst angetreten hatte, waren vier Patienten hinzugekommen, die bei einem Frontalzusammenstoß bei Lindome verletzt worden waren. Eine Frau war schwer verletzt, eine andere war kurz nach der Einlieferung für tot erklärt worden. Außerdem hatte er eine Kellnerin behandelt, die sich bei einem Unfall in einer Restaurantküche auf der Avenyn die Beine verbrüht hatte, und danach einem Vierjährigen das Leben gerettet, der mit Atemstillstand ins Krankenhaus eingeliefert worden war, nachdem er das Rad eines Spielzeugautos verschluckt hatte. Dann hatte er ein Mädchen im Teenageralter verbunden, das mit dem Fahrrad in eine Grube gefahren war. Passenderweise hatte das Bauamt die Grube direkt an der Abfahrt von einem Fahrradweg aufgerissen, und irgendjemand hatte auch noch prompt die Absperrgitter umgeworfen. Sie war mit vierzehn Stichen im Gesicht genäht worden und wurde Ersatz für zwei Schneidezähne brauchen. Außerdem hatte Jonasson noch ein Stück Daumen wieder angenäht, das sich ein enthusiastischer Hobbyschreiner abgehobelt hatte.

Gegen elf war die Zahl der Patienten in der Notaufnahme deutlich gesunken. Er drehte eine Runde und überprufte den Zustand der Neuzugänge. Danach zog er sich in den Ruheraum zurück und versuchte ein Weilchen zu entspannen. Seine Schicht ging bis sechs Uhr, und normalerweise schlief er nicht, wenn er Dienst hatte, auch wenn keine Notfälle eingeliefert wurden. Doch ausgerechnet heute Nacht war er sofort eingenickt.

Schwester Hanna Nicander reichte ihm eine Teetasse. Details zu den neuen Patienten hatte sie noch nicht.

Anders Jonasson spähte aus dem Fenster und sah, dass es über dem Meer heftig blitzte. Der Hubschrauber kam gerade über dem Meer heftig blitzte. Der Hubschrauber kam gerade noch rechtzeitig zurück. Von einer Sekunde auf die andere fing der Regen an zu prasseln. Das Gewitter hatte Göteborg erreicht.

Während er am Fenster stand, hörte er das Motorengeräusch und sah, wie der Helikopter in den Sturmböen über dem Landeplatz schwankte. Atemlos verfolgte er, wie der Hubschrauberpilot versuchte, das heikle Landemanöver unter Kontrolle zu behalten. Dann verschwand der Helikopter aus seinem Blickfeld, und man hörte, wie der Motor langsamer wurde. Er nahm einen Schluck, bevor er seine Teetasse abstellte.

Anders Jonasson ging den Bahren in der Notaufnahme entgegen. Seine Kollegin Katarina Holm kümmerte sich um den ersten Patienten, der hereingefahren wurde - ein älterer Mann mit schweren Gesichtsverletzungen. Dr. Jonasson fiel es zu, sich um die andere Patientin zu kümmern, die Frau mit der Schussverletzung. Er untersuchte sie kurz und stellte fest, dass es sich anscheinend um einen Teenager handelte, lehmverkrustet, blutverschmiert und schwer verletzt. Als er die Decke anhob, die die Sanitäter über sie gebreitet hatten, merkte er, dass jemand die Schusswunden an der Hüfte und der Schulter mit breitem silbernem Tape zugeklebt hatte, eine Maßnahme, die er ungewöhnlich klug fand. Das Klebeband hielt die Bakterien draußen und das Blut drinnen. Eine Kugel war außen an der Hüfte eingeschlagen und direkt durchs Muskelgewebe gedrungen. Dann hob er ihre Schulter an und sah das Einschussloch im Rücken. Es gab keine Austrittswunde, was bedeutete, dass die Kugel immer noch irgendwo in der Schulter stecken musste. Er hoffte, dass sie nicht die Lunge penetriert hatte, aber dass er in der Mundhöhle des Mädchens kein Blut entdecken konnte, war schon einmal ein gutes Zeichen.

"Röntgen", sagte er zur Krankenschwester. Mehr musste er nicht erklären.

Schließlich schnitt er den Verband auf, den die Sanitäter ihr um den Kopf gewickelt hatten. Ihm wurde eiskalt, als er mit den Fingern das Einschussloch ertastete und begriff, dass das Mädchen in den Kopf geschossen worden war. Und hier fehlte die Austrittswunde ebenfalls.

