Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche - Bronsky, Alina

Alina Bronsky 

Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

Roman

Gebundenes Buch
 
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Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche

Die Geschichte der leidenschaftlichsten und durchtriebensten Großmutter aller Zeiten Am Anfang tut sie alles, um nicht Großmutter zu werden: Im Jahr 1978 ist Rosalinda wild entschlossen, die Schwangerschaft ihrer viel zu jungen und viel zu dummen Tochter zu beenden. Doch das misslingt, und sobald Aminat auf der Welt ist, entbrennt ein rücksichtsloser, grotesk-komischer Kampf um sie.

Jenseits des Urals herrschen klare Verhältnisse: Die Tatarin Rosalinda bestimmt, ihr Gatte Kalganov spurt, und ihre Tochter Sulfia benimmt sich schlecht. Es mangelt an vielem, aber nicht an Ideen, und schon gar nicht an Willenskraft. Es steht also immer etwas Scharfes auf dem Tisch, und alle größeren Malheurs, die Sulfia anrichten könnte, werden verhindert. Nur ihre Schwangerschaft nicht, und auch nicht die Geburt von Aminat, dem genauen Gegenteil ihrer Mutter: schön, schlau, durchsetzungsfähig - ganz die Großmutter eben.

Rosalinda steht zum ersten Mal einem Geschöpf gegenüber, das ihr ebenbürtig ist, und wird die leidenschaftlichste Großmutter aller Zeiten. Im ungleichen Kampf zwischen der glücklosen Sulfia und der rücksichtslosen Rosalinda wird das Mädchen zur Wandertrophäe - und der Leser zum Zeugen haarsträubendster Ereignisse, komischster Szenen, schlagfertigster Dialoge.

Alina Bronsky gelingt eine Glanzleistung: Sie lässt ihre radikale, selbstverliebte und komische Hauptfigur die Geschichte dreier Frauen erzählen, die unfreiwillig und unzertrennlich miteinander verbunden sind - in einem Ton, der unwiderstehlich ist. Durch drei Jahrzehnte und diverse Schicksalsschläge führt sie die ungleichen Frauen, und der Leser folgt ihr atemlos.

Voller Gefühl, Sinnlichkeit, Drastik und Exotik: ein scharfer Frauenroman!


Produktinformation

  • Abmessung: 211mm x 136mm x 33mm
  • Gewicht: 435g
  • ISBN-13: 9783462042351
  • ISBN-10: 3462042351
  • Best.Nr.: 29737997
"Alina Bronsky ist eine starke, atemlose Schreiberin, die Sätze wie ansatzlose Aufwärtshaken austeilen kann. Sie zählt zu einer Reihe heranwachsender junger Schriftstellerinnen, die sehr geradlinig, erdverbunden und grundsympathisch sich einen Namen machen werden." Welt am Sonntag

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.09.2010

Großmutter aus Rauch

Sechzehn Jahre hatten wir nur telefoniert. Und jetzt - kurz bevor mein Buch mit einer fiesen Oma in der Hauptrolle erschien - kündigte sie plötzlich ihren Besuch an

Es war ein Dienstag Mitte August, 10.39 Uhr, ich stand am Frankfurter Flughafen, Terminal 1, Abschnitt B, und wartete darauf, dass der Lufthansaflug 3212 endlich landete. Dabei war er nicht etwa zu spät, sondern eigentlich zu früh. Ich war trotzdem schon mal da, und mir war bange, denn an Bord war meine Großmutter. Ich hatte sie das letzte Mal vor fünfzehn Jahren gesehen. Das runde ich immer so ab, eigentlich sind es sechzehneinhalb.

Ein paar Tage später sollte mein zweites Buch erscheinen, ein Roman über eine so charismatische wie fiese Oma, das mich endgültig zur literarischen Enkelin im Hauptberuf machen würde. Deswegen versuche ich jetzt auch gar nicht, einen anderen Sommermoment als diesen vorweisen zu wollen.

Als wir uns das letzte Mal gesehen hatten, war meine Großmutter in meinen Augen steinalt gewesen - 67 Jahre. Inzwischen finde ich sie eigentlich recht jung, erst 83. Ihr Flug dauerte viereinhalb Stunden. Ihr letzter Flug davor lag …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Als Balanceakt zwischen Klamotte und Tragikomödie begeistert Rezensentin Iris Radisch diese ungewöhnliche wie abgründige russische Einwandergeschichte, der sie Charme, Cleverness, eine große zynische Nonchalance und kühle Ironie bescheinigt. Denn nicht nur die listige, scharf kalkulierende Erzählhaltung der Autorin, auch das weibliche Monster von Familienoberhaupt hat es der Kritikerin angetan - für sie eine emblematische Nachfahrin der Matroschka, die sie mit unsentimentalen - vermutlich "im Stalinismus erworbene" - Überlebenstechniken beeindruckt. Das matriarchische Regiment scheint am Ende dazu zu führen, dass neben der Großmutter nur die Enkelin überlebt (alle anderen sterben an Entkräftung), die einen pädophilen deutschen Akademiker heiratet und damit endlich eingebürgert wird. Radisch hatte großes Vergnügen mit diesem Roman, auch wenn er manchmal die Grenze zum Klamauk überschreite.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Alina Bronsky ist eine starke, atemlose Schreiberin, die Sätze wie ansatzlose Aufwärtshaken austeilen kann. Sie zählt zu einer Reihe heranwachsender junger Schriftstellerinnen, die sehr geradlinig, erdverbunden und grundsympathisch sich einen Namen machen werden." Welt am Sonntag

