Salve Papa! - Kaminer, Wladimir

Wladimir Kaminer 

Salve Papa!

Illustrator: Konstantinov, Vitali P.
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Produktbeschreibung zu Salve Papa!

Eins mit Stern: Kaminer macht Schule

Kinder ticken einfach anders. Sie klettern auf dem Bügelbrett durch die Wohnung, aber die Schwimmübung im flachen Wasser lehnen sie ab. Sie lernen dank mehrsprachiger DVDs nebenbei Finnisch, aber im Lateinunterricht ist nach dem ersten 'Salve' schon wieder Schluss. Sie versteigern ihre Lutscher auf dem Schulhof und verstehen die Gesetze der Marktwirtschaft nahezu intuitiv, nur mit dem Rechnen hapert es. Für Eltern ist es nicht immer ganz einfach, sich in der Welt ihrer Kinder zurechtzufinden. Um dabei nicht den Verstand zu verlieren, gibt es nur eins: Humor. Und davon hat Wladimir Kaminer eine ganze Menge ...Kinder, Chaos und der Kremlweihnachtsmann - der neue Kaminer ist eine Klasse für sich!

Was lernen seine Kinder eigentlich in der Schule? Das fragt sich Wladimir Kaminer schon länger. Nun weiß er es: Sie lernen Latein. Zumindest seine Tochter. Zumindest zeitweise. Zumindest zwei Worte: Salve Papa! Damit ist Nicole mit ihrem Latein zwar bereits wieder am Ende, aber sie hat ja noch sieben Jahre Zeit bis zum passenden Abschiedsgruß. Inzwischen hat ihr Bruder bei eBay bereits einiges fürs Leben gelernt. Auf dem Schulhof versteigert er seine Lutscherbestände an den Meistbietenden, was dem stolzen Vater prompt eine Vorladung bei der Rektorin einbringt. Ja, man hat es nicht leicht als Erziehungsberechtigter in unserer Zeit. Aber Wladimir Kaminer tut sein Bestes, um dem Nachwuchs auf den rechten Wegzu helfen und erzählt auf hinreißend komische Weise von den Freuden des Familienlebens. Zu denen gehören neben dem Thema Schule auch das große Kaninchenprojekt, neue Interpretationen des Generationenvertrags, seltsame Mitbewohner, chaotische Kindergeburtstage und vieles mehr. Als
Fazit bleibt dem Leser: Populus gaudet et ridet das Volk freut sich und lacht!Kinder, Chaos und Kaninchen: Willkommen in der Welt der Kaminers.

Produktinformation


  • Verlag: Goldmann
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 222 S. m. Illustr. v. Vitali P. Konstantinov.
  • Seitenzahl: 222
  • Goldmann Taschenbücher Bd.54282
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 18mm
  • Gewicht: 187g
  • ISBN-13: 9783442542826
  • ISBN-10: 3442542820
  • Best.Nr.: 27949830
"Er ist ein Geschichtenfässchen ohne Boden. Und: wird immer noch besser." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

"Mit dem gewohnten Blick für das Skurrile und in der Hörbuchfassung zudem mit seinem charmanten, obwohl nicht gerade leicht verständlichen Akzent - schildert Kaminer in 'Salve Papa!' vielerlei Merkwürdigkeiten. NDR Kultur

"Nicht nur Eltern werden ihre Freude an dem liebenswert aufgespießten Schul- und Erziehungsalltag haben. Der Autor liest selbst, sein Akzent ist jedoch nicht hinderlich, sondern macht - zusammen mit seiner Verve - die Texte noch authentischer, die Situationen noch grotesker. Ein durchweg geistreiches, schlagfertiges und liebevolles Hörbuch."

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Durchaus amüsiert hat sich Peter Michalzik bei der Lektüre von Wladimir Kaminers neuem Buch "Salve Papa!". Dabei betrachtet er das gesamte Genre von Vater-, Mutter-, Familienbüchern eher mit gehöriger Skepsis, scheint ihm in dieser Hinsicht doch alles schon gesagt. Kaminers Vaterbuch "Salve Papa!" zählt er zur Unter-Gruppe "Ich erzähle euch lustige Geschichten von meinem Leben mit meinen Kindern", an der sein Bedarf eigentlich gesättigt ist. Dennoch hat er es im Grunde freundlich aufgenommen, vor allem wegen des leichten Plaudertons, den Kaminer anschlägt, und an seinen netten Geschichten, in denen sich der Autor dümmer mache, als er ist, und seine Kinder klüger, als sie sind. Er attestiert Kaminer, selbstironisch mit seiner Vaterrolle zu kokettieren und damit genau dem aktuell angesagten "ironisch abgefederten Vaterbild" zu entsprechen.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Es ist wie im richtigen Leben, nur viel, viel komischer!"
Wladimir Kaminer wurde 1967 in Moskau geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk und studierte anschließend Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Seit 1990 lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin. Mittlerweile avancierte das kreative Multitalent zu einem der beliebtesten und gefragtesten Autoren in Deutschland. Alle seine Bücher gibt es als Hörbuch, von ihm selbst gelesen.

