Treffen sich zwei - Hanika, Iris

Iris Hanika 

Treffen sich zwei

Roman. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2008 (Shortlist)

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Treffen sich zwei

Irgendwann trifft es einen und die Liebe schlägt zu. Völlig unerwartet und überraschend. So wie bei Senta und Thomas, beide Single und jenseits der Vierzig. In einer Bar in Kreuzberg begegnen sich der IT-Spezialist und die feinsinnige Geisteswissenschaftlerin, und es ist Liebe auf den ersten Blick. Er ist hingerissen, und sie ist überwältigt. Sie verbringen eine verheißungsvolle erste Nacht miteinander. Schöner kann es eigentlich nicht sein. Doch kaum ist die Liebe da, kommen auch die Zweifel.



"Iris Hanika ist mit ihrem ersten Roman eines der klügsten Bücher über die Liebe seit langem gelungen." -- Brigitte

"Und endlich kann ich mich mal lesend mit einer geglückten Liebe amüsieren, und zwar nicht unter meinem Niveau." -- Jörg Drews, Süddeutsche Zeitung

"Ein virtuoser Roman. Hanika beobachtet ihr Heldenduo mit einer Akkuratesse, die einem den Atem raubt. Ein bitter-köstliches Romandebüt." -- Focus


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 238 S.
  • Seitenzahl: 238
  • btb Bd.73976
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 119mm x 22mm
  • Gewicht: 222g
  • ISBN-13: 9783442739769
  • ISBN-10: 3442739764
  • Best.Nr.: 26279578
»Iris Hanika ist mit ihrem ersten Roman eines der klügsten Bücher über die Liebe seit langem gelungen.« Brigitte

»Ein virtuoser Roman. Hanika beobachtet ihr Heldenduo mit einer Akkuratesse, die einem den Atem raubt. Ein bitter-köstliches Romandebüt.«

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Jörg Drews bewundert Iris Hanikas Roman "Treffen sich zwei", in der von der wachsenden Liebe zwischen der beziehungsängstlichen, nicht mehr ganz jungen Senta und dem "Systemberater" Thomas erzählt wird, als kleines "Kunststück", birgt er doch ein ganz alltägliches und dennoch so seltenes Versprechen von Glück. Dass dem Rezensenten in aller Ernsthaftigkeit und dabei trotzdem irgendwie mit ironischem Unterton von dieser gelingenden Liebe erzählt wird, macht ihn dankbar, zumal er dafür keine Abstriche im Niveau in Kauf nehmen muss, wie er versichert. Und so kann Drews, dessen Ton selbst zwischen Ironie und Hingerissenheit changiert, ungestört schwelgen in den Liebesverwirrungen und beglückenden Momenten des Paares, die er von Hanika bemerkenswert leichthändig geschildert sieht, wie er lobt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.03.2008

Liebe! Schreck lass nach!
Iris Hanikas Großstadtmärchen „Treffen sich zwei” geht gut aus und stärkt den Wunderglauben
Eigentlich beginnt dieses Buch auf der Rückseite eines anderen Buches. Iris Hanika ließ nämlich den Satz „Oder es kommt einmal einer” auf die hintere Umschlagseite ihres letzten Werks „Musik für Flughäfen” setzen, also schon außerhalb des Textes, als ob der Satz der Absprung sei ins nächste Buch. Ob sie da schon etwas ahnte oder plante? Diesem Flughafen-Büchlein selbst, einer Serie von „failed loves”, können wir jetzt nicht weiter nachgehen, obwohl es sehr komisch ist: Da „kommen” nämlich „viele”, aber das ergibt dann eben nur eine krause Serie von One-night-stands, Enttäuschungen, Peinlichkeiten und raschem Gehen.
Denn nun gibt es etwas Wundersameres und Wichtigeres zu berichten. Es treffen sich zwei, wie der Titel richtig sagt, aber das ergibt nicht nur eine Girlande von Skizzen, Fragmenten, Kurzprosa-Seufzern und den Ansatz zu einer Erzählung von einer bis zwanzig Seiten, die immer mit einer Trennung, einem Sich-nicht-Vertragen endet. Dieses Treffen von zwei Menschenkindern, die dann sage und schreibe …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.03.2008

Am Nullpunkt geht's erst richtig rund
Die Wildnis, das Ich: Iris Hanika hat einen Liebesroman auf den Spuren Kleists geschrieben / Von Ingeborg Harms

Es ist das Kreuz der großen Liebe, dass alle Worte für sie längst verbraucht sind. Deshalb nennt Iris Hanika ihren Roman einfach "Treffen sich zwei", als wollte sie einen Witz erzählen. Doch schon im Vorspann weicht der lockere Ton einer hymnischen Evokation des Monats August. Dieser Registerwechsel ist Programm: Die Sprache fährt bei Hanika vom ersten Satz an Achterbahn.

So geht es bei der Blickaufnahme in einer Kreuzberger Kneipe noch schwer bergauf, denn Thomas' Augen kommen "angekrochen", allerdings nur, um Senta sogleich "ins Herz hinunter" zu fahren. Umstandslos landen beide im selben Bett, das sie drei Tage lang nicht mehr verlassen. Bliebe es bei diesem Einverständnis, wäre das eher Stoff für ein Schäferspiel als für einen Roman. Doch schon beim Wiedersehen ist Senta ein Liebhaber peinlich, der zu lange Beine und zu "schlaffe Brüstchen" hat, sein Geld als Systemberater verdient, eine "Top-down-Analyse" seiner Gefühle vornimmt und "Es war sehr schön" zum Abschied …

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Iris Hanika, geboren 1962 in Würzburg, lebt seit 1979 in Berlin. Sie war feste Mitarbeiterin der Berliner Seiten der "FAZ" und führte eine Chronik im "Merkur". 2006 erhielt Iris Hanika den Hans Fallada Preis und 2011 den Preis der LiteraTour Nord.

