Come Around Sundown - Kings Of Leon
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Kings Of Leon 

Come Around Sundown

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Come Around Sundown

Das fünfte Album der Followill-Brüder und ihres Cousins geizt nicht mit Pathos und großen Gesten. Was hätten sie nach dem Multimillionenseller "Only By The Night" (2008) auch sonst tun sollen? Um einen oder zwei Gänge zurückschalten? Das wäre bestimmt eine reizvolle Perspektive gewesen. Doch wenn man an den gewaltigen Erfolg von "Only By The Night" anknüpfen will, kann nur noch Stadionrock à la U2 vielleicht eine Steigerung bringen, so vermutlich das Kalkül. Dieser Eindruck drängt sich zum Beispiel bei einem muskulösen und kraftstrotzenden Stück wie "No Money" auf. Dabei ziehen sich die Südstaatler allerdings ziemlich elegant aus der Affäre, und deshalb lebt zum Beispiel die erste Single, "Radioactive", von ihrem repetitiven Gitarrenriff und dem einprägsamen Refrain. Wimmernde Gitarren und der krächzende Gesang von Caleb Followill, Verzerrungen im Sound und Weltschmerz auf höchstem Fegefeuerniveau prägen fast jedes der 13 neuen Stücke. Beim Track "Mary" klingt das allerdings besonders interessant: Der wirkt wie eine durchgeknallte Kooperation von Beach Boys und REM inklusive mehrstimmigem Gesang, Wurlitzer-Orgel, Saxophon und Wah-Wah-Gewaber. Von dieser Geschmacksrichtung hätte es gern mehr sein dürfen. Immer wieder viel Vergnügen bereitet die Gitarrenarbeit von Matthew Followill, der mit seinen typischen greinenden Melodielinien in den oberen Registern nicht geizt, aber auch sparsame Dub-Licks setzt, mit flächigem Vibrato Räumlichkeit und Weite beschwört oder in "The Immortals" auch mal den Sound des Riffs aus Norman Greenbaums Oldie "Spirit In The Sky" zitiert. Vor allem seine hypnotische Saitenarbeit trägt die Hymne an "Back Down South"; auch "Beach Side" gewinnt seine verführerische bittersüße Kraft vor allem aus den Gitarrenläufen. Caleb Followill möchte man hingegen manchmal doch ein paar Hustenbonbons wünschen, auf dass sein Gesang geschmeidiger und flexibler werden möge. Jared Followill am Grummelbass und Drummer Nathan liefern wie gehabt eine solide Basis, die trotz schwerer Verankerung immer wieder ins Tänzeln gerät und so nicht unwesentlich zur Elastizität des Sounds beiträgt. Dank all dieser Zutaten dürfte "Come Around Sundown" unterm Strich sicher kaum weniger erfolgreich werden als der Vorgänger. Diesmal liegt das aber in erster Linie an der Wundertüte des Gitarristen Matthew Followill. Manfred Gillig-Degrave
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag


Produktinformation

  • Anzahl: 1
  • Datenträger: CD
  • Erscheinungstermin: 15.10.2010
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.10.2010

Die Meister der Säkularisierung

Früher machten die Pfarrerssöhne staubigen Rock, dann wurden sie schwülstiger. Jetzt besingen die Kings Of Leon ihre südliche Heimat auf gottgefällige Weise.

Das fünfte Album ist das schwierigste. Zumindest dann, wenn das vierte ("Only By The Night") ein so großer Erfolg mit mehr als sechs Millionen verkauften Exemplaren war und die Erwartungen entsprechend hoch sind. Da wünschen sich die einen weitere Mitgröl-Nummern wie "Sex On Fire", während die Fans der ersten Stunde gerade deshalb den nächsten Verrat wittern.

Sie wollen nicht akzeptieren, dass aus haarigen Indierock-Rabauken wohlgekämmte Meister des Mainstreams wurden - eine Arena-Band, die an Pearl Jam und U2, in deren Vorprogramm sie früh spielten, Maß genommen hat. Die schnellen, nervösen Rhythmen der ersten beiden Alben "Youth & Young Manhood" und "Aha Shake Heartbreak" wurden verlangsamt, der zuvor trockene Sound mit viel Halleffekt versehen und die Melodiebögen von Sänger Caleb Followill gedehnter und hymnischer. In einem erstaunlichen Begabungsschub wuchsen die "Kings Of Leon" über Schraddelbands wie die "Strokes", mit denen sie anfangs …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Das fünfte Album der Kings Of Leon ist eine Verweigerungsplatte. Alle haben darauf gesetzt, dass die Familienbande aus Tennessee ihren Weg in Richtung Stadionrock konsequent weiter geht und dabei ein paar Hits à la "Sex on Fire" abwirft. Doch "Come around Sundown" bietet keine Refrains, die sich auf Anhieb mitsingen lassen. Ganz bewusst hält das Quartett diesmal die großen Gesten von Countryrock, Blues und Bluegrass fern, und dazu singt Caleb Followill mit seiner quäkigen Stimme programmatisch von der Sehnsucht nach Heim, Herd und himmlischer Erlösung. Als Geste kann man das gut finden, und dem Seelenheil der Bandmitglieder ist damit möglicherweise auch gedient - doch als Hörer bekommt man eben auch nur ein langweiliges Album, das in besseren Momenten vor sich hinplätschert, mit Kompositionen wie dem peinlichen Lagerfeuercountrysong "Back down South" aber auch die schlimmsten Südstaatenabneigungen befeuert. (cs)

Videoclip zu "Come Around Sundown"

Trackliste zu "Come Around Sundown" von Kings Of Leon


CD
1 The End 04:24
2 Radioactive 03:26
3 Pyro 04:10
4 Mary 03:25
5 The Face 03:28
6 The Immortals 03:28
7 Back Down South 04:01
8 Beach Side 02:51
9 No Money 03:05
10 Pony Up 03:04
11 Birthday 03:15
12 Mi Amigo 04:06
13 Pickup Truck 04:44

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