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Als Achtjähriger erlebt John sein braunes Wunder, als Teddybär Ted durch eine magische Fügung lebendig und zum Star wird. 27 Jahre später ist Ted noch immer der Fixpunkt in Johns Leben. Damit musste sich auch Freundin Lori arrangieren, die sich aber sehnlichst Johns Reifung zum Mann und zumindes die räumliche Trennung von Ted wünscht. Irgendwann aber ist auch Loris Geduld am Ende, gehen die zwei Kindsköpfe zu weit. Jetzt steht John vor seiner schwersten Entscheidung: Plüschkumpel oder Schmusefreundin. Derb und herzlich amüsiert sich Seth MacFarlanes Hitkomödie über die Hypothese, dass de…mehr

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Produktbeschreibung

Als Achtjähriger erlebt John sein braunes Wunder, als Teddybär Ted durch eine magische Fügung lebendig und zum Star wird. 27 Jahre später ist Ted noch immer der Fixpunkt in Johns Leben. Damit musste sich auch Freundin Lori arrangieren, die sich aber sehnlichst Johns Reifung zum Mann und zumindest die räumliche Trennung von Ted wünscht. Irgendwann aber ist auch Loris Geduld am Ende, gehen die zwei Kindsköpfe zu weit. Jetzt steht John vor seiner schwersten Entscheidung: Plüschkumpel oder Schmusefreundin.

Derb und herzlich amüsiert sich Seth MacFarlanes Hitkomödie über die Hypothese, dass des Mannes bester Freund auch ein Teddybär sein könnte.

Aus der Kombination von liebevoll und drastisch, kindlich und vulgär bezieht dieser US-Kassenerfolg seine Gag-Munition, mit dem Animationsguru MacFarlane, Mastermind des TV-Dauerbrenners "Family Guy", sein Regiedebüt gibt. Das Konzept wird bereits in den ersten Bildern deutlich, wenn der Erzähler mit sanfter Stimme ein warmherziges Märchen suggeriert, bis die Worte "Fresse polieren" und damit die ersten Tabus fallen. Weitere werden folgen, vom Unantastbarkeitsnimbus des 11.September bis hin zum rotzig-übergewichtigen Jungen, der nur mit einer erwachsenen Faust im Gesicht gebremst werden kann. Titelfigur Ted ist ein mit Motion-Capture überzeugend realisierter Teddybär, der durch den Wunsch eines Achtjährigen zum Leben erweckt wird und auch noch 27 Jahre später der beste Freund Johns (Mark Wahlberg) ist. Dass Ted sich äußerlich nicht verändert, spiegelt den nie eingetretenen Reifeprozess, denn obwohl sein Vokabular vulgär und sein Lieblingsspielzeug weiblich, wohlgebaut und blond geworden ist, ist Ted immer noch Kind - wie im Grunde auch Kumpel John. Ungeachtet dessen ist dieser seit Jahren mit der attraktiven Lori (Mila Kunis) liiert - ein Umstand, der den Film in Richtung Märchen rückt, auch wenn er sich sonst mit seinen kindlichen männlichen Figuren als Dokumentation versteht.

Im Kern variiert "Ted" den Plot zahlloser amerikanischer Beziehungskomödien, in denen die Freundin des Manchilds irgendwann entnervt die Trennung vollzieht. Zusätzliches Konfliktpotenzial bringt ein Stalker (Giovanni Ribisi) ein, der seinem psychisch solidarisch geschädigten Sohn unbedingt Ted als neuen Spielkameraden ins Haus holen will. Pervertierte Züge sind in mehreren Nebencharakteren sichtbar, ob nun Ribisi sich von alten Pop-Clips mit Tiffany aufheizen oder Teds Boss im Supermarkt den Masochisten gibt. Längst nicht alle Gags zünden in diesem Cocktail aus Situationskomik, Gefühlskino mit Herz und Tour durch die Popkultur, der seine besten Gags oft in kleinen Details versteckt und mit einer im "Bourne"-Modus geführten Prügelei zwischen den Best Buddies vielleicht das Highlight setzt. Wie die positive Reaktion am US-Box-Office zeigt, funktioniert der schräge Mix aber insgesamt gut, womit dieses Stofftier, aus dem die Einspielträume sind, noch weiteres Leben in sich haben dürfte. kob.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
  • Produktdetails
  • EAN: 5050582896350
  • Best.Nr.: 36145467
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 06.12.2012
  • Hersteller: Universal Pictures
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Tschechisch, Türkisch
  • Untertitel: Deutsch, Estnisch, Türkisch, Hebräisch, Tschechisch, Griechisch, Rumänisch, Portugiesisch, Isländisch, Englisch
  • Regionalcode: 02
  • Bildformat: 1:1, 85/16:9
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • Kopierschutz: ja
  • Gesamtlaufzeit: 106 Min.

Rezensionen

Besprechung von 01.08.2012
Komik an der Gattungsgrenze
Die Filmkomödie "Ted" von Seth MacFarlane bringt Mann, Frau und einen Teddy in romantische Bedrängnis

In Seth MacFarlanes Fernsehserie "Family Guy" gibt es einen Hund namens Brian, der eindeutig der Hausintellektuelle ist. Entsprechend defätistisch verhält er sich zu den Dingen des Lebens in einer Zeichentrickfamilie, die von einem flegelhaften Vater dominiert wird. Gemeinsam mit dem dramatisch überqualifizierten Baby Stewie bildet Brian so etwas wie eine ohnmächtige Opposition der nicht ernst Genommenen. Und dann hat Brian auch noch ein Liebesleben, in dem er ständig an der Gattungsgrenze scheitert.