Leseprobe zu "Salve Papa!" von Wladimir Kaminer

Der Generationenvertrag

Unsere Wohnung ist kaum mehr zu erkennen, die neue Generation ist hier seit einigen Jahren am Werk. Die Pokemon-Karten werden regelmäßig aus der Waschmaschine gefischt, im Kühlschrank steht Aquarellfarbe, unter meinem Tisch versammeln sich kaputte Flugzeuge und auf dem Fernseher liegt eine Scheibe Wurst, die auf die Katze wartet, wie meine Tochter es ausdrückt. Die Möbel werden laufend aufeinandergestellt, um die Höhepunkte der Wohnung zu besteigen. Außerdem baut mein Sohn derzeit gerne Brücken. Um seine täglichen Routen durch die Zimmer zu erleichtern, will er mit einem Bügelbrett das Tal zwischen dem Klavier und dem Sofa überbrücken, wobei jedem Erwachsenen beim Anblick dieser rutschigen Brücke sofort klar ist: Sie wird nicht halten. Abgesehen davon hat Sebastian auf dem Klavier nichts verloren. Wie kann ich ihm das erklären?

Hier sollte eigentlich der Generationenvertrag in Kraft treten. Ich als belehrende Generation muss meiner moralischen und rechtlichen Verpflichtung nachkommen und der heranwachsenden Generation zurufen: Füße weg vom Bügelbrett, es wird nicht halten! Ich habe Erfahrung, ich war schon drauf, ich weiß es! Doch die heranwachsende Generation lehnt mein Wissen ab. Mit einer einzigen Handbewegung - "Stopp, Papa! Ich muss jetzt selbst!" - fällt die heranwachsende Generation mit großem Knall vom Bügelbrett, und das bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche.

Trotzdem wird der Generationenvertrag auch jetzt noch nicht akzeptiert. Die schlichte Erkenntnis, dass alles auf der Welt schon zig Mal von den Altvorderen geklärt wurde und in unzähligen Schriften, aber auch mündlich seit Anbeginn der Zeiten weitervermittelt wird - diese Tatsache wird nicht zur Kenntnis genommen. Jede Generation will alles aufs Neue klären, das von den anderen längst Erkannte noch einmal selbst herausfinden. Und wenn sie von anderen zu lernen bereit ist, dann ganz sicher nicht von den lieben Eltern. Von Skywalker und den Pokémons, von dämlichen Schulkameraden, später vielleicht von den bösen Jungs von MTV. Die, die uns lieben, können uns nicht erziehen. Sie sind dazu verdammt, uns zuzuschauen.

Oft kann ich nur raten, woher meine Kinder ihre Befehle zum Brückenbauen und zu anderem Quatsch erhalten. Sie können das doch unmöglich alles selbst erfunden haben. War es eine versteckte Stimme aus dem Fernsehen, für Erwachsene nicht hörbar? Während Eltern denken, ihre Kinder würden dem plüschigen kinderfreundlichen Winnie Puh zuschauen, werden gleichzeitig auf hohen Frequenzen, die für normal gewachsene Ohren nicht wahrnehmbar sind, Informationen gesendet: "Nehmt sofort das Bügelbrett und stellt es zwischen dem Sofa und dem Klavier auf. Steht es schräg? Sehr gut! Und jetzt draufklettern!"

Und später, in der Pubertät, sagen andere Eltern, soll es sogar noch schlimmer werden.

