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Aufbruch
Roman
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
- Audio CD, EUR 24,95
- eBook, EUR 19,99
- Broschiertes Buch, EUR 12,90
- Hörbuch-Download MP3 (MP3), EUR 16,95
Produktinformation
- Verlag: Dva
- 2009
- 3. Aufl.
- Ausstattung/Bilder: 586 S.
- Seitenzahl: 586
- Deutsch
- Abmessung: 220mm x 147mm x 47mm
- Gewicht: 801g
- ISBN-13: 9783421042637
- ISBN-10: 3421042632
- Best.Nr.: 26240316
Leseprobe zu "Aufbruch"
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Produktbeschreibung zu "Aufbruch"
Beschreibung
Ihr Leben scheint vorgezeichnet: Kinder, Küche, Kirche. Doch Hilla träumt sich weg aus dem Dorf am Rhein. Nichts kann dem Kind kleiner Leute die Sehnsucht nach der Freiheit des Geistes austreiben. Unverhofft bietet sich ihr ein neues Leben: Abitur, Studium, ihre selbst gewählte Zukunft liegt vor ihr. Nach 'Das verborgene Wort' hat die Lyrikerin und Bestsellerautorin Ulla Hahn erneut ein imposantes Epos vorgelegt, das feinnervig vom Erwachsenwerden, Wachwerden, Menschwerden erzählt.
Hilla lacht das freieste Lachen der Welt. Es ist der erste Tag nach den Weihnachtsferien im Januar 1963; das Lehrerkollegium des Aufbaugymnasiums hat beschlossen, die Siebzehnjährige noch ins laufende Schuljahr aufzunehmen. Mit diesem Tag beginnt für das wissbegierige Kind 'vun nem Prolete' endlich das lang ersehnte neue Leben, in dem die einfachen Wahrheiten der Eltern nicht mehr gelten, in dem das Buckeln in der Papierfabrik von der Freiheit der Worte abgelöst wird. Doch wird Hilla ihre wahre Heimat wirklich in der Sprache finden?'Aufbruch' gewährt einen anrührenden Blick in die Seele einer mutigen und doch so verletzlichen Heranwachsenden - und zeichnet sprachübermütig und mit großem epischem Temperament ein detailreiches Sittengemälde von den bundesrepublikanischen Mittsechzigern.
Leseprobe zu "Aufbruch" von Ulla Hahn
14.10.2009
Brave Lateiner kommen überallhin
Literatur als Medium der Selbstbefreiung: Ulla Hahn setzt mit ihrem
Panorama "Aufbruch" die Geschichte von Hildegard Palm
fort.
Von Pia Reinacher
Und wieder blättert Ulla Hahn im Familienroman und begleitet
Hildegard Palm, Heldin ihres ersten autobiographischen Romans
"Das verborgene Wort" (2001), auf den archäologischen
Grabungen in die Kindheit. Mit diesem ersten Buch über das
Aufwachsen eines Mädchens in einem katholisch geprägten Dorf im
Rheinland konnte die heute in Hamburg lebende Lyrikerin einen
imposanten Publikumserfolg verbuchen.
"Aufbruch" ist nun die Geschichte der widerborstigen
Emanzipation einer Frau aus den finsteren, kulturfeindlichen,
repressiven Verhältnissen der jungen deutschen Bundesrepublik.
Hildegard Palm nämlich verschafft sich gegen alle Widerstände den
Zugang zum Gymnasium, weicht vom vorgespurten Leben ab, befreit
sich aus der demütigenden Verbindung mit dem Freund aus
wohlhabender Familie, zieht nach Köln zum Studium und bestimmt von
diesem Moment an ihr Schicksal selbst.
Ulla Hahns Alter Ego Hilla, Tochter eines Hilfsarbeiters in einem
katholischen Dorf in …
08.12.2009
So betörend war der Schulfunk
Mit „Aufbruch” hat Ulla Hahn ihr autobiographisches Romanprojekt fortgesetzt Von Stephan Speicher
Acht Jahre sind es her, dass Ulla Hahn mit dem ersten Band ihres autobiographisch grundierten Romanwerks hervortrat. „Das verborgene Wort” war ein gewaltiger Erfolg beim Publikum (die Reaktion der Kritik war gespalten), mehr als 400000 Exemplare wurden verkauft. Nun ist die Fortsetzung erschienen. Die Heldin (und sie ist eine Heldin) Hilla Palm erlebt ihren „Aufbruch”, auch wenn dieser sich in den bekannten Bahnen vollzieht. Das Mädchen, das mit der Mittleren Reife die Schule beenden musste, um „aufs Büro” geschickt zu werden, ist mit der Hilfe des Pfarrers und zweier Lehrer befreit worden, sie darf die Lehre abbrechen und auf dem Aufbaugymnasium Abitur machen. Ganz so glücklich wie erhofft gelingt die Reifeprüfung nicht, das ersehnte Stipendium bleibt ihr versagt. Aber sie beginnt das Studium in Köln, das „katholische Arbeitermädchen vom Lande”, von dem in den sechziger Jahren so viel die Rede war, hat sich von den Fesseln ihrer Herkunft befreit.
