Weißer Schatten - Meyer, Deon
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Deon Meyer 

Weißer Schatten

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie International 2009

Übersetzer: Hoffmann, Ulrich
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Weißer Schatten

Die Nummer eins aus Südafrika.

Er heißt Lemmer, sein Job ist es, Bodyguard zu sein. Als Emma, eine weiße Südafrikanerin, ihn anheuert, hofft Lemmer auf einen harmlosen Job. Sie meint, ihren Jahre verschwundenen Bruder in den Nachrichten gesehen zu haben. Angeblich hat er skrupellos vier Wilderer getötet. Kaum sind sie im Kruger-Park angekommen, muss Lemmer den ersten Anschlag auf Emma vereiteln. Er beginnt zu begreifen, dass er einer Sache auf der Spur ist, die etliche Nummern zu groß und zu gefährlich für ihn ist.

In den Fernsehnachrichten glaubt Emma le Roux, ihren vor zwanzig Jahren verschwundenen Bruder zu sehen. Im Kruger-Nationalpark soll er vier Wilderer getötet haben, die ein Reservat überfielen. Emma macht sich auf die Suche - an ihrer Seite nur Lemmer, ein schweigsamer Bodyguard, der bald den ersten Anschlag auf sie abwehren muss. Doch wer steckt dahinter? Korrupte Polizisten? Ökoterroristen oder gar der Geheimdienst? Emma und Lemmer erkennen, dass sie einer Verschwörung auf der Spur sind, die tief in die Vergangenheit ihres zerrissenen Landes führt.


Produktinformation

  • Verlag: Aufbau Tb
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 432 S.
  • Seitenzahl: 421
  • Aufbau Taschenbücher Bd.2590
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 116mm x 30mm
  • Gewicht: 390g
  • ISBN-13: 9783746625904
  • ISBN-10: 3746625904
  • Best.Nr.: 27881323
"Eine abenteuerliche Geschichte durch Südafrikas Wildnis, Gesellschaft und Geschichte. Deon Meyer wird immer besser." (Die Welt)

"Einer der besten Krimiautoren weltweit." Antje Deistler, WDR

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Deon Meyer gelingt es auch mit diesem Roman, Südadrika mit all seinen politischen und gesellschaftlichen Problemen darzustellen - und zugleich eine spannende Geschichte zu erzählen. Bodyguard Lemmer begleitet Emma le Roux in den Krüger-National-Park. Emma meint, ihren totgeglaubten Bruder in einem Beitrag im Fernsehen gesehen zu haben. Lemmer freut sich anfangs auf einen einfachen Auftrag, doch nach den ersten Anschlägen auf sein und Emmas Leben muss er sich eingestehen, dass der Fall eine Nummer zu groß für ihn ist. Aber auf fremde Hilfe kann er nicht zählen. Einer der besten Thriller der Saison! (am)

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Der neue Kriminalroman des südafrikanischen Schriftstellers Deon Meyer hat Tobias Gohlis sehr gut gefallen. Hier werde nicht nur eine äußerst spannende Geschichte aufgebaut, sondern eindringlich und scharfsinnig auf die Konflikte in einem von Gewalt geprägten Land eingegangen, so Gohlis. Tragik von Land und Leuten wird authentisch ineinander verwoben, und Meyer versteht es, jeder Figur eine einzigartige Stimme zu verleihen. Im Roman geht es um die weiße Südafrikanerin Emma, die den Bodyguard Lemmer anheuert, um sie bei der Suche nach ihrem verschollenen Bruder zu beschützen. Es kommt natürlich zu einer Reihe von Morden und Intrigen, die sich in einem Nationalpark abspielen, wo radikale Naturschützer gegen Wilderer kämpfen. Der Rezensent feiert den Autor als "überragend spannenden Chronisten einer schuldbeladenen Gesellschaft".

© Perlentaucher Medien GmbH
Deon Meyer, Jahrgang 1958, gilt als einer der erfolgreichsten Krimiautoren Südafrikas. Er begann als Journalist zu schreiben und veröffentlichte 1994 seinen ersten Roman. Mit seiner Frau und vier Kindern lebt er in Melkbosstrand. "Das Herz des Jäger" wurde mit dem ATKV Prose Prize ausgezeichnet, einem begehrten südafrikanischen Literaturpreis. In den USA wurde der Roman zu den zehn besten Thrillern des Jahres ernannt. Zeitgleich erscheint im Aufbau Taschenbuch Verlag sein Roman "Der traurige Polizist". Mehr unter www.deonmeyer.com

Blick ins Buch "Weißer Schatten"


Leseprobe zu "Weißer Schatten" von Deon Meyer

TEIL 3 (S. 281-282)

33

Um zwanzig vor fünf war ich wach. Ich fing nicht an nachzudenken. Ich fing nicht an, mich zu waschen. Ich sammelte meine Sachen ein und schlich mich wie ein Feigling davon, während Tertia tief unter dem sternklaren indianischen Himmel schlief. Ich ging zum Audi und öffnete leise die Tür, warf meine Tasche hinein und fuhr davon. Die Sonne ging hinter Hazyview auf, es war der erste Tag des neuen Jahres. Ich hielt an einer Tankstelle und ging auf die Toilette.