Der Generationenvertrag scheitert am Kommunikationsproblem. Manchmal ist es eine richtige Qual, in einer Welt zu leben, die ständig verbessert wird. Die Häuser werden modernisiert, Straßen neu asphaltiert, Kinos vergrößert, alles wird besser, nur man selbst nicht. Im Schulhort ist man anscheinend auch diesem Verbesserungswahn zum Opfer gefallen. Eine neue fortschrittliche Idee kursierte kürzlich in unserem Bezirk: Man beschloss, den Kindern für ein paar Monate ihr ganzes Spielzeug wegzunehmen. Dadurch, so lautete die Botschaft, würden sie gezwungen, wieder ihre Phantasie einzusetzen, mehr miteinander zu kommunizieren, neue Spiele zu erfinden, und letztendlich würden sie dadurch zu besseren Menschen. Die Kinder ohne Spielzeug durften dann zum Beispiel in der Küche nach einem Eimer oder Kochtopf fragen, und wenn sie den Pädagogen plausibel erklären konnten, wofür sie die Dinge brauchten, bekamen sie sie auch. Wäre ich ein Kind in einem solchen Hort, hätte ich wahrscheinlich als Erstes nach Streichhölzern und Benzin gefragt, um Revolution zu spielen.

Die Idee der Spiele ohne Spielzeug brachte meine Tochter Nicole mit nach Hause. Zuerst spielten sie und ihr Bruder Sebastian Sport und schmissen dabei Kopfkissen im Wohnzimmer hin und her. Zu den wichtigsten Sportgeräten gehörte eine Flasche Mineralwasser, glaubte meine Tochter zu wissen. Die Flasche kippte natürlich um. Daraufhin fingen Nicole und Sebastian an, mit dem Mineralwasser den Boden aufzuwischen. Als ich sie dabei erwischte, war unser Wohnzimmer nicht mehr wiederzuerkennen.

"Wir spielen >Der große Waschtag im Kinderheim"", verkündete meine Tochter. In ihren kleinen Plastiktöpfchen brachten die beiden immer neue Portionen Leitungswasser herbei und kippten sie auf den Boden. Danach zogen sie ihre Arbeitsklamotten an, nahmen unsere Bettlaken als Waschlappen und fingen an, das Wasser durch das Zimmer zu jagen.

"Sag bitte Mama", befahl mir Nicole, "sie braucht im Wohnzimmer nicht mehr zu putzen. Nur vielleicht ein wenig staubsaugen. Und morgen nehmen wir uns dein Arbeitszimmer vor, außerdem werden wir auch noch alle Spiegel waschen, und dann wird in der Wohnung alles perfekt sauber sein."

Als Hobbyerzieher sah ich mich total überfordert und dachte fieberhaft nach. Den Kindern den Arbeitseinsatz zu verbieten und die improvisierten Waschlappen wegzunehmen, wäre pädagogisch gesehen ein grober Fehler. Aber aufmunternd zuzusehen, wie sie konsequent die ganze Wohnung versumpften, hielt ich auch für falsch. Die Kinder waren in ihrem Arbeitseifer aber nicht mehr zu bremsen und trugen bereits ein zweites Eimerchen Wasser ins Schlafzimmer. Außerdem wollten sie ihren freiwilligen Einsatz von mir bezahlt bekommen, mit einem Mindestlohn von acht Euro fünfzig die Stunde.

"Hier, siehst du? Alles sauber! Also her mit dem Geld", sagte meine Tochter. Anscheinend war dieses kapitalistische Preis-Leistungs-Verhältnis der wichtigste Teil des Spiels "Großer Waschtag im Kinderheim".

"Weißt du", sagte ich, "das Geld kannst du nur von Fremden verlangen, nicht aber von deinen eigenen Eltern. Deine Mutter und ich haben euch mehrere Jahre lang den Po abgewischt, ohne etwas dafür zu verlangen."

Meine schlaue Tochter dachte kurz nach und sagte dann: "Na gut, dann können wir das gegenrechnen. Wie viel möchtest du fürs Powaschen?"

Ich wollte bei meinen Kindern nicht allzu billig wegkommen. "Tausendfünfhundert Euro im Monat für die ersten drei Lebensjahre!"

Das haute sie um. "So viel?"

"Dafür war ich aber rund um die Uhr im Einsatz, und das gleich für zwei", erläuterte ich meinen Preis.

"Trotzdem zu teuer", erwiderte mein Sohn.

Sie wollten mich runterhandeln. Diese verfluchte Erziehung machte mich fertig. Zum Glück kam meine Frau rechtzeitig nach Hause. Sie schluckte, als sie den Sumpf in der Wohnung sah, war aber pädagogisch wie immer unschlagbar.

