Der Sommer meines Lebens - McFadden, Maryann

Maryann McFadden 

Der Sommer meines Lebens

Roman

Aus d. Amerikan. v. Mania, Astrid
Broschiertes Buch
 
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Der Sommer meines Lebens

Ein großer Roman über die Liebe, die Freundschaft und die Suche nach dem Glück.

Nach mehr als ein Dutzend Umzügen in 25 Jahren Ehe ist Joanna eine perfekt funktionierende Unternehmer-Gattin. Die beiden Kinder hat sie alleine großgezogen während ihr Mann Paul die Karriereleiter emporstieg. Doch nun sind die Kinder aus dem Haus und Pauls neuester Umzugsplan bringt das Fass zum Überlaufen - so kann es nicht weitergehen. Kurz entschlossen setzt sie sich in ihr Auto und fährt auf die malerische Insel Pawley's Island, wo sie bei einer älteren Dame, Grace, eine Bleibe findet. Dort verlebt sie einen schicksalhaften Sommer, in dem sich für Joanne, Grace und Paul alles ändern wird ...

"Ich habe dieses Buch geliebt. Beim Lesen riecht man förmlich die Salzluft und das Meer - mehr als bei Pat Conroys 'Herr der Gezeiten'." C. Viall, Sparta Books, NJ

"Ein wunderbares Buch mit drei herrlichen weiblichen Hauptfiguren." J.F. Burlesopn, Park Road Books, Charlotte NC

"Das müssen Sie lesen!" H. Finkel, Clinton Book Shop, Clinton NJ

Nach mehr als ein Dutzend Umzügen in 25 Jahren Ehe ist Joanna eine perfekt funktionierende Unternehmer-Gattin. Die beiden Kinder hat sie alleine großgezogen während ihr Mann Paul die Karriereleiter emporstieg. Doch nun sind die Kinder aus dem Haus und Pauls neuester Umzugsplan bringt das Fass zum Überlaufen - so kann es nicht weitergehen. Kurz entschlossen setzt sie sich in ihr Auto und fährt auf die malerische Insel Pawley s Island, wo sie bei einer älteren Dame, Grace, eine Bleibe findet. Dort verlebt sie einen schicksalhaften Sommer, in dem sich für Joanne, Grace und Paul alles ändern wird.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 411 S.
  • Seitenzahl: 416
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46780
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 118mm x 32mm
  • Gewicht: 340g
  • ISBN-13: 9783442467808
  • ISBN-10: 3442467802
  • Best.Nr.: 23823069
"Das müssen Sie lesen!"
Maryann McFadden begann ihre Karriere als freie Journalistin für verschiedene Magazine und Tageszeitungen. Nach zehnjähriger Tätigkeit als Maklerin im Nordwesten New Jersey's besuchte sie noch einmal die Universität und belegte den Studiengang "Creative Writing". "Der Sommer meines Lebens" war ihre Abschlussarbeit. Diese veröffentlichte Maryann McFadden zunächst in geringer Auflage im Eigenverlag, und innerhalb kürzester Zeit wurde der Roman zum Selbstläufer; ein Lieblingsbuch der Buchhändler und eines der meistgelesenen Bücher in den Buchclubs. Inzwischen hat Hyperion sich die Rechte gesichert und "Der Sommer meines Lebens" erscheint in den USA im Juni 2008 als Hardcover. Maryann McFadden hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann Nick in New Jersey.

Leseprobe zu "Der Sommer meines Lebens" von Maryann McFadden

Es war noch dunkel, so wie jeden Morgen, wenn Joanna Harrison zu ihrem zwei Meilen langen Marsch aufbrach, dessen gewundene Route sie durch ihr Wohnviertel führte. Auf ihrem Gang entlang der majestätischen Häuser mit ihren riesigen Grundstücken schlug ihr eisige Luft entgegen und betäubte ihr Gesicht. An diesem Morgen dachte Joanna ausnahmsweise nicht an Besorgungen, die Arbeit und vor allem an ihre Kinder, die so weit von ihr entfernt lebten. Vor ihrem geistigen Auge sah sie nur, was nun auf sie zukommen würde. Sie fröstelte. Nicht vor Kälte, sondern weil sich wieder einmal alles ändern würde. Sie konnte es kein weiteres Mal tun.

