Wohin du auch fliehst - Haynes, Elizabeth

Elizabeth Haynes 

Wohin du auch fliehst

Psychothriller. Deutsche Erstausgabe

Übersetzung: Winkler, Christiane
Broschiertes Buch
 
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Wohin du auch fliehst

Der Feind in deinem Bett
Niemand glaubt Cathy, als sie sich von ihrem charmanten, allseits beliebten Freund Lee zunehmend bedroht fühlt. Er kontrolliert jeden ihrer Schritte, schleicht sich heimlich in ihre Wohnung, manipuliert ihre Freunde. Völlig auf sich allein gestellt, plant sie ihre Flucht die sie nur knapp überlebt. In einer neuen Stadt und ohne jeden Kontakt zu den Menschen aus ihrer Vergangenheit gelingt es ihr, sich ein Leben in vermeintlicher Sicherheit aufzubauen. Doch auch jetzt, Jahre später, verfolgt Cathy noch die Angst, dass Lee zurückkommen und sie finden könnte. Und sie soll Recht behalten.


Produktinformation

  • Verlag: Diana
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 478 S.
  • Seitenzahl: 480
  • Diana-Taschenbücher Nr.35585
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 120mm x 39mm
  • Gewicht: 385g
  • ISBN-13: 9783453355859
  • ISBN-10: 3453355857
  • Best.Nr.: 33337556
Elizabeth Haynes wuchs in Seaford, Sussex auf und studierte an der Leicester University Englisch, Deutsch und Kunstgeschichte. Sie arbeitet als Fallanalytikerin bei der Polizei und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Kent. Wohin du auch fliehst ist ihr erster Roman.

Leseprobe zu "Wohin du auch fliehst" von Elizabeth Haynes

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Leseprobe zu "Wohin du auch fliehst" von Elizabeth Haynes

Montag, 26. November 2007 (S. 53-54)

Als ich nach Hause kam, lag Post unten auf dem Tisch im Flur. Außer den üblichen Rechnungen befand sich auch ein großer brauner Umschlag darunter, auf dem in großen schwarzen Buchstaben »Cathy« stand. »Huhu, Cathy! Alles klar?« »Ja, danke, Mrs Mackenzie. Und, wie geht es Ihnen?« »Gut, Liebes.« Sie starrte mich wie immer an, während ich den Briefumschlag auf dem Tisch ansah, jedoch ohne ihn zu berühren. Dann ging sie wieder in ihre Wohnung und zog die Tür hinter sich zu. Ich ließ den Umschlag, wo er war, und kontrollierte erneut die Tür – doppelt hält besser.

Ich wäre auch mit einem Mal ausgekommen, doch das zweite Mal versetzte mich in die Lage, den Briefumschlag und die andere Post anzufassen und mit nach oben zu nehmen. Ich ließ die Post auf den Couchtisch fallen und kontrollierte zuerst alles, hatte aber das Gefühl, die ersten beiden Durchgänge unkonzentriert absolviert zu haben, weil ich wissen wollte, was in dem Umschlag war. Beim dritten Mal musste ich mich zur Ruhe zwingen und es richtig machen. Anschließend legte ich eine Pause ein.

Hatte ich sorgfältig genug kontrolliert? Oder sollte ich es sicherheitshalber noch einmal machen? Vielleicht hatte ich ja was übersehen. Ich fing von vorne an. Es war fast neun, als ich mich endlich aufs Sofa setzte und den Umschlag öffnete. Ein Stapel Unterlagen, von denen einige mit Büroklammern zusammengeheftet waren, und eine handschriftliche Notiz. Cathy,ich dachte, das könnte hilfreich sein. Sag Bescheid, wenn du was brauchst.

Oder wenn du Fragen hast. Stuart Ich starrte eine halbe Ewigkeit auf den Zettel, achtete darauf, wie er meinen Namen geschrieben hatte und wie seine Unterschrift aussah. Ich fragte mich, ob er lange überlegt hatte, was er schreiben sollte. Der Zettel wirkte unbekümmert, leicht, so als hätte er die Unterlagen irgendwo hervorgeholt und dann zwei Zeilen verfasst, ohne länger darüber nachzudenken. Doch dann ging ich die Unterlagen durch und stellte fest, dass sie keineswegs willkürlich zusammengestellt worden waren. Das erste Blatt bezog sich auf das Zentrum für Angststörungen und Traumata im Maudsley Hospital in Denmark Hill sowie auf eine Tagesklinik für Zwangsstörungen.

Dann waren da einige Artikel, die er aus dem Internet ausgedruckt und stellenweise markiert hatte. Dazu gehörte eine Studie zu Zwangsstörungen und neuen Therapieansätzen für Patienten mit schweren Symptomen, die von Prof. Dr. Alistair Hodge (Psychologe und Spezialist für kognitive Verhaltenstherapie) und einem halben Dutzend anderer Dozenten mit beeindruckenden Qualifikationen verfasst worden war.

Eine Liste mit Alternativmedizinern, die er von irgendwo ausgedruckt und denen er am unteren Rand handschriftlich zwei weitere hinzugefügt hatte: die Adresse einer Yoga Gruppe, die sich jeden Mittwochabend in der nahe gelegenen Grundschule traf, und die eines Therapeuten für Innere Entspannung, was immer das heißen mochte. Auf der nächsten Seite stand eine Liste mit Selbsthilfegruppen für Zwangsstörungen, eine davon war unterstrichen, und am Rand hatte er handschriftlich hinzugefügt:

Kundenbewertungen zu "Wohin du auch fliehst" von "Elizabeth Haynes"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von Haserl aus Bayern am 25.04.2012 ***** ausgezeichnet
"Wohin du auch fliehst " ist ein Psychothriller der etwas ruhigeren Art. Es hat sehr viele Komplexe Handlungen und ist dennoch spannend und fesselnd zugleich. Elizabeth Haynes hat einen sehr flüssigen sowie empfindsamen Schreibstil.