"Ja", sagte sie, "das ist sehr toll, dass ihr euch um Ordnung und Sauberkeit kümmert. Doch ihr müsst noch lernen, wie man richtig den Boden wischt. Erst einmal braucht ihr nicht so viel Wasser, zweitens haben wir die richtigen Waschlappen unter der Spüle."

Sie zog sich um und fing an, den Kindern die Geheimnisse des Aufwischens zu erklären. Aus der Erziehungspflicht entlassen, ging ich mit der Zeitung in die Küche. Man hörte das Klappern von Eimern und leise Belehrungen. Da draußen entstand langsam eine bessere, eine saubere Welt mit strahlenden Kindern ... "Nur zu, macht weiter so", murmelte ich erleichtert.

Warum geht alles so schnell kaputt?Als wir vor zwei Jahren in eine neue Wohnung zogen, dachte ich ernsthaft darüber nach, eine Tischtennisplatte in meinem Arbeitszimmer aufzustellen. Heute bekomme ich nicht einmal mehr ein Schachbrett da rein. Das Boot ist voll - und nicht mit Blumen und Fanpost, sondern mit kaputten elektronischen Geräten: Rechner, Monitore, Telefone, Videorekorder ... Letzte Woche verabschiedete sich sogar mein fast neuer DVD-Player! Dabei wirkte er noch so frisch und gesund. Man kann dafür natürlich leicht den Kindern die Schuld in die Schuhe schieben, die den DVD-Player laufend verwirrten, indem sie ihm eine Scheibe Jagdwurst statt eines Films reinschoben.

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Durchschnittliche Kundenbewertung 4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** sehr gut
(aus 1 Bewertung)

Bewertung von Toebi aus Beckum am 06.11.2008 ***** sehr gut
Erzähl doch mal einen Schwank aus Deiner Jugend oder falls Dir nichts einfällt, dann etwas aus der Jugend Deiner Kinder. Das könnte die Aufforderung für Wladimir Kaminer gewesen sein, um dieses Buch zu schreiben. Auf humorvolle Weise erzählt Kaminer von seinen Kindern und was diese heutzutage in der Schule alles lernen oder eben auch nicht lernen. Das ein oder andere Mal vergleicht er deren Jugend auch mit seiner eigenen. Unterschiedlicher kann es kaum sein. Das Leben wird nicht nur durch das Sozialleben in der eigenen Familie geprägt, sondern auch durch andere äußere Faktoren: Schule, Freunde, Musik, Sport und die Nachbarn. Hierzu gibt Kaminer verschiedene Ereignisse zum Besten. Mir hat das Buch nicht nur gefallen, weil es humorvoll geschrieben ist oder ich genauso heiße wie Kaminers Tochter, sondern weil hier und da auch bekannte Szenen aufgetaucht sind, die ich aus meinem eigenen Leben kenne. Kaminer schreibt auf eine direkte und ehrliche Art, so dass man ihn scheinbar einfach mögen muss. Ich habe nur einmal einen Teil eines Interviews im Fernsehen gesehen, in dem er sehr sympathisch rüberkam. Auch wenn mir schon von einigen gesagt worden ist, dass seine Bücher noch besser oder imposanter rüberkommen, wenn er sie selbst liest, kenne ich diesen Vergleich bisher nicht. Dies war mein erstes, aber ganz bestimmt nicht mein letztes Buch von Kaminer. Ein Buch zum Entspannen, das ablenkt und sich einfach lesen lässt. Besonders gefallen haben mir auch die Zeichnungen, die zu Beginn eines jeden Kapitels stehen. Zeichnung und Kapitelüberschrift lassen schon grob ahnen, worum es auf den folgenden Seiten gehen wird. Cover und Buchumschlag sind farblich auffällig gestaltet und mit der Spotlackierung sieht es auch noch edel aus.

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Salve Papa!

