Das Museum der Unschuld - Pamuk, Orhan

Orhan Pamuk 

Das Museum der Unschuld

Roman

Aus d. Türk. v. Gerhard Meier
Gebundenes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Das Museum der Unschuld

Kemal, ein junger Mann aus der Oberschicht Istanbuls, verfällt der Liebe zu einer armen Verwandten - der blutjungen, naiven und wunderschönen Füsun. Was als Affäre begonnen hat, wächst sich bald zu einer Obsession aus, doch das hindert Kemal nicht daran, die Beziehung mit seiner Verlobten fortzuführen. Nach dem rauschenden Verlobungsfest lässt sich die Geliebte nicht mehr blicken. Verzweifelt erkennt Kemal, dass er Füsun über alles liebt. Doch es ist zu spät. Der Nobelpreisträger Orhan Pamuk erzählt in seinem großen Liebesroman von einer Gesellschaftsschicht der Türkei, die in vielem ganz und gar westlich scheint und doch noch traditionelle Züge trägt - ein Kontrast, der subtile Ironie erzeugt.

Produktinformation


  • Verlag: Hanser
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 571 S.
  • Seitenzahl: 576
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23061
  • Deutsch
  • Abmessung: 197mm x 128mm x 46mm
  • Gewicht: 808g
  • ISBN-13: 9783446230613
  • ISBN-10: 3446230610
  • Best.Nr.: 23797089

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Bewegt, und immer wieder "unnennbar ergriffen" beschreibt Rezensent Walter van Rossum die Welt von Orhan Pamuks neuem Roman, der aus seiner Sicht eine "große Liebesgeschichte" sowie ein "wunderbarer Beleg" dafür ist, wie man mit den Mitteln des Romans der Welt "ihren Reichtum, ihre Komplexität und ihre schwierige Schönheit" zurückgeben kann, ohne in die dümmlichen ideologischen Raster gegenwärtiger Realitätsbewältigung zu verfallen. Glutkern des Romans sei seine Bewusstmachung der "Vergesellschaftung" der Gefühle bis in ihre intimsten Regungen, was Pamuk an der Geschichte eines unglücklichen Dreiecksverhältnisses verhandele, eines Mannes, der zwei Frauen liebt. Auch das titelgebende wie symbolische Museum der Unschuld, das der Protagonist für seine Liebe errichtet und mit Gegenständen bestückt, findet der Rezensent als Romanmotiv wie als darüber hinaus gehendes Bild für Istanbul und den Tumult der Gefühle seiner Bürger zwischen Tradition und Moderne geradezu kongenial. 

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.02.2010

Wer hat, soll nichts bekommen
Orhan Pamuk: Keine Förderung durch die Kulturhauptstadt Istanbul
„Kulturhauptstadt Europas”: Die Istanbuler jubelten, als ihnen der Titel für das Jahr 2010 angetragen wurde. Aber von Anfang an stand die Organisation unter keinem guten Stern. Zweimal wurde der Chef des Organisationskomitees ausgewechselt. Massenhaft traten die künstlerischen Berater zurück. Schließlich war kaum mehr einer übrig, der nicht zur Regierung gehörte. Die Vorwürfe der Zurückgetretenen lauteten auf Korruption, Intransparenz, Provinzialismus. Dabei wird in Istanbul ungleich mehr Geld ausgegeben als in den anderen Kulturhauptstädten Essen und Pecs: Offiziell sind es 374,5 Millionen Lira, umgerechnet etwa 180 Millionen Euro. Die Kunstschaffenden nahmen der Agentur vor allem übel, dass mehr als 70 Prozent der Summe für Bau- und Restaurierungsarbeiten an historischen Moscheen und Palästen ausgegeben werden – viele Projekte wurden zudem nicht an Fachleute vergeben, sondern an Baufirmen, sodass das Unterfangen bald in den Ruch kam, ein Selbstbedienungsladen für regierungsnahe Geschäftsleute zu sein. Ein Ruf, der von der Opposition und …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.09.2008

Auf der Suche nach der verlorenen Stadt

Orhan Pamuks Roman "Das Museum der Unschuld" verewigt das Istanbul der siebziger Jahre, erfindet eine Gestalt der Weltliteratur und erzählt die bewegende Geschichte einer unglücklichen Liebe.

Von Andreas Kilb

Auf dem Tiefpunkt seines Lebens- und Liebeswegs kämpft der Museumsgründer Kemal Basmaci mit einem kleinen Jungen um ein Kindertaschentuch. Kemal hat das Tuch, an dem der Geruch seiner großen Liebe Füsun haftet, am Silvesterabend des Jahres 1982 beim Bingospielen mit Füsun und ihren Eltern gewonnen, und nun möchte er es seiner wachsenden Sammlung von Gegenständen einverleiben, die ihn an die Geliebte und sein verlorenes Glück mit ihr erinnern. Aber Ali, der Nachbarsjunge, hat ebenfalls ein Auge auf den Spielgewinn geworfen und lässt sich nicht abwimmeln. Hinter dem Rücken von Füsuns Familie, die am Fenster steht und in den herabströmenden Regen schaut, ringen die beiden, ein erwachsener Mann und ein Kind, um ein Stück helles Leinen, bis der Schwächere schließlich nachgibt. Es ist eine jener kleinlichen, peinlichen Alltagsszenen, hinter denen sich die wirklich tragischen Geschichten …

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Orhan Pamuk, geb. 1952 in Istanbul, studierte Architektur und Journalismus und lebte mehrere Jahre in New York. Für seine Romane erhielt er 1990 den Independent Foreign Fiction Award, 1991 den Prix de la découverte européenne, 2003 der International IMPAC Dublin Literary Award, 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und in demselben Jahr den Ricarda-Huch-Preis, 2006 den Nobelpreis für Literatur und 2007 die Ehrendoktorwürde der FU Berlin als 'Ausnahmeerscheinung der Weltliteratur'.

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Kundenbewertungen zu "Das Museum der Unschuld" von "Orhan Pamuk"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von L.C aus Gießen am 29.06.2011 ***** ausgezeichnet
Eine tragische Liebesgeschichte, die mich zum Weinen und zum Lachen bringt...Nach Julia&Romeo wird dieses Buch die Weltliteratur in Kürze erobern.

Der Protagonist Kemal ist unsterblich in Füsün verliebt, die so nah und doch so unerreichbar für ihn ist. Um ihr ein Stück näher zu kommen, entwendet Kemal Gegenstände von Füsün und errichtet ein Museum....ein Museum der Unschuld. Kemal´s Leid und Lethargie bringt die Leser zum Weinen.

Thematisert wird ebefalls die poltische Lage der Siebziger, die westliche Lebensweise nach Gründung der Repuklik und Pamuks Liebe zu der Stadt Istanbul.

Absolut empfehlenswert!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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