Joyce Ulysses - Joyce, James
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Short description/annotation In this engaging introduction, Vincent Sherry combines a close reading of Ulysses with new critical arguments. Main description In this engaging introduction, Vincent Sherry combines a close reading of Ulysses with new critical arguments. He provides a useful guide t the episodic sequence of Joyce's novel. In addition, he presents a searching interpretation of this masterwork, freshly addressing the major issues in Ulysses criticism. He shows how Joyce's modernist epic remodels Homer's Odyssey; he examines and explains Joyce's extraordinary verbal experiments…mehr

Produktbeschreibung

Short description/annotation
In this engaging introduction, Vincent Sherry combines a close reading of Ulysses with new critical arguments.

Main description
In this engaging introduction, Vincent Sherry combines a close reading of Ulysses with new critical arguments. He provides a useful guide to the episodic sequence of Joyce's novel. In addition, he presents a searching interpretation of this masterwork, freshly addressing the major issues in Ulysses criticism. He shows how Joyce's modernist epic remodels Homer's Odyssey; he examines and explains Joyce's extraordinary verbal experiments; and he reads anew the most challenging language of the text, the words through which the characters reveal their secret lives. He also reclaims the landmark status of Joyce's monumental novel, situating it in the relevant contexts of literary tradition and political history. This book is essential reading for all students of Joyce, whether they are approaching Ulysses for the first time or returning to the text.

Table of contents:
Preface; Abbreviations; Chronology; 1. Introduction; 2. Epic subjects; 3. Lapsarian languages; P(ost) S(criptum) U(lysses).
  • Produktdetails
  • Landmarks of World Literature
  • Verlag: Cambridge University Press
  • 2nd ed.
  • Seitenzahl: 125
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 148 pages
  • Englisch
  • Abmessung: 197mm x 135mm x 9mm
  • Gewicht: 156g
  • ISBN-13: 9780521539760
  • ISBN-10: 0521539765
  • Best.Nr.: 12608916

Autorenporträt

James Joyce wurde am 2. Februar 1882 in Dublin geboren, wo er in schwierigen und ärmlichen Familienverhältnissen aufwuchs. Joyce studierte am University College von Dublin moderne Sprachen, u.a. Englisch, Französisch und Italienisch. 1902 ging er nach Paris, um ein Medizinstudium zu beginnen. Er wandte sich dort aber dem Schreiben zu und führte einen ausschweifenden Lebensstil. 1903 kehrte er nach Dublin zurück, konnte dort jedoch nicht Fuß fassen. Mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau Nora Barnacle siedelte er 1904 auf den Kontinent über und lebte hauptsächlich in Triest. 1914 erschien Joyces erste Kurzgeschichtensammlung. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog er mit seiner Familie nach Zürich. 1920 zog Joyce auf Einladung seines Freundes Ezra Pound nach Paris, wo er bis zu Frankreichs Besetzung im Zweiten Weltkrieg lebte. James Joyce starb am 13. Januar 1941 in Zürich.

Rezensionen

Besprechung von 25.07.1995
1922
James Joyce "Ulysses"

An Gott kommt keiner vorbei, außer Libuda: das war ein Witz jener Jahre, in denen es unter den jungen Intellektuellen keinen Libuda gab, der an Joyce vorbeigekommen wäre, Joyce war der Gott. Das geht niemals gut, Literatur ist Vielgötterei; und so hat auch sein "Ulysses" keine ganzen Epochen der Erzählens zur Vergangenheit verdammt, sondern einfach vorgemacht, wie herrlich (und als ginge doch eine neue Welt auf) die Freiheit des Romanciers ist, wenn er sich und uns wieder einmal an die Schrankenlosigkeit erinnert, die das Genre gerade für die Gottlosen so groß macht. Manchmal ist Joyce ein bißchen langweilig und enervierend; das war aber Flaubert auch. Nur, wenn er einmal loskommt, dann ist Joyce, wie damals Flaubert in der "Education", der grandioseste dieser Alleinunterhalter, deren immer wieder fast unüberwindliches Problem doch ist, daß im Saal nur ein einziger Mensch sitzt, der Leser, den nichts ganz leicht amüsiert, wenn er die Schwere der Zeiten bedenkt und sein Alleinsein und was er alles schon weiß. Aber dann bringt Joyce Bloom mit in den Saal, Ulysses, hinüber-, herabgerettet zu uns, den Freund der Nierchen am frühen Morgen, und in der noch dunklen Bühnennacht wartet Molly, der Trost der Welt. Das sind Bücher, von deren Art es immer nur eines gibt, man möchte das für einen Jammer halten bei soviel Genie ihrer Verfasser; aber das scheint der Preis gewesen zu sein, und sie waren es schließlich, die ihn gezahl haben - wir haben ein ganzes Jahrhundert noch. Joyce, 1889 geboren, wie Valery Larbaud (der auf Joyces Anraten zuerst Italo Svevo in Frankreich druckte und dann auch Joyce selber übersetzte) und Virginia Woolf, wurde von Jesuiten erzogen, ging zwanzigjährig nach Paris, lebte dann dort in Triest und später in der Schweiz, wo er, fast blind, 1941 starb, im selben Jahr wie die Woolf. (James Joyce: "Ulysses". Aus dem Englischen übersetzt von Hans Wollschläger. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1992. 1000 S., br., 34,- DM.) R.V.