Es ist die ruhige, stabile Welt eines niederrheinischen …
Kundenbewertungen zu "Aufbruch" von "Ulla Hahn"
Bewertung von R.E.R. am 25.04.2010
Im Magazin der Süddeutschen Zeitung vom Januar dieses Jahres schrieb der Journalist Christian Nürnberger unter dem Titel: “Das beste Leben der Welt”, einen Artikel über die Generation der um 1950 in Westdeutschland geborenen. Der Generation von Ulla Hahn und der ihrer Hauptfigur aus Ihrem Roman “Aufbruch”. Hildegard hat es noch nicht das “beste Leben”, aber Sie will es unbedingt.
Hildegard darf endlich wieder zur Schule gehen. Nachdem Sie von ihren Eltern in eine verhasste Ausbildung zur Industriekauffrau gezwungen wurde, dort dem Alkohol verfiel und von Pfarrer und Dorflehrer aus dieser befreit wurde, darf Sie nun das Aufbaugymnasium besuchen und Abitur machen. Sie geht mit großem Selbstbewusstsein und noch größerem Wissensdurst an die Arbeit. Auch in der Liebe scheint ihr das Glück zu winken. Godehard van Keuken, der reiche Sohn eines Kölner Schokoladenfabrikanten verliebt sich in sie. Hildegard erkennt aber bald, das Geld Gefühle nicht ersetzen kann. Als Godehard Sie heiraten will, zieht Sie die Notbremse. Sie will ihr Abitur und keinen Mann. Aber bis dahin ist es noch ein langer und ereignisreicher Weg.
Ulla Hahns Nachfolger des “verborgenen Wortes” beginnt euphorisch. Ausgelassen kommt einem der erste Teil des Romanes vor, als wenn gleichsam mit der Öffnung zur Bildung auch die Öffnung zum Leben stattfindet. Selbstsicher tritt Hildegard auf. Weiß was Sie will und was sie nicht braucht. Entdeckt ihre Liebe zur lateinischen Sprache und zum Luxus, den sie an der Seite des reichen Erben Godehard van Keuken in der bunten Wirtschaftswunderwelt genießt. Doch ein Schicksalsschlag wirf Sie aus der Bahn. Nach einem Schulfest fährt Sie per Anhalter nach Hause. Dieser Heimweg endet für Sie nackt auf einer Waldlichtung.
Der Vorfall auf der Lichtung verändert den Ton des Romans. Düster und erdrückend wird dieser. Hildegard schottet sich ab. Verschließt Scham, Kummer, Ekel und Selbstvorwürfe in einer inneren “Kapsel”. Öffnet sich für niemanden, nicht einmal mehr für Ihre Bücher. Könnten Sie doch mit ihrem tröstenden Inhalt die Kapsel sprengen und die Wahrheit ans Licht bringen. Ulla Hahn versucht dem Trauma in Hildegards Seele mit immer wahnwitzigeren Wortkonstruktionen näherzukommen. Langatmig und ermüdend liest sich das. Man wartet vergeblich auf eine Erlösung.
Darüber hinaus ist der Wandel der Hauptfigur nicht einfach nachzuvollziehen. Trauma hin oder her. Diese völlige Abkehr von allen Menschen, von Familie und Freunden. Das Ausschlagen sämtlicher Hilfsangebote und die freiwillige Vereinsamung bis hin zur fast völligen Selbstaufgabe sind nicht zu verstehen. Schon vorher war es Hildegard unmöglich um etwas zu bitten oder sich zu bedanken. Diese Verweigerungshaltung war schon vorher rätselhaft. Aus unerfindlichen Gründen steigert sie sich nun in die völlige Isolation
Unabhängig davon ist Ulla Hahns “Aufbruch” eine lebendige Beschreibung der Wirtschaftswunderjahre in Deutschland. Anschaulich und unterhaltsam beschreibt Sie alltägliches und weltpolitisches Geschehen. Teilweise etwas zu raumgreifend, wenn sich das Kaffeekränzchen mit dem neuen Quelle-Katalog über endlose Seiten hinzieht. Erheiternd wenn im ersten Selbstbedienungssupermarkt die Kauflust mit der Nachbarin durchgeht und zur Schadenfreude von Hildegard und ihrer Mutter an der Kasse endet. Man erfährt viel Wissenswertes und erhält so manchen Denkanstoss. Das versöhnt mit den Schwächen und macht die Lektüre zu einem Gewinn.
