Kriegstagebuch, 1 Audio-CD - Bachmann, Ingeborg
Fotogalerie

Ingeborg Bachmann 

Kriegstagebuch, 1 Audio-CD

70 Min.

Gesprochen von Heikko Deutschmann u. Anna Thalbach
Audio CD
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
17 ebmiles sammeln
EUR 16,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Kriegstagebuch, 1 Audio-CD

Das ist der schönste Sommer meines Lebens, und wenn ich hundert Jahre alt werde das wird der schönste Frühling und Sommer bleiben. Vom Frieden merkt man nicht viel, sagen alle, aber für mich ist Frieden, Frieden! (Ingeborg Bachmann)
1944 beginnt die achtzehnjährige Ingeborg Bachmann mit ihrem Tagebuch: Darin beschreibt sie das Leben unter und die Befreiung von der NS-Herrschaft wie auch die enge Nachkriegs-Freundschaft mit Jack Hamesh, einem britischen Besatzungssoldaten. 1946 wandert Hamesh nach Palästina aus seine Briefe sind ein Höhepunkt dieses einzigartigen Hördokumentes.


Produktinformation

  • Verlag: Audiobuch
  • Seitenzahl: 1
  • Artikeltyp: Hörbuch
  • ISBN-13: 9783899643930
  • ISBN-10: 3899643933
  • Best.Nr.: 29748802
  • Laufzeit: 70 Min.

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Miriam Hefti hat Ingeborg Bachmanns "Kriegstagebuch", das Auszüge aus ihrem Tagebuch von 1945 sowie elf an sie gerichtete Briefe des britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh versammelt, nicht nur als aufschlussreiches Dokument für die frühen Jahre der Schriftstellerin gelesen. Indem Bachmanns Aufzeichnungen den Briefen des jungen Soldaten gegenübergestellt werden, entspannt sich ein "stummer Dialog" zweier Einsamer, so die Rezensentin gefesselt. In gewisser Weise werde in der Verbindung der Tochter eines NSDAP-Mitglieds und eines österreichischen Juden, der nur durch einen Kindertransport nach England der Ermordung entkam, schon die Beziehung zu Paul Celan "vorweggenommen" meint Hefti interessiert. Besonders fesselnd fand sie auch den Werdegang von Hamesh, der später nach Palästina ging und sich vom überzeugten Marxisten zum Zionisten wandelte. So spiegelt sich für die faszinierte Rezensentin in diesem Band auch die Einsamkeit und Heimatlosigkeit einer ganzen Generation.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.04.2010

Der schönste Sommer meines Lebens

Das Kriegsende hat die Achtzehnjährige nicht als Katastrophe erlebt, sondern als Befreiung: Ingeborg Bachmanns "Kriegstagebuch" und Jack Hameshs Briefe an sie sind eine Entdeckung.

Vor zwei Jahren erschien unter dem Titel "Herzzeit" der Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Zu diesem Dokument der Freundschaft zwischen der jungen österreichischen Lyrikerin, die Gedankliches mit dem poetischen Bild so wirkungsvoll ins Gleichgewicht brachte, und dem Dichter des jüdischen Czernowitz, der in seiner "Todesfuge" wie niemand nach ihm das Inferno der Vernichtungslager beschwor, gibt es ein Vorspiel. Das zeigt nun das gerade erschienene "Kriegstagebuch" Ingeborg Bachmanns.

Im Frühsommer 1945 wird die Achtzehnjährige ins Büro der in Kärnten stationierten 8. Britischen Armee (ins Büro der Field Security Section) in Hermagor gerufen, wo sie Jack Hamesh nach ihrer Vergangenheit in der nationalsozialistischen Jugendorganisation des BdM befragt. Ihr Tagebuch beschreibt ihn so: Er "ist klein und eher hässlich, Augengläser, spricht fließend deutsch mit einem Wiener Akzent". Wer ist dieser Jack Hamesh? Er …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.04.2010

Im Garten lesen, bis die Bomben kommen
Ein jüdisch-britischer Besatzungssoldat verliebt sich in eine achtzehnjährige Kärntnerin: Zur Erstpublikation von Ingeborg Bachmanns „Kriegstagebuch” aus den Jahren 1944/45
Ob man um die träumerischen Tagebucheinträge eines achtzehnjährigen Backfischs wirklich so viel Aufhebens machen soll? Um nichts weniger als sechs handbeschriebene DIN-A-4-Blätter? Auch wenn das junge Fräulein Ingeborg Bachmann heißt, ist man zunächst doch etwas verwundert. Und die elf Briefe des sechsundzwanzigjährigen britischen Besatzungsoldaten Jack Hamesh, die ihnen zur Seite gestellt sind und drucktechnisch den weitaus größeren Teil ausmachen, verweigern sich von vornherein einem literarischen Anspruch. Dennoch – es geht hier zweifellos um einen auratischen Moment.
Der verdienstvolle Herausgeber Hans Höller befeuert ihn in seinem Nachwort mit wohl sämtlichen auffindbaren Querbezügen zu Bachmanns Werk und fügt ihn nahtlos ein in den philologisch längst aufwendig bestückten Bachmann-Kosmos. Da fällt es immer schwerer, die kurzen Notate ausschließlich als das zu lesen, was sie zunächst sind: Selbstvergewisserungen einer …

