Dann bin ich eben weg - Fehér, Christine

Christine Fehér 

Dann bin ich eben weg

Geschichte einer Magersucht

Broschiertes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Dann bin ich eben weg

Authentische Geschichte, die Mut macht, dem Schlankheitswahn zu trotzen

Obwohl Sina nicht dick ist, passt sie in die geile Jeans von Melli nicht rein. Als sie eines Tages die Butter aus dem üppig belegten Käsebrot ihrer Mutter hervor quellen sieht, überkommt sie der Totalekel. So dick und frustriert will sie nicht werden! Sina beginnt eine Diät. Bald passt sie in die Jeans - und endlich beachtet sie auch ihr heimlicher Schwarm Fabio. Doch irgendwann kann Sina nicht mehr aufhören mit dem Kalorienzählen. Als die anderen merken, was mit ihr los ist, ist sie schon viel zu dünn...

Produktinformation


  • Verlag: Cbt
  • 2005
  • 9. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 186 S.
  • Seitenzahl: 192
  • cbt bei Omnibus Bd.30170
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 126mm x 20mm
  • Gewicht: 213g
  • ISBN-13: 9783570301708
  • ISBN-10: 3570301702
  • Best.Nr.: 14158473
Christine Fehér wurde 1965 in Berlin geboren. Neben ihrer Arbeit als Lehrerin schreibt sie seit Jahren erfolgreich Kinder- und Jugendbücher und hat sich einen Namen als Autorin besonders authentischer Themenbücher gemacht. Sie lebt mit ihrer Familie am Stadtrand von Berlin.

Leseprobe zu "Dann bin ich eben weg" von Christine Fehér

68,3 kg

Morgens:
4 Scheiben Toast mit Nuss-Nugat-Kreme,
2 Tassen gesüßter Tee

Vormittags:
1 Apfel, 1 Salamibrot, 1 Dose Cola

Mittags:
1 Hühnerkeule, 2 Semmelklöße mit Soße,
Erbsen und Möhren, 1 Glas Milch

Nachmittags:
1 Teller Kohlrabisuppe, 1 Käsebrötchen,
3 Kugeln Eis, 2 Dosen Cola

Abends:
2 belegte Brote, 1 Tomate, 0,5 l Buttermilch

Spät abends:
1/2 Tüte Kartoffelchips, 1 Glas Apfelsaft

"Ist deine Reisetasche gepackt, Sina?" Mama stößt die Tür zu meinem Zimmer auf und kommt herein. Mit zwei langen Schritten eilt sie zum Schrank, reißt die große Doppeltür auf, wirft einen prüfenden Blick hinein und nickt triumphierend. Dann dreht sie sich kopfschüttelnd zu mir um, ausgerechnet jetzt, wo ich in Slip und Pullover auf dem Bett herumgammle.

"Genau das habe ich mir gedacht", sagt sie und betont jedes Wort einzeln. "Aber deine Unterhemden werden mitgenommen, mein Fräulein. Es kann kühl werden, wenn wir bei Opas Geburtstag abends draußen sitzen." Sie greift in die Tasche, hebt mit einer Hand den Inhalt ein wenig an und zählt die Shirts und Blusen durch, die ich extra ordentlich gefaltet hineingelegt hatte. "Schließlich haben wir erst Mai. Letzte Woche war sogar noch Bodenfrost."

"Du hättest wenigstens anklopfen können." Genervt rappele ich mich zum Sitzen hoch. Meine weiße Lieblingsjeans mit der aufgenähten rosa Spinne, die am Fußende gelegen hat, rutscht herunter und fällt zu Boden. Ich bücke mich und hebe sie auf, dann lehne ich mich erneut zurück und sehe meine Mutter an, betrachte die akkurat gelegte, schwarz gefärbte Lockenfrisur und den dunkelroten Lippenstift, atme den beißenden Geruch von zu viel Haarspray und einem billigen Parfüm ein. Bei dieser Duftmischung muss ich jedes Mal an früher denken, an einen Ausflug auf den Rummelplatz, als ich noch klein war. Damals hatte ich Zuckerwatte gegessen und mein ganzes Gesicht klebte davon, aber sosehr ich mich auch umsah, nirgendwo war ein Brunnen oder ein Wasserhahn, wo ich mich hätte waschen können. "Halt mal kurz still, Sinchen", sagte Mama schließlich, "ich mach dich sauber." Kurz entschlossen spuckte sie in ein Taschentuch und wischte mit scheuernden, kreisförmigen Bewegungen in meinem Gesicht herum. Alles roch genauso wie jetzt, das Taschentuch, die Spucke, meine Mutter. Beinahe hätte ich angefangen zu heulen, das Scheuern brannte so auf den Wangen. Doch ich heulte nicht. Stattdessen habe ich einfach die Augen geschlossen und mich weggeträumt, mich heimlich in ein ganz anderes vierjähriges Mädchen verwandelt, das irgendwo weit weg mit ihrer Mutter glücklich zusammenlebte.

