Wie wir begehren - Emcke, Carolin

Wie wir begehren

Carolin Emcke 

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Wie wir begehren

Entdecken wir das Begehren oder entdeckt das Begehren uns? Wie frei sind wir, unser Begehren zu leben? Hat es nur eine Form oder ändert es sich, wird tiefer, zarter, radikaler?
In ihrem so persönlichen wie analytischen Text schildert Carolin Emcke das Suchen und die allmähliche Entdeckung des eigenen, etwas anderen Begehrens. Sie erzählt von einem homosexuellen Coming of Age, von einer Jugend in den 1980er Jahren, in der über Sexualität nicht gesprochen wurde. Sie buchstabiert die vielen Dialekte des Begehrens aus, beschreibt die Lust der Erfüllung, aber auch die Tragik, die gesellschaftliche Ausgrenzung dessen, der sein Begehren nicht artikulieren kann. Eine atemberaubend ehrliche Erzählung, die gleichermaßen intim wie politisch ist.


Produktinformation

  • Verlag: S. Fischer
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 253 S.
  • Seitenzahl: 256
  • Fischer Sachbuch
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 136mm x 27mm
  • Gewicht: 385g
  • ISBN-13: 9783100170187
  • ISBN-10: 3100170180
  • Best.Nr.: 34511025
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.03.2012

Was sonst noch geschah, als Helmut Kohl Kanzler war

Homosexualität ist kein Schicksal, sondern eine Lust: Carolin Emcke erzählt in "Wie wir begehren" davon, wie sie das entdeckte - und welche Rolle die Musik dabei spielte.

Am ersten Schultag im Gymnasium, in einer der ersten Pausen, die auf einem schlammigen Hof verbracht werden, findet sich Carolin Emcke mit ihrem neuen Mitschüler Daniel plötzlich in einem Kreis anderer Kinder, umzingelt, aufgefordert, sich mit Daniel zu schlagen. Sie sieht ihn an diesem Tag zum ersten Mal. Es gibt keinen Grund für diese Szene, nur eine Stimmung drohender Gewalt, Willkür und Bösartigkeit, ein "wir" der Mehrheit der Kinder, das sagt: "Schlagt euch", und ein "ihr" der anderen, Daniel und Carolin, die unschlüssig voreinanderstehen. Dann ist die Pause zu Ende. Niemand hat sich geprügelt. Aber ein Muster ist sichtbar geworden: das Wechselspiel von Einschluss und Ausschluss, um Hierarchien zu schaffen, wo erst mal nur eine Gruppe von Kindern war.

Mit dieser Szene beginnt Carolin Emckes autobiographisches Buch "Wie wir begehren". Es erzählt von einer Kindheit in den siebziger Jahren, in der es noch einen Wald …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Andrea Roedig ist sich sehr uneins: Einerseits ist Emckes "erotische Autobiografie" über das Erwachen und Formen der eigenen, homosexuellen Lust über weite Strecken "exzellent und dicht" geschrieben und nicht zuletzt eine "wilde und schöne Liebeserklärung an die lesbische Lust", auch wenn sie manche der jugendlichen Erweckungserlebnisse für den Geschmack der Rezensentin oft eine Spur zu sehr mit nerviger Selbstbefragerei vollgestellt findet. Andererseits stört sich Roedig aber sehr an der Art und Weise, wie Emcke die Person Daniel benutzt, einen Mitschüler aus Jugendtagen, der sich umgebracht hat, womöglich weil er schwul war. Wofür Daniel alles herhalten muss, findet die Rezensentin doch etwas sehr unbekümmert, schließlich habe die Autorin den Jungen kaum gekannt. Ob sie das Buch deshalb "ärgerlich" findet, will Roedig daher abschließend nicht entscheiden, ziemlicher sicher ist sie aber, dass man auch im Namen der Aufklärung gut überlegen solle, was man "vom Schmerz und vom Zauber des Verschwiegenen" preisgeben solle.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.03.2012

Und alle
Lust will
Freiheit
„Das Eigene beginnt mit einem Nein“: Carolin Emcke
erzählt vom Heranwachsen in den siebziger,
achtziger Jahren, vom Entdecken des Begehrens,
von Sprachlosigkeit, Normierung und Ausgrenzung.
Ein kluges Buch für liberale Köpfe Von Jens Bisky
Wer seine Hochzeit ernst nimmt, zur Feier Freunde um sich haben will und weiß, dass ihm der Tag nur gelingt, wenn auch diese sich wohlfühlen, der wird wenig dem Zufall überlassen, schon gar nicht die Tischordnung. Da muss zusammensitzen, was sich gemeinsam zu amüsieren verspricht, Überraschungen sollten möglich sein, Verblüffendes aber, jede Überforderung der Gäste ausgeschlossen. So muss auch das Paar gedacht haben, das die Journalistin Carolin Emcke zu seiner Hochzeit lud. Sie hatten, als sie die Sitzordnung arrangierten, offenbar ein klares Bild der Freundin vor Augen, von der längst bekannt war, dass sie Frauen liebt, auch wenn sie diesmal mit ihrer besten, mit einer heterosexuellen Freundin kam. Zunächst schien alles, wie Benimm-Ratgeber es empfehlen. Überall saßen Männer neben Frauen, nur Frau Emcke hatte keinen neben sich, dafür kamen an ihren …

