Der ewige Gärtner
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Der ewige Gärtner

Regie: Meirelles, Fernando; Darsteller: Fiennes, Ralph; Plackner, Eva; Keogh, John; Panjabi, Archie; Sumpter, Donald; Nighy, Bill; Onyulo, Sidede; Harford, Daniele; Weisz, Rachel; Huston, Danny; Postlethwaite, Pete; McSorley, Gerard; Sarnau, Anneke Kim; Koundé, Hubert; McCabe, Richard; Buchvorl.: Le Carré, John; Musik: Iglesias, Alberto; Buch: Caine, Jeffrey;
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Der ewige Gärtner

Justin Quayle, wenig ambitionierter Diplomat in Nairobi, ist an seinen Pflanzen mehr interessiert als am Rest des Lebens. Bis seine geliebte, unkonventionelle und politisch engagierte Frau tot aufgefunden wird. Fanatisch beginnt er, die Hintergründe des Unglücks zu erforschen und kommt dabei einer groß angelegten Verschwörung auf die Spur, in die nicht nur ein langjähriger Freund und Kollege, sondern auch ein mächtiger Pharmakonzern sowie hochrangige britische Politiker verwickelt sind. Als probates Gegenstück zu den formelhaften 007-Abenteuern besticht Fernando Meirelles' ("City of God") subversiver Politthriller, zu dem John Le Carré die Vorlage geliefert hat. Um die existenzielle Erfahrung der Desillusionierung geht es, um moralische Probleme des Patriotismus und den Zweck, der die Mittel heiligt. Furios die entfesselte Kamera von César Charlone, ruhelos der Schnitt von Claire Simpson. Und mittendrin glänzen, als Blickfang und Brennpunkt, Ralph Fiennes und Rachel Weisz. Spannendes Klassenkampfkino mit Köpfchen!
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Justin Quayle, Diplomat im britischen Hochkommissariat in Nairobi, ist ein besonnener Mann, der Konflikten eher aus dem Weg geht und sich mit Hingabe seinem Hobbygarten widmet. Sein beschauliches Leben endet mit dem Tag, an dem seine Frau Tess bestialisch ermordet wird. Auf der Suche nach ihrem Mörder findet Justin heraus, dass Tess den illegalen Machenschaften eines britischen Pharmakonzerns auf der Spur war, in die selbst Vertreter aus höchsten Regierungskreisen verwickelt zu sein scheinen. Je intensiver Quayle die Nachforschungen seiner Frau fortführt, desto mehr bröckelt auch seine diplomatisch-beherrschte Fassade. Er entdeckt nicht nur posthum die grenzenlose Liebe zu seiner Frau, sondern übernimmt auch Stück für Stück ihr leidenschaftliches, bedingungsloses Engagement...

Bonusmaterial

Hörfilmfassung für Blinde


Produktinformation

  • Hersteller: Studiocanal
  • EAN: 4006680036052
  • Best.Nr.: 20868261
  • Artikeltyp: Film
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 25.08.2006
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 85/16:9
  • Tonformat: Dolby Surround
  • Gesamtlaufzeit: 123 Min.
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.01.2006

Vor Risiken und Nebenwirkungen wird nicht gewarnt
Wahre Liebe kommt immer pünktlich: Fernando Meirelles verfilmt John Le Carrés Roman "Der ewige Gärtner"

Dies ist die Geschichte eines Mannes, der sich in die Frau verliebt, mit der er verheiratet war. Die ganze Tragik liegt darin, daß sie bereits tot ist, als das geschieht, ermordet an der Seite eines Mannes, den alle für ihren Liebhaber gehalten haben, außer ihrem Gatten, der diesen Verdacht nie an sich herangelassen hat. Ein Mann verliebt sich in eine Tote - das klingt wie die Geschichte von Hitchcocks "Vertigo" und wird von César Charlones Kamera auch in ähnlich irrealen Farben ausgemalt, aber der Unterschied ist, daß der Held nicht einem Hirngespinst nachhängt, sondern in seiner späten, zu späten Liebe von seiner Frau mehr begreift als zu Lebzeiten. Aber das ist in Gespenstergeschichten immer so, daß der flüchtige Nachglanz mehr Wahrheit birgt, als die Wirklichkeit preiszugeben bereit ist.

Andererseits ist "Der ewige Gärtner" natürlich die Verfilmung des gleichnamigen Romans von John Le Carré, in dem der Brite die Machenschaften der Pharmaindustrie in Afrika mit einer für ihn …

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Die Bilder glaubt man zu kennen, die Gefühle auch und doch liegen Welten dazwischen. Ein Flugplatz in Afrika. Ein Paar nimmt im Halbdunkel Abschied. Je weiter sie sich von ihm entfernt, desto stärker dringt Licht auf die Leinwand, bis sie schließlich weiß erstrahlt.

Wir sind in Nairobi, nicht in Casablanca, und am Beginn eines Films, der uns sofort erobert und nicht mehr loslässt. 6.000 Kilometer, die Entfernung zwischen dem Wohlstand Deutschlands und der Armut Kenias, überwindet "Der ewige Gärtner" schon in den ersten Minuten. Schneller lässt sich Distanz nicht auflösen.

Kein Zurück

Der Abschied am Anfang ist einer für immer, denn Tessa Quayle (Rachel Weisz) kehrt von ihrem Flug nicht zurück. Man findet die engagierte Aktivistin am Ufer eines Sees, ermordet wie ihr Fahrer. In Tessas kenianischem Vertrauten, der spurlos verschwunden ist, macht die Polizei schnell den Hauptverdächtigen aus. Doch die Wahrheit ist viel komplexer und verbirgt sich in einem Netz von Manipulationen und Lügen, in das internationale Konzerne, Kenias Machthaber und die britische Regierung verstrickt sind.