28 Grad im Schatten, meine Mama und ich haben unsere leichtesten Sachen an, als wir zusammen über das Straßenfest in unserem Viertel bummeln. Am Eisstand kauft sie mir eine große Portion, die Waffeltüte ist größer als meine Hand. Das Eis schmilzt beinahe schneller, als ich lecken kann, ich lecke mit der Sonne um die Wette, aber schließlich gewinne ich doch. Meine Hände kleben von rosa Eissoße mit Kaugummigeschmack, auch rund um den Mund kriege ich das Zeug nicht ab, es ist so schnell getrocknet in dieser Hitze. Meine Mama reicht mir ein Papiertaschentuch, doch auch das bleibt an mir kleben und reißt ein. Wir lachen, aber dann fliegt eine Wespe auf mich zu und setzt sich genau auf meine Hand.

"Halt still", sagt Mama leise, um weder mich noch die Wespe zu erschrecken, und hält meine kleine Hand in ihrer, während wir das Insekt zusammen beobachten. "Sie will wohl auch Eis essen." Ich habe Angst, dass sie mich sticht, aber ich bleibe ruhig, und schließlich breitet die Wespe ihre durchsichtigen Flügel aus und fliegt fort.

"Wir müssen dich waschen, sonst kommt sie wieder", sagt Mama und blickt sich um, aber hier auf dem Fest gibt es kein Wasser.

"Da hinten beim Imbiss haben sie feuchte Erfrischungstücher", ruft sie plötzlich, "komm schnell!" Wir rennen hin und stellen uns an die Theke.

"Hinten ist das Ende, junge Frau", knurrt ein Mann mit dickem Bauch und Glatze. Dabei hat er seine Bratwurst gerade bekommen. Der Wurstverkäufer bückt sich nach einem neuen Eimer Ketschup, da greift Mama in die Schachtel mit den Erfrischungstüchern und holt blitzschnell zwei Stück heraus. Dann nimmt sie meine Hand, und wir rennen davon bis zu dem kleinen Park am Ende der Straße, wo wir uns lachend auf den Rasen fallen lassen. Mama reißt eines der beiden kleinen Tütchen für mich auf und faltet das feuchte Tuch auseinander.

Ich halte es an mein Gesicht. Es riecht wunderbar nach Sommer und Zitrone.

"Ich platze auch nicht einfach herein, wenn du dich im Schlafzimmer anziehst." Mit verschränkten Armen bleibe ich einfach stur sitzen. Ihre Schuld, wenn sie glaubt, ich müsste dabei kontrolliert werden, wenn ich Unterhosen abzähle.

"Davon sehe ich nichts, dass du schon beim Anziehen bist." Mama greift sich ins Kreuz und ächzt, während sie sich wieder aufrichtet. Dann wendet sie sich zum Gehen. "Ich liege dabei jedenfalls nicht im Bett. Und jetzt Beeilung bitte! Papa und Felix sind schon längst fertig, wir warten nur noch auf dich. In einer halben Stunde fahren wir los. Und kämm dich ordentlich!"

"Tür zu!", rufe ich, doch Mamas Schritte entfernen sich. Seufzend schiebe ich die Bettdecke zurück, stehe auf und greife nach meiner Jeans. Mühsam zwänge ich meine Beine hinein - nach dem Waschen sitzt sie immer so fürchterlich eng. Das fehlt mir gerade noch, dass ich sie nicht zukriege. Ist sowieso wieder mal typisch, dass wir uns alle so aufbrezeln müssen, nur damit wir einen gepflegten Eindruck machen, wenn wir bei Oma und Opa ankommen. Wir fahren mindestens sechs Stunden, da ist Mamas Drei-Wetter-Taft-Gestank sowieso längst verflogen.

Ich ziehe und zerre, doch ich stecke fest, die Jeans lässt sich nicht über meine Oberschenkel ziehen. Eine der Gürtelschlaufen kracht bedenklich, als ich noch einmal mit dem Daumen daran rüttle.

So wird das nichts. Dann also im Liegen. Ich lege mich rücklings auf den Boden, ziehe den Bauch ein und zerre noch einmal mit aller Kraft an dem Reißverschluss. Nun noch den Knopf. Ich halte die Luft an und versuche, ihn durch das Loch zu zwängen. Nur mühsam bekomme ich meine Finger zwischen den derben Stoff der Hose und meinen Bauchnabel. Doch schließlich habe ich es geschafft: Die Jeans ist zu! Ich versuche aufzustehen, ohne dabei die Knie zu beugen, aus Angst, die Naht an den Oberschenkeln könnte reißen. So eng hat diese Jeans doch noch nie gesessen! Mit klopfendem Herzen trete ich vor den Spiegel meines Kleiderschranks und schiebe den Pullover ein paar Zentimeter über meine Taille. Und da sehe ich es. Habe ich eben wirklich "Taille" gesagt? Oben aus dem Hosenbund quillt alles heraus, was in diese schmal geschnittene Jeans nicht hineingepasst hat, eine regelrechte Fettwulst, bleich und wabbelig.

Du bist dicker geworden, Sina Wagenknecht, sage ich zu mir selbst und strecke meinem Spiegelbild die Zunge heraus. Und jetzt auch noch diese Familienfeier, bei der den ganzen Tag nur gefressen wird. Eine Sahnetorte nach der anderen. Verflixt. Ich ziehe meinen Pulli wieder hinunter. Zum Glück ist er so lang, dass er meinen ganzen Hintern bedeckt. Dann lege ich mich abermals aufs Bett und streiche mit den Fingern über den Aufnäher auf dem linken Hosenbein, eine rosa Spinne mit langen, dünnen Beinen. Den hat meine beste Freundin Melli mir damals zusammen mit der Hose geschenkt.