Sie war keine Kämpferin. Vor vielen Jahren schon hatte Joanna gelernt, dass es besser war, ihre Gefühle zu unterdrücken. Groll? Nun, das hatte sie im Haus ihrer Mutter gelernt, ihren Groll vergrub sie tief in sich. Nur hin und wieder überkam sie ein Anfall von Atemnot, wenn etwas Unbestimmtes oder Verdrängtes an die Oberfläche brodeln wollte, wie eine Stimme, die sich Gehör verschaffen möchte. So auch an jenem bitteren Morgen im März. Kurz vor der Dämmerung, als Joannas Turnschuhe mit leisem Knirschen auf gefrorenes, totes Laub traten, sie einer Gewohnheit nachging, an der sie all die Jahre verzweifelt festgehalten hatte, drang die Stimme in Joanna Harrisons Bewusstsein ein wie ein leises, knisterndes Tauen, das einen vereisten See durchfährt.

Geh doch. Verlasse ihn.

Schwungvoll bewegte sie die Arme und wurde etwas schneller. Endlich wurden ihre vom Schlaf noch steifen Muskeln warm. Sie blieb kurz stehen, beugte ein Bein einige Male, bis sich das Kniegelenk knackend einrenkte. Eine leichte Arthritis, ein Vorbote der mittleren Lebensjahre. Joanna musste an Sharon denken. Mit ihr hätte sie darüber lachen können. Sharon war die Einzige, mit der sie sich angefreundet hatte, als sie vor drei Jahren nach New Jersey ziehen musste. Sie hatten sich gegenseitig scherzhaft "Ersatzehemänner" genannt, waren gemeinsam zu den Fußballspielen der Kinder und ins Kino gegangen, während ihre richtigen Ehemänner mit ihren Karrieren verheiratet waren und quer durch die Staaten reisten. Sharon war vor einigen Monaten nach Texas gezogen. Sie fehlte ihr sehr.

Als Joanna von der Straße auf den waldigen Pfad abbog, der hinter den Häusern verlief, spähte die Sonne über die kargen Hügel im Osten. Wenige Augenblicke später flackerte eine fahle winterliche Sonne und beschien die kahlen Bäume und schneebefleckten Felder in der Ferne. Etwas erglühte auch in Joanna. Sie hatte seit Tagen keine Sonne gesehen, und sie erinnerte sich an keinen Winter, der so hart und lang war.

Der erste Schnee war bereits vor Halloween gefallen, ein kurzes weißes Glimmern, das Stunden später schon wieder vom noch warmen Boden verschlungen wurde. Weihnachten war ihr gewohntes Leben unter der Last von mehr als siebzig Zentimetern Puderschnee zum Stillstand gekommen. Joanna hatte mit dem schnurlosen Telefon in der Hand am Panoramafenster gestanden und darauf gewartet, von ihren Kindern zu hören, die an den jeweiligen Flughäfen festsaßen. Die gemeinsame Zeit, auf die Joanna sich so gefreut hatte, war auf zwei hektische Tage zusammengeschrumpft. Sarah und Tim mussten zu ihrem geschäftigen Leben zurückhetzen. Und am folgenden Tag war ihr Mann Paul auf Geschäftsreise gegangen. Im Wald rings umher erwachte leise die Welt. Schmerzhaft überfiel Joanna die Sehnsucht nach ihren Kindern. Geh doch einfach.

Sie war die Ehefrau eines erfolgreichen Managers und an das Alleinsein gewohnt. Im Grunde gehörten Frauen wie sie auch zum Kreis alleinerziehender Mütter. Die Kinder hatten Joanna immer auf Trab gehalten. Seit sie das Haus verlassen hatten, füllte sie ihre einsamen Stunden mit Büchern und Videos oder Volkshochschulkursen aus. Zuletzt hatte sie an einer Computerschulung teilgenommen, was ihr anschließend in Sparta zu einem Job verholfen hatte. Es war keine anspruchsvolle Tätigkeit; sie gab bei einem Süßwarenhersteller den ganzen Tag lang Daten in einen Computer ein, umgeben von Eimern voller Schokolade und dem ekelerregenden Geruch von gerösteten Kakaobohnen. Die Familie war ihr Beruf. Damit war sie glücklich. Sie selbst war ein Kind ohne richtige Mutter gewesen, und ihren Kindern wollte sie unbedingt all ihre Liebe und Geborgenheit geben. Sie waren Paul bei seinen Versetzungen und Beförderungen quer durch das ganze Land gefolgt. Mit jedem Umzug war er in der Firmenhierarchie höhergestiegen, als spielte er das Leiterspiel im wirklichen Leben. In den sechsundzwanzig Jahren ihrer Ehe waren sie über ein Dutzend Mal umgezogen. Während Paul die Firmenleiter hinaufgeklettert war, hatte Joanna dafür gesorgt, dass die übrige Familie keine Rutsche hinunterglitt.