Anders Jonasson richtete sich kurz auf und betrachtete seine Patientin. Plötzlich überkam ihn eine gewisse Abscheu. Er hatte seine Arbeit oft mit der eines Torwarts verglichen. Jeden Tag wurden Menschen in verschiedenstem Zustand bei ihm eingeliefert. 74-jährige Damen, die mit Herzstillstand in Nordstans Galleria zusammengebrochen waren, 14-jährige Jungen, deren Lungenflügel von einem Schraubenzieher durchbohrt worden waren, und 16-jährige Mädchen, die ein paar Ecstasy-Tabletten geknabbert und achtzehn Stunden durchgetanzt hatten, um dann blau anzulaufen und zusammenzubrechen. Einige waren Opfer von Arbeitsunfällen oder Misshandlungen. Manche waren Kleinkinder, die auf dem Vasaplatsen von Kampfhunden angefallen worden waren. Bei anderen handelte es sich um praktisch veranlagte Männer, die mit ihrer Black&Decker ein paar Bretter zurechtsägen wollten und sich dann bis aufs Mark in die Handgelenke schnitten.

Anders Jonasson war der Torwart, der zwischen den Patienten und dem Bestattungsunternehmen stand. Seine Arbeit bestand darin, über die erforderlichen Maßnahmen zu entscheiden. Wenn er die falsche Entscheidung traf, würde der Patient sterben oder vielleicht wieder aufwachen, aber lebenslang Invalide bleiben. Meistens traf er die richtige Entscheidung, was darauf zurückzuführen war, dass die Mehrzahl der Verletzten ein ganz offensichtliches und spezifisches Problem hatte. Ein Messerstich in der Lunge oder eine Quetschung nach einem Autounfall war begreiflich und übersichtlich. Ob der Patient überlebte, hing von der Schwere der Verletzung und Jonassons Kompetenz ab.

Es gab zwei Arten von Verletzungen, die Anders Jonasson

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verabscheute. Das eine waren schwere Brandverletzungen, die

ungeachtet seiner Behandlung fast immer lebenslange Leiden nach sich zogen. Das andere waren Kopfverletzungen.

Das Mädchen vor ihm konnte mit einer Kugel in der HUfte leben und auch mit einer Kugel in der Schulter. Aber eine Kugel irgendwo in ihrem Gehirn war ein Problem ganz anderer Größenordnung. Plötzlich hörte er Schwester Hanna etwas sagen.

"Entschuldigung?" "Das ist sie." "Was meinen Sie?"

"Lisbeth Salander. Das Mädchen, hinter dem sie in Stockholm seit Wochen wegen dreifachen Mordes her sind."

Anders Jonasson warf einen Blick auf das Gesicht der Patientin. Schwester Hanna hatte völlig recht. Das Passfoto dieses Mädchens hatten er und alle anderen Schweden seit den

Osterfeiertagen auf den Schlagzeilenplakaten vor jedem Zeitschriftenladen gesehen. Und jetzt war die Mörderin selbst angeschossen worden, was wohl eine Art poetische Gerechtigkeit darstellte.

Aber das ging ihn nichts an. Seine Arbeit bestand darin, das Leben seiner Patientin zu retten, ganz gleich ob sie eine dreifache Mörderin oder eine Nobelpreisträgerin war. Oder sogar beides.

Danach brach das effektive Chaos aus, das eine Notaufnahme prägt. Das Personal von Jonassons Schicht machte sich routiniert ans Werk. Die Reste von Lisbeth Salanders Kleidung wurden aufgeschnitten. Eine Schwester verkündete den Blutdruck -ioo zu 70 -, während er selbst der Patientin das Stethoskop an die Brust legte und einen verhältnismäßig regelmäßigen Herzschlag und eine nicht ganz so regelmäßige Atmung feststellte.

Dr. Jonasson zögerte nicht, Lisbeth Salanders Zustand als kritisch einzustufen. Die Verletzungen an Schulter und HUfte mussten warten. FUrs Erste konnte er einfach das Klebeband drauflassen, das jemand geistesgegenwärtig angebracht hatte. Das Wichtigste war der Kopf. Dr. Jonasson ordnete sogleich eine Computertomografie an.

