Der Schatten des Chamäleons - Walters, Minette

Minette Walters 

Der Schatten des Chamäleons

Psychothriller

Dtsch. v. Mechtild Sandberg-Ciletti
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Der Schatten des Chamäleons

Das packende Psychogramm eines Mannes, der die Kontrolle über seine Seele verloren hat Charles Acland erleidet eine schwere Kopfverletzung, die nicht nur sein Gesicht zeichnet, sondern vor allem seine Seele zutiefst verwundet. Der bisher als heiter und offen geltende Charles entwickelt sich zu einem unberechenbaren Mann, der seine Umwelt terrorisiert. Das Beängstigende: Charles ist sich seiner Persönlichkeitsveränderung bewusst, steht aber seinen eigenen Ausbrüchen vollkommen hilflos gegenüber. Als er nach einer Auseinandersetzung mit einem Mann in den Verdacht gerät, mit einer Mordserie in Verbindung zu stehen, sind weder er noch die Polizei sich sicher, ob er der gesuchte Killer ist ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 448 S.
  • Seitenzahl: 448
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46796
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 126mm x 40mm
  • Gewicht: 395g
  • ISBN-13: 9783442467969
  • ISBN-10: 3442467969
  • Best.Nr.: 27946408
"Minutiös und spannend bis zum überraschenden Schluss dokumentiert Minette Walters den Abstieg eines Mannes in die Hölle seiner eigenen Seele, in seine Schuld und sein Schuldbewusstsein. Ihr Antiheld Acland muss lernen mit seinem neuen Ich zu leben und es zu überleben - und das allein schon ist genauso nervenaufreibend wie die Kriminalhandlung des Romans." NDR 1 (Bücherwelt)

"Christian Berkel erfüllt seine Sprecherrolle aufs Beste: Er ist absolut präsent, moduliert jede Rolle haargenau und schafft damit einen erstaunlichen Hörgenuss." (GQ)

"Christian Berkel erfüllt seine Sprecherrolle aufs Beste: Er ist absolut präsent, moduliert jede Rolle haargenau und schafft damit einen erstaunlichen Hörgenuss." GQ<br/><br/>"Es spricht - präzis, zurückhaltend und dennoch fesselnd - Christian Berkel." Westdeutsche Allgemeine Zeitung

"Geschickt legt die Autorin falsche Fährten und zieht dabei die Spannungsschraube immer weiter an. Ihre Charaktere sind realistisch."
Minette Walters arbeitete lange als Redakteurin in London, bevor sie Schriftstellerin wurde. Seit ihrem Debüt "Im Eishaus", das 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde, zählt sie zu den Lieblingsautoren von Millionen Leserinnen und Lesern in aller Welt. Alle ihre bisher erschienenen Romane wurden mit wichtigen Preisen ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Minette Walters lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Dorset, England.

Leseprobe zu "Der Schatten des Chamäleons" von Minette Walters

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Leseprobe zu "Der Schatten des Chamäleons" von Minette Walters

Southwark Echo, Freitag, 29. September 2006

Mordopfer 'brutal erschlagen'
Die Leiche, die vor zwei Tagen in einem Haus im Süden Londons gefunden wurde, konnte mittlerweile identifiziert werden. Es handelt sich um den 71-jährigen Martin Britton, einen früheren Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. Freunde und Nachbarn des Toten berichteten, dass sie Mr. Britton seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen hatten. Die Polizei war in das Haus eingedrungen, nachdem Beamte zuvor mit Hilfe einer Leiter einen Blick ins Schlafzimmer des Rentners geworfen hatten.
Die gestrige Obduktion des Leichnams ergab, dass Martin Britton schweren Kopfverletzungen erlegen ist. 'Er wurde brutal erschlagen', sagte Superintendent Brian Jones von der Kriminalpolizei, der die Ermittlungen leitet. 'Wir glauben, dass das Verbrechen am Samstag, dem 23. September, begangen wurde, und bitten alle Personen, die an diesem Tag in der Greenham Road waren, sich zu melden.'
Die Nachbarn beschreiben
Martin Britton als einen 'charmanten und höflichen' Mann, der nach dem Tod seines Lebenspartners im vergangenen Jahr 'sehr zurückgezogen' lebte. Superintendent Jones hält es durchaus für möglich, dass Mr. Britton mit seinem Mörder bekannt war. 'Wir fanden keinerlei Spuren gewaltsamen Eindringens', erklärte er.
Er wollte sich nicht dazu äußern, ob diese Tat mit dem Mord an Harry Peel in Zusammenhang steht, einem 57-jährigen Taxifahrer, der vor zwei Wochen ebenfalls an schweren Kopfverletzungen starb. Mr. Peel lebte keine drei Kilometer von der Greenham Road entfernt. Er wurde von seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau tot aufgefunden, die sich Sorgen machte, weil er nicht ans Handy ging.
Die Polizei hat die Schwulengemeinde ausdrücklich um Mithilfe bei der Suche nach Harry Peels Mörder gebeten. Harry Peel, ehemals Soldat bei einem Panzerregiment, war Dockarbeiter, ehe er vor sieben Jahren als Taxifahrer anfing. Er war Stammgast in den Kneipen des Viertels. Die Arbeit der Spurensicherung in der Greenham Road dauert derzeit noch an.