Der schockierende Tod seiner Frau lockt den regeltreuen Diplomaten Justin Quayle (Ralph Fiennes) aus der Defensive. Die Erinnerung führt ihn zurück zur ersten Begegnung, zur Schwangerschaft Tessas, zu ihrem unermüdlichen Einsatz für die Ärmsten der Armen, zu ihren furchtlosen Attacken gegen mächtige Männer, mit denen sie sich viele Feinde macht.

Geheime Enthüllungen

Erst in Gedanken, dann in Aktionen begibt sich Justin auf Spurensuche. Er findet Mails, die eine Affäre Tessas andeuten, den Brief seines Freundes, der nicht nur verborgene Gefühle, sondern auch die Gefährlichkeit eines britischen Politikers enthüllt. Es geht um skrupellos durchgesetzte wirtschaftliche Interessen, um Pharmakonzerne, die die Dritte Welt als Versuchslabor missbrauchen, um Mörder, die sich als Wohltäter tarnen.

Die Spurensuche des Hobby-Gärtners, der von einer Welt ohne Unkraut träumt, ist eine lebensbedrohliche politische und eine berührende private, denn auf dem Weg zur Wahrheit entdeckt Justin auch seine verstorbene Frau neu. Die Vorlage für dieses aufwühlende Drama stammt von John Le Carré, dem Spezialisten für intelligente Spannungsstoffe ("Das Rußlandhaus"), die Inszenierung von "City of God"-Regisseur Fernando Meirelles.

Bewegende Bilder

Zwischen der Kälte Europas und der Wärme Afrikas pendelnd, findet der Film Bilder, die man im Kino so kaum gesehen hat. Bilder von entsetzlichen Slums, vom anonymen Sterben, von Gewalt und Überfällen, die auch Afrikaner in die Verantwortung nehmen, aber auch von Lebensfreude. Bewegte Bilder, die etwas bewegen können, weil man sie am Ende fest gespeichert mit nach Hause trägt.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
John le Carré, geboren 1931 in Poole, Dorset, studierte in Bern und Oxford Germanistik, bevor er in diplomatischen Diensten u. a. in Bonn und Hamburg tätig war. Er lebt mit seiner Frau in Cornwall und London. 2011 wurde John le Carré mit der "Goethe-Medaille" für sein "eindrucksvolles humanistisches Plädoyer" in seinem Lebenswerk ausgezeichnet.

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Kundenbewertungen zu "Der ewige Gärtner"

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Bewertung von Don Alegre -pfiats eich - aus Bayern am 03.01.2010 ***** ausgezeichnet
... in den Tod gegen den Tod für den "Wohlstand"

Auf der Basis einer frei erfundenen und doch so möglichen Geschichte über die grausamen Auswüchse modernen Gesundheitswesens zum Nutzen von wenigen inszeniert Fernando Meirelles ein erstklassiges, hautnahes Drama in, vor allem durch die von Handkameras aufgenommenen, dominierenden Bilder, empfundener Echtzeit. Im Antagonismus von Härte und Schönheit der glänzend eingefangenen afrikanischen Natur und den mahnenden Derivaten nicht integrierter jedoch farbenfroher und optimistischer Gesellschaftsordnungen und -strukturen steuert Meirelles die erstklassig dargestellten Justin und Tessa ohne Rücksicht auf Publikumsgeschmack, gleichsam mit dem empathischen Anspruch auf Authentizität und wiederum "so harmlos wie eine Urlaubspostkarte"*, in zeitlich geschichteten Phasen zielstrebig durch die gnadenlosen Charaktereigenschaften und Verwicklungen von Industrie, Wirtschaft und Politik und deren skrupellosen Vertretern.

Abseits der Regeln der Filmindustrie und ohne Sentimentalität und Epos ... ein erstklassiger, herausfordernder und moderner Beitrag mit neutralen, kreativen und kompromisslosen Konstellationen über eine klischeefreie Fiktion, oder doch Realität, globaler Wirtschaftskriminalität mit, auf Kosten des 3ten Welt bilanzierten Toten zugunsten einer nie satt werdenden und sich über alles hinwegsetzenden Zivilisation.

Darsteller
~ Ralph Fiennes : Justin Quayle
~ Rachel Weisz : Tessa Quayle
~ Hubert Koundé : Arnold Bluhm
~ Danny Huston : Sandy Woodrow
~ Daniele Harford : Miriam
~ Packson Ngugi : Officer in Morgue
~ Damaris Itenyo Agweyu : Jomo's Wife
~ Bernard Otieno Odour : Jomo
~ Bill Nighy : Sir Bernard Pellegrin
~ Keith Pearson : Porter Coleridge
~ John Sibi-Okumu : Dr. Joshua Ngaba
~ Donald Sumpter : Tim Donohue
~ Archie Panjabi : Ghita Pearson
~ Nick Reding : Crick
~ Gerard McSorley : Sir Kenneth "Kenny" Curtiss


*John Le Carré:
"But I can tell you this: As my journey through the pharmaceutical jungle progressed, I came to realize that, by comparison with the reality, my story was as tame as a holiday postcard."

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Bewertung von Simone L. aus Tübingen am 11.07.2006 ***** ausgezeichnet
Einer der besten Filme des Jahres! Super Schauspieler, tolle Kamera, spannende Story - hier stimmt einfach alles. Mich hat der Film sehr aufgewühlt, denn die Geschichte (Testen neuer Medikamente frisch aus dem Labor an armen Afrikanern, die daran sterben - das Ganze unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe) ist leider so oder ähnlich durchaus in der Realität vorstellbar.

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