Anders Jonasson war blond und blauäugig und kam ursprünglich aus Umeä. Seit zwanzig Jahren arbeitete er abwechselnd als Forscher, Pathologe und Notarzt im Sahlgrenska-und im Östra-Krankenhaus. Er hatte eine Eigenheit, die seine Kollegen verblüffte und das Personal stolz machte, mit ihm zusammenzuarbeiten: Er hatte die Einstellung, dass während seiner Schicht kein Patient sterben durfte, und wundersamerweise war es ihm bis jetzt gelungen, den Zähler tatsächlich auf null zu halten. Ein paar von seinen Patienten waren freilich gestorben, aber erst während der Folgebehandlung oder aus ganz anderen Ursachen.

Außerdem vertrat Jonasson eine etwas unorthodoxe Berufsauffassung. Er fand, dass Ärzte manchmal dazu neigten, unbegründete Schlüsse zu ziehen, und daher viel zu schnell aufgaben - sie verbrachten einfach zu viel Zeit damit, ganz exakt herauszufinden, was dem Patienten fehlte, um ihn korrekt behandeln zu können. Sicherlich stand es so im Lehrbuch; das Problem war nur, dass der Patient Gefahr lief zu sterben, während der Arzt noch überlegte. Schlimmstenfalls würde der Arzt zu dem Schluss kommen, dass der Fall hoffnungslos war, und die Behandlung abbrechen.

Anders Jonasson hatte jedoch noch nie einen Patienten mit einer Kugel im Schädel vor sich gehabt. Hier brauchte man wahrscheinlich einen Neurochirurgen. Er fühlte sich unzulänglich, aber dann ging ihm auf, dass er vielleicht mehr Glück hatte, als er verdiente. Bevor er sich wusch und die OP-Klei-dung anzog, rief er Hanna Nicander.

"Es gibt da einen amerikanischen Professor namens Frank Ellis, der im Karolinska-Krankenhaus in Stockholm arbeitet, im Moment aber in Göteborg ist. Er ist ein bekannter Hirnforscher und außerdem ein guter Freund von mir. Er wohnt im Hotel Radisson auf der Avenyn. Können Sie mir bitte die Telefonnummer raussuchen?"

Während Anders Jonasson immer noch auf die Röntgenbil-der wartete, kam Hanna Nicander mit der Telefonnummer des Hotels zurück. Jonasson warf einen Blick auf die Uhr -1 Uhr 42 - und griff zum Hörer. Der Nachtportier zeigte sich äußerst unwillig, um diese Zeit überhaupt einen Anruf durchzustellen, und Doktor Jonasson musste ein paar äußerst scharfe Worte über die Patientin in Lebensgefahr fallen lassen, bevor er verbunden wurde.

"Guten Morgen, Frank", sagte Anders Jonasson, als der Hörer schließlich abgenommen wurde. "Hier ist Anders. Ich habe gehört, dass du grade in Göteborg bist. Hast du Lust, ins Sahlgrenska rüberzukommen und mir bei einer Gehirnoperation zu assistieren?"

"Are you bullshitting me?", hörte man eine zweifelnde Stimme am anderen Ende der Leitung. Obwohl Frank Ellis seit vielen Jahren in Schweden wohnte und fließend Schwedisch sprach - wenn auch mit amerikanischem Akzent -, blieb Englisch seine Leib- und Magensprache. Anders Jonasson sprach Schwedisch, und Ellis antwortete ihm auf Englisch.

"Frank, tut mir leid, dass ich deinen Vortrag verpasst habe, aber ich dachte, du könntest mir Privatstunden geben. Ich habe hier eine junge Frau, die in den Kopf geschossen wurde. Einschussloch direkt über dem linken Ohr. Ich würde dich nicht anrufen, wenn ich nicht eine zweite Meinung bräuchte. Und ich kann mir kaum eine geeignetere Person dafür vorstellen als dich."

"Meinst du das im Ernst?", erkundigte sich Frank Ellis. "Es handelt sich um ein 25-jähriges Mädchen." "Und sie ist in den Kopf geschossen worden?" "Einschussloch, keine Austrittswunde." "Aber sie lebt noch?"

"Puls schwach, aber regelmäßig, Atmung weniger regelmäßig, Blutdruck 100 zu 70. Außerdem hat sie eine Kugel in der Schulter und eine Schusswunde in der Hüfte. Das sind also zwei Probleme, mit denen ich selbst klarkomme."

"Das klingt ja schon mal vielversprechend", meinte Ellis. "Vielversprechend?"