Melli stand die weiße Jeans eigentlich immer viel besser. Aber sie ist im letzten halben Jahr wie verrückt in die Höhe geschossen und dann war ihr das gute Stück einfach zu kurz. "Probier du sie an", sagte Melli eines Nachmittags zu mir und warf mir dieses coole Teil in die Arme, und tatsächlich habe ich damals ohne Probleme hineingepasst. Mama redete den ganzen Abend am Telefon auf Mellis Mutter ein, ob es ihr auch recht wäre, dass ihre Tochter so eine gute Hose einfach hergibt, blablabla. Kurz darauf war es auch noch hip, zu kurz gewordene Jeans einfach mit bunten Stoffresten zu verlängern, sodass Melli tatsächlich mit ihrem Entschluss ins Wanken geriet. Aber jetzt gebe ich die Hose nicht mehr her! Schließlich hat Melli nur abgewinkt, gelacht und mir den Spinnenaufnäher in die Hand gedrückt.

"Denk immer an Melli mit den Spinnenbeinen", hat sie gesagt. "Ich hab mir den gleichen gekauft und nähe ihn auf meine neue Hose. Wir können ja mal im Partnerlook gehen."

Doch daraus wird wohl vorerst nichts werden. Zu Melli mag der Aufnäher ja passen, aber was für eine Blamage wäre es, wenn ich ihn trage und mitten beim "Partnerlook-Gehen" die Nähte an meinen fetten Oberschenkeln platzten? Spinnenbeine! Ha!

"Sina!" Schon wieder steht meine Mutter im Türrahmen. "Hast du mich nicht rufen hören? Komm, wir wollen noch schnell essen, bevor wir losfahren. Ich habe noch so viel Suppe von gestern übrig, es wäre schade, sie wegzuschütten. Und bis wir wiederkommen, ist sie schlecht."

"Suppe essen?" Ich starre Mama an und spüre den Hosenknopf hart gegen meinen Bauchnabel drücken. "Es gab doch vor zwei Stunden erst Mittag. Ich bin jetzt noch pappsatt."

"Aber die Fahrt wird lang. Wenn wir erst in einen Stau kommen, reicht unser Proviant nicht, und dann habt ihr Hunger, Felix und du."

"Felix kann meinetwegen essen. Ich möchte nichts."

Mama schüttelt den Kopf. "Da müht man sich ab und kocht für euch und hinterher kann man die Hälfte wegschmeißen. Aber das verstehst du wahrscheinlich erst, wenn du selber Kinder hast, die dir auf der Nase herumtanzen."

"Ich tanze dir nicht auf der Nase herum! Du kannst die Suppe doch auch einfrieren. Es ist wirklich Schwachsinn, so kurz nach dem Mittagessen. Schau her!" Ich zeige meiner Mutter die Speckrolle über der Hüfte. "Bald kriege ich die Hose nicht mehr zu. Sieht das vielleicht schön aus?"

"Es schreibt dir keiner vor, solche knallengen Jeans zu tragen. Das soll ganz ungesund sein, habe ich neulich erst wieder gelesen. Und jetzt komm, eh alles kalt wird. Ich will die Küche wieder sauber haben, bevor Frau Hilger kommt und den Schlüssel abholt. Sie ist so nett und füttert deine Katze, solange wir weg sind."

Eine halbe Stunde später sitze ich neben meinem dummen zwölfjährigen Bruder Felix auf dem Rücksitz unseres Autos und bekomme kaum noch Luft. Der Hosenbund kneift in der Taille, und obwohl es draußen richtig warm ist, fährt mein Vater bei hochgekurbelten Fenstern. Die Kohlrabisuppe, um die ich dann doch nicht herumkam, schwappt bei jeder Kurve in meinem Magen. Bestimmt muss ich gleich kotzen. Ich krame meinen Discman aus dem Rucksack, stöpsle mir die Kopfhörer in die Ohren und lehne mich zurück. Am liebsten würde ich jetzt noch den Knopf meiner Jeans aufmachen, aber dann lässt Felix bestimmt gleich einen seiner dämlichen Sprüche los. Also setze ich mich stattdessen bloß etwas schräg

hin und strecke die Beine aus, so gut das im Auto eben möglich ist, schließe die Augen und genieße die ersten Klänge meiner Lieblings-CD.

"Mach dich nicht noch fetter, als du bist", motzt Felix mich von der Seite an, ohne von seinem Gameboy aufzusehen.

"So fett wie du bist, kann ich mich gar nicht machen", kontere ich.

Felix haut mir seinen Ellbogen in die Seite. "Alte Seekuh. Nimm jetzt deinen hässlichen Gewaltarsch da weg."

"Kinder, vertragt euch!" Mamas Augen sehen uns vom Schminkspiegel über dem Beifahrersitz aus mahnend an. "Papa und ich haben keine Lust, die ganze Fahrt lang euer Geschrei anzuhören. Nachher baut er noch einen Unfall, weil er sich nicht konzentrieren kann. Außerdem möchte ich nicht, dass ihr beide verzankt bei Oma und Opa ankommt."

