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Dreizehn Stunden - Meyer, Deon
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Die Jagd von Kapstadt 5 Uhr 37: Ein Telefonanruf reißt Inspector Griessel aus dem Schlaf: Eine junge Amerikanerin ist ermordet aufgefunden worden, eine andere wird durch die Stadt gejagt, und eine berühmte Sängerin hat offenbar ihren Mann erschossen. Und dann ruft auch noch seine Frau an! Sie will ihn treffen und ihm sagen, wie es mit ihnen weitergehen kann. Benny Griessel hat dreizehn Stunden, die Morde aufzuklären - und sein Leben wieder in Ordnung zu bringen. Deon Meyer wurde bereits zweimal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Für "Dreizehn Stunden" erhielt er in Südafrika einen Preis für den besten Spannungsroman des Jahres.…mehr

Produktbeschreibung
Die Jagd von Kapstadt 5 Uhr 37: Ein Telefonanruf reißt Inspector Griessel aus dem Schlaf: Eine junge Amerikanerin ist ermordet aufgefunden worden, eine andere wird durch die Stadt gejagt, und eine berühmte Sängerin hat offenbar ihren Mann erschossen. Und dann ruft auch noch seine Frau an! Sie will ihn treffen und ihm sagen, wie es mit ihnen weitergehen kann. Benny Griessel hat dreizehn Stunden, die Morde aufzuklären - und sein Leben wieder in Ordnung zu bringen. Deon Meyer wurde bereits zweimal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Für "Dreizehn Stunden" erhielt er in Südafrika einen Preis für den besten Spannungsroman des Jahres.
  • Produktdetails
  • Verlag: Rütten & Loening
  • Seitenzahl: 470
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 470 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 125mm
  • Gewicht: 603g
  • ISBN-13: 9783352007798
  • ISBN-10: 3352007799
  • Best.Nr.: 27881561
Autorenporträt
Deon Meyer wurde 1958 in Südafrika geboren. Zunächst arbeitete er als Reporter in Bloemfontein. 1994 erschien sein erster Roman. Mittlerweile ist er der erfolgreichste Krimiautor Südafrikas. Zudem erhielt er den Deutschen Krimipreis. Deon Meyer schreibt auf Afrikaans, übersetzt werden in der Regel seine autorisierten englischen Übersetzungen. Er lebt mit seiner Frau und vier Kindern in Melkbosstrand.
Deon Meyer
Rezensionen
Besprechung von 05.03.2010
Bei Licht betrachtet ist ein Polizist ein Nichts
Farbenlehre für Fußabtreter: Deon Meyers Thriller "Dreizehn Stunden" geht einen Tag lang auf Menschenjagd in Kapstadt

Bennie Griessel ist immer noch Inspector. Obwohl er einer der besten Ermittler am Kap ist. Und trotzdem haben sie ihn abgeschoben, auf eine Position, die nicht Fisch und nicht Fleisch ist. Jungen schwarzen Kriminalern soll er als Mentor zur Seite stehen - als gäbe es nicht genug Konflikte in seinem eigenen Leben. Griessel ist immer noch trocken, obwohl es ihn nicht leicht ankommt. Aber er will seine Frau wieder, irgendwie jedenfalls. Er will zurück in jenen Rest von bürgerlichem Dasein, das ihm zwischen Polizeidienst und Alkohol abhandengekommen ist.

Sein Telefon läutet um 05.37 Uhr, Kollege Vusi meldet eine weibliche Leiche bei St. Martini, der lutherischen Kirche in der Langstraat. Aber keine schwarze Obdachlose liegt da im Kirchhof mit durchgeschnittener Kehle, sondern eine junge Weiße. "Das gibt Ärger", schwant Griessel. Keine zwei Stunden später wartet der noch junge Tag mit einer zweiten Leiche auf. Adam Barnard, Inhaber des Musiklabels AfriSound, liegt erschossen in seinem Wohnzimmer. Die benebelte Gattin sitzt als mutmaßliche Täterin daneben. Dann verdichten sich Hinweise, dass eine junge Frau - auch sie von weißer Hautfarbe -, die sich nicht traut, Zuflucht bei der Polizei zu suchen, von Unbekannten durch die Stadt gehetzt wird. Und schließlich ruft Griessels Frau an, um sich für den Abend zur alles entscheidenden Aussprache zu verabreden.

Die Zeit läuft, und sie läuft rasch, in diesem sechsten ins Deutsche übersetzten Roman des südafrikanischen Schriftstellers Deon Meyer. Der hat sich mittlerweile in Europa durchgesetzt und peilt nun den amerikanischen Markt an - weshalb man ihm von Verlagsseite vermutlich geraten hat, jedes Jahr mit einem Buch zur Stelle zu sein. Man wird nämlich den Eindruck nicht los, als habe sich Meyer einem solchen Erwartungsdruck gebeugt. Es ist nicht sein bestes Buch, die Subtilität des Vorgängers "Weißer Schatten" erreicht es nicht. Sein Gespür für die Balance von Dialog, Atmosphäre und Landschaft wird hier dem Powerplay der Handlung geopfert.

