Zeitlupe - Coetzee, J. M.

Zeitlupe

Roman

J. M. Coetzee 

Aus d. Engl. v. Reinhild Böhnke
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Zeitlupe

Meisterhaft und überraschend erzählt der Nobelpreisträger J. M.Coetzee in seinem ersten Roman seit dem Welterfolg "Schande" von der Liebe im Zeichen der Reife: Paul Rayments Leben ist aus den Fugen geraten, als sich Elizabeth Costello unverhofft bei ihm einnistet. Seinen Reflexionen stellt sie Lebenspraxis entgegen, seiner Radikalität liebevollen Spott. Doch um Rettung ist es ihm nicht zu tun ...


Produktinformation

  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 301 S.
  • Seitenzahl: 304
  • Fischer Taschenbücher Bd.17065
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 20mm
  • Gewicht: 226g
  • ISBN-13: 9783596170654
  • ISBN-10: 3596170656
  • Best.Nr.: 20851884
"Einer der besten Schriftsteller der Welt." (Sunday Times)

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Unbeeindruckt von den Mäkeleien der Kritikerkollegen aus anderen Redaktionen stellt Lothar Müller den neuen Roman von J.M. Coetzee als ebenso zeitgemäßes wie zeitloses Monument der Kunstform Roman vor. Voller Bewunderung schildert er, wie Coetzee ganz auf die Illusionskraft des Imperfekt - Es was einmal ... - verzichtet und den Erzähler zur merkmalslosen, stummen Gestalt mit ausgestrecktem Zeigefinger gefrieren lässt. "Hier", schreibt er, "wird den Figuren die Schädeldecke von außen aufgeklappt, hier fährt das Präsens in ihre Herzen hinein wie die Sonde eines Chirurgen". Protagonist ist einer, dem ein Unglück zustößt: Paul Rayment verliert bei einem Unfall ein Bein, ihn ereilt, so Müller, ein Schicksal, das sich "als Zufall maskiert", hinter dem aber dieselbe "Grausamkeit der alten Götter" wirkt, die in der antiken Mythologie die Figuren bewegt. Coetzee lässt die Willkür geschehen und inszeniert einen virtuosen "Streit zwischen den Dämonen des Alters und des Verfalls und denen der Liebe und Vitalität". Sie streiten um ihr Opfer, das zudem von einer ganz besonders störrischen Figur behelligt wird: Elizabeth Costello, Protagonistin von Coetzees Roman-Essay, "Abenteurerin des Geistes", tritt auf. "Wie sich Paul Rayment gegen diese Plage zur Wehr setzt", konstatiert der Rezensent und offenbart eine gänzlich ungeahnte Qualität des Romans, "ist ein erzählerisches Kabinettstück von spröder, aber beträchtlicher Komik."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.01.2006

Der Besuch der alten Dame
Zweifeln aus Prinzip: J. M. Coetzees Roman "Zeitlupe"

Im 13. Kapitel - so viel Zahlenmagie muß sein - schrillt plötzlich die Haustürklingel, und über die Gegensprechanlage kündigt sich eine ungebetene Besucherin an. Ihr Kommen verstört nicht nur den Hausherrn zutiefst, dem es fortan nicht mehr gelingt, sich von der Heimsuchung zu lösen. Auch als Leser wünschen wir uns bald, daß die seltsame Dame lieber nicht erschienen wäre. Denn mit der Ankunft dieser Besserwisserin nimmt die Geschichte, die wir bis dahin gelesen haben, eine bizarre Wendung.

Was als durchaus zu Herzen gehende Erzählung von Schmerz und Leidenschaft begann und just den Punkt einer ersten Liebeserklärung erreicht hatte, gerät hier unversehens ins Stocken und schraubt sich knirschend auf ein anderes Niveau, als wechsele der Roman die Gangart. Zugleich scheint es, als ob sich die Bodenluken öffneten und den Blick auf die Erzählmaschinerie freigäben, die jeder Geschichte sonst so effizient wie unauffällig Antrieb gibt. Schon immer hat J. M. Coetzee als Erzähler eiserne Zurückhaltung geübt. In "Zeitlupe", dem ersten Roman seit seinem …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.09.2005

Die Schreibmaschine der Götter
Abschied vom Imperfekt und Reise ins Land des Alters: John M. Coetzees neuer Roman „Zeitlupe”
Ein Mann, der eben noch ein Fahrradfahrer war, fliegt durch die Luft. Nach wenigen Zeilen schlägt er auf dem Asphalt auf, nach wenigen Seiten hat ihn sein Autor, wo er ihn haben will: im Unglück. Das rechte Bein ist amputiert, oberhalb des Knies, denn der Mann ist zu alt, als dass sich die Rekonstruktion des Knies noch gelohnt hätte. Das Bein ist verloren, aber es ist nicht fort. Aus der Abwesenheit macht es eine Stärke, es ist eine Hauptfigur des Romans, nicht anders als Paul Rayment, der eine Prothese ablehnt, der hartnäckig seiner verlorenen Unversehrtheit die Treue hält. „Slow Man” heißt der Roman im Original, und darin steckt nicht nur die Verlangsamung und Mühsal der Bewegung, die der deutsche Titel „Zeitlupe” betont. Denn Paul Rayment ist zugleich eine Figur beschleunigter Zeit: der Unfall katapultiert ihn vom Beginn ans Ende des Alters, stößt ihn als Pflegefall in die Welt der Gebrechlichkeit.
John M. Coetzee, geboren 1940 in Kapstadt, Nobelpreisträger des Jahres 2003, gehört innerhalb der internationalen …

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J. M. Coetzee, geb. 1940 in Kapstadt, lehrte von 1972 bis 2002 als Literaturprofessor in seiner Heimatstadt und gehört zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Er wurde für seine Romane und sein umfangreiches essayistisches Werk mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. zweimal mit dem Booker Prize. 22003 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Coetzee lebt seit 2002 in Adelaide, Australien.

