Meine Befreiung - Groult, Benoîte

Meine Befreiung

Autobiografie

Benoîte Groult 

Übersetzung: Scriba-Sethe, Barbara u. Kuhn, Irène
Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
10 ebmiles sammeln
EUR 9,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Meine Befreiung

Was für ein Leben! Benoîte Groult ist fast durch ein ganzes Jahrhundert gegangen - eine starke Frau, die immer wieder an Grenzen stößt und für ihre Rechte eintritt. Sie schreibt von ihrer privilegierten Kindheit, von ihren drei Töchtern aus drei Ehen, einer Karriere als erfolgreiche Autorin und all den Hürden, die sich einer Frau dabei in den Weg stellen. Es ist die ungewöhnliche Geschichte einer Emanzipation, einer Befreiung, die Groult auf fabelhaft kluge und humorvolle Weise in ihrer Autobiografie nachzeichnet.


Produktinformation

  • Abmessung: 187mm x 118mm x 23mm
  • Gewicht: 192g
  • ISBN-13: 9783833307096
  • ISBN-10: 3833307099
  • Best.Nr.: 29909510
"Eine ironische und ehrliche Autobiografie, gemäß dem "Ein Panorama weiblicher Existenz im 20. und 21. Jahrhundert." -- Deutschlandradio

"Noch tabuloser und direkter als ihre Romane." -- WDR 5

"Warum wir sie lieben: Weil uns dieses Buch in Form bringt! Man sieht ein Leben entstehen, und man spürt, nein, Benoîte Groult bereut nichts. Durch das individuelle Schicksal der Autorin ist es die Geschichte aller Frauen, die uns erzählt wird." -- Elle

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.08.2009

Autobiographie In dem Buch "Meine Befreiung", das die Erzählung ihres Lebens ist, beschreibt die französische Schriftstellerin Benoîte Groult, 89 Jahre alt und Autorin des Bestsellerromans "Salz auf unserer Haut", eine Abtreibung, die sie zu Hause an sich selber durchführt: In zwei Jahren erlebte sie fünf Schwangerschaften, brachte zwei Kinder zur Welt. Beim vierten Mal traute sie sich nicht mehr zur Engelmacherin und griff selbst zu Faden und Stricknadel. Verhütung kam trotzdem weder ihr noch ihrem Ehemann in den Sinn: "Die Sexualität, das ist immer die Irre im Haus." Bei "Meine Befreiung" (Bloomsbury, 19,90 Euro) handelt es sich um den Bericht eines lustvollen intellektuellen Lebens. Das Private ist hier immer politisch, meist wahrt Groult sich selbst gegenüber ironische Distanz - wenn es etwa um die vielen Männer in ihrem Leben geht, von denen ihr dritter Ehemann, Paul Guimard, der wichtigste war. Es bricht immer wieder aufrichtig erfrischende Empörung durch den Plauderton, wenn es um die vielen sichtbaren und verborgenen Ungerechtigkeiten geht, gegen die sie sich als Feministin fast ein Jahrhundert lang zur Wehr gesetzt hatte. Eine Lektüre wie ein Sommerbesuch bei einer wunderbaren älteren Tante, die zum Teegebäck Whiskey serviert.

merh

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

"Eine ironische und ehrliche Autobiografie, gemäß dem "Ein Panorama weiblicher Existenz im 20. und 21. Jahrhundert." -- Deutschlandradio

"Noch tabuloser und direkter als ihre Romane." -- WDR 5

"Warum wir sie lieben: Weil uns dieses Buch in Form bringt! Man sieht ein Leben entstehen, und man spürt, nein, Benoîte Groult bereut nichts. Durch das individuelle Schicksal der Autorin ist es die Geschichte aller Frauen, die uns erzählt wird." -- Elle
Benoîte Groult, Jahrgang 1920, ist Autorin zahlreicher Bücher, unter anderem Tagebuch vierhändig (zusammen mit ihrer Schwester Flora Groult), Die Dinge wie sie sind. Ödipus' Schwester und Salz des Lebens. Ihr erfolgreichstes Buch ist der Millionenbestseller Salz auf unserer Haut.

Blick ins Buch "Meine Befreiung"


Benoîte Groult

Meine Befreiung

Autobiografie

Aus dem Französischen

von Barbara Scriba-Sethe

und Irène Kuhn

Prolog

Für die Jugend von heute ist es schwer, sich die außergewöhnliche Strecke vorzustellen, die die Frauen im zwanzigsten Jahrhundert zurückgelegt haben.

Ich, 1920 geboren, bin wohlbehütet in einer katholischen Schule groß geworden und habe das Erwachsenenalter erreicht, ohne selbst über die legale Möglichkeit zu verfügen, meine Meinung über die Ziele meines Landes zum Ausdruck zu bringen. (Ich habe erst 1945, mit 25 Jahren, das Stimmrecht erhalten.) Erst als ich die vierzig erreichte, wurde mir bewusst, dass ich einen Gutteil meines Lebens ohne Empfängnisverhütung und auch ohne Fehlgeburt (was leider nicht bedeutet, ohne Abtreibungen) verbracht hatte, ohne die Schulen meiner Wahl zu besuchen, ohne politische Macht und hohe staatliche Funktionen erlangen zu können. Ich hatte nicht einmal die elterliche Autorität über meine eigenen Kinder, sondern war zu einem endlosen Hindernislauf verdammt gewesen.