Ich setze mich wieder gerade hin. "Alles klar", stöhne ich. "Die Klügere gibt nach. Soll Felix doch hinter seinem Gameboy verblöden, man merkt es ja jetzt schon an seinen Sprüchen. Alles balla-balla." Demonstrativ drehe ich den Lautstärkeregler höher und versuche, das Kneifen meines Hosenbundes zu ignorieren. Nach Felix' Bemerkung sind mir Tränen in die Augen geschossen, so was Bescheuertes! Um nicht richtig loszuheulen, lehne ich meine Stirn an die Fensterscheibe und lasse die Landschaft an mir vorüberziehen.

Felix hat gut reden. Er ist zwar auch nicht gerade schlank, genau wie unsere Eltern, aber ihn scheint das wenig zu stören, weil er ohnehin immer Schlabberhosen und weite Sweatshirts trägt. Und wenn jemand versucht, ihn zu hänseln, zeigt er seine Faust und behauptet allen Ernstes, das wären alles Muskeln. Nur weil er tatsächlich ziemlich groß und kräftig für sein Alter ist - im Gegensatz zu seinem Hirn -, hat er nach einem solchen Auftritt meistens für eine Weile Ruhe.

Madonna singt "American Pie" und mein ganzer Kopf ist von der Musik erfüllt. Wenn ich etwas bessere Laune hätte und mich frei bewegen könnte, würde ich jetzt tanzen. Hat Melli nicht erst kürzlich erzählt, dass Madonna früher auch mal ziemlich dick gewesen sein soll? Aber jetzt ist sie natürlich längst schlank und hat die tollste Stimme der Welt. Singen können, das wäre toll! In Musik habe ich zwar eine glatte Eins, die ich neulich mit dem Referat über die Komponisten der Spätromantik noch aufpoliert habe. Aber auf der Bühne stehen und singen - mit der Figur?

"Käsebrötchen, Sina?" Mama hält mir eine Provianttüte vor die Nase und schon läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Noch ehe Felix nach der Tüte greifen kann, habe ich schon hineingelangt, wickele ein Brötchen aus und beiße hinein. Meine Zunge schmeckt den überbackenen Käse, bei dem man gleich an Pizza denkt, den weich gebackenen Brotteig unter der frischen goldbraunen Kruste, die Salzbutter und den doppelt gelegten Emmentaler dazwischen. Ich kaue und schlucke wie blöde, denke an nichts anderes mehr als an diesen herrlichen Geschmack, beiße wieder ab und esse weiter, viel zu schnell ist das Brötchen weg und breitet sich in meinem Magen aus. Auch Felix isst, sein Salamibaguette kracht, wenn er seine Zähne hineinrammt, und sein Pullover ist von Krümeln übersät. Vorne hält Mama ein Brötchen genau vor Papas Mund, damit er zum Abbeißen auch ja keine Hand vom Lenkrad nehmen muss.

"Nachher gibt es für alle noch ein Eis", verspricht sie und lächelt. "Aber erst wenn wir beim Rasthaus eine Pause machen."

Das Haus meiner Großeltern liegt bereits im Dunkeln, als ich meine Reisetasche hinter Mama und Papa her durch den Vorgarten schleppe. Die dichten, akkurat geschnittenen Hecken sind noch höher, als ich sie in Erinnerung hatte. Meine Oma linst schon durch ihre Küchengardine nach uns, zieht sie aber sofort zu, sobald wir das Grundstück betreten. Noch ehe wir an der Haustür klingeln können, hat sie sie schon geöffnet. Es geht auf Mitternacht zu, aber sie steht im Sonntagskleid dort, frisch frisiert und geschminkt und sogar nach Kölnisch Wasser duftend.

"Endlich!" Oma streckt zuerst Mama beide Hände entgegen und zieht sie an sich, dann begrüßt sie Papa mit Handschlag. "Was bin ich froh, dass ihr da seid! Man macht sich ja doch immer Sorgen, es könnte unterwegs etwas passieren. Kommt herein, meine Lieben." Sie lässt meine Eltern los und kneift Felix in die Wange. "Groß ist er geworden, der Junge, tüchtig." Dann hebt sie mein Kinn ein wenig an, und ich spüre ihre kalten, faltigen Finger, während sie mich prüfend betrachtet. "Du siehst auch gut aus, Mädchen. Eine richtige junge Dame bist du schon. Wie lange haben wir uns nicht gesehen?"

Ziemlich geschafft blinzle ich gegen die plötzliche Helligkeit an. "Ein Dreivierteljahr ungefähr."

Oma nickt. "Und? Immer noch so gut in der Schule?"

"Auf dem letzten Zeugnis war sie bei den drei Besten in der Klasse", antwortet Mama, als ob ich das nicht selber könnte. "Lauter Einsen und Zweien, sogar in Latein, nur zwei Fehltage und keine einzige Verspätung."

"So ist es fein, mein Kind." Oma tätschelt mir die Wange. "So ist es Familientradition. Aber nun kommt. Machen wir es uns noch ein bisschen gemütlich. Ich habe einen kleinen Imbiss vorbereitet. Sicher seid ihr hungrig nach der langen Fahrt."

"Wo ist denn Opa?" Ich habe gleich im Flur meine Tasche abgestellt, bin als Erste ins Wohnzimmer getreten und blicke mich suchend um. Auf den Rückenlehnen der wuchtigen Polstermöbel liegen bestickte Deckchen, die schweren Vorhänge sind geschlossen, die Mahagonischrankwand glänzt im Schein der Deckenlampe und auf Opas Lieblingsplatz liegt nicht einmal seine Brille. "Schläft er schon?"

