Instabilität und Kapitalismus - Minsky, Hyman P.

Hyman P. Minsky 

Instabilität und Kapitalismus

Hrsg. u. m. e. Vorbemerkung v. Joseph Vogl; Aus d. Engl. v. Michaela Grabinger u. Florian Oppermann
Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
15 ebmiles sammeln
EUR 14,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Instabilität und Kapitalismus

Dass die momentane Krise der Finanzmärkte auch eine Krise der Wirtschaftswissenschaften sei, liest man derzeit immer wieder. Der Marktliberalismus und seine Theorie der "effizienten Märkte" seien gescheitert, es gebe in der ökonomischen Ortho doxie kein Instrumentarium, um "wilde Märkte" zu verstehen die offenkundig Realität sind. Wie aber lassen sich Instabilitäten im Systemverhalten erklären und prognostizieren? "Jetzt sind neue Ideen gefragt. Doch die sind längst da. Nur war ihre Zeit noch nicht reif" (Brand eins). In jüngster Zeit wird immer wieder ein Autor zitiert, der seit Mitte der sechziger Jahre eine "Theorie der Finanzinstabilität" ent wickelt hat: Hyman P. Minsky. Der Keynesianer Minsky nimmt an, dass es im Finanzsystem auch ohne äußere Einwirkungen oder Fehlverhalten regelmäßig zum Crash kommt wofür weniger einzelne Erschütterungen verantwortlich seien als vielmehr die Logik der Finanzmärkte selbst. Gerade stabile Wirtschaftslagen setzen desaströse Finanzierungskreisläufe in Gang: Jedes ökonomische Wachstum erhöht den Bedarf an Liquidität und somit die Bereitschaft zur Kreditvergabe und Verschuldung. Die damit verbundene Risikoverlagerung führt zu Finanzierungsketten, deren Kollaps durch einen bloßen Funken ausgelöst werden kann. Auf den Finanzmärkten ist jedes Gleichgewicht nur eine Übergangsphase, und das gesamte System wird eben durch sein effizientes Funktionieren dysfunktional. Die Mechanismen und Institutionen moderner Finanzwelten sind von sich aus ruinös und produzieren ihr eigenes toxisches Arsenal.


Produktinformation

  • Verlag: Diaphanes
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 142 S.
  • Seitenzahl: 142
  • minima oeconomica
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 122mm x 13mm
  • Gewicht: 152g
  • ISBN-13: 9783037341445
  • ISBN-10: 3037341440
  • Best.Nr.: 32657184
"Die innere Verkettung der Finanzmärkte hat niemand präziser dargestellt als Hyman Minsky." (Le Monde diplomatique)"Minskys Moment ist gekommen" (The Wall Street Journal)"Wäre er noch am Leben, wäre er sicher ein Kandidat für den Nobelpreis" (Peter Englund)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.11.2011

Warum die Börse im Kapitalismus nicht nur ein Barometer ist

Ein Ökonom, den die Finanzkrise durchaus nicht überrascht hätte: Zwei Aufsätze zeigen den 1996 verstorbenen Hyman Minsky auf der Höhe der Zeit.

Von Alexander Armbruster

Leider ist Hyman Minsky immer noch angesagt. Dass Bücher und Aufsätze des verstorbenen amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers übersetzt und neu aufgelegt werden, lässt auf die Fortdauer der Krise schließen. Ungefähr so, wie ein größeres Angebot an Fieberthermometern sicherlich darauf hinweisen würde, dass mehr Menschen glauben, sie seien krank. Aber es vielleicht gar nicht sind.

Vielleicht aber doch. Der Beweis fällt schwer, wenn man nur die Fieberthermometer sieht, die Menschen jedoch nicht. Erst recht, wenn die Thermometer nur deswegen auf den Markt gekommen sein könnten, weil die Menschen glauben, sie würden sie vermutlich brauchen, wenn sie in Zukunft einmal krank geworden sein werden.

Deshalb ist Minsky immer noch angesagt. Er hat zeitlebens Finanzmärkte erforscht. Insbesondere hat ihn beschäftigt, wie Finanzmärkte auf die Gesamtwirtschaft wirken und umgekehrt - das zentrale …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Robert Misik ist dem Diaphanes Verlag für diese Aufsatzsammlung des amerikanischen Ökonomen Hyman Minsky sehr dankbar. Denn obwohl Minsky gerade hoch im Kurs steht, gibt es wenige Schriften von ihm auf Deutsch (oder umgekehrt?). Den Clou von Minskys Theorie erklärt Misik so: Die Mainstream-Ökonomie geht davon aus, dass Märkte ihr Gleichgewicht finden, wenn sie nur vom regulierenden Staat und zu hohen Lohnforderungen der Arbeiter verschont bleiben. Minsky dagegen erklärt, dass allen Märkte, besonders aber den Finanzmärkten eine krisenhafte Logik immanent ist: "Alle Kapitalismen sind instabil, aber manche sind instabiler als andere". Finanzmärkte radikalen sich sozusagen in ihrer Expansion, erst nimmt ihr Wachstum spekulative Züge an, dann die eines Pyramidenspiels und schließlich krachen sie zusammen und aus den Wertpapieren werden toxische. Misik freut sich über diese Klarstellung.

© Perlentaucher Medien GmbH
Hyman P. Minsky (1919-1996), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, studierte an der Harvard University bei Joseph Schumpeter und lehrte an der Washington University in St. Louis.

Leseprobe zu "Instabilität und Kapitalismus" von Hyman P. Minsky

"Die Feststellung, dass die kapitalistischen Volkswirtschaften sich nicht so verhalten, wie sie sollten , ist banal. Die meisten Wirtschaftswissenschaftler und vor allem diejenigen, die beratende Funktionen in der US-Politik haben sträuben sich jedoch gegen die Einsicht, dass zumindest ein Teil des Problems in jenem wie sie sollten liegt. Eine Ursache für die Probleme der kapitalistischen Ökonomie ist also, dass die ökonomische Theorie, die der Wirtschaftspolitik zugrunde liegt und die dieses Sollen definiert, dieser Ökonomie heutzutage schlicht nicht gerecht wird "

2 Marktplatz-Angebote für "Instabilität und Kapitalismus" ab EUR 13,99

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
Wie neu 13,99 1,60 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Buchversand Zorneding 99,1% ansehen
wie neu 13,99 1,60 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Hausmanns Büchershop 98,9% ansehen
Mehr von