Weiter lesen

"Es ist dies, nach der Publikation des Briefwechsels Herzzeit zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan vor anderthalb Jahren, wieder eine kleine Sensation, die Literaturgeschichte schreiben wird. Auch dank des vorzüglichen Kommentars von Herausgeber Hans Höller entsteht ein Zeitbild, dessen Tentakel bis in Bachmanns künftiges Werk hineinreichen. Die Besonderheit dieser Tagebuchblätter liegt überhaupt eher im Detail des gelebten Widerstands, im Rausch des unverhofften Friedens, im Glück der Befreiung."
Ina Hartwig Die Zeit

»Was diesen sensationellen Fund so faszinierend macht, ist nich nur die Tatsache, dass man hier die spätere Literatur-Ikone quasi als Jugendliche kennenlernt, einen Blick in ihr mentales Mädchenzimmer werfen kann. Was vielmehr so verblüffend wie anrührend wirkt, ist die Brechung des Historisch-Politischem im Prisma privater, ja intimer Erfahrung. So als geschähe hier absichtslos und unbewusst, was der Dichterin später in der Lyrik gelang: die Erhellung der Wirklichkeit im Licht der Subjektivität.«

Viel Bachmann-Text gibt es nun gerade nicht in diesem Band. Aus den sechs Seiten des "Kriegstagebuchs" werden 107 nur durch ein gründliches Nachwort und durch die elf Briefe des Soldaten Jack Hamesh, mit dem Bachmann eine nicht sehr lang währende Freundschaft/Beziehung verband. Hamesh war Jude und als britischer Soldat mit den Siegern in seine einstige österreichische Heimat zurückgekehrt. Als sie ihre gemeinsame Liebe zur Literatur entdecken, kommen Bachmann und Hamesh sich nahe. Von einem handelsüblichen Achtzehnjährigen-Tagebuch unterscheidet sich, was hier abgedruckt ist, offensichtlich nur, wenn man um die zukünftige Bedeutung seiner Autorin weiß. Recht überzeugend findet es der Rezensent Helmut Böttiger offenbar, wie sich Herausgeber und Bachmann-Kenner Hans Höller bemüht, wo immer es geht, Bezüge und Querverbindung in die Zukunft herzustellen. Was aus Jack Hamesh wurde, nachdem er 1946 nach Palästina ging, ist im übrigen unbekannt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Ingeborg Bachmann, geb. 1926 in Klagenfurt, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der deutschsprachigen Nachkriegsgeneration. Ihr Werk umfaßt Romane, Kurzprosa und Lyrik, aber auch Übersetzungen aus dem Italienischen. 1964 wurde ihr der Georg-Büchner-Preis verliehen. Sie starb 1973 in Rom.

Trackliste zu "Kriegstagebuch, 1 Audio-CD"


CD
1 Teil 1 (1944) 09:28
2 Teil 2 (1945) 11:51
3 Brief Nr. 1: Hermagor, Ostern 1946 01:33
4 Brief Nr. 2: Hermagor, 16.06.1946 04:45
5 Brief Nr. 3: Entlassungslager Villach, 27.06.1946 01:55
6 Telegramm Nr. 4: Neapel, 03.07.1946 00:13
7 Brief Nr. 5: 06.06.1946 (in Wahrheit wohl 06.07.1946) 05:11
8 Brief Nr. 6: Tel-Aviv, 24.07.1946 06:30
9 Briefblatt Nr. 7: Tel-Aviv, 24.07.1946 (?) 00:30
10 Brief Nr. 8: Tel-Aviv, 01.11.1946 15:16
11 Brief Nr. 9: Tel-Aviv, 13.11.1946 04:53
12 Telegramm Nr. 10: Tel-Aviv, 23.06.1947 00:13
13 Brief Nr. 11: Tel-Aviv, 16.07.1947 15:55

Ein Marktplatz-Angebot für "Kriegstagebuch, 1 Audio-CD" für EUR 5,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 5,00 2,10 Banküberweisung jean-thomasch 99,8% ansehen