Oma nickt. "Ich habe ihn vor einer Stunde ins Bett geschickt. Natürlich hat er getobt, das könnt ihr euch ja denken. Aber morgen sieht er euch alle noch lange genug, es kommen so viele Gäste und es wird ein anstrengender Tag für ihn."

Nicht nur für ihn. So viel dämmert mir nach den paar Minuten schon. Genervt setze ich mich an den Esstisch. Unter Omas Blick falte ich die vor mir liegende Stoffserviette auf meinem Schoß auseinander. Mama schickt Felix zum Händewaschen ins Bad. Papa räuspert sich und rückt seinen Hosengürtel zurecht. Oma geht lächelnd umher und schenkt Saft aus einer Glaskaraffe ein. Schon wieder essen!

68,5 kg

Morgens:
2 Brötchen mit verschiedenem Belag

Mittags:
2 1/2 Teller Brühnudeln mit Hühnerfleisch,
1 Scheibe Roggenbrot mit Butter,
1 Schälchen Schokopudding

Nachmittags:
1 Stück Obstkuchen,
1 Stück Butterkremetorte,
1 Stück Marmorkuchen, 3 Tassen Milchkaffee,
2 cl Amarettolikör

Abends:
je 1 Portion Kartoffel- und Nudelsalat,
2 Scheiben Baguette mit Kräuterbutter,
1 Scheibe kalter Braten,
2 Wiener Würstchen, Mixed Pickles, 2 Glas Cola

Zwischendurch:

mehrere Hand voll Salzgebäck, Chips, Erdnüsse

Andauernd klingelt es an der Tür. Meine Oma hechtet zwischen Diele und Wohnzimmer hin und her, empfängt die Gäste, nimmt Blumensträuße und Geschenke für Opa entgegen und hängt Mäntel und Jacken an der Garderobe auf. Im Nu ist die ganze Villa erfüllt von kreischenden Begrüßungsrufen sämtlicher Großtanten, angeheirateter Kusinen und Schwägerinnen und dem dröhnenden Lachen unzähliger Vettern und Onkel, von denen ich nicht mal alle kenne. In der Luft hängt beißender Zigarettenrauch. Mein Opa, dessen achtzigster Geburtstag gefeiert wird, sitzt auf seinem Sessel am Esstisch, wo ich ihn gestern Abend vermisst habe.

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Kundenbewertungen zu "Dann bin ich eben weg" von "Christine Fehér"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4.7 von 5 Sterne bei 18 Bewertungen **** ausgezeichnet
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Bewertung von El-Gouna aus Hildesheim am 07.11.2011 ***** sehr gut
Sina ist alles andere als dick. Das Buch ist wirklich sehr Interessant , man kann es nicht einfach zur Seite legen. Es ist einfach grausig wie ein Mädchen von 68,8 kg sich auf 38 kg runter hungert.
Es ist eine Sucht immer dünner werden zu müssen.
Sehr gut geschrieben.

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Bewertung von SilenceButterfly aus Niedersachsen am 17.10.2011 ***** sehr gut
Sina ist wirklich nicht dick sondern normal. Doch sie findet echt gar nicht normal oder gut so. Sie findet sich zu dick und fängt an zu hungern.
Sina wird magersüchtig.

Das ist das erste Buch was ich über Magersucht gelesen habe. Und war sehr schnell mit dem buch durch, da ich es sehr interresant fand.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen !

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Schachqueen aus Bremen am 21.07.2011 ***** sehr gut
Die 15-Jährige Sina wiegt ganze 70kg. Sie ist selbst nicht damit einverstanden und als dann auf der Geburtstagsfeier ihres Großvaters die Verwandten über sie herziehen, fasst sie den Entschluss, eine Diät zu machen. Sina ist erfolgreich und auch bald interessiert sich ihr Schwarm für sie. Doch sie kann nicht mehr aufhören zu hungern und hat Angst, wieder zu zunehmen. Sie geht jeden Tag mehr als eine Stunde schwimmen und alle machen sich sorgen um sie. Im Schwimmbad hat sie schließlich einen Kreislaufkollaps und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Sina wiegt nur noch 38kg. Doch als sie sich weigert zu essen, wird sie in eine Anstalt gebracht, wo genau drauf aufgepasst wird das sie was isst. Als sie wieder zugenommen hat und entlassen wird, überkommt Sina wieder diese Angst, zuzunehmen und wieder dick zu werden. Wieder isst sie nichts und dieses Mal ist ihr leben in Gefahr…
Ich finde das Buch gut. Es ist schrecklich mit zu erleben, wie ein Mensch nichts mehr ist und Magersüchtig wird. Dieser schmeißt sein Leben weg, weil er Angst hat, dass alles umsonst war, wofür er abgenommen hat. Das geht wirklich unter die Haut. Ich empfehle es weiter.