Wie diese konkret und anatomisch plausibel zu überwinden ist, zeigt nun der erste Spielfilm von Seth MacFarlane, der am Donnerstag in unsere Kinos kommt. In "Ted" gibt es einen Liebesakt zwischen einem Teddybären und einer Verkäuferin im Lager eines Supermarkts. Die Gemüsesorten, die dabei zum Einsatz kommen, werden genau genannt, woraus zweierlei hervorgeht: Ted ist kein Teddybär mit Kinderstube, und dies ist kein Film für Kinder. "Ted" ist vielmehr eine zum Teil drastische Satire auf einen Typus, der die amerikanische Populärkultur zurzeit beschäftigt: der Mann, der nicht in die Gänge kommt. In diesem Fall sind es sogar zwei.

John Bennett und sein Teddybär werden ein Paar, als John acht Jahre alt ist. In seiner Einsamkeit wünscht er sich, dass sein einziger Gefährte so lebendig wäre wie er selbst - und wi in vielen Märchen erweist sich auch hier die Erfüllung des Wunsches als tückisch. Denn fünfundzwanzig Jahre später, in der Erzählgegenwart des Films, sind John und Ted noch immer ein Paar. Nur ist der Bär inzwischen zu einem üblen Taugenichts herangewachsen, der sich am liebsten mittels der Wasserpfeife zudröhnt und die Tage auf der Couch verbringt. John (Mark Wahlberg) versucht, daneben einen Beruf in einer Mietwagenfirma auszuüben und eine Beziehung mit Lori (Mila Kunis) zu führen. Er ist schon vier Jahre mit ihr zusammen. Nun steht allmählich der nächste Schritt an, doch lässt sich der in einer Dreier-WG machen, in der immer ein schlecht erzogener Teddybär dabei ist?

Mit dieser Konstellation stellt "Ted" so etwas wie eine Quintessenz der amerikanischen Filmkomödie der Gegenwart dar. Denn Seth MacFarlane wagt sich hier an einen kühnen Genremix. Er verbindet nicht weniger als drei wesentliche Stränge des komischen Unterhaltungskinos (die männlich dominierte gross-out-comedy, die anthropomorphe Animationskomödie und letztendlich die klassische Familien-Sitcom) und wendet sie auf die kommerziell ergiebigste Form an, auf die romantic comedy. In dieser geht es um die störenden Momente, die dem Glück im Wege stehen, einem Glück, das per definitionem erreicht werden muss. Der Clou (und auch das Problem) an "Ted" ist, dass das retardierende Moment gewissermaßen komödientheoretisch überbesetzt ist. Denn der Teddybär hält in seiner anarchischen Fixierung auf Parties und Prostituierte auch eine grundsätzlich andere Option des Lachens offen, und er verhöhnt dabei noch (als putzig animiertes Tier) ein ganzes Pixar-Universum, das sich doch eindeutig auf eine familienfreundliche Heiterkeit festgelegt hat.

Die romantische Komödie in "Ted" bleibt angesichts der vielen Interessen seines Schöpfers fast auf der Strecke. Zwar hält sich MacFarlane penibel an die dreiaktige Struktur und findet auch eine schöne Lösung am Ende. Aber insgesamt ist das doch ein zentrifugaler Film, in dem die Nerd-Tendenzen sich ständig zu kleinen Zitatblöcken verselbständigen. MacFarlane ruft dabei auch jene Komödie auf, die sich am ehesten als Bezugspunkt für "Ted" nennen lässt: Mitte der Neunziger blieb "The Cable Guy" eines der großen Missverständnisse seiner Zeit, ein Starvehikel für Jim Carrey, das allzu seltsamen Phantasien und Symbolisierungen nachging, als dass daraus ein Erfolg hätte werden können. Weder Carrey noch der damals als Regisseur angetretene Ben Stiller haben sich von "The Cable Guy" jemals wieder erholt; beide mussten seither dutzendfach Frondienst im konventionellen Fach leisten, um diesen einen exzentrischen Höhepunkt gutzumachen.

Seth MacFarlane hat es da leichter, denn die Serie "Family Guy" hält sich trotz des übermächtigen Schattens der "Simpsons" gut in seinem Fach. Doch "Ted" hat nun, wie damals "The Cable Guy", auch etwas von einem missratenen Geniestreich, der an seiner eigenen Intelligenz zu ersticken droht. MacFarlane sucht nach einer Erfahrung, an die uns gerade die Zeichentrick-Sitcoms gewöhnt haben: dass man naiv und reflexiv zugleich zuschauen kann, mit dem Herzen und dem Gerümpel im Kopf. Doch finden die beiden Spuren in "Ted" nicht richtig zusammen. So kann man diesen eigentümlichen Solitär als Zeugnis ex negativo dafür nehmen, welche Reichtümer die amerikanische Komödie in ihren Teilbereichen geschaffen hat. "Ted" kann sie nicht integrieren, doch auch im Scheitern ist dies ein großer Film.

BERT REBHANDL

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Das Regiedebüt von Seth MacFarlane tourt wie sein TV-Animations-Dauerbrenner "Family Guy" zitierend und parodierend durch die Popkultur, generiert seine Gags aus der Kombination von niedlich und dreckig, liebevoll und vulgär. Nicht immer zündet der Mix, doch insgesamt ist diese Komödie, die ihre besten Gags oft in Details versteckt und mit einigen Tabus bricht, mit ihrem schrägen Konzept und ihren menschlichen Stars Mark Wahlberg und Mila Kunis doch komisch genug.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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