An manchen Passagen, so finde ich ,ist dieser Thriller sogar etwas beklemmend. Für zart besaitete Seelchen ist er nicht wirklich was, da die Autorin doch sehr spezifisch die seelischen und auch körperlichen Grausamkeiten der Protagonistin Cathy beschreibt.

Ich finde es ist ein sehr packendes Buch und ich kann es, wer Psychothriller mag, nur jeden empfehlen.

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Bewertung von Bellexr aus Mainz am 12.12.2011 ***** sehr gut
Das Leben könnte für die lebenslustige Catherine aus Lancaster so schön sein: Hat sie doch einen tollen Job, viele Freunde und Bekannte und einen Lebensgefährten, um den sie ihre Freundinnen beneiden. Doch der Schein trügt, denn Lee ist bei weitem nicht so perfekt wie er nach außen hin wirkt. Immer mehr kontrolliert er Catherines Leben, manipuliert und misshandelt sie. Ihr einziger Ausweg ist die Flucht, doch dieser Plan endet fast tödlich für sie. Vier Jahre später lebt Cathy in London und ist immer noch nicht über die Zeit mit Lee hinweg. Sie leidet unter Ängsten und einem Kontrollzwang. Ihr neuer Nachbar Stuart versucht zwar, ihr zu helfen, doch die Angst, dass Lee sie wieder finden könnte, beherrscht ihr Denken. Und eines Tages deutet alles darauf hin, dass Lee mit seinen perfiden Spielchen wieder begonnen hat.

Elisabeth Haynes erzählt ihren Psychothriller in zwei Erzählsträngen. In dem einen, der zwischen 2003 und 2004 spielt, erfährt man nach und nach die Geschichte von Catherine und Lee. Wie sie sich in einem Club kennen lernen und wie aus der anfangs kontaktfreudigen, unternehmungslustigen Catherine fast schleichend eine verängstigte junge Frau wird, die sich ständig beobachtet und kontrolliert fühlt. Der anfangs so liebenswerte, gut aussehende, überaus charmante Lee, der sich bestens mit ihren Freunden versteht, ihr scheinbar jeden Wunsch von den Augen abliest, manipuliert sie mit der Zeit immer mehr. Seine Kontrollen verstärken sich, durch perfide Spielchen zermürbt er Catherine und schlussendlich zieht sie sich auch immer mehr von ihren Freunden zurück.

Im zweiten Erzählstrang, der sich ständig durch kurze Kapitel mit dem Anderen abwechselt, lernt man eine Cathy kennen, die 4 Jahre später immer noch versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sie leidet unter einem extremen Kontrollzwang, alles muss sie mindestens 6x kontrollieren bevor sie sich einigermaßen sicher fühlt. Ihren Heimweg von der Arbeit verändert sie ständig aus Angst, sie könnte verfolgt werden. Man lernt so eine völlig andere Cathy kennen, die große Menschenansammlungen meidet, so gut wie nie mehr ausgeht und dadurch völlig zurückgezogen lebt. Und bald hat man den Eindruck, dass ihre Ängste völlig berechtigt sind.

Die Autorin hat einen eher nachdenklichen und ruhigen Psychothriller geschrieben, indem sie wirklich sehr gut den Psychoterror beschreibt, dem sich Cathy ausgesetzt fühlt. Die Spannung ist eher hintergründig vorhanden, auf reißerische Szenen verzichtet sie vollkommen. Durch die ständigen Wechsel der beiden Handlungsstränge wird die Neugier beim Lesen ständig gesteigert, da man immer nur häppchenweise etwas aus Catherines Vergangenheit erfährt und man so anfangs ihr heutiges Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen kann. Je weiter man jedoch liest, umso mehr wundert man sich bald, dass Cathy hieran nicht komplett zerbrochen ist.

Elisabeth Haynes lässt ihre Protagonistin selbst ihre Geschichte erzählen und so bekommt man sehr schnell ein Gefühl für Cathy, durchlebt teilweise ihre Ängste regelrecht mit und wünscht sich wirklich für sie, dass dieser Alptraum schnell ein Ende nimmt. Dabei beschreibt sie Cathy jedoch keineswegs als total verängstigte, sich selbst bemitleidende Frau, eher das Gegenteil. Cathy kennt ihre Probleme und arbeitet ständig daran diese zu überwinden. Allerdings fällt ihr es durch Erfahrungen aus der Vergangenheit extrem schwer, Hilfe von außen anzunehmen. Selbst zu ihrem Nachbar Stuart, ein Psychologe, gewinnt Cathy erst nach und nach Vertrauen. Dieser erkennt natürlich fast sofort, woran Cathy leidet und versucht ihr zu helfen.

Die Stimmung des Thrillers ist bedingt durch das Thema meist sehr verhalten, oftmals beklemmend, manchmal locker leicht und jederzeit kurzweilig und fesselnd, dafür sorgt einfach der flüssige, einfühlsame Schreibstil der Autorin.

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