I Am Airen Man - Airen

Airen 

I Am Airen Man

Roman

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I Am Airen Man

Ein junger Mann hat zwei Jahre Berlin überlebt und geht nach Mexiko-City. Die Tage und Nächte spielen sich zwischen Flashbacks und sinnlichem Zauber ab. Er wird ein Mädchen kennenlernen, und er wird sie herüberholen wollen in das, was er für sein Leben hielt.
Die Hölle, so viel steht von Anfang an fest, ist nicht der Absturz, sondern Mittelmaß.

Der Roman erzählt auf ungewöhnlich authentische Weise von einem Leben, das sich aus rauschhaften und erotischen Exzessen speist. Hauptschauplätze sind Mexiko City und Berlin. Der Erzähler lernt im Verlauf ein Mädchen namens Lily kennen, mit der er ein neues Leben beginnen will, ohne sein altes hinter sich zu lassen. Es ist eine moderne Dichterexistenz, in der Leben und Tod, Erleben und Schreiben eng miteinander verwoben sind. Der Sound von Airen ist unmittelbar, drastisch, poetisch und neu.


Produktinformation

  • Verlag: Blumenbar
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 172 S.
  • Seitenzahl: 172
  • Deutsch
  • Abmessung: 19, 5 cm
  • Gewicht: 267g
  • ISBN-13: 9783936738858
  • ISBN-10: 3936738858
  • Best.Nr.: 28885567
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.04.2010

Dionysos war beim Friseur

Nietzsche für Doofe: Airen, der von Helene Hegemann plagiierte Blogger, wendet sich in seinem zweiten Roman vom harten Leben ab und nimmt die letzte Ausfahrt Wickelkurs.

Das alles ist ein Missverständnis. Weil einige Autoren von Format klug mit neuen Formen experimentiert haben, dabei Rausch, Wahn und Gegenwart zelebrierend, Subkulturen einbeziehend und auch das neue Leitmedium bespielend, hält man heute jeden ins Blaue gebloggten Tagebuchexhibitionismus für Literatur. Und das, obwohl in den meisten Fällen die beiden einzig entscheidenden Kriterium fehlen: stilistische Meisterschaft und Relevanz. Denn natürlich kann man das eigene Leben zum Exemplum nehmen und großartige Denkübungen damit anstellen, Strukturen offenlegen und wieder dekonstruieren, zu wirklichen Erzählungen vorstoßen. Oder es bleibt eben beim Partygespräch. Auch das hat seinen Reiz, gelingt dem einen lustiger als dem anderen, ist aber zu Recht nach der Party vergessen.

Was man jedoch für Literatur hält - für mutig naturhafte, wenn sie aus Sätzen wie "Es pisst wie Sau" besteht - belässt man nicht im Internetkosmos, wo dieser narzisstischen …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.04.2010

Out of Rosenheim
Wanderjahre eines Techno-Taugenichts: In seinem Mexiko-Buch „I Am Airen Man” wandelt der Blogger Airen auf den Spuren der deutschen Romantik
Airen, so nennen wir einen jungen Mann von noch nicht dreißig Jahren, der sich diesen Künstlernamen zugelegt hat, weil er unerkannt bleiben will, anonym. Eine Tarnung braucht Airen gerade deshalb, weil er sich unausgesetzt verlautbart und offenbart; lange blies der Blogger freilich, was er über sich zu sagen hatte, nur in Gestalt eines Tagebuchs in alle vier Winde des Internets.
Dass sein Name Anfang des Jahres trotzdem plötzlich in aller Munde war, hatte er nicht sich selbst zu verdanken, sondern der damals 17-jährigen Helene Hegemann, die Airen ihrerseits gleichfalls einiges zu verdanken hat. Schließlich haben in ihren Debütroman „Axolotl Roadkill” einige Sätze aus Airens Blog und aus seinem Erstlingsroman „Strobo” wortwörtlich Eingang gefunden und sind so einer geldwerten Zweitverwertung zugeführt worden, woraufhin eine heftige Plagiatsdebatte entflammte. Denn während „Axolotl Roadkill” sofort zum Bestseller wurde, dümpelte das vom Berliner Kleinverlag Sukultur herausgegebene …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Christopher Schmidt widmet sich in seiner Rezension ausführlich dem Umstand, dass der Autor Airen seinen gegenwärtigen Ruhm vor allem der Aufregung um Jungautorin Helene Hegemann, die sich für ihren Debütroman "Axolotl Roadkill" aus seinem Blog ein wenig bedient haben soll. Nicht ausschließen kann er, dass dieser zweite Roman von Airen überhaupt nur aufgrund dieser Plagiatsgeschichte entstanden ist. Neben der erwartbaren Dramaturgie - der Protagonist "muss sich erst verlieren, um sich zu finden" - und den sich an dieses Erzählgerüst anlehnenden "ranzigen Pathosformeln der Pop-Rebellion" hat das Buch aber zur Freude des Rezensenten durchaus einiges an Frischem und Unerwartetem zu bieten, meint Schmidt: Aus dem " unbehauenen Sound der Szene leuchten unverhofft scharf geschliffene Beobachtungssplitter hervor". Da ist es für den Rezensenten fast zweitrangig, dass die Hauptfigur kaum Eigenes vorzuweisen hat und "mehr Typus als Individuum" ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Es ist tatsächlich ein besonderer Autor entdeckt worden. Er erinnert an Fauser, an Brinkmann, dann auch an Remixe des Pop, also den Pop-Pop der Neunziger, der den Techno und das komplett Kaputte wieder ent-deckt hat und der heute bei Airens neuem Buch "I Am Airen Man" noch mal ganz hart und kalt aufstößt." (DIE ZEIT)<br/><br/>"Dieser Roman beschreibt die Schattenwelt so präzise wie vor ihm nur Rainald Goetz." (DER SPIEGEL)<br/><br/>"Scharf geschliffene Beobachtungssplitter." (Süddeutsche Zeitung)<br/><br/>"Leuchtende Formulierungen!" (Der Tagesspiegel)<br/><br/>"Das Pseudonym Airen steht für die aufregendste Popliteratur, die es derzeit in Deutschland zu lesen gibt." (Bücher)<br/><br/>"Ein abenteuerlustiges, helles, melancholisches Buch." (Welt am Sontag)<br/><br/>"Dieser Roman beschreibt die Schattenwelt so präzise wie vor ihm nur Rainald Goetz." (Der Spiegel)<br/><br/>"Ein abenteuerlustiges, helles, melancholisches Buch, das nach dem Rausch die Exotik der Normalität erkundet." (Welt am Sonntag)"<br/><br/>"I Am Airen Man" ist ein unmittelbar erzähltes Glanzstück. Endlich gibt es wieder einen jungen Autor in Deutschland, der ganz intuitiv schreibt, worum es bei Literatur im Sinne von Goetz geht, im Sinne von Büchern wie "Irre" oder "Loslabern"." (Jan Drees, BÜCHER)<br/><br/>"Es ist der Rhythmus der Sprache, die Härte der Wahrnehmung und die Unerbittlichkeit zu sich selbst, die Airen als Autor auszeichnet." (Peter Hetzel, SAT.1)
Airen, geboren 1981, arbeitete nach seinem Studium als Praktikant in einer Unternehmensberatung in Berlin und zog danach für zwei Jahre nach Mexiko. Seine Erfahrungen im Berliner Club Berghain protokollierte er in seinem Blog (und seinem ersten Buch), aus dem Helene Hegemann in Axolotl Roadkill zahlreiche Passagen zunächst ohne Quellenangabe übernahm; so wurde er zum heimlichen Star einer heftig geführten Literatur debatte.

