Licht im August - Faulkner, William

William Faulkner 

Licht im August

Roman

Dtsch. v. Helmut Frielinghaus u. Susanne Höbel
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Licht im August

Nobelpreisträger Faulkner erzählt in diesem Klassiker drei Lebenswege in den amerikanischen Südstaaten: Lena Grove zieht hochschwanger in die Fremde, auf der Suche nach ihrem Geliebten. Der Geistliche Gail Hightower verliert Amt und Familie und träumt sich in eine glorifizierte Vergangenheit. Joe Christmas, ein Adoptivkind mit ungeklärter Rassenzugehörigkeit, wird auf der Flucht vor sich selbst gar zum Mörder


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 479 S.
  • Seitenzahl: 479
  • rororo Taschenbücher Nr.24996
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 118mm x 30mm
  • Gewicht: 335g
  • ISBN-13: 9783499249969
  • ISBN-10: 3499249960
  • Best.Nr.: 27961379
"Licht im August ist ein spannendes, sprachgewaltiges und immer noch verstörendes Werk." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Zufrieden, aber nicht wirklich begeistert zeigt sich Rezensent Friedhelm Rathjen über diese Neuübersetzung des berühmten Buchs, der er eine maximale Haltbarkeit von 25 Jahren bescheinigt. Deutlich weniger als die bis dahin gültige Übersetzung aus dem Jahr 1935 von Franz Fein also, die Rathjen zwar ein wenig angestaubt, aber immer noch erstaunlich lesbar findet. Aus seiner Sicht wird das Übersetzerduo Helmut Frielinghaus und Susanne Höbel der Faulknerschen Sprache zwar weitgehend gerecht und kann auch mit einigen Modernisierungen überzeugen. Manchmal allerdings fällt die Übersetzung, die für den Geschmack des Rezensenten insgesamt ruhig ein bisschen präziser und radikaler hätte ausfallen können, sogar hinter die Fassung von 1935 zurück. Ganz schlimm findet er den schwafelnden Klappentext der Neuedition, der Rathjen zufolge von einer Ausgabe des Jahres 1955 abgeschrieben ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.05.2008

Der Schmerz der schroffen Form

Gesellschaft im Wetterleuchten: Nach den Entwürfen eines komplizierten Gehirns entwarf William Faulkner den amerikanischen Süden. Dem Leser des nun neu übersetzten Romans "Licht im August" wird der Kopf durchgerüttelt.

Von Brigitte Kronauer

Die Auffassung, man könne das Herstellen von Literatur an einer Schule lehren oder lernen, lehnte er mit deutlichen Worten ab, und Melvilles "Moby Dick" war für ihn gerade deshalb der großartigste Roman Amerikas, weil er "über Menschenkraft ging" und deshalb nicht ganz gelingen konnte. Bei Schriftstellern, die von der formschaffenden Glut ihrer Gedanken und der Bilderflut ihres Inneren zur Entäußerung gedrängt werden, hielt er ein aufwendiges Bemühen um stilistische Eleganz für das Verschleudern kostbarer Lebenszeit. Charlotte Rittenmeier, junge Bildhauerin und tonangebende Figur des Romans "Wilde Palmen und der Strom" (1956), formuliert drastisch und ex negativo das Ziel ihrer Arbeit: "Nicht solche Dinge, die einem bloß ein bisschen die Geschmacksnerven kitzeln und hinuntergeschluckt werden und nicht einmal in den Eingeweiden hängenbleiben, sondern unverdaut den …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.04.2008

Titanische Gestalten
William Faulkners „Licht im August” in neuer Übersetzung
Nach 1945 war es für deutsche Schriftsteller wie für das große Publikum Pflicht, Faulkner zu lesen. Die Bücher des Nobelpreisträgers, die von düsteren Schicksalen in den Südstaaten der USA erzählten, eröffneten den deutschen Lesern, als Teil der „re-education”, den Zugang zum modernen amerikanischen Roman. Faulkners Werke, obwohl zum großen Teil vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden, fügten sich den Begriffen von Sünde, Schuld, Schicksal, Untergang, Erlösung, mit denen eine halbreligiös gestimmte Allerweltsmetaphysik im Deutschland der Nachkriegszeit für eine Vernebelung der nationalsozialistischen Vergangenheit sorgte. Heute, da diese Vergangenheit bekannt und einbekannt, aber ferngerückt ist, haben sich Faulkners Romane, die doch zur Weltliteratur des 20. Jahrhunderts gehören, zusammen mit jenen vagen Begriffen, die sie umstellten und verstellten, aus dem deutschen literarischen Gedächtnis verloren.
Wer einen der frühen modernen Romane wieder liest, wird sich des Kontrasts zwischen ihnen und dem nicht mehr modernen Gegenwartsroman bewusst. Während dieser …

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William Faulkner, am 25. September 1897 in New Albany im Staat Missisippi/USA geboren, wuchs in der Nachbarstadt Oxford auf. Im I. Weltkrieg war er Kampfflieger. Nach seiner Rückkehr studierte er Literatur, schlug sich danach in verschiedenen handwerklichen Berufen durch, arbeitete aber auch als Journalist. Schließlich ließ er sich in seiner Heimatstadt als Farmer nieder. Faulkner schrieb zunächst Gedichte später Prosa. Erst die Zuerkennung des Literatur-Nobelpreises im Jahre 1949 machte ihn einem weiteren Publikum bekannt. Viele Themen zog er aus seinem eigenen Hintergrund der niedergegangenen Südstaatenwelt. Der Schriftsteller, der seine Farm in Oxford nie verlassen hat, starb dort am 6. Juli 1962 an einem Herzschlag.

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