"Wenn einem Menschen ein Loch in den Kopf geschossen wird und er immer noch lebt, dann muss die Situation als hoffnungsvoll angesehen werden." "Kannst du mir helfen?"

"Ich muss zugeben, dass ich den Abend mit ein paar guten Freunden verbracht habe. Ich bin erst um eins ins Bett gekommen und dürfte einen ziemlich beeindruckenden Promillewert haben ..."

"Ich werde die Entscheidungen treffen und den Eingriff durchführen. Aber ich brauche jemand, der mir assistiert und mir sagt, ob ich irgendeinen Blödsinn mache. Und ehrlich gesagt ist ein stockbesoffener Professor Ellis vermutlich noch um einige Klassen besser als ich, wenn es darum geht, Gehirnverletzungen einzuschätzen."

"Okay. Ich komme. Aber du schuldest mir einen Gefallen." "Vor dem Hotel wartet ein Taxi auf dich."

Professor Frank Ellis schob sich die Brille auf die Stirn und kratzte sich im Genick. Er blickte konzentriert auf den Computerbildschirm, der jeden Winkel von Lisbeth Salanders Gehirn zeigte. Ellis war 53 Jahre alt, hatte pechschwarzes Haar mit grauen Strähnen, dunkle Bartstoppeln und sah aus wie jemand, der eine Nebenrolle in Emergency Room spielt. Sein Körper verriet, dass er jede Woche ein paar Stunden im Fitnessstudio verbrachte.

Frank Ellis fühlte sich in Schweden sehr wohl. Als junger Forscher war er im Rahmen eines Austauschprogramms Ende der 70er-Jahre gekommen und zwei Jahre geblieben. Danach war er noch ein paarmal zurückgekehrt, bis man ihm eine Professur am Karolinska anbot. Mittlerweile genoss er auf seinem Fachgebiet internationales Ansehen.

Anders Jonasson kannte Frank Ellis schon seit vierzehn Jahren. In einem Seminar in Stockholm waren sie sich zum ersten Mal begegnet und hatten entdeckt, dass sie beide begeisterte Fliegenfischer waren, woraufhin Anders ihn zu einem Angelausflug nach Norwegen eingeladen hatte. Über all die Jahre waren sie immer in Kontakt geblieben und hatten noch mehr Angeltouren zusammen unternommen. Zusammen gearbeitet hatten sie jedoch noch nie.

"Gehirne sind ein Mysterium", sagte Professor Ellis. "Ich widme mich der Hirnforschung nun schon seit zwanzig Jahren. Sogar schon länger."

"Ich weiß. Tut mir leid, dass ich dich so hochgescheucht habe, aber ."

"Ach was." Ellis winkte ab. "Das kostet dich eine Flasche Cragganmore, wenn wir das nächste Mal zum Angeln fahren."

"Okay. Da komm ich ja günstig weg." "Vor vielen Jahren, als ich in Boston arbeitete, hatte ich eine Patientin - über den Fall habe ich dann im New England Journal of Medicine berichtet. Es war ein Mädchen im Alter deiner Patientin. Sie war gerade auf dem Weg in die Uni, da schoss jemand mit einer Armbrust auf sie. Der Pfeil trat links unterhalb der Augenbraue ein, ging direkt durch den Kopf und kam mitten im Nacken wieder heraus."

"Und das hat sie überlebt?", fragte Jonasson verblüfft. "Als sie in die Notaufnahme kam, sah es richtig übel aus. Wir haben den Pfeil abgeschnitten und ihren Kopf in den Computertomografen geschoben. Der Pfeil ging mitten durchs Gehirn. Jeder realistischen Einschätzung nach hätte sie tot sein oder zumindest ein so massives Trauma haben müssen, dass sie ins Koma gefallen wäre." "Wie war ihr Zustand?"

"Sie war die ganze Zeit bei Bewusstsein. Und nicht nur das. Natürlich hatte sie schreckliche Angst, aber sie war bei ganz klarem Verstand. Ihr einziges Problem war, dass in ihrem Schädel ein Pfeilschaft steckte." "Was hast du gemacht?"

"Tja, ich hab mir eine Zange besorgt, den Pfeil rausgezogen und die Wunde versorgt. So ungefähr." "Kam sie durch?"

"Selbstverständlich war ihr Zustand kritisch, wir haben eine ganze Weile gewartet, bis wir sie wieder aus dem Krankenhaus entlassen haben. Aber ehrlich gesagt - sie hätte genauso gut schon am selben Tag wieder nach Hause gehen können. Ich habe nie eine gesündere Patientin gehabt."

