Die Reise - Vesper, Bernward

Bernward Vesper 

Die Reise

Romanessay. Ausg. letzter Hand

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Die Reise

Der Roman beginnt mit einer Abrechnung mit der Elterngeneration, die Vesper im Folgenden verächtlich als >>vegetables<< bezeichnet. Im Verlauf des Romans wird transparent, dass er durch das Schreiben seinen inneren Konflikt zwischen der Liebe zum übermächtigen Vater und seiner eigenen radikalen politischen Überzeugung zu lösen versucht. Die Droge dient in diesem Zusammenhang der inneren Befreiung. Doch die dokumentierten LSD-Trips zeigen, wie illusionslos Vesper auch im Stadium des Rauschs seine Existenz beurteilt. Seine Lebensenergie scheint von einem unkontrollierten Hass (so auch der ursprünglich von ihm gewählte Titel des Romans) bestimmt.


Produktinformation

  • Verlag: ROWOHLT TB.
  • 2009
  • 7. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 707 S.
  • rororo Taschenbücher Nr.15097
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 116mm x 35mm
  • Gewicht: 405g
  • ISBN-13: 9783499150975
  • ISBN-10: 3499150972
  • Best.Nr.: 02053707
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.03.2005

Hitlers Hippies
Ein Wahnsinn, dieses Buch: Bernward Vespers "Reise" wird wiederaufgelegt

Es war in München, wo die Reise des Bernward Vesper begann, es war Anfang August im Jahr 1969, und Barton war auch dabei, der Maler aus New York; sie hatten sich das LSD auf der Leopoldstraße besorgt, und im Englischen Garten, oben auf dem Monopterus, meinten beide, als ob sie blutige Anfänger wären, daß ja gar keine Wirkung zu spüren sei, nur die Türme und die Kuppeln der Stadt, da waren sie sich einig, leuchteten an diesem Abend besonders schön, und dann sind sie losgegangen, ohne ein Ziel, und im Hofgarten gestand Vesper seinem Begleiter, dem Juden Barton, daß er, Vesper, Adolf Hitler sei, und später, am frühen Morgen, als sie aus der Theatinerkirche heraustraten, war Vesper sich sicher, daß er Jesus sei, und er sprach zu seinem Vater, und er sprach von seinem Sohn, der seine Sonne sei, und morgens standen sie vor einer Wohnung in der Maxvorstadt, sie klingelten, und Uschi Obermaier machte auf, und Vesper schlief ein paar Stunden, im Kinderbett, und am Nachmittag war die Wirkung noch immer nicht vorbei, und abends hat er sich in seinen alten Volvo …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.04.2005

Morgen früh, wenn Gott will
Mit Hitler & LSD im Münchner Hofgarten: Bernward Vespers Fragment „Die Reise” ist wieder da
Allein schon wegen des zeitgeschichtlichen Sexappeals würde heutzutage wahrscheinlich jeder Verlag anbeißen und das Ganze als autobiographisches Textspektakel verkaufen: Sohn eines von Hitler geehrten NS-Dichters, dessen völkisch-nationales Sprachgeschepper er Anfang der Sechziger sogar noch selbst herausgibt. Verlobt mit Gudrun Ensslin, die ihm von Andreas Baader ausgespannt wird; vorher zeugen die beiden noch einen Sohn und begründen mit der „Edition Voltaire” einen theoretischen Zulieferbetrieb für die Straßenrevolte. Wühlt sich dann zwei Jahre lang in ein riesiges autobiographisches Textlabyrinth hinein, in dem er zugrunde geht. „Die Reise” ist ein Trip ohne Wiederkehr, im März 1971 kommt Bernward Vesper in die Psychiatrie, wo er kurz darauf an einer Überdosis Barbiturate stirbt.
Die Verlage aber lehnten ab. Sechs Jahre lang. Erst Anfang 1977, nach einer irrwitzigen Lektorats-Odyssee, erschien das Buch bei Zweitausendeins in kleiner Auflage. Es wurde Frühling, es wurde Sommer. Dann kam der Deutsche Herbst, und …

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