Leseprobe zu "Treffen sich zwei" von Iris Hanika

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Leseprobe zu "Treffen sich zwei" von Iris Hanika

IM AUGUST IST DIE ZEIT ANGEHALTEN. Die Bäume und Sträucher stehen so selbstgewiß in ihrem tiefen Grün, als kennten sie keine andere Gestalt als diese. Die Tage sind hell und hoch, als gäbe es keine Dunkelheit, die Nächte nur ein kurzes Innehalten in der Endlosigkeit des Daseins, in dieser Ewigkeit, im Glück des Sommers. Und auch das Menschenleben ist angehalten. Die Leiber fallen aus sich heraus und liegen aufgelöst in den warmen Tümpeln der stehenden Zeit. Ein großes innehalten ist der Sommer im August, eine Tür ins Paradies. / DER SOMMER HATTE SPÄT BEGONNEN. Im Mai, im Juni, im Juli war monatelang alles mögliche gewesen, mal Spätherbst, mal Vorfrühling, mal gar nichts; nie hatte das Wetter dem Datum entsprochen. Erst pünktlich mit dem August war es heiß geworden, worüber sich ausnahmsweise niemand beschwerte. In der Hitze lösten sich die Konturen auf, da hatten die Körper keine Grenzen mehr. Haut und Luft bestanden aus demselben Stoff, sie rieselten ineinander, als wären sie nur zwei verschiedene Arten von Sand. Und weil außen und innen nicht mehr voneinander zu trennen waren und alle Körper ineinanderströmten, waren sie auch alle miteinander verbunden und wohnten gemeinsam in der Welt, die ihnen doch gehörte. / Drinnen in der Stadt waren spät am Abend die Straßen voll. Überall saßen welche vor den leeren Cafés, aus denen Musik herauswehte und deren Räumlichkeiten sich, da das Bild von Menschenleibern ungestört war, in ihrer ganzen Schönheit präsentierten. Die Leiber schlenderten derweil draußen vorbei und präsentierten nun ihre Schönheit. Und wenn sie keine zu präsentieren hatten, war's ihnen auch egal. Wo sich alles auflöste, wurden nicht einmal mehr die Vorschriften für vorzeigbare leibliche Schönheit eingehalten; und daran das Erstaunlichste war, daß sich auch hierüber niemand beklagte. Es war eine erhabene Zeit. Die Tage wollten nicht enden, und die Nächte waren schon wie das Glück, einfach bloß, weil sie Nächte waren. Und alle Menschen waren Brüder und Schwestern, die sich in ihrer Gleichartigkeit erkannten und an ihren Unterschieden erfreuten. Zudem war es die Zeit, in der alle in einem fort an die Möglichkeiten der geschlechtlichen Vermischung dachten, weil sie sich sowieso immerzu die Kleider vom Leibe reißen wollten. / / In so einer aufgeprickelten Augustnacht war es, daß seine Augen zum ersten Mal angekrochen kamen und durch ihre hindurch ins Herz hinunter ihr fuhren und gleich weiter. So war das auch später immer: Seine Augen kamen von irgendwoher angekrochen, über den Tisch oder von unter dem Betttuch oder von der anderen Straßenseite her. Meistens krochen sie aber einfach in ihrem Hirn herum. Da kamen sie dann aus dem Erinnerungssalzstock, den sie doch atombombensicher zubetoniert glaubte, und das wurde ihr ein großes Problem, daß sie seine Augen nicht schließen konnte, sondern sie vielmehr sofort wieder angekrochen kamen, wenn sie die ihren schloß, und sogleich in ihr Herz hinunterrutschten und weiter durch sie hindurch und sie kraulten und von innen auflösten wie an diesem ersten Abend im erhabenen August, in dem sie schon von außen und sowieso aufgelöst war. / ER WAR NICHT SO POETISCH, wenigstens nicht in Worten. Er erzählte ihr später immer wieder, daß er das nie vergessen werde, wie er sie zum ersten Mal sah, und wie seine Hypophyse sofort zu eiern begonnen habe, eben als er sie sah, weil sie so aussah wie ... ja, eben so, wie sie aussieht. So schön und so frisch und so ... ach. Es sei praktisch wie ein Algorithmus gewesen, denn er habe sie, kaum daß er sie zum ersten Mal gesehen hatte, einfach bloß haben wollen und an sonst gar nichts mehr denken können. "Ich hätte dich so gerne gleich mit nach Hause genommen, ich wollte nicht mal mehr mein Bier austrinken", sagte er ihr, nachdem sie schon ein paarmal bei ihm zu Hause gewesen war und er auch bei ihr.

Kundenbewertungen zu "Treffen sich zwei" von "Iris Hanika"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
 
(1)
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Bewertung von Biggi aus Duisburg am 28.04.2010 ***** schlecht
Diese Geschichte finde ich einfach unrealistisch. Die Zwischenkommentare und Beschreibungen sind langweilig. Ich habe mich wirklich sehr schwer getan, das Buch bis zum Ende zu lesen.
Deutscher Buchpreis? Verstehe ich nicht!!!

1 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Dem Autor für die Bewertung danken
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Bewertung von Kuchs aus 08393 Meerane am 24.03.2008 ***** ausgezeichnet
Sehr gut, für mich hat dieses Buch einen hohen Stellenwert. Weiter so!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

2 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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