Nach "Scherbenpark" der zweite Bestseller.<br/><br/>"Alina Bronsky lässt das Muttermonster munter aus der Schule der Diktatoren plaudern - grausam und ulkig." -- Stern<br/><br/>"Ihr rasanter Stil ist zwingend, die Geschichte unterhaltsam und fesselnd, die Sprache witzig und böse." -- NDR<br/><br/>"Beißend komisch" -- The New Yorker<br/><br/>Nach "Scherbenpark" der zweite Bestseller.<br/><br/>"Alina Bronsky lässt das Muttermonster munter aus der Schule der Diktatoren plaudern - grausam und ulkig." -- Stern<br/><br/>"Ihr rasanter Stil ist zwingend, die Geschichte unterhaltsam und fesselnd, die Sprache witzig und böse." -- NDR<br/><br/>"Beißend komisch" -- The New Yorker
Alina Bronsky, geb. 1978 in Jekaterinburg/Russland, verbrachte ihre Kindheit auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges und ihre Jugend in Marburg und Darmstadt. Nach abgebrochenem Medizinstudium arbeitete sie als Texterin in einer Werbeagentur und als Redakteurin bei einer Tageszeitung. Sie lebt in Frankfurt und telefoniert bis heute fast täglich mit ihren Großeltern in Sibirien

Kundenbewertungen zu "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von qwe aus qwe am 03.04.2012 ***** ausgezeichnet
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es nicht nur sehr unterhaltsam geschrieben ist, sondern ich neben der eigentlichen Geschichte um Großmutter Rosalinda und ihrer Enkelin auch viel über das Leben in der damaligen Zeit in einer typisch russischen Stadt erfahren habe.

Zwar ist der Charakter der Oma sicher mit einem Augenzwinkern zu verstehen und ihr unzerstörbares Selbstbewusstsein nervt am Anfang fast schon, aber die Geschichte an sich ist alles andere als spaßig, sondern sogar ziemlich harter Tobak, angesichts des wahren Hintergrunds. Z.b. erfährt man wie die Zeiten in den 80ern immer schlimmer wurden, so nebenbei fallen Sätze wie "in der Zeit verschwanden immer mehr junge Mädchen, die dann ein paar Wochen später tot und vergewaltigt in irgendeinem Keller gefunden wurden". Oder wie die Enkelin Aminat dazu ausgenutzt wird um mit einem pädophilen Deutschen ins gelobte Deutschland auswandern zu können.
Was also so harmlos mit dem Alltag einer russischen Familie beginnt entspinnt sich bald sehr gekonnt zu einer tragischen spannenden Geschichte vor einem wahren Hintergrund.

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Bewertung von diejai.blog.de aus Köln am 16.02.2012 ***** sehr gut
Rosalinda, ist eine der interessantesten Protagonistinnen, welche ich seit langem erleben durfte. Sie ist unheimlich anstrengend, sehr herrisch, egoistisch und ich-bezogen. Aber sie hat auch auf ihre ganz eigene Weise ein Herz für ihre Enkelin und auch für ihre Tochter, auch wenn sie dies nicht direkt zeigen kann. Und gerade diese Ambivalenz macht Rosa für mich zu einer interessanten Persönlichkeit.

Anfangs hatte ich schon meine Probleme mit ihr und musste mich wirklich erst an sie gewöhnen. Wäre dieses Buch nicht aus der Feder von Alina Bronsky, hätte ich es wohl abgebrochen, weil mich Rosa zu sehr genervt hat. Da ich jedoch Frau Bronskys Schreibe sehr gerne mag, habe ich durchgehalten, und nachdem ich mich an Rosa gewöhnt habe, hatte ich durchaus meinen Spaß beim lesen. Dies liegt auch am Humor der Autorin, welcher mir sehr gut gefällt.

Alina Bronskys Schreibstil ist klar, eindeutig und ohne unnötige Schnörkeleien. Dies zeigt sich auch in Rosas Handlungen, welche ebenfalls eindeutig und stets zielgerichtet sind. Rosa macht keine unnötigen Umwege, vergisst häufiger sämtliche Regeln der Höflichkeit und Privatsphäre und verfolgt ihre Ziele. Da dabei die anderen, vor allem ihre Tochter Sonja, häufiger auf der Strecke bleiben, hätte mich ein Einblick in ihre Gefühlswelt sehr interessiert. Da das Buch jedoch nur aus Rosas Sicht geschrieben ist, bleiben einem diese Einblicke verwehrt. Dennoch kann man sich an diesen Stellen seinen Teil denken.

Fazit:

Auch dieses Werk aus der Feder von Alina Bronsky hat mir gut gefallen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit der Protagonistin hat mir das Buch vergnügliche Lesemomente beschert. Häufig lief das Buch wie ein Film mit, und ich konnte die Szenen sehen, als wäre ich dabei.

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