Anders Jonasson überlegte, ob Professor Ellis ihn gerade auf den Arm nehmen wollte.

"Andererseits", fuhr Ellis fort, "hatte ich vor ein paar Jahren mal einen 42-jährigen männlichen Patienten in Stockholm, der sich den Kopf am Fensterrahmen gestoßen hatte. Ihm wurde übel, und dann verschlechterte sich sein Zustand so schnell, dass man ihn mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme fuhr. Als er zu mir gebracht wurde, war er schon bewusstlos. Er hatte eine kleine Beule und eine minimale Blutung. Aber er wachte nicht wieder auf, und nach neun Tagen auf der Intensivstation starb er. Bis heute weiß ich nicht, warum er gestorben ist. Im Obduktionsprotokoll haben wir geschrieben: >Gehirnblutung infolge eines Unfalls<, aber mit dieser Diagnose war keiner von uns richtig zufrieden. Die Blutung an sich war so unbedeutend, dass sie überhaupt keine Auswirkung hätte haben dürfen. Trotzdem stellten Leber, Nieren, Herz und Lungen nach und nach ihre Tätigkeit ein. Je älter ich werde, desto mehr kommt mir das Ganze wie eine Art Roulette vor. Persönlich glaube ich ja, dass wir niemals so richtig ergründen werden, wie das Gehirn genau funktioniert. Wie willst du vorgehen?"

Er klopfte mit einem Stift auf das Röntgenbild. "Ich hatte gehofft, dass du mir das sagen würdest." "Erzähl erst mal, wie du die Sache einschätzt." "Tja, erst mal scheint das ja eine Kugel kleineren Kalibers zu sein. Sie ist in der Schläfe eingetreten und ungefähr vier Zentimeter tief ins Gehirn eingedrungen. Sie liegt am lateralen Ventrikel, und dort haben wir auch die Blutung." "Maßnahmen?""Um deine Terminologie zu verwenden - eine Zange besorgen und die Kugel auf demselben Weg rausholen, wie sie reingekommen ist."

Videoclip zu "Vergebung / Millennium-Trilogie Bd.3"

Kundenbewertungen zu "Vergebung / Millennium-Trilogie Bd.3" von "Stieg Larsson"

41 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.8 von 5 Sterne bei 41 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Gartenfloh aus Berlin am 20.03.2013 ***** ausgezeichnet
Wenn man den Roman liest, muß man seinen Tagesablauf fast neu überdenken.
Die Art, wie Stieg Larsson einen beim Lesen in atem hält ist toll. Schon die ersten beiden
Bände sind packend. Aber Teil 3übertrifft nochmals alles. Man muß wissen, wie es weiter
geht und da kann man schnell seine Pflichten vergessen. Toller Schlußroman,
Packend bis zur letzten Zeile.

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Bewertung von Ich aus Berlin am 01.02.2013 ***** sehr gut
„Vergebung“ ist der dritte Teil Trilogie von Stieg Larsson. Auch in diesem Teil geht es um den Journalisten Mikael Blomqvist und die private Ermittlerin Lisbeth Salander.
Die Handlung von "Vergebung" beginnt dort, wo der zweite Teil "Verdammnis" endete. Nach dem Lisbeth Salander schwerste Schussverletzungen am Kopf erlitten hat und diese überlebt, beginnt der Alptraum erst richtig. Denn Zalatschenko, den Salander und Blomqvist jagten, überlebt auch schwer verletzt. Er trachtet Lisbeth wieder nach dem Leben. Zalatschenko ist als Informant des Geheimdienstes inzwischen mit seinem Wissen zum Staatsrisiko geworden. Auch Lisbeth Salander soll nu n unbedingt aus dem Weg geräumt werden , da ihr Wissen einen ganzen Apparat von Spionage und Gegen-Spionage sprengen könnte.
Doch Mikael Blomqvist ist seinen Feinden stets voraus, mit seiner Intelligenz, wichtigen Beziehungen, Mut und Glück beginnt er einen schier aussichtslosen Kampf gegen ein staatliches Netz, dem jedes Mittel zum Machterhalt recht zu sein scheint.
Ich fand diesen dritten Teil sehr spannend erzählt. Eine absolute Empfehlung. Auch in hier sind die Charaktere von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist toll beschrieben.

