Die Medienpädagogik hat sich in den vergangenen Jahren als
wissenschaftliche (Teil-) Disziplin zunehmend ausdifferenziert und
dabei auch einen eigenen "Theoriediskurs" begonnen. Der
vorliegende Band bündelt relevante Beiträge mit dem Ziel der
Reflexion theoretischer Grundlagen der Medienpädagogik. Die Autoren
greifen dazu zentrale Theorien und Diskurse aus den Sozial-,
Geistes- und Kulturwissenschaften auf und gehen der Frage nach,
inwieweit sie helfen können, pädagogisch und bildungstheoretisch
relevante Phänomene der sich wandelnden Medienwelt besser zu
verstehen.
"Die Publikation Pädagogische Medientheorie zeigt deutlich, wie mit einem erweiterten Medienbegriff, der oft zu einem singularen Mediumsbegriff wird, neue Akzente in der Medienpädagogik gesetzt werden können." www.jff.de/merz, 04.12.2008
"Die Beiträge des Bandes stoßen eine in der Medienpädagogik notwendige Bildungsdiskussion an." tv diskurs, 02-2009<br/><br/>"Das nur 170 Seiten starke Buch [...] gibt einen guten Einblick in aktuelle und klassische Theorien aus dem Fachbereich der Medienpädagogik. [...] die Beiträge [sind] allesamt sehr aktuell und damit als Hintergrund für die schulpraktische Arbeit [...] nützlich." L.A. Multimedia - Medien, Möbel, Mobilität für Unterricht und Schule, 03/2008<br/><br/>"Die Publikation Pädagogische Medientheorie zeigt deutlich, wie mit einem erweiterten Medienbegriff, der oft zu einem singularen Mediumsbegriff wird, neue Akzente in der Medienpädagogik gesetzt werden können." www.jff.de/merz, 04.12.2008
"Die Beiträge des Bandes stoßen eine in der Medienpädagogik notwendige Bildungsdiskussion an." tv diskurs, 02-2009 "Das nur 170 Seiten starke Buch [...] gibt einen guten Einblick in aktuelle und klassische Theorien aus dem Fachbereich der Medienpädagogik. [...] die Beiträge [sind] allesamt sehr aktuell und damit als Hintergrund für die schulpraktische Arbeit [...] nützlich." L.A. Multimedia - Medien, Möbel, Mobilität für Unterricht und Schule, 03/2008 "Die Publikation Pädagogische Medientheorie zeigt deutlich, wie mit einem erweiterten Medienbegriff, der oft zu einem singularen Mediumsbegriff wird, neue Akzente in der Medienpädagogik gesetzt werden können." www.jff.de/merz, 04.12.2008
"Die Beiträge des Bandes stoßen eine in der Medienpädagogik notwendige Bildungsdiskussion an." tv diskurs, 02-2009 "Das nur 170 Seiten starke Buch [...] gibt einen guten Einblick in aktuelle und klassische Theorien aus dem Fachbereich der Medienpädagogik. [...] die Beiträge [sind] allesamt sehr aktuell und damit als Hintergrund für die schulpraktische Arbeit [...] nützlich." L.A. Multimedia - Medien, Möbel, Mobilität für Unterricht und Schule, 03/2008 "Die Publikation Pädagogische Medientheorie zeigt deutlich, wie mit einem erweiterten Medienbegriff, der oft zu einem singularen Mediumsbegriff wird, neue Akzente in der Medienpädagogik gesetzt werden können." www.jff.de/merz, 04.12.2008
Johannes Fromme ist Professor für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
Die Politik der Aufführung. Interpretative Ethnographie und kritische Pädagogik im 21. Jahrhundert (S. 115-116)
Die Politik der Aufführung
Rainer Winter
1 Die Aktualität der kritischen Pädagogik
In der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts wird deutlich, welch wichtige Bedeutung und Relevanz einer (Medien-)Pädagogik zukommt, die kritisch orientiert ist (vgl. Winter 2006). Eine ihrer wesentlichen Aufgaben ist es, das Ideal einer demokratischen und freien Gesellschaft zu bewahren und zu verteidigen. Eine kritische Pädagogik analysiert Herrschafts- und Machtverhältnisse, Formen des beschädigten Lebens, der Ausgrenzung, der Diskriminierung, des Rassismus und der Benachteiligung. Sie möchte den diesen Strukturen unterworfenen Menschen helfen, ihre Lebensverhältnisse (besser) zu verstehen sowie Möglichkeiten der Gestaltung und Veränderung zu erkennen und zu ergreifen.
