Artikelseite zu "Schnee" Drucken
Schnee
Ausgezeichnet mit dem Prix Medicis für ausländische Literatur 2006
Aus d. Türk. v. Christoph K. Neumann
- Einband: Gebunden
- Taschenbuch
- Gebundenes Buch, EUR 25,90
- Audio CD, EUR 19,95
- Broschiertes Buch, EUR 9,95
- Hörbuch-Download MP3 (MP3), EUR 13,99
Produktinformation
- Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
- 2009
- Limit. Sonderausg.
- Ausstattung/Bilder: Limit. Sonderausg. 2009. 810 S.
- Seitenzahl: 816
- Fischer Taschenbücher Bd.51077
- Deutsch
- Abmessung: 146mm x 95mm x 27mm
- Gewicht: 293g
- ISBN-13: 9783596510771
- ISBN-10: 3596510775
- Best.Nr.: 25576217
Leseprobe
Produktbeschreibung zu "Schnee"
Beschreibung
»Pamuk besticht durch seine Dialoge, die komplexe Konstruktion und die subtile Zeichnung seiner Figuren...« Frankfurter Allgemeine Zeitung
Leseprobe zu "Schnee" von Orhan Pamuk
Aus dem Türkischen von Christoph Neumann
Ka hatte sich auf sein Bett ausgestreckt und vor sich hin geträumt,
da klopfte es. Er stand, wie er im Mantel dagelegen hatte, auf und
öffnete. Cavit, der Rezeptionist, der den ganzen Tag neben dem Ofen
mit Fernsehen zubrachte, stand an der Tür und sagte: `Das habe ich
vorhin vergessen; Serdar Bey erwartet Sie dringend.´ Gemeinsam
stiegen sie in die Hotelhalle hinunter. In dem Augenblick, als Ka
das Hotel verlassen wollte, blieb er stehen: Ipek war eben durch
die Tür neben der Rezeption eingetreten; und sie war viel schöner,
als Ka sie in Erinnerung hatte. Ihm fiel plötzlich wieder ein, wie
schön sie in ihren Studentenjahren gewesen war. Er wurde ganz
aufgeregt. Ja, natürlich, so schön war sie gewesen. Wie zwei
verwestlichte Bourgeois aus Istanbul gaben sie sich erst die Hand,
dann, nach kurzer Unentschlossenheit, reckten sie den Kopf vor,
umarmten und küßten sich auf die Wangen, ohne daß die unteren Teile
ihrer Leiber sich berührten.Ipek wich etwas zurück und sagte mit
überraschender Offenheit: `Ich wußte, daß du kommen würdest. Taner
hat angerufen und es mir gesagt.´ Sie schaute Ka direkt in die
Augen. `Ich bin …
Detailinfo
09.10.2004
Warnung vor der Türkei
Orhan Pamuks neuer Roman: Panik in Anatolien
Als 1998 bei dem Internationalen Kongreß in Istanbul zu Ehren des
Philosophen Ibn Ruschd (Averroes, gestorben 1198) eine Gruppe von
Studentinnen trotz des Kopftuch-Verbotes innerhalb der Universität
den Hörsaal mit Kopftüchern betrat, war man etwas peinlich berührt.
Denn es war doch gerade Averroes, ein Aufklärer unter den
islamischen Philosophen, der für die Gleichberechtigung der Frau
und für den Primat der Vernunft eingetreten war. Als diese
Studentinnen, während man die türkische Nationalhymne sang, dann
auch noch demonstrativ schwiegen und sich nicht von ihren Stühlen
erhoben, wurde im Saal gemurrt, denn jetzt war deutlich geworden,
daß sie nicht nur fromme Musliminnen waren, sondern auch einen
politischen Islam demonstrierten, der die Republik ablehnte.