Acht Wochen später
Schon eine ganze Weile konnten die vier Iraker, die im ausgebombten Obergeschoss eines verlassenen Hauses auf der Lauer lagen, den Konvoi gepanzerter Fahrzeuge sehen. Vorneweg den Scimitar-Spähpanzer. Die Straße - Teil der Verbindungsstrecke Basra-Bagdad - zog sich schnurgerade durch die flache Wüstenlandschaft, und von ihrem erhöhten Ausguck aus hatten die Männer mit ihren Spezialferngläsern den Konvoi von dem Moment an im Blick, als das Führungsfahrzeug am Horizont auftauchte.
Es war heiß. Die Luft spiegelte sich auf dem Asphalt, und einer der Aufständischen hielt dieses Bild mit einem DVD-Camcorder fest, bevor er den Turm des Scimitar näher heranholte. Er konnte die mit Helmen geschützten Köpfe der zwei Soldaten zu beiden Seiten des 30-mm-Geschützes und den des Fahrers darunter ausmachen, die Gesichter waren wegen der großen Entfernung noch nicht zu erkennen. Einer der Aufständischen wies auf einen der Telegrafenmasten, die sich längs der Straße bis ins Endlose reihten, und sagte, wenn der Scimitar den Masten passiere, seien es noch gut zwei Minuten bis zur Explosion. Zeit genug, um die britischen Soldaten aufzunehmen, bevor die selbstgebastelten, im Boden vergrabenen Bomben zu beiden Seiten der Straße sie töteten.
Der Kameramann erwartete, Selbstgefälligkeit, vielleicht sogar Arroganz in den Gesichtern der Unterdrücker zu sehen, aber die Nahaufnahmen der drei Männer zeigten einzig Konzentration. So, wie der Zugführer, ein 26-jähriger Lieutenant, plötzlich losbrüllte, offenbar um einen Befehl zu geben, hätte man sogar vermuten können, er habe im Staub neben der Straße etwas Verdächtiges bemerkt. Es war zu spät. Die Bomben, mehrere Panzerminen mit ausreichend Sprengkraft, um einen Bradley-Panzer zu zerfetzen, detonierten gleichzeitig, als das Fahrzeug sie passierte.
Der Filmclip mit dem britischen Scimitar, der in die Luft flog, bevor er sich in einem Flammenmeer überschlug, lief in der muslimischen Welt immer wieder über die Bildschirme. In den irakischen Bazars wurde die DVD zum Muss für jeden, der sie im Fernsehen nicht hatte sehen können - sei es weil die Stromversorgung nicht funktionierte oder der Empfang gestört war. Der Propagandacoup einer kleinen irakischen Zelle, die ein Koalitionsfahrzeug mit selbstgebastelten Bomben außer Gefecht gesetzt hatte, war von unwiderstehlicher Wirkung, zumal Zuschauer ebenso wie Fachleute behaupteten, Furcht, nicht Konzentration, aus den Gesichtern der drei Soldaten lesen zu können. Sie wurde als Zeichen dafür gewertet, dass die Moral der Koalitionstruppen bröckelte und ein Ende der Besatzung nahe war.
In Großbritannien, wo ein anderes Verständnis von Kriegsberichterstattung herrschte, entschieden sich die Nachrichtenredaktionen aus Rücksicht auf die Zuschauer gegen eine Übertragung der Filmaufnahmen. Nur einer der Männer hatte überlebt, allerdings mit entstellenden Verletzungen. Angesichts dieser Umstände hielten es selbst die hartgesottensten Redakteure für klüger, den schmalen Grat zwischen Berichterstattung und Effekthascherei gar nicht erst zu betreten.
Verteidigungsministerium
CHIRURGISCHES KRANKENHAUS DER BRITISCHEN STREITKRÄFTE, IRAK

Vertraulicher Bericht
Betrifft: Regiment:
Tag der Verwundung:
Tag der Einweisung: Tag der Entlassung: Verlegt nach:
Anlass des Rücktransports:
Derzeitiger Zustand des
Patienten: Medikamentöse Behandlung:
Lieutenant Charles Acland 893406
Light Dragoon Guards,
Kgl. Panzertruppe
24. November 2006
24. November 2006
26. November 2006 - 19.30 Uhr
Allgemeines Krankenhaus,
Birmingham
Wiederherstellungschirurgie Ohne Bewusstsein, jedoch stabil; fixiert
Siehe Anlage