Leseprobe zu "I Am Airen Man" von Airen

"ACAPULCO ist ein öliges Schwipp-Schwapp, blitzende, geldgebleichte Zähne, eine besonnte Nazilagune, House-Music und Meeresfrüchte, ein mexikanisches Las Vegas, überteuerte Drogen, das Haus von dem und dem, Victoria-Kronkorken im Sand, gegenseitig in den Mund geschobene Melonenstücke, ein Albtraum von Mexiko, eine Messe sämtlicher in der Welt vertretener Hotel ketten, rangeklatscht an die zehn Meter Strand. Eine immersommrige Geldausgebestation.
Wir kamen spät. Das Luxushotel. Es war klar, dass dieser Ort nach Gras ruft, nach Kiffen, besser: dass hier auf jeden Fall einer aufgebaut werden musste. Lily und ich ließen die Oma im Stich und gingen auf den Strip. Samstagabends ist der Strip die Tangente am Scheitelpunkt der Jugend. Da ist der Mittelstreifen, mit Palmen bepflanzt; die geben im roten Abendlicht ein exotisches Miami-Feeling ab. Rechts wummern Bars, und es rauscht der Strand, ein warmer Abendwind, der Geruch gekaufter Sachen: Bitte, geben Sie ihr Geld hier ab. Miniröcke.
Keiner geht hier einfach so. Du stellst Titten oder Geld zur Schau, dein Auto oder die modelreife Nutte an deiner rechten Hand, Haare bis zum Arsch, Ficken: fünfzig Euro, Ritz oder Hilton. Wir sind in Acapulco, und das vergisst du keinen Moment. Was du auch machst, du wirst stereotyp, ein neonbeleuchtetes Symbol deiner Persönlichkeit, so wie dieser Ort selbst seit Jahrzehnten ein Symbol ist für Sex und Sonne und die Wohltaten amerikanischer Direktinvestitionen. Ich war längst besoffen.
Ich sah die langbeinigen, großtittigen, eng gekleideten, sich die Zähne leckenden, arschwackelnden, an unseren Tisch schielenden, äh, Transen. Ich sah in den Himmel gestreckte Zungen, hörte Techno und dachte: Ecstasy. Ich fraß Fische für zweihundert Pesos und sah und fühlte und dachte viel und stets: Acapulco. Schnell kauften wir Gras. Ins Auto und heim ins Hotel. Man kann bekifft einfach besser küssen, besser ist gar kein Ausdruck; auf Gras küsst du, und nüchtern knutschst du. Wir küssten uns also. Das Gefühl, dieses Gefühl, und mein Leben lang will ich nur küssen, Liebe und Schweiß und Liebe: So war Acapulco bei Nacht.
Am nächsten Tag das Ganze in Blass. Man ist dann ja halb breit, hat in der Früh vor dem Fick einen kleinen Joint geraucht und sich auf dem Weg zum Strand ein Bier gegönnt, und am Strand leert man das nächste, alles schon langsamer; man vertraut darauf, dass in der Nachtder Bock wieder durchkommt und hängt schlaff im Wasser. Und so breit wie man da vor sich hin chillt, das Hotelpanorama im Blick, schwimmt oder nicht schwimmt, sich gut bedient treiben lässt und langsam dem nächsten gegrillten Fisch entgegenfühlt: Bei Nacht ist dann alles wieder da.
Man könnte es Party nennen. Aber Acapulco ist nur die Freiheitsstatue des Konsums...."

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