Bewertung von Kathi aus Gerolstein am 23.04.2010
Immer mehr kann sie sich auch von der erdrückenden Atmosphäre ihres Elternhauses und der Dorfgemeinschaft lösen und lernt langsam, auf eigenen Beinen zu stehen und ihre eigenen Wahrheiten zu erkennen.
Als sie nach dem Abitur schließlich tatsächlich von ihren Eltern die Erlaubnis bekommt zum Studium nach Köln zu gehen, eröffnet sich dem intelligenten Mädchen eine vollkommen neue Welt und die Freiheit scheint zum Greifen nah.
Kann Hilla sich in der Stadt behaupten und ihr eigenes Leben führen?
Immer noch erdrückt einen die bigotte, katholische Atmosphäre im Deutschland der mittlerweile 60er Jahre, aber immer mehr Lichtblicke tun sich für Hilla auf und ihr Kampf scheint sich gelohnt zu haben.
Ein beeindruckendes Zeugnis darüber, dass sich der Kampf um die eigene Freiheit immer lohnt.
"Das verborgene Wort" und "Aufbruch" - Prädikat: besonders wertvoll!
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08.12.2009
Zwischen "Behagen und Unbehagen" changiert Rezensent
Stephan Speicher in seinem Urteil über den Roman einer Dorfjugend
von Ulla Hahn. Denn einerseits anerkennt er die Darstellung der
dörflichen Beschränktheit, die sich ziemlich eindrücklich auf den
Leser überträgt. Andererseits sind ihm die eingestreuten
Zeitanalysen der sechziger Jahre zu erbaulich und lassen ihn an den
eigenen, etwas beschränkten Schulfunk zurückdenken. Die
unvermittelte Konzentration der Protagonistin auf ihre Schullektüre
lässt die Hauptfigur auch etwas veröden, stört sich Speicher. Den
bisherigen Erfolg des Buches kann er allerdings verstehen: Aufgrund
der "saugenden Atmosphäre" des Buches, die einem mit
Beginn der Lektüre gleichsam in die Geschichte zieht, prophezeit er
dem Roman eine anhaltend große Leserschaft.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
"Ulla Hahn ist eine der erfolgreichsten deutschen Lyrikerinnen - und eine geborene Epikerin." Welt am Sonntag
Rezensionen und Kritik
»So fair, so sensibel, so humorvoll und bitter wie Hahn haben nur wenige die Aufbaujahre der Bundesrepublik beschrieben - immer aus der Perspektive der kleinen Leute. Auch aus dem neuen Buch spricht kein linker oder soziologischer Belehrungston, nur - darf man das sagen? - das Herz.«
Rezensionen und Kritik
"Ulla Hahn ist eine der erfolgreichsten deutschen Lyrikerinnen - und eine geborene Epikerin." Welt am Sonntag
Rezensionen und Kritik
»So fair, so sensibel, so humorvoll und bitter wie Hahn haben nur wenige die Aufbaujahre der Bundesrepublik beschrieben - immer aus der Perspektive der kleinen Leute. Auch aus dem neuen Buch spricht kein linker oder soziologischer Belehrungston, nur - darf man das sagen? - das Herz.«
Autorenporträt zu "Ulla Hahn"
Ulla Hahn, aufgewachsen im Rheinland, arbeitete nach ihrer Germanistik-Promotion als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten, anschließend als Literaturredakteurin bei Radio Bremen. Schon ihr erster Lyrikband, "Herz über Kopf" (1981), wurde zu einem großen Leser- und Kritikererfolg. Ihr lyrisches Werk wurde u. a. mit dem Leonce-und-Lena-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Für ihren Roman "Das verborgene Wort" (2001) erhielt sie den Deutschen Bücherpreis. 2009 folgte "Aufbruch", der zweite Teil des Epos. Auch dieser Roman stand monatelang auf der Bestsellerliste.
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