Das war ich nicht - Magnusson, Kristof
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Kristof Magnusson 

Das war ich nicht

Roman

Broschiertes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Das war ich nicht

"Bestimmt gibt es auch eine Zeit für das Privatleben. Frau. Kind. Später. Ich war erst 31. Zwischen dreißig und vierzig muss man brennen." Ein junger Banker, auf dem Sprung zur großen Karriere. Eine Literaturübersetzerin, auf der Flucht vor dem schön eingerichteten Leben mit Weinklimaschrank und Salzmühle mit Peugeotmahlwerk. Ein international gefeierter Schriftsteller mit Schreibblockade und Altersangst. Drei Menschen, die sich unversehens in abenteuerlicher Abhängigkeit befinden. Wie konnte es dazu kommen? Eine Bank, ein Leben ist schnell ruiniert. Das ist das Erschreckende, aber auch das Komische an diesem Roman, der mit großer Leichtigkeit von unheimlichen Zeiten erzählt.

Jasper Lüdemann hat es geschafft. Er ist aus dem Back Office in den Händlersaal der großen Investmentbank in Chicago aufgestiegen, Desk 3, Futures und Optionen. Jetzt kann er zeigen, was in ihm steckt. Privatleben ist abgemeldet. Zwischen dreißig und vierzig muss man für die Karriere brennen. Meike ist Übersetzerin. Der Bestsellerautor Henry LaMarck ist »ihr« Autor, ihre Existenzgrundlage. Den versprochenen großen Roman hat er nicht abgeliefert und ist auch nicht erreichbar. Um ihn zu finden, ist sie in Chicago. Henry LaMarck ist von der Verlagsparty zu seinem sechzigsten Geburtstag abgehauen und in einem Hotel untergetaucht. Er kann nicht mehr schreiben, er ist einsam, aber er hat sich verliebt. In ein Foto von einem jungen Banker, der verzweifelt auf die fallenden Kurse starrt. Fallende Kurse. Seit Jasper Meike in einem Cafe getroffen hat, brennt er für sie. Um ihr zu imponieren, zeigt er ihr, wie man Geschäfte macht. Er kauft Optionen ohne Kundenvollmacht. Erst macht er Gewinn. Dann Verluste, existenzgefährdende Verluste. Eine aussichtslose Lage, bis er Henry LaMarck begegnet. »Das war ich nicht« erzählt von drei Menschen, deren Leben durch Zufall in eine abenteuerliche Abhängigkeit gerät. Und gäbe es nicht die Möglichkeit der Liebe, vielleicht auch ihre Unmöglichkeit, die dem Leben eine andere, unvermutete Wendung gibt, wer weiß, ob sich ein Ausweg finden würde. Eine Bank, ein Leben ist schnell ruiniert. Das ist das Erschreckende, aber auch das Komische an diesem Roman von Kristof Magnusson, der eine große Spannung entfaltet und unvergessliche Charaktere schafft.

Produktinformation


  • Verlag: Kunstmann
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 285 S.
  • Seitenzahl: 288
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 145mm x 30mm
  • Gewicht: 462g
  • ISBN-13: 9783888975820
  • ISBN-10: 3888975824
  • Best.Nr.: 26327976

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Großartig amüsiert hat sich Kristina Maidt-Zinke mit diesem Roman, in dem selbst der Finanzkrise nicht wenig Komik abgewonnen wird, wie sie feststellen kann. Geradezu überrascht ist die Rezensentin, dass nicht etwas ein angelsächsischer, sondern ein deutschsprachiger Autor das Thema so leichthändig zu verarbeiten weiß. Allerdings ist Kristof Magnusson halber Isländer, wo Maidt-Zinke auch die Wurzeln seiner Gabe für das "Beiläufig-Skurrile" vermutet. Magnusson verknüpft die Geschichten eines an Schreibhemmung leidenden Erfolgsautors, seiner Übersetzerin, die verzweifelt auf seinen angekündigten Roman wartet, und eines mindestens ebenso verzweifelten Jungbankers, der durch Blauäugigkeit und Hilfsbereitschaft eine Bankenkrise auslöst, lässt die Rezensentin wissen. Sie ist hingerissen, wenn der Autor minutiös, aber verblüffend verständlich die Mechanismen der Finanzkrise erklärt, und überhaupt preist sie den "raffiniert unprätentiösen" Roman als wunderbar gelungene Unterhaltung.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.01.2010

