Seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts hat die
Halbleitertechnologie ohne Zweifel den Röhrenverstärker weitgehend
verdrängt. Moderne, wirkungsgradstarke Hochleistungs-PAs im
Bühnenbereich z. B. wären mit Röhren gar nicht mehr realisierbar.
Auch beim Gitarrenverstärker haben transistorisierte Geräte
zunehmend an Bedeutung gewonnen. Und dennoch gilt nach wie vor der
Röhrenamp als Referenz in diesem Sektor und weiterhin als
unverzichtbar. Bekannte Namen wie Fender, VOX, Marshall und
zahlreiche andere produzieren zwar in der Zwischenzeit auch (gute)
Halbleiterverstärker, nach wie vor aber stehen diese Firmen
unbestritten für die Röhrensoundkultur. Ein Blick auf die Bühnen
großer Rock-, Jazz- und Blues-Festivals beweist das ebenso wie ein
Besuch in kleinen oder mittleren Clubs und in die Übungskeller
zahlloser Amateurbands. Die für die Gitarrenwiedergabe störenden
Eigenschaften des Transistors muss man diesem durch aufwendige
Schaltungstricks erst abgewöhnen - der Röhrenverstärker produziert
von sich aus den Klang, den die meisten Musiker wünschen.
Dahinter stecken aber keine Geheimnisse. Obwohl subjektive
Qualitätskriterien für "guten Sound" rational kaum
fassbar sind, sind die technischen Zusammenhänge eindeutig. Dieses
Buch deckt diese Zusammenhänge in Theorie und Praxis auf. Es
richtet sich an den technisch ambitionierten Musiker ebenso wie an
denjenigen, der sich mit dieser außerordentlich interessanten
Verstärkertechnik näher befassen möchte. Neben unverzichtbaren
Funktionsbeschreibungen findet der Leser Anleitungen zur
Fehlersuche und Instandsetzungstechnik.