7 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von ferkel. aus Gebesee am 19.05.2011 ***** ausgezeichnet
Sina ist wirklich nicht dick,sie ist genau richtig.Nur in die Röhrenjeans ihre besten Freundin passt sie nicht rein.Vorerst macht sie nichts draus.
Als sie dann aber angeekelt zusieht,wie ihre Mutter in ein fettes Butterbrot beißt,fasst sie einen Entschluss.Sie will etwas abnehmen.Nicht zu viel,aber so,dass sie ihrem Schwarm Fabio imponieren kann.
Gesagt,getan!Sina macht eine Diät,und isst dadurch immer weniger.Sie nimmt rasend schnell ab und setzt sich dabei immer neue Wunschgewichte.Sie merkt dabei gar nicht,wie sehr ihr das eigentlich schadet.Sina fällt immer weiter in das dunkle Loch der Magersucht.
Ihren Eltern fällt das Ganze erst auf,als der Anruf kommt,Sina sei zusammengebrochen.Sinas Eltern sind anatürlich erschrocken und erkennen Gott sei Dank den Ernst der Lage.Sie wird auf der Stelle in ein Krankenhaus eingewiesen,später sogar in eine Spezialklinik für Magersüchtige.Sina wehrt sich und will noch mehr abnehmen.
Ihre Eltern und viel Ärzte versuchen ihr klarzumachen,dass es ihre letzte Chance ist.Wenn sie nicht bald wieder auf ihren Körper hört,wird es eng für sie...
Mir hat das Buch wahnsinnig gut gefallen.Ich finde es mutig,ein so heikles Thema zu wählen.Feher drückt sich aber so gewählt aus,dass es authentisch und natürlich klingt,nicht gespielt.Sie findet Worte für Dinge,die für so viele ein Tabuthema sind.Respekt!

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Chemiecracker aus Böblingen am 06.05.2011 ***** ausgezeichnet
In Christine Fehérs „Dann bin ich eben weg“ geht es um den Kampf gegen die Magersucht, der nur selten ein gutes Ende nimmt.
Sina ist sechzehn Jahre alt und überhaupt nicht dick. Nur in die Hose ihrer superschlanken Freundin Melli passt sie nicht rein. Sina fasst einen Entschluss: Sie muss abnehmen!
Sie liest Kalorientabellen, trickst beim Essen und treibt Sport bis zum Umfallen. Immer wieder setzt sie sich ein Ziel ihres Traumgewichts, doch sie nimmt immer mehr ab.
Sina wird immer dünner und ihre Eltern lassen sich diese „Diät“ gefallen, bis Sina aufgrund ihres extremen Untergewichts nach dem Schwimmen zusammenbricht.
Sie wird ins Krankenhaus eingewiesen, doch sie sieht den Ernst der Lage nicht ein und will sogar noch mehr abnehmen. Sie kommt in ein Zentrum für Magersüchtige und alles scheint gut zu laufen, sodass Sina wenige Wochen später wieder nach Hause kann. Doch dort geht das Theater wieder von vorne los und ihre Eltern schicken sie erneut in ein Therapiezentrum.
Es ist ihre letzte Chance. Sina muss endlich verstehe, dass sie mit Essen ihren Körper nicht misshandelt, ganz im Gegenteil. Wenn sie nicht bald aus ihrer Welt aufwacht, hat sie ganz schlechte Karten.
Ich finde das Buch von Christine Fehér ist sehr eindrucksvoll. Immer mehr Jugendliche erkranken an Magersucht, weil sie nicht so schlank wie Models sind, auch wenn sie davor eine super Figur hatten. Ich habe dieses Buch mehrmals gelesen, weil ich dieses Thema sehr interessant finde.
Man merkt richtig wie Sinas Lebensfreude immer weniger wird, weil sie so verbissen auf die Kalorien achtet, dass sie an gar nichts anderes mehr denken kann. Am Anfang des Buches geht sie noch mit ihren Freuden shoppen und Eis essen. Doch dann fängt sie an zu schwimmen; sie ist so eisern dabei abzunehmen, dass sogar die Schule darunter leiden muss.
Der Kampf zwischen Sina und ihrer Magersucht ist gut dargestellt; man merkt, dass sie versucht mehr zu essen, doch ihr Körper ist nicht darauf eingestellt und wehrt sich dagegen. Dieses Buch soll einen abschrecken und ich denke, dass ist gelungen.

