Das siebte Kreuz - Seghers, Anna

Anna Seghers 

Das siebte Kreuz

Ein Roman aus Hitlerdeutschland. Nachw. v. Sonja Hilzinger

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Das siebte Kreuz

Dieser Roman, der zuerst 1942 in englischer Sprache, kurz darauf im mexikanischen Exilverlag El Libro Libre in deutscher Sprache erschien, machte die Autorin weltberühmt. Er wurde zu einem Bestseller. Der Stoff wurde 1942 in einer Comic-Fassung und in der Verfilmung des österreichischen Emigranten Fred Zinnemann 1944 in den USA populär, noch bevor der Roman seine Leser in Deutschland erreichte. Von allen Werken der Seghers ist er unumstritten das bekannteste. Er wendet ein populäres, in der trivialen Unterhaltungskunst gern benutztes Erzählmuster an: eine Fluchtgeschichte. Sieben Gefangene sind aus dem KZ Westhofen entflohen. Sie haben die längst und eindeutig gegen sie entschiedene Machtfrage neu gestellt. Mit ihrer Flucht unterlaufen sie ihre Ohnmacht und nehmen für ihre Selbstbehauptung äußerste Bewährungsproben ihrer physischen und psychischen Kräfte auf sich. Aber nur einem von ihnen gelingt die Flucht.
Sie habe mit dieser Fluchtgeschichte, sagte Anna Seghers, die Struktur des ganzen Volkes aufrollen wollen. Aus der Perspektive des sozialen Romans schafft sie die bedeutendste analytische Darstellung der nationalsozialistisch formierten Gesellschaft. Der Roman zerlegt die Motive der funktionierenden Mitmacher, der kalkulierenden Karrieristen, der eingeschüchterten früheren Oppositionellen, der Funktionsträger des Regimes und derjenigen, die dem Flüchtling helfen. Das Nachwort zur Entstehung und zur Rezeption macht deutlich, inwiefern Anna Seghers versuchte, einem Weltzustand, den sie keineswegs beschönigt, so etwas wie eine Hoffnung abzutrotzen, und wie das Gelingen des Romans damit zu tun hat, daß die Suggestion der Hoffnung ständig ihre Widerlegung mit sich führt.


Produktinformation

  • Verlag: Aufbau TB
  • 2011
  • 33. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 416 S.
  • Seitenzahl: 433
  • Aufbau Taschenbücher Bd.5151
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 116mm x 30mm
  • Gewicht: 280g
  • ISBN-13: 9783746651514
  • ISBN-10: 3746651514
  • Best.Nr.: 05186666
"Es ist das einzige epische Werk der gesamten deutschen Exilliteratur, in dem nicht nur mit gerechtem Zorn Partei genommen wird, sondern - aus der Ferne - ein menschlich glaubhaftes Bild des verfinsterten Deutschland gelungen ist." (Carl Zuckmayer)

"Es ist das einzige epische Werk der gesamten deutschen Exilliteratur, in dem nicht nur mit gerechtem Zorn Partei genommen wird, sondern - aus der Ferne - ein menschlich glaubhaftes Bild des verfinsterten Deutschland gelungen ist." (Carl Zuckmayer)<br />

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

In der Zeit-Schülerbibliothek wendet sich Rezensent Rolf Michaelis einem Klassiker der neueren deutschen Literatur, dem "Siebten Kreuz" von Anna Seghers zu. Absolut überzeugt ist er von dieser Geschichte über sieben Häftlinge, die aus einem Konzentrationslager im Rheinhessischen flüchten konnten. Das dunkle Kapitel des Nationalsozialismus werde schon auf den ersten Seiten dieses "schwarzen Heimatromans" auf so intensive und bedrückende Weise heraufbeschworen, dass die "Unruhe und Angst" beschriebener Protagonisten für den Leser greifbar sei. Solch eine, den Leser vollkommen einnehmende, Schreibleistung könne auch nur einer "Meistererzählerin" wie Anna Seghers gelingen, schwärmt der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH
Anna Seghers, geb.1900 als Netty Reiling 1900 in Mainz. Den Namen Anna Seghers führt sie als Schriftstellerin ab 1928. 1920-24 Studium in Heidelberg und Köln: Kunst- und Kulturgeschichte, Geschichte und Sinologie. Erste Veröffentlichung 1924: Die Toten auf der Insel Djal . 1925 Heirat mit dem Ungarn Laszlo Radvanyi. Umzug nach Berlin. Kleist-Preis. Eintritt in die KPD. 1929 Beitritt zum Bund proletarisch- revolutionärer Schriftsteller. 1933 Flucht über die Schweiz nach Paris, 1940 in den unbesetzten Teil Frankreichs. 1941 Flucht der Familie auf einem Dampfer von Marseille nach Mexiko. Dort Präsidentin des Heinrich-Heine-Klubs. Mitarbeit an der Zeitschrift Freies Deutschland . 1943 schwerer Verkehrsunfall. 1947 Rückkehr nach Berlin. Georg-Büchner-Preis. 1950 Mitglied des Weltfriedensrates. Von 1952-78 Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der DDR. Ehrenbürgerin von Berlin und Mainz. 1978 Ehrenpräsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR. 1983 in Berlin gestorben.