Deon Meyer, 1958 in der Industriestadt Paarl geboren, kommt aus kleinen Verhältnissen einer Burenfamilie. Seine Kindheit im Schatten der Apartheid holte ihn erst als Student ein - als er begriff, was wirklich los war in seiner Heimat. Die späte Einsicht hat ihn gelehrt, dass sich das Leben in der Regel aus Zwischentönen orchestriert. Auch heute, sechzehn Jahre nach dem Ende der Rassentrennung, ist Schwarz nicht gleich Weiß, finden sich unendlich viele Abstufungen. Wirklich vorbei ist die Apartheid noch lange nicht. Das zeigt sich im Roman schnell, nicht nur daran, dass weiße Tote mehr Ärger bedeuten als schwarze. Auch unter den farbigen Polizeibeamten und Streifenpolizisten herrscht eine starke Ausdifferenzierung nach Abstammung und Sprache.

Als man Griessels Truppe zur Unterstützung Mbali Kaleni, eine Zulu-Frau, zuteilt, hält sich die Begeisterung bei Griessels "Quotenneger" Fransman Dekker sehr in Grenzen. Aber sein lebenserfahrener Chef nutzt die Gelegenheit und erteilt ihm eine Lektion, was es heißt, Polizist zu sein - "die werden dich immer wie einen Fußabtreter behandeln, die Leute, die Medien, die Vorgesetzten, die Politiker, egal, ob du schwarz, weiß oder braun bist. Außer wenn sie dich mitten in der Nacht rufen, weil sich jemand an ihrem Fenster zu schaffen macht, dann bist du natürlich ein Held, aber am nächsten Morgen, wenn die Sonne aufgegangen ist, bist du wieder ein Nichts."

Die südafrikanische Gesellschaft hat in dem gelernten Reporter Deon Meyer, der seiner Muttersprache Afrikaans treu geblieben ist, einen handwerklich soliden Porträtisten. Auch wenn er selbst bestreitet, politische Romane schreiben zu wollen - die Geschichten, die er erzählt, sind es unvermeidlich. Seine Absicht, ein gerechteres Bild seiner Heimat zu zeichnen, ist aller Ehren wert - für die Tourismuswerbung taugt der im Vergleich zum Konkurrenten Roger Smith ("Blutiges Erwachen") nur mäßig brutale Thriller trotzdem kaum. Der Korruptionsgrad mancher Ordnungshüter, die "Dreizehn Stunden" bevölkern, ist erschreckend hoch. Zur Sicherung ihrer Nebeneinkünfte morden sie umstandlos. Der Wert eines Menschenlebens scheint hier mit kleiner Münze ausbezahlt zu werden.

Lange bleibt unklar, warum die Amerikanerin Rachel Anderson wie Freiwild gejagt wird. Dass es um etwas Schlimmeres als um eine simple Drogenschmuggelei gehen muss, liegt nahe. Meyer bedient sich mehrerer Perspektiven, um seinen Plot immer mehr zu beschleunigen. Wie mit schnellen Kamerafahrten begleitet er die Verfolger auf ihrer erbarmungslosen Jagd durch stille Vororte, Villenviertel und den innerstädtischen Verkehrskollaps. Parallel dazu führt er wie ein Soziologe durch die Musikbranche des Landes; Alexa Barnard, die alkoholkranke Witwe des ermordeten Musikproduzenten, ist eines ihrer prominentesten Opfer. In einem weiteren Handlungsstrang macht vom fernen Amerika aus Rachels Vater politischen Druck auf die südafrikanische Polizei.

Gelegentlich wirkt die Schnitttechnik schematisch, und die Lösung von gleich zwei kapitalen Fällen innerhalb weniger Stunden mag Vorbildcharakter für andere fiktive Ermittler haben. Ein Kriminalroman, hat Deon Meyer einmal gesagt, sei notwendigerweise konservativ, weil er von der Ordnung zum Chaos und dann wieder zurück zur Ordnung schreite. Abends um sieben ist die Welt in Kapstadt aber immer noch gar nicht in Ordnung. Immerhin gibt es ein Trostpflaster: Bennie Griessel ist um die Mittagszeit zum Kaptein befördert worden. Es war höchste Zeit.

HANNES HINTERMEIER

Deon Meyer: "Dreizehn Stunden". Thriller. Aus dem Afrikaans von Stefanie Schäfer. Rütten & Loening, Berlin 2010. 470 S., geb., 19,95 [Euro].

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Recht angetan zeigt sich Rezensentin Sylvia Staude von Deon Meyers Kriminalroman "Dreizehn Stunden". Neben Roger Smith zählt sie Meyer zu den besten Krimiautoren Südafrikas. Allerdings scheint ihr Meyers Südafrika nicht ganz so "korrupt und kaputt und unberechenbar" wie jenes, das Smith schildert. Sie hebt bei Meyer die gesellschaftliche Einbettung der Krimihandlung hervor. Überzeugend findet sie insbesondere, wie der Autor von den Spannungen zwischen Südafrikanern unterschiedlicher Hautfarbe und von alten gegenseitigen Verletzungen erzählt.

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