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Ein Roman über die Liebe und schicksalhafte Fährnisse -klug und bewegend. Was ist die Welt? Was ist ein Mensch? Als Studenten waren Solrun und Steinn ein Liebespaar. Sie lebten zusammen und unternahmen Ausflüge, wenn Solrun wieder einmal traurig war. Dann bringt ein rätselhafter Unfall die beide auseinander: Haben sie die geheimnisvolle Frau mit dem roten Schultertuch bei einem ihrer Ausflüge überfahren? Erst Jahrzehnte später werden sie sich der Frage möglicher Schuld stellen ..…mehr

Produktbeschreibung

Ein Roman über die Liebe und schicksalhafte Fährnisse -klug und bewegend.

Was ist die Welt? Was ist ein Mensch? Als Studenten waren Solrun und Steinn ein Liebespaar. Sie lebten zusammen und unternahmen Ausflüge, wenn Solrun wieder einmal traurig war. Dann bringt ein rätselhafter Unfall die beiden auseinander: Haben sie die geheimnisvolle Frau mit dem roten Schultertuch bei einem ihrer Ausflüge überfahren? Erst Jahrzehnte später werden sie sich der Frage möglicher Schuld stellen ...
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.14058
  • Verlag: Dtv
  • Seitenzahl: 224
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 224 S. 191 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 122mm x 19mm
  • Gewicht: 238g
  • ISBN-13: 9783423140584
  • ISBN-10: 3423140585
  • Best.Nr.: 33361519

Autorenporträt

Jostein Gaarder, geboren 1952, studierte Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft in Oslo und lehrte Philosophie an den Universitäten Oslo und Bergen. Seit 1991 ist er als freier Autor tätig und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Oslo. Mit "Sofies Welt" wurde Jostein Gaarder international bekannt. Für Sofies Welt erhielt Jostein Gaarder, neben zahlreichen anderen Auszeichnungen, 1994 den Deutschen Jugendliteraturpreis, 1996 den polnischen Janusz-Korczak-Preis für die Vermittlung philosophischer Inhalte an Kinder und 2008 den "Sonderpreis für Deutsche Jugendliteratur". "Philosophieren bedeutet, über das Leben nachzudenken, und jeder, der sich wundert, philosophiert." (J. Gaarder)
Jostein Gaarder