An die zuständigen Stellen
Lieutenant Charles Acland erlitt bei einem Anschlag auf sein Scimitar-Spähfahrzeug schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen: linksseitig Frakturen des Supraorbitalis, des Jochbogens und der Maxilla. Die Wunden wurden gesäubert, Fremdstoffe, abgestorbenes und verbranntes Gewebe entfernt, äußere Blutungen gestillt. Die für Gehirntätigkeit und arteriellen Fluss gemessenen Werte sind unauffällig, obwohl angesichts der Schwere der Verletzungen eine Schädigung des Gehirns wahrscheinlich erscheint. Es wird eine sofortige CT empfohlen. Auf der linken Gesichtshälfte des Patienten befindet sich eine offene Wunde -ein 2 cm breiter, 0,5 cm tiefer, 10 cm langer Abriss -, die durch Einwirkung heißer Bombensplitter verursacht ist. Muskeln und Nerven sind stark geschädigt, das linke Auge ist nicht mehr zu retten. Der Patient wurde bei der Einweisung auf Antibiotika gesetzt, die offene Wunde zunächst verbunden, um einer Infektion vorzubeugen.

Als Charles Acland aus der Bewusstlosigkeit erwachte, glaubte er zuerst, beim Zahnarzt zu sein. Sein ganzer Mund war taub wie von einer Betäubungsspritze. Dabei war die Sache mit dem Zahnarzt völlig absurd. Er lag auf dem Rücken, die Zimmerdecke über ihm bewegte sich, und hinter ihm bimmelte laut eine Glocke. Ein Wecker?

Kundenbewertungen zu "Der Schatten des Chamäleons" von "Minette Walters"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen **** gut)
***** ausgezeichnet
 
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***** schlecht
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Bewertung von engelchen aus Burg am 20.07.2010 ***** ausgezeichnet
Ein junger Soldat geht in den Krieg und kommt mit schwersten Verletzungen zurück. Das Gesicht von Charles Acland ist halbseitig zerstört, ein Auge nicht zu retten. Welche bleibenden Schäden das Schädel-Hirn-Trauma hervorgerufen hat, ist noch unklar. Dabei ist Charles kein einfacher Patient. Vor allem weiblichen Personen gegenüber ist er unberechenbar und tritt sehr verletzend auf. An die von Charles gewünschte Vorsetzung seiner millitärischen Karriere ist nicht zu denken.
Als in seiner näheren Umgebung mehrere Morde geschehen, gerät Charles ins Visier der Londoner Polizei.
"Der Schatten des Chamäleons" ist ein packender Thriller, der den Leser von der ersten Seite an fesselt. Es zieht den Leser hinab in die Tiefe der menschlichen Psyche und lässt ihn nicht wieder los. Das Ende des Buches war für mich erschreckend und unerwartet. Gern hätte ich weitergelesen was mit Charles Acland passiert, aber mehr Seiten hatte das Buch leider nicht.

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Bewertung von Iffcountry aus Wittgenstein am 26.05.2010 ***** gut
Mir hat es gut gefallen.

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Bewertung von Polar aus Aachen am 31.03.2008 ***** weniger gut
Minette Walters Romane sind nicht selten wie in ihrem Vorgänger Des Teufels Werk minutiöse Achterbahnfahrten in die menschliche Psyche, Reisen durch verschüttete Ängste, die von außen bedroht werden und aus den Fugen geraten. Wenn Minette Walters sich bei ihrer Arbeit allzu sehr auf die Aufklärung über den Dialog, wie in ihrem Roman Der Schatten des Chamäleons verläßt, wird die Handlung leicht statisch, und man kann nur hoffen, dass ihre Charaktere so schillernd sind, dass sie der Geschichte über diese Klippe hinweghelfen. In ihrem neuen Roman ist das leider nur auf den ersten achtzig Seiten der Fall. Danach wird nur noch mehr geredet und behauptet, um die Hintergründe auszulichten. Lieutenant Chase Acland hat schwer verletzt überlebt. Glaubt man den Beschreibungen, sieht er auf einer Seite wie ein Monster. Viel schlimmer erscheinen die inneren Verletzungen, die er sich zugezogen hat und die dazu führen, dass er gewalttätig wird, wenn man in körperlich berührt oder seelisch bedrängt. Er fällt in die Hände von Psychiatern, leidet unter einer besitzergreifenden Mutter, unter einer Ex-Freundin, die nicht von ihm lassen will, weil sie es gewohnt ist, ihn auszunehmen, und trifft auf Helfer wie Jackson, die muskelgestählt in ihrer burschikosen Art, belebend wirken sollen, doch wie manch andere Nebenfigur überzeichnet sind. Über allem schwebt der Verdacht des mehrfachen Mordes, soll das Spiel: wer sagt die Wahrheit, Spannung erzeugen. Minette Walters Augenmerk fällt auf die Verarbeitung von Verletzungen jeglicher Art, seien sie im Krieg entstanden oder jahrelang durch fehlgeleitete Liebe angezüchtet worden. Das ist leider zäh und vorhersehbar. Ein Kriminalroman wird kaum daraus. Es fehlen einfach die mitreißenden Persönlichkeiten, die einem statischen Geschehen, das auf die Vergangenheit setzt in der Gegenwart soviel Leben einhauchen, dass man ihnen überall hin folgt. Chamäleons sucht man jedenfalls vergeblich darin.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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