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Besprechung von 14.06.2004
Aha, der Schnapshändler
Ein monumentaler Kommentar zu James Joyce’ „Ulysses”
Von James Joyce ist eine Äußerung überliefert, die alle Vorbehalte gegenüber der ästhetischen Moderne zu bestätigen scheint. In den „Ulysses”, soll der Dichter gesagt haben, seien so viele „Rätsel und Puzzles” hineingearbeitet, dass Professoren sich noch Jahrhunderte darüber streiten werden, was dies alles bedeute. In diesem Verfahren, so James Joyce weiter, liege die einzige Möglichkeit, sich die Unsterblichkeit zu sichern. Da lacht der Leser. Ist dieser Satz nicht ein Geschenk an alle Banausen? Plaudert hier nicht einer der bekanntesten Vertreter der Avantgarde in einem offenbar unbewachten Augenblick aus, was es mit seinem ganzen unverständlichen Zeug auf sich hat? Es dient ja doch nur der Eitelkeit, der Feier und der Versorgung des modernen Künstlers. Worauf dann der Biedersinn in Gestalt der populären Literaturkritik hingehen und öffentlich bekennen kann, das dicke Buch gar nicht gelesen zu haben - sie darf es tun, es kostet sie nichts, der Dichter hat sich selbst verraten.
Während dies geschieht, erscheint im Suhrkamp Verlag die berühmte, von Hans Wollschläger besorgte und zuerst 1975 veröffentlichte Übersetzung des Werkes in einer neuen Fassung: Der Schriftblock mit dem Text des Romans ist derselbe. Hinzugekommen aber ist auf der einen Seite eine Zeilenzählung, auf der anderen (sowie am unteren Rand und manchmal sogar auf einer eigenen, hinzugesetzten Seite) ein Kommentar vo geradezu niederschmetternder Gründlichkeit. Zum Wort „Kutscherkneipe” auf Seite 109 ergänzt der Kommentar: „auf der Great Brunswick Street zwischen Cumberland Street South und Westland Row, siehe auch Anm. zu 737.13”. Zu „Queensberry-Regeln” fällt ihm ein: „Die Regeln des modernen Boxsports mit Boxhandschuhen sind nach John Sholton Douglas, Marquess of Queensberry benannt. Sie wurden 1865 festgelegt.” Moderne Bibeln sind so gestaltet, obwohl bei ihnen der Kommentar nur den kleineren Teil einer Seite füllt, während er sich hier resolut neben das literarische Werk setzt und dieses im Umfang übertrumpft.
Ferner sind den achtzehn Kapiteln Überschriften beigegeben, die ihre Titel aus den jeweiligen Stationen von Homers „Odyssee” entliehen haben, des Gedichts also, das dem „Ulysses” als Muster und Widerpart die Bewegung vorgibt. Am Ende der neuen Ausgabe finden sich Stadtpläne zum Dublin der Jahrhundertwende sowie Kurzbiographien zu einer ganzen Reihe von historischen Gestalten, die im Roman mehrfach auftauchen. Unverständlichkeit lässt sich, mit diesem Kommentar vor Augen, dem Roman kaum noch vorwerfen: kein unvertrauter Name, keine merkwürdige Wendung, keine verborgene Referenz, die hier nicht ihre Auflösung und Bestimmung finden würde. Eine lange Tradition von philologischen „Ulysses”-Lektüren geht dieser Ausgabe voraus, Lektüren, die sich in William York Tindalls „A Reader’s Guide to James Joyce” von 1959, Harry Blamires „The Bloomsday Book” von 1966 sowie vor allem in Don Gliffords und Robert J. Seidmans „Ulysses Annotated” von 1992 niedergeschlagen haben. Sie alle werden von dieser Ausgabe aus dem Heimatland der Neueren Philologie übertrumpft.