Für eine Handvoll Erdnüsse mehr

Sein und Haben: In seinem famosen zweiten Roman "Das war ich nicht" sieht Kristof Magnusson die Krisen des globalen Finanzmarktes kommen und gehen.

Von Irene Bazinger

Wer hätte in den letzten Jahren nicht ein bisschen den Überblick verloren bei all den Immobilien-, Devisen-, Finanzmarkt-, Weltwirtschaftskrisen? Den Aktien- und Kunstmarktblasen, die zum Beispiel der Milliardenbetrüger Bernard Madoff oder der kapriziöse Kunsthändler Charles Saatchi steigen ließen? Und dann war da noch Nick Leeson, jener skandalumwitterte Vorbote all dieser Katastrophen, ein Bürschchen von knapp dreißig Jahren mit vorgeblich goldenen Händen, der an der Börse von Singapur erst für enorme Gewinne und alsbald für enorme Einbußen sorgte. Der skrupellos gierige Börsenmakler trieb die ehrwürdige Londoner Barings Bank mit Fehlspekulationen und einem Minus von über einer Milliarde Dollar in den Ruin. Als der Schwindel 1995 aufflog, floh er und wurde auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen. An seinem Arbeitsplatz fand man einen Zettel mit den Worten: "Es tut mir leid."

Ähnlich lapidar klingt der Titel des zweiten …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.12.2010

Manchmal muss
man brennen
Wie eine Bank fällt
Als Anfang dieses Jahres Kristof Magnussons Roman „Das war ich nicht“ erschien, da freuten sich viele über das Buch zur Krise. Schließlich gibt es in dieser Dreiecksgeschichte zwischen Norddeutschland und Chicago einiges an Finanzmarkt-Turbulenzen. Dennoch wäre es zutreffender, von der Krise zum Roman zu sprechen. Magnusson hatte mit den Recherchen und dem Schreiben immerhin begonnen, als die meisten von uns noch gefragt hätten: Lehmann-Brüder? Wo trifft man die denn?
Die flotte Lesung des Romans nun erlaubt einen zweiten, weniger aufgeregten Blick auf diesen. ( Kristof Magnusson: Das war ich nicht. Gelesen von Jens Harzer, Fritzi Haberlandt, Dietmar Mues. Gekürzte Hörbuchfassung und Regie: Wolfgang Stockmann. Verlag Antje Kunstmann, München 2010. 3 CD, 254 Minuten, 19,90 Euro. ) Die Geschichte vom erfolglos alternden Erfolgsschriftsteller Henry LaMarck, von dessen ratlos unglücklicher Übersetzerin und vom Anerkennung heischenden Banker entpuppt sich als witziges Lehrstück über das menschliche Glück. Während alle glauben wollen, dass es in einer Bank rational zugeht, worüber Beteiligte …

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Kristof Magnusson, geb. 1976 in Hamburg, machte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und der Universität Reykjavik. Seine Komödien 'Der totale Kick' und 'Männerhort' wurden in Berlin, Dresden, Köln und Bonn mit Erfolg aufgeführt. Er wurde mit dem Literaturförderpreis der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet und für seine Theaterstücke vom Deutschen Literaturfonds gefördert. Kristof Magnusson lebt in Berlin.

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Kundenbewertungen zu "Das war ich nicht" von "Kristof Magnusson"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4.3 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen **** sehr gut
(aus 4 Bewertungen)
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Bewertung von scribbler aus Karlsruhe am 22.02.2011 ***** sehr gut
Zufälle gibt ´s! Eine nette Geschichte über nur 3 Personen die irgendwie miteinander in Beziehung stehen- jeweils geschickt beschrieben aus der Sicht der Person- Klasse gemacht. Amüsant.