Rezensionen

»>Die Frau mit dem roten Tuch< von Jostein Gaarder fesselt seine Leser. Und das bis zum faszinierenden Schluss dieses Bestseller-Romans. « Uelzener Anzeiger 15.02.2012
Besprechung von 07.06.2010
Wenn Zauberperlen zu viel schwimmen
Wo kommen wir her, wo gehen wir hin – und wer sind wir überhaupt? Jostein Gaarder hat aus schweren Fragen einen Roman gebastelt, der nicht viel wiegt
Wer den 1952 in Oslo geborenen norwegischen Bestseller-Autor Jostein Gaarder („Sofies Welt“) einmal bei einer Lesung beobachtet hat, wird sich an eine Lehrergestalt der dynamisch-engagierten Art erinnern; kein verträumter Cordsakkotyp und schon gar kein feintuerischer Manschettenträger, sondern eher der Mann im atmungsaktiven Funktionspullover, der mit seinen Schülern nach draußen geht, um ihnen die Wunder der Natur zu zeigen.
Mit dieser ebenso handfesten wie spielerischen Methode sind Gaarders Kinder- und Jugendbücher pädagogisch so erfolgreich, dass sie auch Erwachsene in rauen Mengen anziehen. Die Geschichte des Mädchens Sofie, die zugleich eine Geschichte der Philosophie ist, hat seit ihrem Erscheinen im Jahr 1991 Millionen von lernwilligen Volljährigen in ihren Bann geschlagen.
Jetzt hat Gaarder einen Erwachsenen-Roman geschrieben, allerdings den Erzieher in sich kaum gebremst. „Die Frau mit dem roten Tuch“ ist ein Thesenroman, der tafelbildmäßig zwei Weltanschauungen aufeinander loslässt, eine naturwissenschaftliche und eine spirituelle mit esoterischer Schlagseite. Der Clou: Keine der beiden Perspektiven kann gewinnen, denn jede ist auf die andere angewiesen. Das ehrenwerte Lernziel des Romans besteht darin, engstirnige Rechthaberei als solche kenntlich zu machen ob nun auf Seiten der verbissenen Atheisten oder der religiösen Eiferer.
Verpackt ist diese Erkenntnis in eine Liebesgeschichte voller Geheimnis und Tragik. Ein ehemaliges Liebespaar trifft nach dreißig Jahren in einem Fjordhotel nördlich von Bergen aufeinander. Beide sind in den Fünfzigern und haben Familien mit anderen Partnern. Steinn ist Klimaforscher und Professor an der Uni Oslo, Solrun arbeitet als Lehrerin und sinniert über menschliche Geistwesen. Getrennt hatten sie sich Mitte der siebziger Jahre wegen tiefer ideologischer Gräben, die in eben jenem Hotel aufbrachen, in dem sie sich jetzt wiedersehen – Zufall oder Schicksal?
Sie vereinbaren, per Email in Kontakt zu bleiben, und damit beginnt ein Briefroman, der die ganz großen Wo-kommen-wir-her-Fragen in simulierter Email-Formlosigkeit verhandelt. Gleichzeitig tasten sich die beiden an eine mysteriöse Episode heran, die ihr Leben damals durcheinanderbrachte: die Frau mit dem roten Tuch, eine je nachdem übernatürliche oder halluzinatorische Erscheinung.
Solrun ist mittlerweile eine „christliche Spiritualistin“, sie liest Bücher über paranormale Träume und Telepathie; an ihren Ex-Partner mailt sie: „Was ist ein Mensch? Und was ist dieses Sternenabenteuer, in dem wir als kleine Zauberperlen des Bewusstseins herumschwimmen?“ Steinn dagegen hat sich zum Klischee-Rationalisten entwickelt, der dem Psychogewaber mit verkrampfter Nüchternheit begegnet: „Wir sind Primaten, Solrun. Wenn wir ein paar Jahrmillionen zurückgehen, haben wir denselben Ursprung wie Schimpansen und Gorillas.“
Dass der Mann die knallharte Fakten-Seite besetzt und die Frau den Part der esoterischen Trulla übernehmen darf – geschenkt. Es passt in die Serie der Stereotypen, mit denen Gaarder sein Schema ausstaffiert. Und das ist so Mars gegen Venus, so Vernunft gegen Gefühl, so Astrophysik gegen Sternenabenteuer, dass es ohne Komplexitätssteigerung dann doch nicht weitergeht: Der Wissenschaftler macht sich auf die Suche nach einer höheren Instanz, die den Weltraum hervorgebracht haben könnte.
Mit der todtraurigen Liebesgeschichte und dem Phantom in Rot hat Gaarder einen durchaus unlangweiligen Roman geschrieben – nicht umsonst gilt er als Meister der trickreichen Self fullfilling prophecies und der geschickt platzierten Paukenschläge. Trotzdem schimmert überall das Thesengerüst durch, das eine literarische Form auf einen Gedankenbehälter reduziert.
Es ist vor allem die Sprache dieses Emailromans, die ihre pädagogische Mission nie verhehlen kann. Wörter und Sätze sind in diesem Roman praktische Content-Übermittler, die dem dialektischen Showdown „Wissen versus Glauben“ dienen. Wenn Steinn über die unvergessene Jugendliebe schreibt, „überrollt“ ihn „eine Lawine aus alten Erlebnissen“. Das sind ebenso naheliegende wie abgegriffene Wendungen, die kaum über sprachliches Mittelmaß hinausreichen. Und wenn es einmal richtig literarisch werden soll, müssen es „Zauberperlen des Bewusstseins“ sein. Man kann so etwas auch Kognitionskitsch nennen.
JUTTA PERSON
JOSTEIN GAARDER: Die Frau mit dem roten Tuch. Roman. Aus dem Norwegischen übersetzt von Gabriele Haefs. Carl Hanser Verlag, München 2010. 222 Seiten, 18,90 Euro .
„Wenn wir ein paar Jahrmillionen
zurückgehen, haben wir denselben
Ursprung wie Schimpansen“
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

"Unbefangenen Mut zum Scheitern" bescheinigt Kristina Maidt-Zinke Jostein Gaarder, der in diesem Buch einmal mehr letzten Fragen auf der Spur sei, im vorliegenden Fall den Grenzen der naturwissenschaftlich-rationalistischen Weltsicht. Zu diesem Zweck lasse Gaarder zwei Mittfünfziger, einen Wissenschaftler und eine Lehrerin, per E-Mail korrespondieren, die uns als tiefgründelnde Spießbürger vorgestellt werden. Auch mit Gaarder gehe immer wieder der Hang zum Didaktischen durch, wie die Kritikerin schreibt, die sich deshalb für seine Protagonisten dieses Mal nur mäßig erwärmen kann. Denn ihre Lust an dieser grundsätzlich interessante Debatten wird aus ihrer Sicht sehr durch den pädagogischen Ton beeinträchtigt.

© Perlentaucher Medien GmbH

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