Fünf Deutschland und ein Leben - Stern, Fritz

Fritz Stern 

Fünf Deutschland und ein Leben

Erinnerungen

Übersetzer: Griese, Friedrich
Broschiertes Buch
 
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Fünf Deutschland und ein Leben

Die Erinnerungen eines großen Historikers und zugleich eine Geschichte Deutschlands von den zwanziger Jahren bis heute.

In den Zwanzigerjahren als Sohn einer deutschjüdischen Arztfamilie in Breslau geboren, erlebte er als Kind die gewalttätigen politischen Auseinandersetzungen der späten Weimarer Republik und die ersten fünf Jahre des NS-Regimes. 1938 konnte die Familie in die USA emigrieren. Fritz Stern verbindet die entscheidenden und auch dramatischen Episoden seiner Biografie mit der konzisen Darstellung der historischen Ereignisse und scharfsinnigen Analysen zu einem facettenreichen Porträt der fünf deutschen Staaten, die er miterlebt hat: von der Weimarer Republik über das Dritte Reich, die Bundesrepublik und die DDR bis zum heutigen wiedervereinigten Deutschland.
"Ein weises und tief berührendes Buch der Erinnerung" Louis Begley


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 675 S.
  • Seitenzahl: 688
  • dtv Taschenbücher Bd.34561
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 136mm x 42mm
  • Gewicht: 684g
  • ISBN-13: 9783423345613
  • ISBN-10: 3423345616
  • Best.Nr.: 25580536
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.09.2009

Deutschland und ich
Fritz Stern: Fünf Deutschland und ein Leben. Erinnerungen. A. d. Englischen von F. Griese. dtv, München 2009. 675 S., 12,90 Euro.
Als der deutsch-amerikanische Historiker Fritz Stern 1990 bei Margaret Thatcher zum Tee geladen war, war diese voller Argwohn gegen eine deutsche Wiedervereinigung, schimpfte aber auch auf die Franzosen und sagte: „Die Einzigen, denen man vertrauen kann, sind die Holländer.” Stern antwortete: „Frau Premierminister, das könnte nicht ganz ausreichen.” Fritz Sterns Erinnerungen sind ein reicher Schatz von solchen Episoden, in denen die Zeitgeschichte im eigenen Erlebnis anschaulich wird. Diese persönlich begleitete deutsche Geschichte reicht vom jüdischen Bürgertum in Breslau über NS-Zeit und Flucht – seit 1938 lebt Stern in New York – bis zur Nachkriegszeit und schließlich zum wiedervereinigten Deutschland, wo Stern 1999 den Friedenspreis erhielt. Ein so bewegendes wie vernünftiges Buch eines großen Erklärers und Vermittlers. Johan Schloemann
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"Ein weises und tief berührendes Buch der Erinnerung, zugleich ein brillanter Führer durch Deutschland in den letzten 75 Jahren."<br />Louis Begley <br />

»Sterns Autobiographie ist ein reicher Schatz, in dem sich Zeitgeschichte und private Erlebnisse verschränken. Der Autor legt ein scharfsinniges Zeugnis über die Zeitspanne von der Weimarer Republik bis zum wiedervereinten Deutschland ab. Seine feine Ironie rettet das Buch vor dem Gelehrtenton.« S. E. Gerber, Preußische Allgemeine Zeitung 30.01.2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.10.2007

Die Ironie der Gegenwart

Der große amerikanische Historiker Fritz Stern vereint in seiner Autobiographie "Fünf Deutschland und ein Leben" Erinnerung und Geschichte

Als er zwölf Jahre alt und mit der Familie gerade von Breslau nach New York geflohen war, neu in einer fremden Umgebung, mit noch unbeholfenem Englisch, kümmerte sich Fritz Stern als "Chef des Familienbudgets" zu Hause um den Haushalt. Er hatte eine Schreibmaschine, mit der er Briefe nach Europa schrieb. In der beengten Wohnung saß er und tippte; versuchte, stellvertretend für Eltern und Schwester, die schnell Arbeit gefunden hatten, Kontakt zu halten mit den Freunden und Verwandten in der europäischen Heimat. Das war 1938. Ein Jahr später wandte er sich an den New Yorker Bürgermeister Fiorello LaGuardia, den er bat, erneut zu kandidieren. Er dankte Erika Mann für ihr Buch "School for Barbarians" und für das, was sie für "uns Flüchtlinge" getan habe. Ein kleiner ernster Junge, dem das Briefeschreiben ein innerer Antrieb war: "Ich nahm ein Doppelleben an: die deutsche Vergangenheit, stets präsent, stets unheilvoll, und die amerikanische Gegenwart, unmittelbar, unsicher, aber stets …


Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Franziska Augstein schreibt ihre Rezension im unterkühlten Ton leisen Spotts, der sich möglicherweise nicht ganz an die Oberfläche traut. Dabei will sie Sterns Buch keineswegs die Qualitäten absprechen: Besonders bis ins Jahr 1938 überzeugen sie Sterns Memoiren voll und ganz. Mit Interesse begleitetet sie den Autor in die versunkene Welt des jüdisch-deutschen Bürgertums in Breslau und darüber hinaus von der Kaiserzeit bis in die Nazizeit. Was ihr aber ganz und gar nicht behagt, ist eine etwas festrednerhafte Koketterie, mit der Stern in ihren Augen die Nachkriegszeit abhandelt. Sie ist nicht so interessiert an seinen Begegnungen mit den Großen dieser Welt, an seinen Gefühlslagen bei den großen Preisreden und überhaupt: an dem hier ihrem Eindruck nach abgespulten Terminkalender eines großen Historikers. Auch seine Ausführungen zur DDR scheinen ihr nicht überzeugend. Das Buch bietet einen "präzisen Einblick in das Arbeitsleben eines bekannten Historikers des 20. Jahrhunderts", lautet Augsteins leicht vergiftetes Schlusskompliment.

© Perlentaucher Medien GmbH
Fritz Stern, geb. am 2.2.1926 in Breslau, wuchs in ein stark assimiliertes jüdisches Bildungsbürgertum hinein, das zunehmend naturwissenschaftlich geprägt war. So wurde Stern, um seine Zukunftschancen zu erhöhen, getauft. Da dies kein einfaches Erbe ist, wurde die Geschichte und das Schicksal des deutschen Judentums für Stern zum Lebensthema. 1938 flüchtete er mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten und studierte deutsche Geschichte an der Columbia Universität, wo er Professor für Geschichte wurde. Er gilt als einer der besten Deutschlandkenner in den USA. Neben zahlreichen Essays über bedeutende deutsche Juden zählt dazu vor allem die zum Standardwerk avancierte Doppelbiographie von Bismarck und dessen jüdischen Bankier Gerson Bleichröder zu den großen wissenschaftlichen Leistungen Sterns. 1999 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er lebt in Princeton und Washington.


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Bewertung von kukident12 aus Freising am 15.10.2007 ***** ausgezeichnet
Für mich ist Fünf Deutschland und ein Leben DIE Entdeckung der Frankfurter Buchmesse 2007. Unglaublich spannend geschrieben und mit einem guten Schuss Ironie beschreibt Fritz Stern sein Leben in der Welt und zwischen den Welten. Hineingeboren in eine Breslauer Familie zum Protestantismus konvertierter Juden erlebt er als Heranwachsender die Flucht in die USA und tastet sich nach dem Krieg langsam wieder an seine verlorene Heimat heran. Eine unglaublich spannende Biographie. Offen und ohne Umschweife beschreibt Fritz Stern seine Erinnerungen an die Euphorie der Ankunft in den USA, aber auch die Schattenseiten, die er mit der Zeit dort entdeckt. So geht Fritz Stern ausführlich nicht nur auf offenen und verdeckten Antisemitismus in den USA ein, sondern beschreibt auch die Konflikte innerhalb des Judentums und die Ressentiments die ihm als Sprößling einer konvertierten Familie entgegengebracht werden. Fritz Sterns Fünf Deutschland und ein Leben ist ein wichtiges Buch, das an vielen Stellen überrascht und dessen Lektüre auf jeden Fall ein Gewinn ist.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Buch mit Leinen-Einband

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