6 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Die*Kleine*Kaffeetante aus Würzburg am 15.10.2010 ***** sehr gut
Die Geschichte wird aus der Sicht von Sina erzählt. Dies stellt einen Bezug zur Protagonistin her, so dass man sich gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Die Autorin beschreibt gut die Gedanken&Gefühle Sinas vor allem zum Essen und dem Essverhalten ihrer Familie, aber nicht zu langatmig und ausschmückend.Teilweise werden Erinnerungen oder Tagträume Sinas beschrieben, diese sind anders gedruckt so dass man es beim Lesen gedanklich abgrenzen kann und nicht plötzlich verwirrt ist.Zu Beginn jedes Kapitels wird Sinas aktuelles Gewicht genannt und dass was sie den Tag über zu sich nimmt. Dadurch nimmt man die Veränderung die mit Sinas Essverhalten vor sich geht deutlicher wahr. Kurz vor ihrem Zusammenbruch isst sie praktisch nichts mehr. Die Kapitel sind nicht zu lang–durchschnittlich 8–10 Seiten, so dass man sich das Lesen gut einteilen kann.
MEINUNG
Auch wenn es für manche nach Klischee klingen mag–1-er Schülerin am Gymnasium, rel. gut situierte Familie, fürsorgliche Mutter, die immer üppige Mahlzeiten kocht, damit die Kinder keinen Hunger leiden…-auch meine Mutter war so bei ihrem Kochverhalten und so hab ich meist mehr gegessen als gut für mich war und habe noch heute Probleme obwohl ich schon längst nicht mehr zu Hause wohne meine Mahlzeiten so zuzubereiten dass ich keine 3 Tage brauche um alles aufzuessen oder mir hinterher übel ist. Und wir hatten immer übervolle Vorratsschränke, die ganze Familie hätte locker vier Wochen von dem Zeug leben können ohne einmal einkaufen zu gehen.Essstörungen sind überwiegend ein Problem der Mittel- und Oberschicht–man kann nur auf etwas verzichten, sich dafür oder dagegen entscheiden, was im Überfluss zur Verfügung steht. Es handelt sich um Krankheiten der westlichen Welt, mit einem Überangebot an Nahrungsmitteln in den Supermärkten, in der den Entwicklungsländern ist gestörtes Essverhalten praktisch unbekannt. Und ein Kind dass hier in Deutschland in absoluter Armut aufwächst, wo Essen knapp ist und die Familie kaum richtig satt wird, wird wohl kaum auf die Idee kommen freiwillig zu hungern. Auch währen des Krieges und in den Jahren danach gab es vermutlich kaum Magersucht.
SCHWÄCHEN
Der zeitliche Rahmen ist sehr knapp gewählt, man erfährt dass der Geburtstag im Mai ist–der Ohnmachtsanfall rel. zu Beginn der Sommerferien, und Sina hat in dieser Zeit 30 Kilo abgenommen. Wenn man gar nichts ist schafft man max. 10 Kilogramm in einem Monat, und sie fängt ja langsam an, am Anfang verzichtet sie nur auf den Zucker im Tee, den Nachschlag beim Mittagessen…
Es wird erwähnt das Sina anfängt Abführmittel zu nehmen, aber bis auf ein paar Bauchschmerzen und Durchfall–was man logischerweise erwartet wird über die Nebenwirkungen nichts erwähnt, das ganze wird nur auf einer halben Seite angerissen.
Im Krankenhaus wacht Sina mit einer Magensonde auf–eine Sonde wird niemals im Schlaf oder Koma gelegt, sondern man muss den Schlauch bei vollem Bewusstsein schlucken–die Gefahr dass die Sonde in der Lunge landet wäre zu groß! Da gibt es andere Möglichkeiten, etwa Infusionen mit Nährlösung, etc.
Eigentlich ein ganz gutes Buch, mit 200 Seiten hat man es schnell durchgelesen. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass solche Bücher auf eine schwarze Liste gehören und nur gegen ein psychologisches Unbedenklichkeitsgutachten etwa verkauft werden sollten. Statt zu informieren und zum Nachdenken anzuregen, könnte es je nach psychischer Verfassung, familiärer Situation oder Vorgeschichte des Lesers zum Nachmachen animieren, zumal eben die Sache mit den Abführmitteln eher harmlos dargestellt wird. Das empfohlene Lesealter von 14 Jahren ist auch das Alter wo viele Essstörungen beginnen.
Ich empfehle es–wegen der möglichen Gefahren-nur bedingt weiter; es sollten eher Eltern lesen.
Ich möchte allen Mamas & Papas sagen passt gut auf Eure Kinder auf, gebt ihnen immer das Gefühl dass Ihr Eure Söhne und Töchter um Ihrer Selbstwillen liebt!

Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
  • Die*Kleine*Kaffeetante aus Würzburg am 15.10.2010
    Hier stehen mir leider nur 4000 Zeichen zur Verfügung.

    Die komplette Rezension ist zu finden unter:
    http://www.ciao.de/Dann_bin_ich_eben_weg_Feher_Christine__Test_8655434
    mehr
     (Inhalt anstößig?)

3 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von kleinbrina aus Hamm am 26.09.2010 ***** sehr gut
Sina ist nicht dick, aber auch nicht wirklich schlank. Genau wie der Rest ihrer Familie. Nachdem Sina bei einer Familienfeier massenweise Essen zu sich nimmt, passt sie nicht in die Spinnenjeans ihrer besten Freundin. Daraufhin fasst Sina einen Entschluss: Sie will abnehmen.

Mit einer Radikaldiät und viel Sport quält sich Sina täglich aufs Neue. Als ihr die Jeans endlich passt, kann sie sich kaum darüber freuen, stattdessen will sie noch mehr abnehmen. Sina isst immer weniger und schmeißt sogar das Essen weg, welches ihre Mutter ihr morgens macht. Sina flüchtet immer mehr in ihren Sport, bis zu dem Tag, an dem sie im Schwimmbad zusammenbricht.

Sie wird ins Krankenhaus eingeliefert und künstlich ernährt. Sina soll zunehmen und neu lernen, Nahrung aufzunehmen. Als sie weiterhin die Nahrung verweigert, wird sie in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Doch wird ihr die Therapie helfen?

„Dann bin ich eben weg“ ist ein Jugendbuch, dass gleichzeitig Mut macht, aber auch abschreckt.

Vor allem das Verhalten der einzelnen Charaktere zeigt, wie unterschiedlich die Meinungen im Bereich Gewicht auseinandergehen.

