Gehirntraining

Gehirntraining

Über die Benutzung des Kopfes

Herausgegeben von Schirrmacher, Frank
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Gehirntraining

Unser Kopf kann mehr, als wir denken

Kann man besser denken, wenn man sich bewegt? Macht Musikhören schlauer? Sterben beim Kopfballspiel Gehirnzellen ab? Und wie ist das mit den berühmten leichten Schlägen auf den Hinterkopf? Noch immer ranken sich viele Mythen um Aufbau und Funktionsweise unserer grauen Zellen. Und tatsächlich birgt das Gehirn für die Forscher noch viele Geheimnisse. Klar ist, dass entgegen einer weit verbreiteten Ansicht die Entwicklung des Gehirns niemals wirklich abgeschlossen ist, gezieltes Training das Gehirn auch physisch verändert und lebenslanges Lernen so möglich ist. Dieses Buch bietet deshalb beides - den aktuellen Stand unseres Wissens über das Gehirn und praktische Übungen mit überraschenden Wirkungen.
Mit einer Einführung von Frank Schirrmacher und Beiträgen von Nicole Becker, Christian Behl, Niels Birbaumer, Vera F. Birkenbihl, Christian E. Elger, Angela Friederici, Britta Hölzel, Gerd Kempermann, Jürgen Kaube, Joachim Müller-Jung, Robert Plomin,Ernst Pöppel, Wolf Singer, Julia Spinola und Semir Zeki.
Die Beiträge erschienen als Artikelserie zwischen März und September 2008 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und werden hier erstmals zusammen gefasst.


Produktinformation

  • Verlag: Blessing
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 143 S. m. z. Tl. farb. Illustr.
  • Seitenzahl: 143
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 130mm x 16mm
  • Gewicht: 335g
  • ISBN-13: 9783896674074
  • ISBN-10: 3896674072
  • Best.Nr.: 31324919
Frank Schirrmacher, Jahrgang 1959, Studium in Heidelberg und Cambridge, Promotion. Seit 1994 ist er einer der Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er ist ein "besessener Zeitungsmacher mit genialem Gespür für Themen", so die "Welt am Sonntag" schon vor Jahren über Frank Schirrmacher. 2004 sagte er dem Altersrassismus den Kampf an - für sein Buch "Das Methusalem-Komplott" erhielt Frank Schirrmacher u.a. die Goldene Feder, den Corine-Sachbuch-Preis und die Auszeichnung "Journalist des Jahres 2004". Mit "Minimum" landete er 2006 erneut einen publizistischen Coup und setzte das Thema des Jahres. 2009 wurde Frank Schirrmacher mit dem "Ludwig-Börne-Preis" ausgezeichnet. Frank Schirrmacher lebt in Frankfurt und Berlin.

Leseprobe zu "Gehirntraining"

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Leseprobe zu "Gehirntraining"

"Verändert Schönheit unser Gehirn? (S. 69-70)

Die Hirnforschung hat in der Ästhetik eine Verbündete gefunden. Wenn wir uns mit Farben und Formen beschäftigen und nach Idealen suchen, arbeitet das Gehirn meisterlich.  
Von Semir Zeki
   

Es gehört zu den erklärten Zielen der Neuroästhetik, durch die Erforschung der typisch menschlichen Eigenschaften zu einem besseren Verständnis der menschlichen Natur zu gelangen. Über Sprache verfügt nur der Mensch, andere Eigenschaften wie die Fähigkeit, Wissen zu erzeugen, zu erwerben und weiterzugeben, erreichen beim Menschen ihre höchste Entwicklung. Wer allerdings heute etwas über die überwältigenden Leidenschaften in Erfahrung bringen möchte, die Menschen zu heroischen, aber auch schändlichen Taten treiben, zum Beispiel die Suche nach Schönheit, die Sehnsucht nach Liebe oder den Drang, zu lernen und sich in konstruktiver wie auch destruktiver Weise schöpferisch zu betätigen, der fände dazu in der neurobiologischen Literatur bisher nur wenig Substanzielles.