Aber was heißt es, wenn es nun diese Ausgabe gibt? Dass James Joyce Recht hatte mit seiner Vorhersage, dass Professoren noch in Jahrhunderten um die Deutung seines Werkes streiten werden? Ja, gewiss, aber bedeutet das auch, dass man zumindest im weiteren Sinne Professor sein muss, um den „Ulysses” zu lesen? „Ulysses” sei auch „der Roman der ganzen Welt”, heißt es in der Einleitung des Herausgebers Dirk Vanderbeke, und wenn er mit dieser Behauptung Recht hätte, dann hätten auch die Banausen Recht, die in diesem Buch nur einen berechnenden Anschlag auf den gesunden Menschenverstand erkennen wollen - dann stünden einander Liebhaber und Verächter gegenüber, und die einen wollten damit leben und die anderen nicht, und über den Roman wäre nichts gesagt.
„Ulysses”, der große Roman von James Joyce, enthält keinen Kommentar und keine Stadtpläne, die Parallele zur „Odyssee” wurde erst durch einen Hinweis von Valéry Larbaud, dem französischen Übersetzer, offenbar, und es ist nicht notwendig zu wissen, dass an der Loop Line Bridge ein Pissoir stand. Man kann, ja man muss dieses Werk auch lesen, ohne gleichzeitig seine gesamten Hintergründe zu erschließen. Um „Krieg und Frieden” zu verstehen, mag es hilfreich sein, die großen Schlachten Napoléons in Russland wenigstens in groben Zügen zu verstehen - denn noch ein oder zwei Generationen nach Tolstoi gehörte dieses Wissen zu einer Allgemeinbildung, die sich fast überall in Europa abrufen ließ und die es heute, vielleicht aus gutem Grund, nicht mehr gibt. Was nützt es aber zu wissen, dass es in der Mainstreet von Blackrock einen Spirituosenhändler namens Jacob Halliday gab? Zur Bildung gehören solche Kenntnisse nicht. Es hängt nichts von ihnen ab - außer man fährt nach Dublin, um einer Leidenschaft als Amateurphilologe nachzugeben, und steht dann staunend und begriffslos vor dem Haus eines Krämers - um nicht mehr zu erfahren, als dass es ihn gab und er hier zu Hause war.
Was aber, wenn jene Äußerung von James Joyce satirisch gemeint war? Wenn er gewusst hätte, dass er die Philologen an sich ziehen würde wie Leopold Bloom durch feine Strümpfe angezogen wird? „Ulysses”- mit diesem Buch wird auch der Roman des neunzehnten Jahrhunderts revidiert, mitsamt seinem Realismus und seinem Vertrauen auf einen Helden; mit diesem Buch fängt die Geschichte der Literatur noch einmal an, auf der Höhe ihrer Zeit, in Auseinandersetzung mit konkurrierenden Medien wie den Zeitungen und dem Grammophon. Das Unverständliche ist hier verständlich - es gehört zu einer Empirie, die sich nicht bewältigen lässt, was sich in diesem Buch nicht nur in den Namen unbekannter Spirituosenverkäufer, sondern auch in der Form niederschlägt. So paradox es daher klingen mag: Das populäre Banausentum, das sich damit brüstet, diesen Roman nicht gelesen zu haben, und der philologische Eifer, der alles Unbekannte an diesem Werk in Bekanntes aufzulösen trachtet, speist sich aus derselben Quelle: dem Widerstand gegen die Moderne. So hilfreich die kommentierte Ausgabe für Professoren daher sein mag - dem ernsthaften Leser nützt sie nur, wenn er sich ihr gegenüber banausisch verhält: sich also die Freiheit nimmt, vieles darin nicht zu lesen. Und das, was er sich von ihr nimmt, hemmungslos für seine Zwecke auszuschlachten.
THOMAS STEINFELD
JAMES JOYCE: Ulysses. Übersetzt von Hans Wollschläger. Herausgegeben und kommentiert von Dirk Vanderbeke, Dirk Schultze, Friedrich Reinmuth und Sigrid Altdorf in Verbindung mit Bert Scharpenberg. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004. 1122 S., 50 Euro.
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