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Bewertung von Freddy aus Trier am 21.09.2012 ***** ausgezeichnet
Abschluss einer klasse Triologie. Es bleiben keine Fragen offen.

Super :-)

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 07.01.2012 ***** ausgezeichnet
Beschreibung:
Lisbeth Salander wird mit einer Kugel im Kopf ins Göteborger Sahlgrenska- Krankenhaus eingeliefert.Sie überlebt, aber sie wird diverser Verbrechen beschuldigt, und man will ihr vor Gericht den Prozess machen. Mikael Blomkvist spürt, dass sich Kräfte formieren, denen seine ehemalige Partnerin alleine gefesselt ans Krankenbett nichts entgegensetzen kann. Also hilft er ihr, ihre Stärken als Computergenie zu reaktivieren: Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und gegen eine Verschwörung, die Liesbeth Salander für den Rest ihres Lebens in die Psychiatrie verbannen will und dabei den schwedischen Staat in seine Grundfesten erschüttert....

Total klasse.
Nach "Verblendung" und "Verdammnis" musste ich unbedingt den letzten Teil lesen.
Ich wurde nicht enttäuscht. Genauso spannend,wenn nicht noch spannender.
Es werden die letzten Rätsel gelöst.
Die "Identität" Lisbeth Wallanders wird geklärt und einiges mehr.
Fesselnd bis zum Schluss.
Ich finde es nur sehr schade, dass der Autor vor seinem Tod nur diese drei Bücher geschrieben hat, die ich allerdings alle drei nur absolut weiter empfehlen kann.

Reihenfolge der Buchreihe um Michael Blomkvist:

1 Verblendung
2 Verdammnis
3 Vergebung

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Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
  • am 18.01.2012
    Schade, dass Sie hier nur das Buch kommentieren - mich hätte doch interessiert, ob die Hörspiel-Umsetzung gelungen ist ...

    (Inhalt anstößig?)

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Bewertung von Bücherwurm aus Thüringen am 21.12.2011 ***** ausgezeichnet
Wer die beiden ersten Teile gelesen hat muß auch diesen Teil lesen.
Die Handlung von Teil zwei geht fließend in Band drei über. Also ein muß.
Spannend und abwechslungsreich geschrieben.
Ich empfehle die Bücher der Reihenach zu lesen .

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Bewertung von Kundin am 24.11.2011 ***** ausgezeichnet
Das Buch ist sehr spannend. Ich habe die ersten beiden Bände genauso interessiert gelesen wie jetzt den dritten Band. Ich kann die ganze Triologie nur empfehlen.

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Bewertung von Hörgucker aus NRW am 08.11.2011 ***** ausgezeichnet
Endlich! Der letzte Teil der Millennium-Trilogie. Spannung bis zum Schluss und Bestbesetzung mit grandiosen Stimmen bis in die letzte Nebenrolle. Eine moderne Produktion mit akustischen Überblendungen und Untermalungen wie man Sie sonst nur von großen Kinothrillern kennt. Volle Punktzahl.

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 15.10.2011 ***** ausgezeichnet
die ganze serie von stieg larsson ist sehr,sehr spannend und man garnicht davon lassen.und man kann garnicht abwarten.wie es wohl weiter geht.es ist jedenfalls sehr spannend und nur zu empfehlen.

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Bewertung von fabs aus Düsseldorf am 25.07.2011 ***** ausgezeichnet
Der dritte Teil der spannenden Triologie um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist.
Schließt sich perfekt an die beiden Vorgänger an und der Leser bedauert, dass ein vierter Teil nicht in Aussicht ist.

Wer schon die Vorgänger gelesen hat, sollte auf das brilliante Finale nicht verzichten!!!

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Bewertung von StellanW aus Bad Schönborn am 13.07.2011 ***** ausgezeichnet
Mikael Blomkvist lernt Lisbeth Salander kennen, die unter Mordverdacht steht um Ihr zu helfen den Fall gegen Zalatschenko auszuklären. Ermittler und Computerfreak sind ein gutes aber total unterschiedliche Persönlichkeiten, die beide auf verschiedene Weise ermitteln
Die Trilogie Vergebung, Verdammnis und Verblendung sind drei Bücher, die man nie wieder aus der Hand gibt. Es sind Bücher die ein wirklich fesseln,bis zur letzten Seite und man ist froh, dass das nächste Buch schon erschienen ist. Super

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