Tauben im Gras - Koeppen, Wolfgang

Tauben im Gras

Roman

Wolfgang Koeppen 

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Tauben im Gras

"Tauben im Gras", 1951 erstmals erschienen, ist der erste Roman jener "Trilogie des Scheiterns", mit der Wolfgang Koeppen eine erste kritische Bestandsaufnahme der sich formierenden Bundesrepublik Deutschland gab. Mit Vehemenz und unerbittlicher Schärfe analysiert Koeppen die Rückstände jener Ideologien und Verhaltensweisen, die zu Faschismus und Krieg geführt haben und die schließlich in den fünfziger Jahren die Restauration der überkommenen Verhältnisse protegierten. Dabei ist das literarische Verfahren von "Tauben im Gras" ein kaleidoskopartiges: Der ganze Roman schildert Gestalten und Vorgänge eines einzigen Tages im München des Jahres 1949. Mit einer Fülle genauer atmospärischer Details zeichnet Koeppen den Nachkriegsalltag dieser Stadt, die sein Protagonist, der verhinderte Schriftsteller Philipp, wie ein Schlachtfeld erlebt, wie ein undurchdringliches "Pandämonium".


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2010
  • 43. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 227 S.
  • Seitenzahl: 228
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.601
  • Best.Nr. des Verlages: 37101
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 109mm x 15mm
  • Gewicht: 145g
  • ISBN-13: 9783518371015
  • ISBN-10: 3518371010
  • Best.Nr.: 01697893
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.05.2009

DAS HÖRBUCH
Frei Flattern im Nichts
Wolfgang Koeppens „Trilogie des Scheiterns” als Hörspiel
„Noch waren die Bombenschächte der Flugzeuge leer”, heißt es am Beginn des Romans „Tauben im Gras” aus dem Jahr 1951. „ Die Auguren lächelten. Niemand blickte zum Himmel auf.” Aufbruch und Neubeginn klingen anders. Da muss es dem vorwitzigen Spätgeborenen scheinen, als hätte Wolfgang Koeppen sich gründlich geirrt, als hätte er seine drei großen Nachkriegsromane Ängsten abgetrotzt, die von heute ausgesehen seltsam irreal wirken. Was er fürchtete, trat nicht ein. Zu einer Militarisierung der bundesdeutschen Gesellschaft ist es so wenig gekommen wie zu einem neuen Krieg; das braune Gesindel bleibt ohne politische Kraft; dem Gedenken an die NS-Opfer wie einer durchgreifenden Zivilisierung des Alltags hat sich das Land seit Jahrzehnten erfolgreich verschrieben. Nun gut, mag man einwenden, die Gefahr sei dagewesen, als die junge Republik die alten Nazi-Eliten großzügig integrierte und zur Wiederbewaffnung schritt. Und wer wisse schon, wie es ohne die kritischen Stimmen ausgegangen sei.
Mit der einen wie mit der …

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Verlorene Seelen

Wolfgang Koeppen: „Tauben im Gras”

Wie Tauben im Gras, heißt es in Wolfgang Koeppens Roman von 1951, betrachteten gewisse Zivilisationsgeister die Menschen, „indem sie sich bemühten, das Sinnlose und scheinbar Zufällige der menschlichen Existenz bloßzustellen, den Menschen frei von Gott zu schildern, um ihn dann frei im Nichts flattern zu lassen, sinnlos, wertlos, frei . . .”. Ein Zitat im Zitat: Gesprochen im Amerika-Haus in München vom englisch-amerikanischen Nobelpreisträger, dem Dichter Edwin, in dem sich T.S. Eliot, einer der großen Literaten der Nachkriegszeit, erkennen lässt. Edwin-Eliot zitiert die Amerikanerin Gertrude Stein, die, viel weniger fromm als Eliot, das Taubensymbol für die menschliche Seele und ihre Verlorenheit in einer entgötterten Welt bemüht.