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Kundenbewertungen zu "Das siebte Kreuz" von "Anna Seghers"

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Bewertung von lidetur aus Hohen-Sülzen am 27.06.2011 ***** sehr gut
Seghers Roman klagt zweifelsohne die Diktatur an - mitsamt den Praktiken, die sie skrupellos anwendet, um ihre totalitäre Herrschaft zu sichern. Sie sind bekannt und werden von anderen Regimen weiterhin ausgeübt. Sei es die Förderung des Denunziantentums über ein vorab geschaffenes Klima allgemeiner Angst bis zum offen ausgeübten Terror gegen politisch Andersdenkende und diejenigen, die sich einfach nur verweigern. Bei dieser Bewertung kann man es bei oberflächlicher Betrachtung auch bewenden lassen. „ … ist heute ein Roman gegen die Diktatur schlechthin.“, so Reich-Ranicki. Aber dem aufmerksamen kritischen Leser wird folgendes nicht entgehen und vielleicht einen „bitteren Beigeschmack“ hinterlassen:
Ihren Roman widmet Seghers den toten und lebenden Antifaschisten Deutschlands. Die im Roman auftretenden von der NS-Diktatur verfolgten Figuren sind - früher oder später dem Leser sich durch mehrere Hinweise offenbarend - Kommunisten. Nun gut, etwas anderes konnte man ja, so kann man natürlich sagen, bei Seghers (selbst Kommunistin) wohl kaum erwarten. Und dass sich mit der Auszeichnung „Antifaschist“ überwiegend bis generell nur Kommunisten schmücken, dürfte auch bekannt sein. Nach Seghers Verständnis waren vielleicht wohl wirklich nur Kommunisten die wahren Antifaschisten. Keine aufrichtigen Demokraten. Die dahinter stehende Ironie dürfte ihr nie aufgefallen sein. Wie denn auch? Sie, die DDR-Bürgerin aus freien Stücken, fest in das selbst totalitäre Herrschaftssystem des Realsozialismus eingebunden, zeitweise Vorsitzende des DDR-Schriftstellerverbandes. Und die Sozialdemokraten? Diesen billigte sie wohl nur - davon darf man wohl ausgehen - den Status eines konkurrierenden politischen Feindes zu. Hitler kam es ja sehr gelegen, dass die beiden Parteien sich nicht zu einer gemeinsamen Front gegen ihn zusammenschlossen, ja lieber noch selbst im Angesicht lebensbedrohender Gefahr gegeneinander kämpften. Auch „Moskau“ wollte solch eine aus der Not geborene Verbindung nicht sehen. Dass sie, Seghers, eine Form der Diktatur angriff, nur um eine andere ihr genehmere zu errichten, sah sie nicht, begriff sie wohl auch nicht.
So wurde sie zwangsläufig nicht nur eine Mitläuferin, sondern gar eine Stütze der sich nach dem zweiten Weltkrieg im Osten Deutschlands etablierenden anderen Diktatur. Beim von mir gern gelesenen großen Heinrich Mann verhinderte der Tod diese sich schon abzeichnende Entwicklung. Beide, Seghers wie H. Mann, waren letzten Endes eben auch nur Menschen, die Fehler machen konnten, um mich damit etwas versöhnlich zu äussern.
Der Roman selbst ist schlüssig geschrieben. Anfangs zwar etwas verwirrend. Der Eindruck entsteht, so meine ich, weil zahlreiche Figuren dicht aufeinander folgend eingeführt werden. Das gibt sich aber. Die Spannung und die Neugier darauf, wie es wohl weitergehen wird, bleiben erhalten. Glaubhaft zwar, aber doch etwas zu schnell empfunden gestaltet sich die innere Abwendung vom herrschenden System, die eine Romanfigur durchlebt.

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Bewertung von lilly aus Rheinbach am 02.05.2010 ***** weniger gut
Das Buch spielt im Hitler-Deutschland, es handelt von der Flucht sieben Gefangener, von denen am Ende nur einer überlebt. Es wird vom kommunistischen Widerstand im Nationalsozialismus erzählt und von der Angst vor der scheinbar allgegenwärtigen Regierung.
Das Buch ist, zumindest an junge Leser, nicht weiter zuempfehlen. Denn die Spannung wird von der Autorin bereits zu anfangs genommen, man erfährt noch im Vorwort von dem Ausgang des Buches, außerdem ist das Buch sprachlich recht anspruchsvoll und auch inhaltlich nicht immer einfach nachzuvollziehen, aufgrund der zahlreichen zueinander parallel verlaufenden Handlungsstränge.
Ansonsten zeigt das Buch ein interessantes und erschreckendes Bild des Nationalsozialismus mit seiner Grausamkeit und Verunsicherung des Volkes, dennoch etwas in die Länge gezogen auf ca. 400 Seiten.

Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
  • lidetur aus Hohen-Sülzen am 27.06.2011
    Auch noch junge Leser werder älter! Und sind vielleicht dann zum Lesen dieses Buches bereit!
    Bedauerlich, wenn eine weniger gute Bewertung vielleicht auch ausgesprochen wurde, weil das Buch …mehr
     (Inhalt anstößig?)

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