In einem Alter, in dem es mehr als Zeit wird, seine Autobiografie zu schreiben, erscheint mir mein bisheriges Leben wie ein langer Marsch zu einer Autonomie, die mir ständig wieder entglitt, und zu einer Unabhängigkeit, die andere nicht mehr einschränken würden, sondern die ich mir Schritt für Schritt auf einem von mir selbst gewählten Weg erobert hatte.

Mit Leben heißt frei sein (1998) wollte ich den Stand der feministischen Revolution ermitteln, die das Leben der Frauen und die menschlichen Beziehungen tiefgreifend verändern sollten. Allmählich würde sich auch das Leben der Männer in allen Ländern verändern, ob sie es wollten oder nicht. Es ging in diesem Buch nicht so sehr um den Bericht meines Lebens als vielmehr um eine Bewusstwerdung, die niemals völlig abgeschlossen wurde, denn die Gefängnisstäbe und -mauern haben die ärgerliche Neigung nachzuwachsen wie die Bambusstangen.

Ich habe darin in gewisser Weise die einzelnen Etappen meiner zweiten Geburt erzählt, die auf das "Jahr Null des Feminismus" zurückgeht, wie die damalige Presse es bezeichnete, den Tag, an dem die französische Frauenbewegung (MLF) sich bildete und unter dem Arc de Triomphe vor dem Grab des Unbekannten Soldaten demonstrierte, um jemanden zu ehren, der noch unbekannter war als der Soldat: seine Frau. Das war am 28. August 1970, ich war schon fünfzig Jahre alt und hatte noch immer den Eindruck, gerade erst Staatsbürgerin geworden zu sein und einen Platz innezuhaben, der mir von oben aufgezwungen worden war in einer Welt, die seit Ewigkeiten den Männern gehört hatte. Und mir war nicht klar, dass es so hart sein würde, sich vom Zwang der Traditionen, all den Bindungen zu befreien, die einem solch enge Fesseln anlegen, dass man sie nicht mehr von seinem eigenen Fleisch unterscheiden kann.

Ich habe festgestellt, dass man die Freiheit nicht ergreifen kann, sondern dass man sie erlernen muss. Tag um Tag und oft unter Schmerzen. Und für diesen Lernprozess brauchte ich weder die Philosophie noch die Naturwissenschaft und schon gar nicht einen religiösen Glauben. Und ich brauchte auch keine Männer. Sie verschafften mir zweifellos viel Wunderbares, aber nicht das, was ich in jenem Stadium meines Lebens benötigte. Dafür brauchte ich andere Frauen, diejenigen, die man während meiner Schulzeit sorgsam vor mir verborgen hatte. Endlich entdeckte ich ihre Existenz und erkannte, dass sie für mich gearbeitet hatten, jede auf ihre Weise und der Epoche gemäß, Christine, Olympe, George, Flora, Pauline, Jeanne Hubertine, Marguerite, Séverine und so viele andere, damit es uns gelang, die traditionelle Aufteilung in erstes und zweites Geschlecht zu erschüttern, um ganz einfach Mensch zu werden. Ich brannte darauf, ihre Lebenswege kennenzulernen, ihre Schwierigkeiten, ihre heldenhaften Entscheidungen*, immer allein gegen die ihnen Nahestehenden und die Gesellschaft, trotz ihres Bedürfnisses nach Liebe und Anerkennung, das sie in ihrem Herzen trugen wie wir alle.

Ist der Feminismus etwas anderes als eine Seelentransfusion einiger Wagemutiger an jene, die lieber die gängigen Spielregeln akzeptieren?

Es gehört heute zum guten Ton zu verkünden, dass es keine Frauenfeindlichkeit mehr gibt.

"Aber wo ist es denn, das Patriarchat?"

"Es sticht in die Augen, ist unbesiegbar", wie es Marie-Victoire Louis wunderbar ausdrückt. Sie hat den Verein "Gewalttätigkeit gegen Frauen am Arbeitsplatz" gegründet.

Man könnte genau dasselbe über die Misogynie, die Frauenfeindlichkeit, sagen. Ich gehöre ja einer Übergangsgeneration an, in der die meisten es ablehnen, sich als Feministin zu bezeichnen, so als handelte es sich um eine eklige Krankheit. Sich allerdings damit zu rühmen, eine Antifeministin zu sein, bleibt in allen Gesellschaftsschichten eine ausgezeichnete Visitenkarte. Erfolg ist dadurch leichter verzeihbar. Die Männer schätzen es sogar, wenn man eine Antifeministin ist; es erspart ihnen, den Macho zu spielen. Es ist an uns, dieses schmutzige Geschäft zu übernehmen.

