Leben und Kunst - Janosch
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Hinter dem Etikett des Schöpfers fröhlicher Idyllen verbirgt Janosch ein anarchistisches, bisweilen gallenbitter pessimistisches Gemüt. In diesem Band gibt der Zeichner, Autor und Dramatiker in zwei Interviews mit dem polnischen Journalisten Jan Skral freimütig Auskunft über seine Kindheit, sei Weltbild, sein Verhältnis zu Frauen, Journalisten, Verlegern und anderen äußerst kritisch beäugten Wesen…mehr

Produktbeschreibung

Hinter dem Etikett des Schöpfers fröhlicher Idyllen verbirgt Janosch ein anarchistisches, bisweilen gallenbitter pessimistisches Gemüt. In diesem Band gibt der Zeichner, Autor und Dramatiker in zwei Interviews mit dem polnischen Journalisten Jan Skral freimütig Auskunft über seine Kindheit, sein Weltbild, sein Verhältnis zu Frauen, Journalisten, Verlegern und anderen äußerst kritisch beäugten Wesen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Merlin-Verlag, Vastorf
  • 2., erg. Aufl.
  • Seitenzahl: 159
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 159 S. m. zahlr. meist farb. Abb.
  • Deutsch
  • Abmessung: 282mm x 218mm x 14mm
  • Gewicht: 745g
  • ISBN-13: 9783875362497
  • ISBN-10: 3875362497
  • Best.Nr.: 13406604

Autorenporträt

Janosch, geb. 1931 in Zaborze/Oberschlesien, machte nach dem Krieg eine Schmiede- und Schlosserlehre, arbeitete nach seiner Aussiedlung als Hilfsarbeiter in einer Textilfabrik und begann seine Künstlerlaufbahn in den 50er Jahren in München. Inzwischen ist er als Illustrator, Geschichtenerzähler und Romancier mit nunmehr über hundert eigenen Büchern für Kinder und Erwachsene international berühmt. Für seine Arbeit hat er viele Preise erhalten, darunter den Prix Jeunesse, den Prix Danube und den Deutschen Jugendliteraturpreis/Bilderbuch. Janosch lebt und arbeitet auf Teneriffa.
Janosch

Rezensionen

Besprechung von 21.03.2006
Alles sowohl als auch anders
Die Autobiografie von Janosch in einer Neuausgabe zum 75.
Wer ist Janosch wirklich? Wer versteckt sich hinter dem erfolgreichen Maler, Kinderbuchautor, Literaten und Dramatiker, dessen unglaubliche Produktivität mit genialem Marketing Hand in Hand geht? Seit 40 Jahren wachsen die Kinder mit seinen Büchern auf, und seine bekanntesten Figuren „Kleiner Tiger”, „Kleiner Bär” und die „Tigerente” sind überall zu finden. „Man hält mich für einen Kinderbuchautor, darunter versteht man Kleinliteraten, die die Literatur nicht ganz schaffen-ist ja o.k. Ich bin aber kein Kinderbuchautor. Ich bin ein Zeichner, der aus Not zu den Bildern Geschichten schreiben muss, damit er keinen Autor suchen und diesen ertragen muss. Autoren sind Spinner.” Eine Selbstdarstellung, die in der Autobiografie zu entdecken ist, die der Merlin Verlag zu Janoschs 75. Geburtstag am 11. März wieder aufgelegt hat. (Leben und Kunst. Vom Glück als Herr Janosch überlebt zu haben. 2005, 159 S., 22 Euro).
In drei großen Interviews beantwortet Janosch einem fingierten Alter Ego, dem Journalisten Jan Skral, Fragen, die sich mit dem Glück beschäftigen. Entstanden ist daraus eine faszinierende Mischung aus biografischen Bruchstücken, Lebensbeichte und moralischem Verwirrspiel, angerührt mit Irrsinn, Geschwätz und Wut. Es ist eine Abrechnung mit der katholischen Kirche, den Frauen und „verbrecherischen Verlegern”, auch mit Journalisten und Literaturkritikern. Oder meint er es ga nicht so? „Alles ist doch sowohl, als auch anders . . ., und wenn Sie mich morgen das Gleiche fragen, kann ich morgen das Gegenteil darauf antworten, und es wird für mich immer richtig sein. Denn beides ist immer wahr”, antwortet er Skral. So entzieht er sich geschickt der Öffentlichkeit.
Den wirklichen Janosch finden wir in seinen Büchern, auch wenn er selbst mit seinem Erfolg kokettiert: „Na gut, es ist keine Literatur, aber es ist eine Möglichkeit zu überleben.” Lesen wir seinen Klassiker „Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm”, in dem er seine Kindheit und Jugend beschreibt, oder „Sacharin im Salat” und „Sandstrand”. Und lassen wir uns auf seine leuchtenden Bilder voller ironischer Details ein, hinter denen man alles andere als einen Misanthropen vermutet. Skral fragt ihn: Sind Sie ein Pessimist? Seine Antwort: „Im Kopf und für die anderen gesehen ja. Was mich selbst angeht, bin ich ein an den Irrsinn grenzender Optimist”.
ROSWITHA BUDEUS-BUDDE
Herr Janosch persönlich
Abb. aus dem besprochenen Band
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