Der Tod des Bunny Munro - Cave, Nick

Nick Cave 

Der Tod des Bunny Munro

Roman

Aus d. Engl. v. Stefanie Jacobs
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Der Tod des Bunny Munro

Seit Nick Cave Wim Wenders "Stadt der Engel" mit seiner Band aufmischte, ist der australische Songwriter und Chefrocker aus der deutschen Kultlandschaft nicht mehr wegzudenken: in den Achtzigern lebte er in Berlin, mit Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten gründete er The Bad Seed. Vom ekstatischen Lärm-Blues entwickelte er sich zum Kopf der Mörderballade, die in getragenen Rhythmen die Nachtseite des Rock n Roll zelebriert. Nach einem Duett mit Kylie Minogue (Where the Wild Roses Grow) und einer Liason mit PJ Harvey hat er hat während der Sonnenfinsternis (11.8.99) zum zweiten Mal geheiratet, und hat drei Kinder, falls jemand nach dem Zusammenhang mit dem Roman fragt. Er nahm ein Duett mit Johnny Cash auf (der auch seinen Song The Mercy Seat coverte was Besseres kann einem passieren?), die letzten Platten geben dem Rock n Roll wieder einen Schuss Punk dazu.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 310 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 384
  • Fischer Taschenbücher Bd.18555
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 125mm x 23mm
  • Gewicht: 243g
  • ISBN-13: 9783596185559
  • ISBN-10: 3596185556
  • Best.Nr.: 32561650
"Eine zwingende Lektüre, in der alle Markenzeichen von Nick Cave von Horror bis Menschlichkeit ihren Platz finden. -- Irvine Welsh<br/><br/>Cave ist einer der großen Schriftsteller über die Liebe in unserer Zeit. -- Will Self

"Eine zwingende Lektüre, in der alle Markenzeichen von Nick Cave von Horror bis Menschlichkeit ihren Platz finden. (Irvine Welsh)<br/><br/>Cave ist einer der großen Schriftsteller über die Liebe in unserer Zeit. (Will Self)

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Für Manuel Gogos ist das zweite Prosawerk des "wohl finstersten Balladenmachers der Post-Punk-Ära", Nick Cave, in mehrfacher Hinsicht autobiografisch grundiert. Mit seiner Hauptfigur Bunny Munro, einem triebhaften Vertreter für Schönheitsprodukte, teilt der Autor die obsessive Leidenschaft für Frauen, meint der Rezensent. Dem nur auf die sexuelle Verführung seiner Kundinnen gierende und im Verlauf des Romans sich immer mehr ins Monströse wandelnden Bunny ist aber ein Sohn zur Seite gestellt, der in seiner "arglosen, entwaffnenden Präsenz" beim Leser den Glauben daran nährt, der Vater könne doch nicht völlig verdorben sein, teilt der Rezensent mit. Diese Hoffnung allerdings findet im Unfalltod des Vaters ein Ende, ein Schicksalsschlag, den auch Caves eigener Vater ereilte, wie Gogos weiß. Er hat den Roman deshalb auch als eine "verzweifelte" Liebeserklärung eines Sohnes an den Vater gelesen, dessen einzige Erlösungschance in eben dieser Liebe liegt, wie der Rezensent dem Roman entnimmt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.02.2010

DAS HÖRBUCH
Ein Stenz stürzt
Blixa Bargeld liest Nick Caves Roman über einen Erotomanen
Verhieße nicht schon der Titel den Tod und also die Linderung der Zumutung, die auf den Namen Bunny Munro hört, wäre manche der 427 Minuten unerträglich. Von Ort zu Ort wälzt sich der Titelheld in Nick Caves zweitem Roman, immer auf der Suche nach dem perfekten weiblichen Unterteil. Wählerisch ist er dabei nicht, an keinem Minirock kann er vorbeiziehen. Seine „Einfühlsamkeitsfältchen in den Augenwinkeln” kommen ihm dabei zupass. Monothematisch ist der Roman, monoman und monoton.
Andererseits aber sind das Leben und Sterben des reisenden Kosmetikvertreters Munro ein veritabler Höllensturz. Nick Cave verleiht der Saga vom Unhold neben jeder Menge Saft und Kraft auch Poesie und Pathos und gewinnt ihr so gleichnishafte Züge ab. Bunny ist eben auch die gestrauchelte Kreatur, die erst an der Schwelle des Todes Läuterung findet, indem sie bekennt. Bunnys schwer derangierter Kopf wird zur Stätte finaler Versöhnung. Er, der sich schon zu Beginn einen Verdammten nennt, erträumt sich die Befreiung aus der „Gewissenskrise”: Mit …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.10.2009