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Bewertung von G.Walslebe aus Berlin am 12.10.2010 ***** gut
Die ersten 100 Seiten waren schnell und nett zu lesen, der Stil von Magnussen eher für die seichte Literatur geeignet, die letzten 180 Seiten aber waren zum Teil zu vorhersehbar, zum Teil etwas zu gewollt. Die drei Ich-Erzähler waren wirklich nicht tief genug gezeichnet, um ihre Handlungsweisen tatsächlich zu verstehen. Da geistern Namen durch das Buch, ohne dass deren Einfluss auf einen der Protagonisten wirklich erkennbar ist (z.B. Artur). Und dass ein Bänker (und das noch als Einzelner)eine Finanzkrise mit den eher kleineren Summen auslösen könnte, na, wer's glaubt ...
Insgesamt ein Buch, das gut zu lesen ist, immer wieder mal eine nette Passage aufweist, aber nicht wirklich zum Brüllen komisch ist oder Tiefgang aufweist. Schnell gelesen, wahrscheinlich aber auch ebenso schnell vergessen.

1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von R.E.R. am 18.05.2010 ***** ausgezeichnet
Die Glücksritter

Es gibt wenige Autoren, die es schaffen mich beim Lesen nah an den Rand des Herzinfarktes zu bringen. Eigentlich fällt mir nur Ian McEwan ein, dessen Figuren ich durch die Seiten am liebsten zurufen möchte: Tu das nicht! Siehst du nicht wohin das führt? Nun habe ich einen weiteren Kandidaten entdeckt: Kristof Magnusson. Auch hier ließ mir das Entsetzen den Atem stocken, während ich den hochriskanten und ins Verderben führenden Transaktionen Jaspers zu folgen versuchte. Gleichzeitig kamen meine Augen kaum meinem japsenden Verstand hinterher, der sich den Inhalt von “Das war ich nicht“ in großer Eile einverleiben wollte.

Maike hat sich von ihrem langjährigen Freund Arthur getrennt, ein altes Bauernhaus in der friesischen Heide gekauft und wartet nun auf ihren nächsten Verlagsauftrag. Das Manuskript für die Übersetzung des Jahrhundertromans “ihres” Schriftstellers Henry LaMarck. Als dieses nicht kommt und daher auch nicht der dringend benötigte Vorschuss des Verlages, macht sich Maike auf den Weg nach Chicago um Henry zu suchen und sich das Manuskript direkt bei ihm zu holen. In einer Kaffeebar trifft sie Jasper, dem sie aus Mangel an Bargeld erstmal seinen Kaffee klaut. Jasper, ein ebenso aufstrebender wie freundlicher Devisenhändler findet Maike trotzdem nett und lädt sie gleich auf einen weiteren Espresso ein. Was im Verlauf der Unterhaltung zu Henry LaMarck führt. Der wiederum gerade seine Schreibblockade zu überwinden versucht, indem er mit einem Foto aus dem Wall Street Journal, in das er sich spontan verliebt hat, auf die Suche nach dem abgebildeten Broker geht: Jasper!

Sehr geschickt webt Magnusson diese drei Geschichten zunächst nebeneinander her, bevor er sie im Verlauf der Handlung ineinander flicht. Erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, abwechselnd von Jasper, Maike und Henry. Das gibt der Geschichte zusätzliche Würze, denn gerade wenn man sich vor Spannung nicht mehr zu halten weiß, kann man sicher sein, das nun erst mal der nächste Erzähler dran ist. Das steigert das Lesetempo ungemein.