Salve Papa! - Kaminer, Wladimir

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  • Verlag: Goldmann
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 222 S. m. Illustr. v. Vitali P. Konstantinov.
  • Seitenzahl: 222
  • Goldmann Taschenbücher Bd.54282
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 18mm
  • Gewicht: 187g
  • ISBN-13: 9783442542826
  • ISBN-10: 3442542820
  • Best.Nr.: 27949830

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Kurzbeschreibung

Eins mit Stern: Kaminer macht Schule

Kinder ticken einfach anders. Sie klettern auf dem Bügelbrett durch die Wohnung, aber die Schwimmübung im flachen Wasser lehnen sie ab. Sie lernen dank mehrsprachiger DVDs nebenbei Finnisch, aber im Lateinunterricht ist nach dem ersten 'Salve' schon wieder Schluss. Sie versteigern ihre Lutscher auf dem Schulhof und verstehen die Gesetze der Marktwirtschaft nahezu intuitiv, nur mit dem Rechnen hapert es. Für Eltern ist es nicht immer ganz einfach, sich in der Welt ihrer Kinder zurechtzufinden. Um dabei nicht den Verstand zu verlieren, gibt es nur eins: Humor. Und davon hat Wladimir Kaminer eine ganze Menge ...Kinder, Chaos und der Kremlweihnachtsmann - der neue Kaminer ist eine Klasse für sich!

Beschreibung

Was lernen seine Kinder eigentlich in der Schule? Das fragt sich Wladimir Kaminer schon länger. Nun weiß er es: Sie lernen Latein. Zumindest seine Tochter. Zumindest zeitweise. Zumindest zwei Worte: Salve Papa! Damit ist Nicole mit ihrem Latein zwar bereits wieder am Ende, aber sie hat ja noch sieben Jahre Zeit bis zum passenden Abschiedsgruß. Inzwischen hat ihr Bruder bei eBay bereits einiges fürs Leben gelernt. Auf dem Schulhof versteigert er seine Lutscherbestände an den Meistbietenden, was dem stolzen Vater prompt eine Vorladung bei der Rektorin einbringt. Ja, man hat es nicht leicht als Erziehungsberechtigter in unserer Zeit. Aber Wladimir Kaminer tut sein Bestes, um dem Nachwuchs auf den rechten Wegzu helfen und erzählt auf hinreißend komische Weise von den Freuden des Familienlebens. Zu denen gehören neben dem Thema Schule auch das große Kaninchenprojekt, neue Interpretationen des Generationenvertrags, seltsame Mitbewohner, chaotische Kindergeburtstage und vieles mehr. Als
Fazit bleibt dem Leser: Populus gaudet et ridet das Volk freut sich und lacht!Kinder, Chaos und Kaninchen: Willkommen in der Welt der Kaminers.

Leseprobe zu "Salve Papa!" von Wladimir Kaminer

Der Generationenvertrag

Unsere Wohnung ist kaum mehr zu erkennen, die neue Generation ist hier seit einigen Jahren am Werk. Die Pokemon-Karten werden regelmäßig aus der Waschmaschine gefischt, im Kühlschrank steht Aquarellfarbe, unter meinem Tisch versammeln sich kaputte Flugzeuge und auf dem Fernseher liegt eine Scheibe Wurst, die auf die Katze wartet, wie meine Tochter es ausdrückt. Die Möbel werden laufend aufeinandergestellt, um die Höhepunkte der Wohnung zu besteigen. Außerdem baut mein Sohn derzeit gerne Brücken. Um seine täglichen Routen durch die Zimmer zu erleichtern, will er mit einem Bügelbrett das Tal zwischen dem Klavier und dem Sofa überbrücken, wobei jedem Erwachsenen beim Anblick dieser rutschigen Brücke sofort klar ist: Sie wird nicht halten. Abgesehen davon hat Sebastian auf dem Klavier nichts verloren. Wie kann ich ihm das erklären?

Hier sollte eigentlich der Generationenvertrag in Kraft treten. Ich als belehrende Generation muss meiner moralischen und rechtlichen Verpflichtung nachkommen und der heranwachsenden Generation zurufen: Füße weg vom Bügelbrett, es wird nicht halten! Ich habe Erfahrung, ich war schon drauf, ich weiß …

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Kundenbewertungen zu "Salve Papa!" von "Wladimir Kaminer"

Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 1 Bewertung):
4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen *****
sehr gut
Bewertung von Toebi aus Beckum am 06.11.2008
*****
sehr gut
Erzähl doch mal einen Schwank aus Deiner Jugend oder falls Dir nichts einfällt, dann etwas aus der Jugend Deiner Kinder. Das könnte die Aufforderung für Wladimir Kaminer gewesen sein, um dieses Buch zu schreiben. Auf humorvolle Weise erzählt Kaminer von seinen Kindern und was diese heutzutage in der Schule alles lernen oder eben auch nicht lernen. Das ein oder andere Mal vergleicht er deren Jugend auch mit seiner eigenen. Unterschiedlicher kann es kaum sein. Das Leben wird nicht nur durch das Sozialleben in der eigenen Familie geprägt, sondern auch durch andere äußere Faktoren: Schule, Freunde, Musik, Sport und die Nachbarn. Hierzu gibt Kaminer verschiedene Ereignisse zum Besten. Mir hat das Buch nicht nur gefallen, weil es humorvoll geschrieben ist oder ich genauso heiße wie Kaminers Tochter, sondern weil hier und da auch bekannte Szenen aufgetaucht sind, die ich aus meinem eigenen Leben kenne. Kaminer schreibt auf eine direkte und ehrliche Art, so dass man ihn scheinbar einfach mögen muss. Ich habe nur einmal einen Teil eines Interviews im Fernsehen gesehen, in dem er sehr sympathisch rüberkam. Auch wenn mir schon von einigen gesagt worden ist, dass seine Bücher noch besser oder imposanter rüberkommen, wenn er sie selbst liest, kenne ich diesen Vergleich bisher nicht. Dies war mein erstes, aber ganz bestimmt nicht mein letztes Buch von Kaminer. Ein Buch zum Entspannen, das ablenkt und sich einfach lesen lässt. Besonders gefallen haben mir auch die Zeichnungen, die zu Beginn eines jeden Kapitels stehen. Zeichnung und Kapitelüberschrift lassen schon grob ahnen, worum es auf den folgenden Seiten gehen wird. Cover und Buchumschlag sind farblich auffällig gestaltet und mit der Spotlackierung sieht es auch noch edel aus.
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

06.09.2008

Durchaus amüsiert hat sich Peter Michalzik bei der Lektüre von Wladimir Kaminers neuem Buch "Salve Papa!". Dabei betrachtet er das gesamte Genre von Vater-, Mutter-, Familienbüchern eher mit gehöriger Skepsis, scheint ihm in dieser Hinsicht doch alles schon gesagt. Kaminers Vaterbuch "Salve Papa!" zählt er zur Unter-Gruppe "Ich erzähle euch lustige Geschichten von meinem Leben mit meinen Kindern", an der sein Bedarf eigentlich gesättigt ist. Dennoch hat er es im Grunde freundlich aufgenommen, vor allem wegen des leichten Plaudertons, den Kaminer anschlägt, und an seinen netten Geschichten, in denen sich der Autor dümmer mache, als er ist, und seine Kinder klüger, als sie sind. Er attestiert Kaminer, selbstironisch mit seiner Vaterrolle zu kokettieren und damit genau dem aktuell angesagten "ironisch abgefederten Vaterbild" zu entsprechen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezension

"Er ist ein Geschichtenfässchen ohne Boden. Und: wird immer noch besser." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Rezensionen und Kritik

"Mit dem gewohnten Blick für das Skurrile und in der Hörbuchfassung zudem mit seinem charmanten, obwohl nicht gerade leicht verständlichen Akzent - schildert Kaminer in 'Salve Papa!' vielerlei Merkwürdigkeiten. NDR Kultur

Rezensionen und Kritik

"Nicht nur Eltern werden ihre Freude an dem liebenswert aufgespießten Schul- und Erziehungsalltag haben. Der Autor liest selbst, sein Akzent ist jedoch nicht hinderlich, sondern macht - zusammen mit seiner Verve - die Texte noch authentischer, die Situationen noch grotesker. Ein durchweg geistreiches, schlagfertiges und liebevolles Hörbuch."

Rezensionen und Kritik

"Es ist wie im richtigen Leben, nur viel, viel komischer!"

Autorenporträt zu "Wladimir Kaminer"

Wladimir Kaminer wurde 1967 in Moskau geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk und studierte anschließend Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Seit 1990 lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin. Kaminer veröffentlicht regelmäßig Texte in verschiedenen deutschen Zeitungen und Zeitschriften, hat eine wöchentliche Sendung namens "Wladimirs Welt" beim SFB4 Radio MultiKulti, wo er jeden Samstag seine Notizen eines Alltags-Kosmonauten zu Gehör bringt, und er organisiert im Kaffee 'Burger' Veranstaltungen wie seine inzwischen berüchtigte "Russendisko". Mit der gleichnamigen Erzählsammlung avancierte das kreative Multitalent über Nacht zu einem der beliebtesten und gefragtesten Jungautoren in Deutschland. 2006 erhielt Wladimir Kaminer den Literaturpreis der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt.

16 Marktplatz-Angebote für "Salve Papa!" ab EUR 1,75
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