„Verlorene Seelen”, so könnte man den Romantitel in weltanschaulichen Klartext übersetzen. Er rückt damit in die Nähe von Diagnosen von menschlicher „Unbehaustheit” oder vom „Verlust der Mitte”. Doch Koeppen ist nicht Kulturkritiker, sondern ein großer, sehr trauriger und sehr komischer Erzähler. Er versetzt das Taubenbild in eine konkrete Situation: Mr. Edwin spricht krächzend durch eine streikende Mikrofonanlage in einer amerikanischen Kultureinrichtung, die in der einstigen NSDAP-Zentrale Münchens eingerichtet ist; unter den Zuhörern des Vortrages – ein gesellschaftliches Ereignis in der ruinierten Stadt – sammeln sich die Gestrandeten und Überlebenden der deutschen Katastrophe: der Hauptdarsteller eines kitschigen Erzherzogfilms, eine Gesellschaftsdame, die ihr Geld mit Kuppelei verdient, ein gescheiterter Schriftsteller, Schwarzhändler, Besatzungsoffiziere, Zeitungsleute, eine so bunte wie fadenscheinige Gesellschaft. Das Wirtschaftswunder hat noch nicht begonnen, die Schlagzeilen sprechen von neuen Weltkrisen in Korea und Persien, der nächste Krieg scheint bevorzustehen.

Herr Edwin wird später auf der Suche nach Abenteuern von den Münchner Strichjungen Kare, Schorschi und Sepp zusammengeschlagen und beraubt – was der Leser eher beiläufig erfährt. Dreißig Personen und über hundert Episoden hat man in diesem gut 200 Seiten langen Buch gezählt, das seine Schicksale in einen atemlosen, parataktisch reihenden Stil einschmilzt, der nicht Handlungen, sondern ihre Bewusstseinsspiegelungen zeigt. In einem einzigen langen Satz hatte Koeppen seinen Roman, der den Verlauf eines einziges Tages im Februar 1951 schildert, unterbringen wollen, und was entstanden ist, zeigt immer noch Züge dieses formalen Ehrgeizes.

Trotzdem ist dieses kühnste aller München-Bücher nicht schwerblütig und angestrengt, sondern sarkastisch, unterhaltend im Geiste von Amerikanern wie Faulkner und Dos Passos. Es zeigt das moderne Deutschland, als es noch klein und dreckig wie ein ausgebufftes Ruinenkind war, in der Blüte eines muffigen Rassismus, der sich nun nicht mehr gegen Juden, sondern gegen „Besatzungsneger” richtet. Man wird sich vielleicht sehr gern an die anrührende Liebesgeschichte zwischen einem schwarzen Offizier und einer deutschen Frau erinnern, die ein Kind von ihm erwartet. Sie wollen aus München fort, um in Paris ein Lokal zu gründen, „in dem niemand unerwünscht ist”. Dieser Traum war zwischen Hofbräuhaus und Heiliggeistplatz damals nicht möglich. GUSTAV SEIBT

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Wolfgang Koeppen, geb. am 23. Juni 1906 in Greifswald, starb am 15. März 1996 in München. Nach einem elfjährigen Aufenthalt in Ortelsburg (Ostpreußen) kehrte er 1919 nach Greifswald zurück. Aus finanziellen Gründen musste er vom Gymnasium auf die Mittelschule wechseln, von der er ohne Abschluss abging. Danach versuchte er sich in ganz unterschiedlichen Berufen: in einer Buchhandlung, im Stadttheater in Greifswald. Als Hilfskoch kam er nach Schweden und Finnland, in Würzburg arbeitete er als Dramaturg. 1927 ließ er sich in Berlin nieder, wo er 1931 zwei Jahre als fest angestellter Redakteur beim Berliner Börsen-Courier arbeitete. Er schrieb Reportagen, Feuilletons, auch erste literarische Arbeiten entstanden. 1934 erschien sein erster Roman. Im selben Jahr siedelte er in die Niederlande über. Er kehrte 1938 nach Deutschland zurück und arbeitete ab 1941 für die Bavaria-Filmgesellschaft in Feldafing am Starnberger See, 1945 siedelte er nach München über.