Von Mädchen in Kopftüchern und dem sogenannten "politischen
Islam" handelt auch das jüngste Buch des in Istanbul lebenden
türkischen Schriftstellers Orhan Pamuk. Der Titel der vor zwei
Jahren in Istanbul erschienenen Ausgabe lautet "Kar", was
im Türkischen "Schnee" bedeutet, und es schneit in diesem
Buch …
04.02.2005
Im kalten Licht des Halbmonds
Von Putschisten, Attentätern und einem deutschen Mantel: Heute erscheint Orhan Pamuks Roman „Schnee”, eine Reise in den türkischen Osten
Zu den Kindheitserinnerungen des 1950 in Istanbul geborenen türkischen Dichters Kerim Alakusoglu, der seinen Namen nicht mag und es vorzieht, nach seinem ersten Buchstaben schlicht „Ka” genannt zu werden, gehören die Filme aus Hollywood. Darin ist manchmal am Ende des Vorspanns eine sich langsam drehende Erdkugel zu sehen, der sich die Kamera nähert, bis sie schließlich auf einem Land ruht. In dem Film, den Ka seit seiner Kindheit in seiner Phantasie dreht, ist dieses Land die Türkei: Das Marmara-Meer, das Schwarze Meer und der Bosporus werden sichtbar, dann das bürgerliche Stadtviertel Istanbuls, in dem er aufgewachsen ist, mit den Wäscheleinen und Werbeplakaten für Tamek-Konserven, ehe die Kamera durch das Fenster in das Zimmer voller Bücher und Teppiche eindringt und den jungen Dichter erfasst, der am Schreibtisch sitzt. Längst hat Ka das Haus in Istanbul verlassen, nach dem Militärputsch von 1980 ist er ins Exil gegangen, nach Deutschland, wo er in einer kleinen Wohnung nahe …
Kundenbewertungen zu "Schnee" von "Orhan Pamuk"
Bewertung von unbekanntem Benutzer am 10.09.2007
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17.03.2005
Wie alle großen Romane funktioniert auch Orhan Pamuks
"Schnee" nicht als "Ideenroman", obwohl er sich
mit dem "widersprüchlichen Erbe des Kemalismus" in der
Türkei auseinandersetzt, schreibt Tobias Rapp durchaus angetan.
Damit ist die tiefgreifende Wirkung der säkulären und
westorientierten Reform gemeint, der Staatsgründer Atatürk sein
Land in den Zwanziger Jahren unterzog. In "Schnee" kehre
der Dichter Ka aus dem Frankfurter Exil in die Türkei zurück und
erhalte den Auftrag, in der anatolischen Stadt Kars eine Serie von
Selbstmorden junger Frauen zu recherchieren, von denen einige der
Gruppe der militanten "Kopftuch-Mädchen" angehören. Ka,
berichtet der Rezensent, taucht ein in die anatolische Welt, die
fest in islamistischer Hand ist, und wird, als die Stadt zuschneit
und daraufhin von der Umwelt abgeschnitten ist, Zeuge eines
kemalistischen Putschversuchs. Pamuk sei es gelungen, lobt Rapp, in
der Verunsicherung des Dichters inmitten einer "surrealen
Landschaft" von vielfach verflochtenen Ost-West-Konflikten das
"nationale Drama der Türkei" darzustellen.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
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Rezensionen und Kritik
"Selten wurde das Schicksal eines ganzen Landes so fein mit dem Schicksal einer Liebe verbunden. Ein Hörspiel, das einen sofort in seinen Bann zieht."
Rezensionen und Kritik
"Selten wurde das Schicksal eines ganzen Landes so fein mit dem Schicksal einer Liebe verbunden. Ein Hörspiel, das einen sofort in seinen Bann zieht."
Autorenporträt zu "Orhan Pamuk"
Orhan Pamuk, geb. 1952 in Istanbul, studierte Architektur und Journalismus und lebte mehrere Jahre in New York. Für seine Romane erhielt er 1990 den Independent Foreign Fiction Award, 1991 den Prix de la découverte européenne, 2003 der International IMPAC Dublin Literary Award, 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und in demselben Jahr den Ricarda-Huch-Preis, 2006 den Nobelpreis für Literatur und 2007 die Ehrendoktorwürde der FU Berlin als 'Ausnahmeerscheinung der Weltliteratur'.
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