Ich konnte sie an mir riechen, als ich den Reißverschluss aufzog, um zu pinkeln. Ich wusch mir den Schwanz mit einer stechend süßen rosa Seife im Waschbecken. Ich rasierte mich, putzte mir die Zähne und wusch mir das Gesicht. Fühlte mich trotzdem nicht sauber. Ich fuhr zu dem Krankenhaus, in dem Emma lag. Ich dachte darüber nach, was ich tun musste, aber mein Hirn folgte anderen Wegen. Ich lag auf ihr, war in ihr, und in der sengenden Hitze des Augenblicks sagte ich »Sasha«, und etwas veränderte sich auf ihrem Gesicht, es war ein flüchtiger Augenblick größter Freude, als hätte sie eine Insel im Ozean entdeckt. Sie war gesehen worden.

»Ja?«, antwortete sie mit leuchtend grünen Augen. Ich erinnerte mich an das erste Mal, dass mich jemand sah. Es war in meinem ersten Jahr als Bodyguard für den Verkehrsminister. Es war ein Sommermorgen auf seiner Farm. Ich wollte gerade auf den Trampelpfaden zwischen den Maisfeldern joggen. Er kam mit einem breitkrempigen Hut und einem Gehstock aus dem Haupthaus. »Gehen Sie mit mir, Lemmer«, sagte er, und wir gingen schweigend einen koppie hoch, von wo aus wir sein gesamtes Land überblicken konnten.

Er war Raucher. Ganz oben setzte er sich auf einen Stein, entzündete langsam seine Pfeife und sagte: »Wo kommen Sie her?« Ich gab ihm grobe Umrisse, aber damit war er nicht zufrieden. Er hatte seine Art mit den Menschen. Er brachte mich dazu, mich zu öffnen, und schließlich, während die Sonne in unserem Rücken aufging, erzählte ich ihm alles – von meinem Vater, meiner Mutter und den Jahren in Seapoint. Als ich fertig war, dachte er lange nach. Dann sagte er: »Sie sind dieses Land.«

Zwanzig Jahre alt, noch feucht hinter den Ohren, sagte ich: »Sir?« »Wissen Sie, was dieses Land zu dem gemacht hat, was es ist?« »Nein, Sir?« »Die Afrikaaner und die Engländer. Sie sind beides zugleich. « Ich antwortete nicht. Er schaute in die Ferne und sagte: »Aber Sie haben die Wahl, mein Sohn.« Sohn. »Ich weiß nicht, ob dieses Land noch die Wahl hat. Die Klaustrophobie und Aggression der Afrikaaner, die Gerissenheit der Engländer; das hat uns hierhergebracht. Es funktioniert nicht in Afrika.«

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Kundenbewertungen zu "Weißer Schatten" von "Deon Meyer"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** gut)
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Bewertung von Wallander aus Lauchheim am 22.04.2010 ***** schlecht
Ich kann nur abraten von diesem Buch,stinklangweilig von der ersten bis fast zur letzten Seite,wie so ein Buch den deutschen Krimipreis bekommt ist mir rätselhaft.

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Bewertung von Polar aus Aachen am 30.12.2008 ***** ausgezeichnet
Wer sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika freut, sollte Deon Meyer lesen, um die Schwierigkeiten zu verstehen, vor die ein Land sich bei der Bewältigung eines solchen Mega-Events gestellt sieht. Mit der faszinierenden Schilderung einer Suche, gewährt der Autor uns einen tiefen Einblick in ein instabiles Land, in dem längst die Scheidelinie nicht mehr ausschließlich zwischen Weiß und Schwarz allein verläuft. Durch jahrhundertlange Unterdrückung und Gewalt geprägt zerreißt es die Menschen längst in sich selbst. Lemmer ist Bodyguard, sieht auf eine Zeit im Gefängnis zurück und hat wie viele von Deon Meyers Figuren gelernt, das eigene Leben als Schatten zu akzeptieren. Als er Emma, eine neue Klientin, zugeteilt bekommt, sieht es nach einem einfachen Job aus. Sie ist auf der Suche nach ihrem verschollen Bruder, den sie auf einem Foto wiedererkannt zu haben glaubt, von dem jedoch jeder behauptet, ihn nicht zu kennen. Angeblich ist der Tierschützer von Wilderern getötet worden. Emma wird kurz nach Eintreffen im Krüger-Park nach dem Leben getrachtet, um nach einem beinah erfolgreichen Attentat ins Koma zu sinken, so dass Lemmer sich berufen fühlt, nicht nur ihr Leben zu retten, vielmehr auch dem Geheimnis eines Bruders auf die Spur zu kommen, der erfolgreich seine Spuren verwischt hat. Deon Meyers Kunstgriff besteht darin, Lemmer selbst auf die Suche nach dem Verlorenen in sich zu schicken. Soweit der Thriller. Deon Meyer nutzt das Tableau, um seinem Land eine Abrechnung zu servieren, die über Artenschutz, Waffenhandel und graue Eminenzen vor allem heillose Abgründe offenbarz. Ein faszinierendes, facettenreiches Spiel mit der Wahrheit, die man sich selbst zugesteht. Nicht weil man das Leben im Licht nicht aushält, es würde einen vielmehr nicht überleben lassen. Wie sehr Deon Meyers Figuren seinem Südafrika verhaftet sind, zeigt der Schluss. Da bleibt kaum Platz zum Atmen. Nur für ein letztes Gespräch am Telefon.

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