Leseprobe zu "Zeitlupe" von J. M. Coetzee

1.Der Stoß erwischt ihn rechts, heftig und unerwartet und schmerzhaft wie ein elektrischer Schlag, und schleudert ihn vom Fahrrad. Entspanne dich!, ermahnt er sich, während er durch die Luft fliegt (mit größter Leichtigkeit durch die Luft fliegt!), und tatsächlich spürt er, wie seine Gliedmaßen gehorsam erschlaffen. Wie eine Katze, sagt er sich: rolle ab und spring dann auf die Füße, bereit für das, was kommt. Das ungewöhnliche Wort geschmeidig taucht auch auf.Ganz so kommt es aber nicht. Ob nun deshalb, weil seine Beine ihm nicht gehorchen oder weil er für einen Moment betäubt ist (er hört den Aufschlag seines Schädels auf dem Asphalt mehr als dass er ihn fühlt - fern, dumpf, wie ein Schlag mit dem Holzhammer), er springt überhaupt nicht auf die Füße, sondern gleitet im Gegenteil Meter um Meter, immer weiter, bis ihn das Gleiten einlullt.Er liegt der Länge nach da, friedlich. Es ist ein wunderschöner Morgen. Er spürt die freundliche Sonne. Es gibt Schlimmeres als das Erschlaffen

Kundenbewertungen zu "Zeitlupe" von "J. M. Coetzee"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.7 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen   sehr gut)
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Bewertung von buchwürmchen aus reutlingen am 10.11.2011   sehr gut
Schon der Titel "Zeitlupe" diktiert dem Leser bereits das Tempo, in dem das Buch gelesen sein will. Obwohl knapp 300 Seiten, nicht wirklich dick, konnte ich es nicht in einem Zug lesen, allzu oft musste ich nachdenken und grübeln.
Zum Inhalt: erzählt wird die Geschichte eines 60 jährigen Fotografen, Paul Rayments, der gleich zu Beginn des Buches ein Bein nach einem Fahrradunfall verliert. Wir erfahren, dass Paul weder Familie, noch richtige Freunde hat. Er ist zwar sehr klug und jammert so gut wie nie, doch ab diesem Zeitpunkt seines Lebens, auf Hilfe angewiesen, beginnt er physisch und psychisch ab zu bauen.
Zunächst testet er ein paar Pflegerinnen, die ihm aber nicht wirklich zusagen, dann letztlich tritt die kroatische Tagesschwester Marijana Jokic in sein Leben ein. Sie ist so ganz anders: pragmatisch, stämmig, matronenhaft jedoch nicht unattraktiv. Für Paul wird sie Objekt der Begierde. Er verliebt sich in sie, in diese Frau, die glücklich verheiratet ist, drei Kinder hat und auch sonst an ihm kein sexuelles Interesse hat. Sie versteht die Krankenpflege als ihre persönliche Berufung und sonst teilt sie mit Paul nichts. Ab hier beginnen die Komplikationen.
Es ist ein beeindruckendes, wunderbares Buch, mit phantastischen Charakteren, eine zarte Konstruktion, intelligent und toll geschrieben. Es gehört zu meinen Top 100.

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Bewertung von Bücherwürmchen am 15.04.2011   ausgezeichnet
Guten Tag,

ich habe gerade mit Begeisterung Coetzees "Slow Man" ausgelesen. In "Zeitlupe" behandelt Coetzee auf intelligente, zum Teil amüsante aber auch tiefschürfende Art und Weise ganz grundsätzliche Fragen der Liebe, der menschlichen Beziehungen, menschlicher Schwächen und Abgründe. Die Hauptperson, Paul Rayment, ist so angelegt, dass man sich durchaus auch als weiblicher Leser in sie hineinfühlen kann und Elizabeth Costello hebt die schwarzgraue Schwere der Thematik auf eine poetische, fast märchenhafte Ebene, nicht ohne philosophischen Tiefgang! Ich kann die Lektüre nur empfehlen.
MfG,
Bücherwürmchen

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Bewertung von Polar aus Aachen am 21.09.2008   weniger gut
Coetzees Roman enttäuscht, obwohl der Autor all sein schriftstellerisches Können einsetzt, uns die Geschichte von Paul Rayments Versuch zu erzählen, nach einer Beinamputation zurück ins Leben zu finden. Rayment verweigert sich dem Schicksal, indem er sich nicht abfinden mag. Der Anfang ist glänzend erzählt, auch die wachsende Zuneigung zu seiner Pflegerin Marijana weckt das Interesse des Leser, spätesten mit dem Einzug von Elisabeth Costello jedoch, dem unbeholfenen Versuch seine Marijana eingestandene Liebe in eine Unterstützung für den Sohn umzudeuten, tritt der Roman auf der Stelle. Costellos Ränke und Einwendungen zugunsten der verschreckten Marijana drehen sich unglaubwürdig im Kreis, so dass man hofft, dass die Geschichte endlich zum Punkt kommt. Es ist also weniger Coetzees sprachliche Meisterschaft als die Handlung, die ermüdet. Furios gestartet mit der Beschreibung eines Verlustes und dem anschließend blinden Umhertasten ebbt die Geschichte in einem unglaubwürdigen Zufall aus. Wer Coetzees feines Gespür für einen Plot kennt, wird lieber ein anderen Roman von ihm empfehlen.

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