Kundenbewertungen zu "Tauben im Gras" von "Wolfgang Koeppen"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen   sehr gut)
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Bewertung von Maroline T. aus Jülich am 14.02.2013   ausgezeichnet
Der Roman Tauben im Gras von Wolfgang Koeppen entstand bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Es schildert ca 18 Stunden in einer deutschen Großstadt der Nachkriegszeit. Es ist zu vermuten, dass München gemeint ist.
Die Handlung ist nicht leicht zu schildern, denn Koeppen arbeitet ziemlich verwirrend, da er immer nur kurze Momentaufnahmen darbietet. So führt er etwa 40 Figuren ein, die nahezu alle in irgendeiner Weise miteinander zu tun haben. Doch dies versteht der Leser erst, wenn er konzentriert ziemlich viele Seiten des Romans gelesen hat.
Die Handlung läuft immer wieder zu auf eine große Kreuzung mitten in der Großstadt. Dort treffen dann immer wieder einige Figuren aufeinander.
Es sind nahezu alles gebrochene Figuren, denen der 2. Weltkrieg zugesetzt hat.
Emilia hat ihr Vermögen verloren und ist zur Alkoholikerin geworden, Philip ist Schriftsteller, der unter einer Schreibblockade leidet und so kein Geld verdient, Washington ist Schwarzer Soldat und vom Rassismus bedroht, der auch nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland wütet. Carla ist seine Geliebte, die ein Kind von ihm erwartet und Angst vor der Zukunft mit diesem schwarzen Baby hat. Sie möchte es lieber abtreiben lassen. Als sie ihre Mutter um Rat bittet, schlägt ihr nur Hass und Rassismus entgegen. Wird ihr Kind in einer solchen Umgebung eine Chance haben?
Es gibt noch viele weitere Figuren, die wie ein Geflecht dargeboten werden. Das ist hochinteressant, weil Koeppen ganz nah an den Figuren dran bleibt, man sieht in sie hinein und erlebt ihren traurigen Alltag fast 1:1 mit.
Koeppen will damit den Menschen zeigen, dass der Krieg zwar vorbei ist, aber man ihn noch nicht verarbeitet hat. Wenn die Menschen nicht bereit sind, sich zu ändern, so ist ein 3. Krieg durchaus realistisch. Es gibt aber auch einen Lichtblick in diesem Roman. Hoffnung, die durchaus realistisch vom Autor geschildert wird.
Besonders gut gefallen hat mir der Roman, weil er nicht aus zeitlichem Abstand, sondern tatsächlich in den 50er Jahren geschrieben wurde und man ein realistisches Bild der damaligen Gesellschaft erhält, aber eben im Gewand der Literatur.

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Bewertung von laura.bothe1@web.de aus Hamm am 07.01.2012   ausgezeichnet
Mal wieder ein Buch für die Schule;-)

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Dem Autor für die Bewertung danken
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Bewertung von AnnaLi aus Essen am 22.09.2010   gut
Ich habe das Buch im Rahmen einer Unterrichtsreihe im Fach Deutsch kaufen müssen. Ich muss sagen, dass ich es mir privat nie gekauft hätte, da ich schon die Zusammenfassung und auch das Titelbild wenig ansprechend finde. Obwohl ich das Buch auch nach dem Lesen nicht in hohe Kategorien einordnen würde, da die Thematik einfach nicht mein Ding ist, ist es sehr erwähnenswert, dass es eines der besten und spannensten Bücher ist, die ich während meiner Schullaufbahn gelesen habe.

Meine persönliche Auffassung von einem guten Buch außer Acht gelassen, ist der Roman "Tauben im Gras" durchaus ansprechend und spannend zu Lesen und Lesern, die an der Problematik interessiert sind, durchaus zu empfehlen.

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