Da die kritische Pädagogik die Handlungsmächtigkeit („agency") der von kritischen Lebensereignissen und einschränkenden Lebensbedingungen Betroffenen entfalten und steigern möchte, folgt sie einem emanzipatorischen Erkenntnisinteresse. Zudem orientiert sie sich am kosmopolitischen Ideal einer transnationalen Zivilgesellschaft, die eine weltweite Demokratisierung der Lebensverhältnisse anstrebt. Kritische Pädagogik ist eine Version kritischer Theorie, die selbst nicht ein einheitliches Konzept ist, sondern in der Gegenwart viele unterschiedliche Formen angenommen hat (vgl. Kincheloe/McLaren 2005, Winter 2007, Winter/ Zima 2007).
Kritische Theorien sind in konkreten Lebenserfahrungen und in Kämpfen um soziale Gerechtigkeit verankert, sie verändern sich je nach Fragestellung, individueller und gesellschaftlicher Problemlage sowie den jeweiligen sozialen und kulturellen Konstellationen. Wichtige Traditionslinien kritischer Theorie sind die Frankfurter Schule, die genealogischen Arbeiten von Michel Foucault, die Dekonstruktion objektiver Wahrheit in den Analysen von Jacques Derrida, die Schizoanalyse von Gilles Deleuze und Félix Guattari oder die Tradition der Cultural Studies, die im Umkreis von Stuart Hall in Birmingham entstanden ist.
Gemeinsam ist diesen Ansätzen, dass sie sowohl positivistische und postpositivistische Konzeptionen von Wissenschaft ablehnen als auch die negativen Folgen instrumenteller Rationalität kritisieren und nach Alternativen su chen. Adornos negative Dialektik (Adorno 1966), die Einblick in die negativen Zustände im Spätkapitalismus gewährt, und seine Konzeption des Nichtidentischen, die das Denken für das Andere öffnen soll, sind hierfür ein gutes Beispiel (vgl. Zima 2007). Kritische Forschung analysiert und kritisiert gesellschaftliche Machtverhältnisse und Formen sozialer Ungerechtigkeit mit dem Ziel zum „empowerment" von Personen und Gruppen beizutragen, so dass diese ihre eigenen Lebensbedingungen besser verstehen, kontrollieren und gestalten können (vgl. Fiske 1993, Winter/Mikos 2001). So ist auch die kritische Pädagogik eine demokratische Praxis, die die subordinierten Personen und Gruppen in die gemeinsame Gestaltung von Lebensverhältnissen einbinden möchte.
Deshalb sind die Analysen, Forschungen und Praktiken der kritischen Pädagogik auf Transformation und Intervention hin angelegt. Die Forschung ist oft nur ein erster Schritt im Kampf für eine bessere Welt, wie die Arbeiten von Paulo Freire (1998) zeigen. Während der logische Empirismus und der Kritische Rationalismus das Interesse verfolgen, Politik aus der Wissenschaft auszuschließen, geht es kritischen Theorien gerade darum, den politischen Charakter jeder Form von Repräsentation, Wissensproduktion und von Praxis aufzuzeigen (vgl. Conquergood 2006: 351).
So sind pädagogische Praktiken immer auch moralisch und politisch orientiert. Die kritische Pädagogik enthüllt hegemoniale Macht-Wissen-Strukturen, legt offen, wie sie demokratische Erfahrungen verhindern bzw. wie sie auf solche hin geöffnet werden können (Giroux/Giroux 2006: 21). Ein hegemonialer Konsens ist nie vollständig erreicht, nie unumstritten und stets vorläufig, da es immer verschiedene Gruppen mit anderen Interessen gibt, die ihn in Frage stellen, negieren und bekämpfen (vgl. McLaren 1995).
Inhaltsangabe
- Bildungstheoretische Grundlagen der Medienpädagogik
- Internet, Demokratie und Cultural Studies
- Professionstheorien
- Die gedächtnistheoretische Seite der Medien
- Grundlegung der Medienpädagogik im Theoriemodus Niklas Luhmanns
- Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: Pädagogisches Medium und mediologisches Milieu
- Digitale Medien: Medien zum Be-Greifen wesentlicher Konzepte der Gegenwart
- Was ist ein 'pädagogisches Medium'?
- Marshall McLuhans Medientheorie aus bildungswissenschaftlicher Sicht
- Bildanthropologie
- Gendertheorie und Medien
Ein Marktplatz-Angebot für "Pädagogische Medientheorie" für EUR 14,95
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