Er griffe zu diesem Zweck eher auf die großen Klassiker der Literatur und die philosophischen Debatten der letzten zweitausend Jahre zurück oder auch, neben anderen Dingen, auf große Kunstwerke der Malerei, Bildhauerei und Musik. Deshalb habe ich vor mehr als einem Jahrzehnt die Neuroästhetik ins Leben gerufen, die das Ziel verfolgt, Erkenntnisse der Geisteswissenschaften für die Erforschung des menschlichen Gehirns zu nutzen.

Es gibt gute Gründe, weshalb die Naturwissenschaften im Allgemeinen und die Neurobiologie im Besonderen die Geisteswissenschaften bei der Erforschung des Gehirns bisher kaum genutzt oder sich nicht experimentell mit den dort aufgeworfenen Fragen befasst haben. Dieselben Gründe vermögen auch zu erklären, warum die Geisteswissenschaften sich mit Fragen auseinandersetzen können, die für die Neurobiologie von fundamentaler Bedeutung sind oder sein sollten. Sie liegen in der Tatsache, dass die Naturwissenschaften objektive, quantifizierbare Daten verlangen.

Während sich die Konzentration eines Neurohormons in einem bestimmten Hirnbereich objektiv nachweisen und quantifizieren lässt, gibt es - oder gab es zumindest bis vor Kurzem - keine Möglichkeit, Aussagen wie »Ich habe große Lust auf X« oder »Ich finde dieses Gemälde sehr schön« zu verifizieren. Die Geisteswissenschaften haben sich keine Beschränkungen durch solche anspruchsvollen Kriterien auferlegt. Sie halten es nicht für notwendig, objektive, quantifizierbare Daten zur Stützung ihrer Annahmen und Hypothesen beizubringen."

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 11.12.2010 ***** ausgezeichnet
In einer immer älter werdenden Gesellschaft macht man sich schon gelegentlich über das selbstständige Denken im Alter Gedanken. Was wenn die Fähigkeit zu Denken mit 90 oder 100 Jahren einfach aufhört? Schirrmacher gibt Entwarnung und sagt, "dass die im Alter wachsende Selbstdiskriminierung des Denkens obsolet ist. Die Botschaft lautet: Wir müssen etwas für das Denken tun."

Wissenschaftler und Journalisten haben in einer Reihe für die FAZ 2008 zu diesem Thema geschrieben. Im vorliegenden Buch sind nun alle Beiträge der Artikelserie in einem Buch vereint. Humorvoll und zum Teil mit sehr praktischen Hinweisen für das Leben ist dieses Buch gefüllt und gibt wichtige Einblicke in unsere im Kopf befindliche Masse die allgemeinen als Gehirn bezeichnet wird.

Verblüffend sind zum Teil die neuen Forschungsergebnisse: Heute nimmt man an , dass 50 Prozent der intellektuellen Unterschiede zwischen den Menschen auf die Gene zurückzuführen sind. Neu in der Forschung ist die Erkenntnis, dass sich im Laufe des Lebens der genetische Faktor ändert und gerade im Alter eine immer größer werdende Rolle spielt.

Völlig verblüffend war für mich auch zu lesen, dass unser Körpergewicht zu 70 Prozent vererbt wird. Das versetzt Leser ganz sicher in Erstaunen, wird aber von Robert Plomin weiter erklärt: "Die meisten Unterschiede im Gewicht zwischen den Menschen sind auf die Gene zurückzuführen, nicht auf die Ernährung."

Dieses Buch ist gefüllt mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, wirft alten Ballast um und stellt eindeutig fest: Lernen hört nie auf, nicht einmal im hohen Alter. Neben dem Nachdenken über den Sinn beziehungsweise den Unsinn vom herkömmlichen Gehirnjogging, gibt dieses Buch wertvolle Tips für jedes Lebensalter.

Ziemlich kritisch setzt sich dieses Buch mit Medikamenten auseinander die von völlig gesunden Menschen genommen werden, im Glauben daran ihre Hirnleistungen zu steigern oder um ganz einfach "besser drauf" zu sein. Eindringlich warnt dieses Buch vor solchen Mitteln, besonders auch deshalb, weil Langzeitfolgen überhaupt noch nicht erforscht sind.



Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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