Vor allem Jaspers Schicksal hat mich besonders berührt. Aufgrund seines liebenswerten Charakters ist er an seinem Arbeitsplatz eigentlich völlig Fehl am Platz. Das zeigt sich, als er einem Kollegen hilft eine verunglückte Transaktion zu vertuschen und dabei auf seinen Spekulationen ausrutscht. In kürzester Zeit haben sich auf seinem schwarzen Konto siebenstellige Millionenverluste angehäuft. Wollten Sie schon immer wissen, wie das eigentlich funktioniert? Hier wird die Finanzkrise einfach, verständlich und sehr unterhaltsam erklärt.

Natürlich kann ich hier unmöglich den Schluss verraten. Nur soviel. Es gibt einige überraschende Wendungen, Stellen an denen man vor innerer Anspannung entweder laut aufschreien oder loslachen möchte. Beides habe ich beim Lesen auf dem Crosstrainer in meinem Fitnessstudio getan. Wer mich überrascht ansah, bekam eine Buchempfehlung. Die ich hiermit weitergebe.

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Bewertung von anette1809 - katzemitbuch.blogspot.com aus Sulzheim am 11.03.2010 ***** ausgezeichnet
Inhalt:
Das war ich nicht - ein Roman über drei Personen: Jasper, Anfang 30, ein Banker auf dem Sprung zur großen Karriere. Meike, eine Literaturübersetzerin, auf der Flucht vor einer vorhersehbaren Zukunft: Partnerschaft, Pärchenfreunde, zusammenziehen, über Kinder nachdenken... und Henry, ein international gefeierter Schriftsteller mit Schreibblockade und Altersangst, der von der Party zu seinem sechzigsten Geburtstag verschwindet und untertaucht.
Auf abenteuerliche Weise geraten diese drei Personen in Abhängigkeit voneinander: Meike Urbanski ist die Übersetzerin "ihres" Schriftstellers Henry LaMarck, ihrer Existenzgrundlage. Da dieser weder seinen versprochenen Jahrhundertroman beim Verlag abliefert hat, noch auffindbar ist, fliegt Meike nach Chicago, um ihn zu finden. Henry LaMarck verliebt sich in das Foto von einem jungen Banker, der verzweifelt auf die fallenden Kurse starrt - das könnte der Aufhänger für seinen großen Roman sein! - und eben dieser Banker namens Jasper Lüdemann versucht eine junge deutsche Frau wiederzufinden, die ihm im Café Caribou seinem Kaffee vor der Nase weggeschnappt hat...
Jasper will Meike treffen, Meike will Henry treffen, Henry will Jasper treffen. Jasper interessiert sich nicht für Henry, Henry fühlt sich durch Meike belästigt und bloßgestellt, Meike findet Jasper arrogant und unsympathisch, und jetzt?

Eigene Meinung:
Eigentlich ist es erschreckend, dass Menschen ihre Karriere und damit möglicherweise ihr ganzes Leben ruinieren, aber Kristof Magnusson verpackt das Ganze in einen urkomischen modernen Schelmenroman. Die Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven der drei Protagonisten erzählt. Zu Beginn des Buches fand ich die Geschichte aus Jaspers Sicht etwas anstrengend, weil er auf mich einen sehr arroganten und unsympathischen Eindruck machte, und wer mag sich schon mit einem solchen Charakter identifizieren? Außerdem interessiere ich mich nicht für die Börsengeschäfte, die Jasper in seinem Job tagtäglich abwickeln muss. Aber selbst aus dieser Erzählperspektive hat mich das Buch nach einigen Kapiteln gefangen genommen, und als das Unheil plötzlich unaufhaltsam seinen Lauf nahm, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, und zum Ende hin sind mir die verschrobenen und stellenweise unsympathischen Charaktere doch tatsächlich ans Herz gewachsen ;o) Kristof Magnussons Charaktere wirken nie gekünstelt, konstruiert oder eindimensional und das macht diesen Roman so überaus lesenswert!

Fazit:
Dieses Buch war eine literarische Überraschung für mich. Zuvor hatte ich von Kristof Magnusson weder etwas gehört noch gelesen und war von seinem Schreibstil und seinem Humor schlichtweg begeistert!

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