Sina redet sich immer wieder ein, zu dick zu sein, obwohl sie es nicht wirklich ist. Ihre Unsicherheit und ihr Neid auf dünnere Mädchen treiben sie nicht nur in die Magersucht, sondern sorgen auch dafür, dass sich das Mädchen noch mehr von ihren Mitmenschen abkapselt. So meidet sie das gemeinsame Essen mit der Familie und den Freunden, indem sie bei beiden Seiten erklärt, dass sie schon gegessen hätte.

Vor allem die Aufzeichnungen darüber, was sie am Tag verteilt gegessen hat, zeigen nochmal, wie verzweifelt sie sein muss.

Der Schreibstil ist sehr feinfühlig ausgewählt und das Buch liest sich sehr flüssig und recht schnell.

Das Buch hat mich sehr berührt und macht erneut deutlich, dass jeder von der Krankheit Magersucht betroffen sein, wenn man nicht auf sich achtet. Ein tolles Jugendbuch!

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Bewertung von Caro aus Gerolstein am 21.07.2010 ***** ausgezeichnet
Sina ist nicht dick, nur nicht so dünn wie ihre Freundin Melli und deshalb auch etwas enttäuscht, als sie nicht in deren Hose passt. Doch als sie dann sieht, wie dick Butter auf dem Brot ihrer Mutter ist, beschließt sie , angeekelt, abzunehmen. Ihr Ziel ist es in Mellis Hose zu passen. Nach einiger zeit hat sie es geschafft und sit überglücklich. Doch nun reicht ihr das nicht mehr. Sie nimmt immer weiter ab, zählt jede einzelne Kalorie und geht jeden Tag für mehrere stunden schwimmen. Sie versteckt ihre nun noch nich aus Haut und Knochen bestehenden Körper unter dicken Pullis, von denen sie mehrer übereinander zieht.Aber dann passiert es: sie bricht im Schwimmbad zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht, es wird festgestellt, dass sie magersüchtig ist. Nun muss sie dort bleiben und eine Therapie machen, aber das essen ist für sie eine große Überwindung. Wird sie es schaffen ihre Krankheit zu besiegen?
Ich habe mir das Buch ausgeliehen, weil ich dachte Magersucht, ziemlich aktuelles Thema, könnte interessant sein. Und das war es danmn auch. Das Buch beschreibt super, wie alles harmölos anfängt und sich dann weiterentwickelt, bis es dann fast zu spät ist...

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Caro aus Gerolstein am 24.06.2010 ***** ausgezeichnet
In dem Buch geht es um Sina, die eigentlich überhaupt nicht dick ist, nur nicht so dünn wie ihre Freundin Melli. Deshalb passt sie auch nicht in ihre Hose. Als sie dann einmal sieht, wie die Butter von Brot ihrer Mutter quellt, beginnt sie abzunehmen. Zuerst möchte sie es nur schaffen in Mellis Hose zu passen. Sie zählt jede einzelne Kalorie und kann nicht mehr aufhören, obwohl sie schon längst in die Hose passt. Versessen noch mehr abzunehmen, verliert sie ihre Freunde und klappt im Schwimmbad zusammen. Sie kommt in eine Klinik, inder festgestellt wird, dass sie Magersucht hat. Nun beginnt ihr Kampf gegen die Krankheit...
Das Buch schafft es einfach aber doch auf eine besondere Weise eine traurige, aber sehr realitätsnahe und vor allem aktuelle Geschiche zu erzählen. Das Buch regt einem zum Nachdenken an und schafft es gut zu zeigen, wie alles anfängt und dann wie von selbst seinen Lauf nummt.

5 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von klasse8c aus Chemnitz am 20.06.2010 ***** ausgezeichnet
Morgens: 4 Scheiben Brot mit Nuss- Nugat- Kreme
Vormittags: 1 Apfel, 1 Salamibrot, 1 Dose Cola
Mittags: 1 Hühnerkeule, 2 Semmelklöße mit Soße...
So sieht die Ernährung von Sina am Anfang des Buches aus.
Aber sie fühlt sich dick und wird von ihrem Schwarm Fabio keineswegs beachtet. Sina beginnt eine Diät. Doch irgendwann kann sie mit dem ständigen Kalorienzählen nicht mehr aufhören und nimmt immer weiter ab. Täglich geht sie 1 1/2 Stunden schwimmen - bis sie eines Tages vor lauter Erschöpfung zusammenbricht.
30 kg hat sie bis zu diesem Ereignis abgenommen. Jetzt bekommt Sina Morgens, Mittags und Abends im Krankenhaus nur noch Sondennahrung.
Eine gewisse Zeit lang sieht es so aus, als wenn das Mädchen der Magersucht entrinnt, doch durch die heimlichen Gymnastikübungen schafft sie es, doch wieder 4 kg abzunehmen.
Erst in der geschlossenen Abteilung einer Psychatrie kann sie der Magersucht entkommen und kehrt in ihr normales Leben zurück.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich kann mit der Hauptperson Sina sehr gut mitfühlen und mich in sie hineinversetzen.
Ebenfalls das Design des Buches passt gut zum Thema Magersucht.
Ich würde das Buch jedem weiterempfehlen- es ist sehr lesenswert.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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4 Marktplatz-Angebote für "Dann bin ich eben weg" ab EUR 4,00

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