Empathie und Spiegelneurone. Die biologische Basis des Mitgefühls - Rizzolatti, Giacomo; Sinigaglia, Corrado

Giacomo Rizzolatti Corrado Sinigaglia 

Empathie und Spiegelneurone. Die biologische Basis des Mitgefühls

Aus d. Italien. v. Friedrich Griese
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Empathie und Spiegelneurone. Die biologische Basis des Mitgefühls

Ihre Entdeckung war eine der großen wissenschaftlichen Sensationen der letzten Jahre und gab schlagartig vielen scheinbar ausschließlich menschlichen Fähigkeiten eine biologische Basis: Spiegelneurone in unserem Gehirn spielen eine Schlüsselrolle, wenn wir uns in andere Menschen einfühlen, wenn wir ihre Gefühle und Absichten erspüren, wenn wir Mitleid empfinden. Giacomo Rizzolatti hat die Spiegelneurone vor zehn Jahren in der Großhirnrinde von Rhesusaffen entdeckt. Die Neurone haben die erstaunliche Eigenschaft, immer gleich zu reagieren, egal ob der Affe eine Handlung selber ausführt oder ob er diese Handlung bei anderen beobachtet. In diesem Buch schreibt Giacomo Rizzolatti, zusammen mit Corrado Sinigaglia, zum ersten Mal selber über die weitreichenden Konsequenzen seiner Entdeckung, über die vielen Domänen unseres Denkens, Handelns und Empfindens, in denen das Spiegel-Prinzip eine Rolle spielt. "Mein Team und ich stoßen hier, ähnlich wie Einstein, in neue Dimensionen vor. Schließlich finden immer noch einige der größten Geheimnisse in unserem eigenen Kopf statt, nicht wahr?"


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • 4. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 229 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 229
  • Edition Unseld Bd.11
  • Best.Nr. des Verlages: 26011
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 109mm x 16mm
  • Gewicht: 146g
  • ISBN-13: 9783518260111
  • ISBN-10: 3518260111
  • Best.Nr.: 23845705
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.06.2009

Gespiegelte Perspektiven

In fremder Haut sieht die Welt gleich anders aus: Zwei Bücher widmen sich der Empathie und zeigen Biologie und Geisteswissenschaften im neuen Dialog.

Vielleicht eine Anekdote zum Auftakt. Ein kleiner Junge fragt seinen Vater: "Weißt du, Papa, warum ich kein Hund sein möchte?" Die Antwort gibt er gleich selbst: "Weil ich nicht wüsste, wie man mit dem Schwanz wedelt." Der Witz dieser Geschichte lebt von der Phantasie, sich in einen anderen hineinzuversetzen: Der kleine Junge wird halb angezogen von dem Gedanken, zur Abwechslung mal ein Hund zu sein, und halb abgeschreckt von der Fremdheit, die er sich da einhandelte. Was in diesem Fall am Schwanzwedeln scheitert, ist unter anderen Umständen aber ganz einfach: Wenn der Junge sähe, wie Robbenbabies totgeschlagen werden, würde er sich mit der Einfühlung leichttun. Er könnte nachvollziehen, was das Tier empfindet. Er würde mit Empathie reagieren. Damit sind wir beim Thema.

Giacomo Rizzolatti und Corrado Sinigaglia haben ein handliches Buch vorgelegt, das einen hervorragenden Überblick über die aktuelle biowissenschaftliche Forschung zur Empathie bietet. Rizzolatti …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Handlich ist es und hervorragend geeignet als Überblick über die aktuelle Forschung zum Thema Empathie. So wirbt Dieter Thomä für diesen vom Entdecker der Spiegelneurone und einem Mitarbeiter besorgten Band. Die eigentliche Sensation liegt für Thomä allerdings in der Richtung, die Giacomo Rizzolatti und Corrado Sinigaglia dem Disput zwischen Lebens- und Geisteswissenschaften mit ihrer Arbeit weisen. Rizzolattis Pragmatismus, der sich für Thomä darin zeigt, dass der Neurologe die Verbindung zwischen Vorgängen im Gehirn und äußeren Einflüssen herauszustreichen sucht, findet der Rezensent so sympathisch wie sinnvoll bei der Erklärung menschlichen Sozialverhaltens. Schade findet Thomä allerdings, dass der Band die "frappierenden" Überschneidungen zwischen Empathieforschung und Aristotelischer Ästhetik nicht thematisiert.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Giacomo Rizzolatti und Corrado Sinigaglia haben ein handliches Buch vorgelegt, das einen hervorragenden Überblick über die aktuelle biowissenschaftliche Forschung der Empathie bietet."
Dieter Thomä Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Wie für die edition unseld üblich, wird ein Thema, das von grundlegender Bedeutung und zugleich auch von aktueller Relevanz ist, in gehobener, nicht immer leicht, aber doch für den Laien verständlicher Weise entfaltet. Wer dieses Büchlein gelesen hat, kennt nicht nur die Anworten auf die eingangs gestellten Fragen, sondern hat auch einiges zur Hirnforschung und zur Verhaltensforschung hinzugelernt und versteht vielleicht auch sein eigenes Verhalten besser. .. Im Ganzen präsentieren Rizzolatti und Sinigaglia eine erhellende Einführung in die neuralen Grundlagen nicht nur der Empathie, sondern auch der Kommunikation und überhaupt des Verstehens.«
Giacomo Rizzolatti, geboren 1937, Professor für Physiologie an der Universität Parma. Er ist Mitglied der Accademia Nazionale di Lincei, der Academia Europaea, der American Academy of Arts and Sciences und Foreign Member der Académie Française des Sciences.

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