Die Kunst, sich selbst zu erkennen - Schopenhauer, Arthur

Arthur Schopenhauer 

Die Kunst, sich selbst zu erkennen

Hrsg. v. Franco Volpi
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Die Kunst, sich selbst zu erkennen

Engen Freunden war nicht verborgen geblieben, daß Schopenhauer ein persönliches 'Journal intime' führte, das er sorgfältig unter Verschluß hielt. Nach seinem Tod hat man vergeblich danach gesucht. Der Testa-mentsvollstrecker Wilhelm von Gwinner ließ durchblicken, er habe das Journal auf Wunsch des Verstorbenen vernichtet. In Wahrheit wurden die Texte im Blick auf eine künftige Biographie des verblichenen Philosophen umfänglich durchforstet. Aufgrund dieser Notizen und der wörtlichen Abschriften ganzer Seiten war es möglich, Schopenhauers Originaltext zu rekonstruieren. Die autobiographischen Notizen, Erinnerungen, Gedankensplitter, Lebensmaximen, Zitate und Sinnsprüche bilden geradezu ein Nachschlagewerk zu Schopenhauers ganz persönlicher Lebensweisheit: der Kunst, sich selbst zu erkennen, das Zusammenleben mit anderen Menschen zu meistern und sich in der Welt zurechtzufinden.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 119 S.
  • Seitenzahl: 128
  • Beck'sche Reihe Bd.1719
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 124mm x 9mm
  • Gewicht: 123g
  • ISBN-13: 9783406541612
  • ISBN-10: 3406541615
  • Best.Nr.: 20832409
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.02.2007

Diese guten Menschen
Eine Rekonstruktion von Schopenhauers „Eis heauton”
In der dritten Abhandlung seiner „Genealogie der Moral” (1887) wendet Nietzsche sich den Gutmenschen des 19. Jahrhunderts zu. „Ihnen geziemt allein die unehrliche Lüge; alles, was sich heute als ,guter Mensch‘ fühlt, ist vollkommen unfähig, zu irgendeiner Sache anders zu stehn als unehrlich-verlogen, abgründlich-verlogen, aber unschuldig-verlogen, treuherzig-verlogen, blauäugig-verlogen, tugendhaft-verlogen. Diese ,guten Menschen‘ – sie sind allesamt jetzt in Grund und Boden vermoralisiert und in Hinsicht auf Ehrlichkeit zuschanden gemacht und verhunzt für alle Ewigkeit: wer von ihnen hielte noch eine Wahrheit ,über den Menschen‘ aus!.. Oder, greiflicher gefragt: wer von ihnen ertrüge eine wahre Biographie!”.
Klug und stolz
Nachdem er Thomas Moores Entschluss, Byrons private Papiere zu verbrennen, als Beispiel für das Zurückschrecken des moralischen Menschen vor der Wahrheit angeführt hat, fährt Nietzsche fort: „Dasselbe soll Dr. Gwinner gethan haben, der Testaments-Vollstrecker Schopenhauer’s: denn auch Schopenhauer hatte Einiges über sich und …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Andreas Dorschel begrüßt diese Sammlung von nachgelassenen Reflexionen und Maximen Arthur Schopenhauers, die Franco Volpi aus Aufzeichnungen des Philosophen rekonstruiert und herausgegeben hat. Erfreulich scheint ihm an dieser dritten Rekonstruktion von Schopenhauers "Geheimheft", dass sie diesmal nicht in einer größeren Ausgabe versteckt ist, sondern als ein Bändchen für sich steht. Zwar bietet diese Edition im Vergleich zu den vorangegangenen nach Einschätzung Dorschels keine "aufsehenerregenden Entdeckungen". Aber sie glänzt seines Erachtens durch eine "sinnvolle Anordnung des Materials" und durch eine solide Darstellung der Geschichte des Manuskripts und seiner Rolle für Schopenhauers philosophisches Lebensprojekt. Inhaltlich und stilistisch erreicht der Band für ihn die Qualität der von Schopenhauer zu Lebzeiten selbst veröffentlichten Werke. Und so würdigt er die Sammlung als "bildkräftig", "klug" und "stolz".

© Perlentaucher Medien GmbH
Arthur Schopenhauer, 1788 in Danzig geboren, beschloß mit 17, Philosophie zu studieren, und veröffentlichte bereits in seinem 30. Lebensjahr, von der Öffentlichkeit völlig ignoriert, sein Hauptwerk "Die Welt als Wille und Vorstellung".Erst gegen Ende seines Lebens erntete er Ruhm mit dem Werk "Parerga und Paralipomena". Es bildete sich ein kleiner Kreis von Verehrern um den flötespielenden "ungeselligen Gesellen", der seine Pudel "Du Mensch" schimpfte, wenn sie unartig gewesen waren. Schopenhauer starb 1860 in Frankfurt am Main.

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