Peer, du lügst!", lässt Henrik Ibsen zu Beginn seines
glanzvollen "dramatischen Gedichts" Peer Gynts Mutter
Aase ausrufen - und ein Lügner ist ihr Sohn in der Tat: ein
Prahlhans, ein Fabulierer, der sehnsüchtig alles Fantastische über
die nüchterne, elende Wirklichkeit stellt. Zusehends verschwimmen
die Grenzen zwischen Träumerei und Realität, und schon bald gerät
der abenteuerhungrige Bauernsohn auf der Suche nach Ansehen und
Wohlstand in das dämonisch-mythische Reich der Trolle ... Ibsens
"Peer Gynt", 1876 uraufgeführt, wurde zu Recht oft mit
"Don Quijote" und "Faust" verglichen. Die
vorliegende Ausgabe präsentiert Ibsens meisterhaftes Versdrama in
der einzigartigen Übertragung von Christian Morgenstern.
Henrik Ibsen, geboren 1828 in Skien, ist wohl der wichtigste und berühmteste skandinavische Dramatiker. Nach einer Apothekerlehre und Dramaturgentätigkeit verschrieb er sich ab 1854 ganz dem Theater. Er starb 1906 in Oslo.