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"Dieser Essay ist ein wunderbarer und aufrichtiger Text, der es wagt, sich auf die Spurensuche des eigenen Lebens zu begeben"
Lerke von Saalfeld, Südwestrundfunk, SWR 2 (Forum Buch), 13.5.2012
"ein poetisches, einfühlsames Buch, das ohne Groll, aber unmissverständlich auf Widersprüche hinweist und Gemeinplätze und Ansichten so scharf seziert, bis ihre verborgenen Motive sichtbar werden."
Adrienne Braun, Stuttgarter Zeitung, 18.4.2012
"ein hohes intellektuelles Vergnügen."
Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 24.4.2012
"Dieses Buch klärt [ ] nicht zuletzt jene auf, die sich schon für aufgeklärt hielten. Klug und unterhaltsam, sagt es uns [ ] wie wir begehren können."
Katharina Teutsch, Philosophie Magazin, März/April 2012
"Vor allem darum geht es in diesem Buch: Möglichkeiten offenzuhalten [ ], Achtung vor Andersartigkeit zu evozieren, vor anderen Körpern, anderen Gedanken, Überzeugungen, Religionen auch."
Verena Lueken, Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Blitzgescheit und stilistisch grandios"
Denis Scheck, Westdeutscher Rundfunk, WDR Fernsehen (West ART), 15.3.2012
"eine glasklare, ungemein präzise Sprache, [ ] klug und empathisch [ ] Großartig!"
Badische Zeitung, 5.11.2012
"Die Autorin zeigt sich zart und verletzlich, wütend, leidenschaftlich, klug und nachdenklich. Ein staunenswertes Werk, zu Recht nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse."
Britta Heidemann, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 6.3.2012

Großes Buch, findet Verena Lueken, die besonders den autobiografisch erzählerischen Ansatz der Autorin schätzt. Wie sexuelle Identitäten theoretisch entstehen, weiß Lueken von Judith Butler, Carolin Emcke, erläutert sie die Bedeutung des Buches, liefert den persönlichen, den praktischen Teil dazu, indem sie auf ihre Kindheit und Jugend in den 70ern und 80ern zurückschaut, prägende Musiklehrer und ebenso prägenden, die Lust ausklammernden Sexualkundeunterricht Revue passieren lässt und schließlich ihre eigene Homosexualität. Laut Lueken macht Emcke das ganz bewusst ohne auf Festschreibungen hereinzufallen; Identität bleibt so etwas Offenes, Prekäres, schreibt Lueken. Trotz alledem ist das Ergebnis für Lueken ein Sachbuch, in dem es auch um Schwulenparagrafen geht, um Denunziation und sexuelle Gewalt, zum Beispiel in der Odenwaldschule.

© Perlentaucher Medien GmbH
Carolin Emcke (Jg. 1967) studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt am Main und Harvard. Von 1998 bis 2006 war sie Redakteurin beim »Spiegel« und als Auslandsredakteurin in vielen Krisengebieten unterwegs, seit 2007 ist sie internationale Reporterin für das "ZEITmagazin". Für ihr Buch "Von den Kriegen" wurde sie mit dem Preis "Das politische Buch" der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Förderpreis des Ernst-Bloch-Preises ausgezeichnet.


Kundenbewertungen zu "Wie wir begehren" von "Carolin Emcke"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen   gut)
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Bewertung von 1aeb8c aus Essen am 16.03.2012   gut
Also Emcke sieht in der Beschäftigung mit klassischer Musik eine Erfahrung, die eine Erfahrung mit widersprüchlichen, vielschichtigen und schwankenden, zarten Empfindungen körperlicher Nähe vorbereitet hat. Das klingt für mich nach einer autobiographischen Betrachtung, in der Teile des Kitsches und der Hysterie mitschwingen, wie sie in Emily Bronte eingefangen hat. Klassische Musik, sind das Bach, Mozart, Beethoven? Und deren Musik, wenn sie heute gehört wird, erzeugt dann Empfindungen, die un-klassische Musik nicht enthält? Beschäftigung mit klassischer Musik ist etwas, das Gebildete einsetzen als Distinktionsmerkmal.

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