Der Konflikt - Badinter, Elisabeth

Elisabeth Badinter 

Der Konflikt

Die Frau und die Mutter

Aus d. Französ. v. Ursula Held u. Stephanie Singh
Gebundenes Buch
 
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Der Konflikt

Die Freiheiten, die sich Frauen einmal erkämpft haben, sind seit 30 Jahren zunehmend bedroht - in Deutschland noch mehr als in Frankreich. Elisabeth Badinter, Feministin, Philosophin und Bestsellerautorin, macht dafür die neuen Ideale von der perfekten Mutter verantwortlich. Sie flößen allen Müttern ein schlechtes Gewissen ein, die ihrem Kind nicht ständig den Vorrang vor sich selbst, ihrem Partner und ihrem Beruf einräumen. "Ich bin eine mittelmäßige Mutter, wie vermutlich die meisten Frauen", sagt Elisabeth Badinter. Doch so freimütig äußern sich heute nur wenige. Dominiert wird das neue Mutterbild vom Diktat der Natur. Natürlich sei, so heißt es, die ständige Nähe zwischen Mutter und Kind; sie sei für die gesamte Entwicklung des Kindes unverzichtbar. Natürlich sei das Stillen; es sei daher weit über das erste Jahr hinaus moralisch geboten. Und überhaupt müsse man Frauen über ihre natürliche Mutterrolle definieren. Aber was ist wirklich natürlich? Und sollen Frauen im Namen der
Natur wieder verzichten lernen?
Elisabeth Badinter scheidet in ihrer klugen Polemik die Wahrheiten von den Mythen des nur angeblich Natürlichen. Gegen das moralische Diktat der Natur setzt sie die Freiheit der Frauen, ihr eigenes Leben und die Beziehung zu ihren Kindern selbst zu gestalten. Schließlich führt die Angst, keine vollkommene Mutter sein zu können, gerade in Deutschland bei vielen Frauen zum Verzicht auf Kinder. Ein weitsichtiges Buch, das zum Umdenken zwingt.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 222 S.
  • Seitenzahl: 222
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 131mm x 24mm
  • Gewicht: 325g
  • ISBN-13: 9783406608018
  • ISBN-10: 3406608019
  • Best.Nr.: 29378834

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Als wunderbar polemische Studie lobt Barbara Vinken (selbst Verfasserin eines Buchs über "Die deutsche Mutter") das Buch der französischen Starintellektuellen über den Konflikt zwischen Mutter und Frau. Mag man auch manche Details an ihrer Studie zu überspitzt und übertrieben finden, alles, was Elisabeth Badinter als Drohszenario an die Wand male, sei hierzulande längst Realität. Die Kritikerin liefert dann allerdings statt einer Kritik des Buchs eine Beweisaufnahme zur Situation der Frau in Deutschland, um Badinters Thesen zu stützen: In einer unheiligen Allianz drängen Reaktionäre, Ökofeministinnen und Kinderärzte die Frauen zurück zu Heim und Herd, predigen ewiges Stillen und verkaufen das, was einst als gestrig galt, die natürliche Mutterschaft, wieder als das Wichtigste auf der Welt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.12.2010

Mutter statt Machtinstinkt

7 Kinderlose Frauen, Quotenfrauen, Teilzeitfrauen, Karrierefrauen - zu einem Jahr der Frauenthemen gibt es das passende Frauen-Buch, geschrieben von Elisabeth Badinter. Mit Wirtschaft hat die französische Philosophin nicht viel am Hut. Aber bekanntlich ist ja alles verbunden: Privatleben und Beruf, die Erwartungen der Partner, Kollegen, Eltern, Freunde. Badinter erklärt nicht nur, warum viele Frauen kinderlos bleiben. Sie warnt davor, dass viele Mütter aus der Karriere flüchten, ihre berufliche Freiheit aufgeben - um die perfekte Mutter zu sein. Ein "wiedererstarkter Naturalismus" (der Muttermilch und Mutterinstinkt das Wort redet) sei für die Gleichberechtigung die "schlimmste Bedrohung". Der These mag man folgen oder nicht, diskutieren lässt sie sich vortrefflich.

ama.

Elisabeth Badinter: "Der Konflikt. Die Frau und die Mutter", C.H. Beck, 17,95 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

»Besonders provokativ wird ihr Buch in dem Augenblick, da sie das 'unschuldige Baby' als den neuen Unterdrücker der Frau sieht. Und mehr noch, der Nachwuchs wird, so Badinter, dank der neuen Ideologie des Zurück zur Natur 'zum besten Alliierten der Unterdrückung durch die Männer'. Auf den ersten Blick wirken ihre Thesen unhaltbar skandalös. Doch auf den zweiten stellt sich die Frage, wie viel Realität in dem Szenario der Elisabeth Badinter steckt. Ehrlicherweise muss man ihr zugestehen, dass von Müttern tatsächlich immer mehr verlangt wird.« Martina Meister, Frankfurter Rundschau 22.03.2010

"Badinter hat nun den Warnschuss abgefeuert – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie provoziert bewusst, um gehört zu werden. Ihr Anliegen ist in erster Linie, die Selbstbestimmung der Frauen zu schützen. In ihrer Streitschrift macht Badinter aber auch deutlich: Richtig oder falsch gibt es beim Thema Mutterschaft nicht. Jede Frau soll für sich selbst entscheiden können – aber Auswahlmöglichkeiten, die müsse man ihr geben! Eine Forderung, die nicht skandalös ist, sondern längst fällig war."
Christine Heckmann, Deutschlandfunk 22.11.2010
Elisabeth Badinter war bis vor kurzem Professorin für Philosophie an der Pariser Elitehochschule Ecole Polytechnique. Daneben ist sie Mutter dreier Kinder. Ihre Bücher "Mutterliebe. Geschichte eines Gefühls" und "Ich bin Du. Auf dem Weg in die androgyne Gesellschaft" waren auch in Deutschland Bestseller. Der Konflikt erreichte in Frankreich gleich nach Erscheinen Platz 1 der Bestsellerliste und löste eine breite internationale Debatte aus.

Kundenbewertungen zu "Der Konflikt" von "Elisabeth Badinter"

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Bewertung von mimi aus bremen am 02.12.2010 ***** ausgezeichnet
Das Buch ist leicht verständlich. Man/Frau braucht nicht Philosophie studiert zu haben. Habe nur 1 Tag gebraucht, denn der Stil ist klar und einfach, keine zu lange Sätze und komplizierte Ausdrücke. Die Thematik des Buches betrefft mehr die Situation der Frauen (Mutter oder nicht Mutter) in Frankreich. Die Französin erlaubt sich die Freiheit keine perfekte Mutter zu sein. In Deutschland wird Frau als Rabenmutter abgestempelt wenn sie nicht ihre Pflicht als Mutter nacht geht oder ihre gesellschaftliche Rolle als solche ausübt. Die Diskussion darüber die freie Wahl der Entscheidung einer Mutterschaft oder nicht muss weiter und immer wieder geben, Fazit, das Buch hat mich dazu angeregt.

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