Jedes Mal, wenn ich auf unseren Bildschirmen eine begabte oder einflussreiche Frau sehe, weiß ich, dass sie auf der Stelle verkünden wird, natürlich keine Feministin zu sein, und damit weiter eine Sache in Misskredit bringt, auf die wir im Interesse unserer Kultur stolz sein sollten. Sie vergisst dabei, dass sie ihre Präsenz auf dem Bildschirm nur den vorangegangenen Kämpfen der Frauen und keinesfalls einer spontanen Geste ihrer männlichen Partner zu verdanken hat.

Ebenso wird ein Buch, das sich zum Feminismus bekennt, niemals als ein normales Buch angesehen werden, das die Leser beider Geschlechter interessieren könnte. Es wird eher als eine Art Messbuch betrachtet, das einigen zurückgebliebenen Frömmlerinnen vorbehalten ist, kurz, das Werk eines Wohltätigkeitsvereins. Einige blättern es durch, einige lesen es bis zum Ende. Aber nach meiner Erfahrung nehmen es neunzig Prozent der Männer nicht einmal in die Hand. Dass ein feministisches Buch wie alle anderen gut oder schlecht sein kann, gut oder schlecht geschrieben, brillant oder tödlich langweilig, berührt sie nicht. Es kann nur beschissen sein; das Wort spiegelt genau ihr unterentwickeltes Denken wider. Man kann noch von Glück sagen, dass es die Ehemänner nicht mehr schaffen, ihre Gattinnen davon abzubringen, in der Hoffnung, sie vor einem Virus zu schützen. Das Virus, das ihnen zum Trotz in aller Stille seinen Weg verfolgt.

Was mich betrifft, sind alle unsere Errungenschaften zu neuen Datums (einige sind sogar zu spät geschehen, als dass ich davon hätte profitieren können ... zu meinen Lebzeiten, wenn ich das zu sagen wage), als dass ich vergessen könnte, dass unser Unabhängigkeitskrieg noch nicht gewonnen ist. Zumal er für Hunderte von Millionen Gleichgesinnte auf allen Kontinenten kaum begonnen hat. Deshalb denke ich, dass jedes Recht, jegliches weitere Vorrücken etwas Kostbares, Wesentliches, aber auch Fragiles und Heikles darstellt.

Dennoch ist mir eine große Chance zugutegekommen: Es sind die Frauen, die die Bücher von heute kaufen, Romane oder Sachbücher. Ohne sie wäre ich jetzt Ausschussware in der Literatur. Rauchen tötet, aber der Feminismus kann auch töten.

Nach sieben oder acht Romanen, in denen ich wie die meisten Romanschriftsteller Realität und Fiktion miteinander vermischt habe, hatte ich Lust, mein wirkliches Leben aus größerer Nähe zu erzählen. Dieses Buch ist sozusagen Band 2 von Leben heißt frei sein, das ich zwölf Jahre nach dem ersten schreibe, um bis jetzt bewusst im Dunkel gelassene Lebensbereiche zu beleuchten, und zwar mit der Offenheit und Sorglosigkeit, die nur das Alter gewähren kann.

Einen Roman zu schreiben war schön bequem, vor allem für die mir Nahestehenden, denn die Realität ist häufig rau oder verletzend. Aber es kommt leider Gottes eine Zeit, in der die Nahestehenden weniger werden, vor allem wenn sie die eigenen Zeitgenossen sind, und eines Tages befindet man sich auf dem abgegrasten Feld der wüstenähnlichen Halbfreiheit. Stattdessen gehört zu den wenigen Vorteilen des Alters, sich kaum noch vor etwas zu fürchten, und dass es für eine Änderung des Lebensweges zu spät und das Gemälde mehr oder weniger endgültig ist. Dies ist also die Stunde der Wahrheit.

Ist das die ganze Wahrheit? Jedenfalls ist es nichts anderes als die Wahrheit. Aber kann man sich jemals rühmen, die ganze Wahrheit über sich selbst zu kennen? Und ist die Art, wie man sein Leben erzählt, nicht ebenso enthüllend wie das eigene Leben selbst? Ebenso wie es ein Glück ist zu schreiben, ist es auch ein Glück, Personen entstehen zu lassen, die man selbst nicht war, nicht wagte zu sein. Es ist eine Art Revanche für alles, was einem im Leben entgangen ist. Und das ist die Gelegenheit, seine Geschichte wie ein Märchen beginnen zu lassen: "Es war einmal ein kleines Mädchen, das am 31. Januar 1920 in Paris geboren wurde und dem man den Namen Rosie gab ..."

8 Marktplatz-Angebote für "Meine Befreiung" ab EUR 2,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,20 Banküberweisung, PayPal kirkus1 98,9% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,20 Banküberweisung nugget-archiv 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,20 1,00 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Weihrauch-Hande l 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,80 1,40 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Buchrudi 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,00 1,20 PayPal, Banküberweisung Rosi`s bookshop 99,1% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,95 2,50 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung ARVELLE Buch- und Medienversand e.K. 99,5% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,99 2,25 Lastschrift, Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Buchhandlung Schmidt 100,0% ansehen
wie neu 6,50 1,90 Banküberweisung herbstgewitter 100,0% ansehen