Eine Tolle schmiert ab
Verlorene Söhne: Der neue Roman von Nick Cave

Von Tobias Rüther

Bunny Munro heißt der Gewaltmann, den sich der Popstar Nick Cave als Hauptfigur für seinen neuen Roman ausgedacht hat. Bunny Munro ist ein Handelsvertreter, Trinker, Randalierer, Schmalzlockenträger, ein Triebtäter ohne Maß und Mitte, der von der ersten Zeile dieses wüsten Buchs an in ein Delirium taumelt, aus dem ihn nur der Tod retten wird. Cave hat ein absurdes, manchmal über alle Stränge schlagendes, dann wieder still schockierendes Buch geschrieben, sexuell explizit, amoralisch und kitschig, ein Buch in einem Sound, wie ihn wohl nur ein Musiker schaffen kann, der meist von der dunklen Seite des Lebens singt, in die aber immer wieder der helllichte Strahl der Liebe einfällt.

"Der Tod des Bunny Munro" ist der zweite Roman des gebürtigen Australiers. Schon der erste, "Und die Eselin sah den Engel" von 1989, war ein Extremwerk von alttestamentarischer Sprachgewalt. Nick Cave hat, auch als Sänger und Chef seiner Band "The Bad Seeds", die Bibel oft als Quelle für seine Texte über Schuld und Erlösung, Schönheit und Schmerz benutzt. Das …

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"Eine zwingende Lektüre, in der alle Markenzeichen von Nick Cave von Horror bis Menschlichkeit ihren Platz finden. Irvine Welsh Cave ist einer der großen Schriftsteller über die Liebe in unserer Zeit. Will Self

"...und weil Blixa Bargeld vorliest, mit dem Timbre, wo Wahrheit und Irrsinn sich unsittsam kopulieren wie nur bei ihm, hört sich das sehr gut an."
Nick Cave, geboren 1957 in Warracknabeal, Australien, ist Musiker, Texter, Dichter, Drehbuchautor und Schauspieler.

Kundenbewertungen zu "Der Tod des Bunny Munro" von "Nick Cave"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** gut)
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***** gut
 
(1)
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Bewertung von Marshall am 26.08.2011 ***** gut
Wer sich auch mal den literarischen Werken des genialen Nick Cave (den ich durch und durch als meinen Lieblingsmusiker bezeichnen würde) auseinander setzen will, sollte bei den zwei großen Romanen gerade zu diesem Zweitling greifen. Denn im Gegensatz zu "Und die Eselin sah den Engel", ein düster-bizarres Südstaatenepos, liest sich "Der Tod des Bunny Munro" flotter, eingängiger und witziger.
Im Vergleich zu Caves erstem Roman ist das vielleicht aber auch die Schwäche: Nach einer Beschreibung von Bunnys Wesen, seiner Heimfahrt, ist die eigentliche Road-Movie-artige Handlung etwas zu dünn geraten. Eigentlich stolpern Vater und Sohn immer wieder nur in ähnliche Situationen. Dafür ist das Ende dann wieder recht offen geraten, sodass man das entweder als interpretationsfreudig oder aber als platt & kitschig ansehen könnte.

Insgesamt ist "Der Tod des Bunny Munro" viel mehr ein Buch für Zwischendurch. Vorsicht sei allen geboten, denen die deftige und sexualisierte Sprache zu viel werden könnte.

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