Jetzt stand erneut ein Umzug bevor.

Am Abend zuvor überrumpelte Paul sie. Er sagte, sie müssten zu einem Geschäftsessen. Sie stand im Atrium der Hauptverwaltung Nordoststaaten von V.I.C., nur vierzig Minuten von ihrem Haus entfernt, vor einer großen Menge von Mitarbeitern und einigen von Pauls Kunden.

Ted, Pauls Chef und Freund, dankte ihm für seine harte Arbeit und seinen aufopferungsvollen Einsatz. Und schließlich verkündete Ted mit großem Tamtam, dass Paul der neue Vizepräsident im Inlandverkauf würde. Applaus war aufgebrandet und ihr Ehemann zum Podium gegangen.

Winzige weiße Lichter funkelten in den Bäumen, ein Springbrunnen rauschte, und die Stimme ihres Mannes erfüllte das Atrium mit einer Dankes- und Lobesrede auf seine Firma. Seine Worte hallten von den hohen gefliesten Wänden und trugen Joanna gleichsam empor. Sie hatte über der Menge geschwebt und alles beobachtet, die andere Joanna gesehen, die unten lächelte und applaudierte, auf Autopilot.

Nach dem Beifall war Paul auf sie zugekommen und sie atemlos wieder zu Boden gestürzt. Ich kann das nicht schon wieder tun. Sie wusste, was ihr bevorstand: ein neues Haus, eine neue Stadt, Paul würde noch häufiger fort sein. Und sie würde wieder niemanden kennen.

Sie hyperventilierte. Ihr Atem war aus der Lunge gewichen, als hätte ihn ein Vakuum hinausgesogen. Sie bekam nicht genug Luft. Kurz hatte sie davorgestanden, eine Szene zu machen. Sie wollte sich zu den Damentoiletten abwenden, aber eine Hand packte sie am Arm. Paul strahlte sie an. Er hatte wohl die Panik in ihren Augen gesehen, denn mit einem Mal zog er sie an sich und küsste sie heftig. Als applaudiert wurde, hatte er ihr ins Ohr geflüstert: "Ich brauch dich jetzt hier, Joanna."

Anschließend drehten sie ihre Runde durch die Menge, ihr Mann zog sie mit sich, während ihm die Hände geschüttelt und auf den Rücken geklopft wurde.

Jetzt schaute sie auf, ein niedriges Flugzeug dröhnte durch den stillen Morgen. Hoch über den blätterlosen Baumwipfeln flog ein Jet Richtung Westen über den aufklarenden Himmel. Ob es die Maschine ihres Mannes war? Paul hatte einmal gesagt, dass er ihr Viertel auf seiner Flugstrecke sehen konnte. Sie stellte sich vor, wie er dort oben mit seinem Laptop in der Businessclass saß, in Gedanken schon bei seinem Termin in Kalifornien, obwohl es am Abend zuvor spät geworden war. Er würde mindestens eine Woche fortbleiben, wieder einmal. Sah er überhaupt jemals nach unten und dachte an sie? War sie für ihn oder seine Kollegen eigentlich mehr als nur die Ehefrau?Als sie aus dem Wald kam, durch die Sackgasse hinter ihrem Haus, spiegelte sich die aufgehende Sonne in den Fenstern. In einigen Einfahrten wurden Autos vorgeheizt, aus den Auspuffrohren bliesen große Dampfwolken in den eisigen Morgen. In einer Stunde und fünfzehn Minuten würde Joanna bei der Arbeit sein und in ihrem Kämmerchen sitzen, in dem ein Poster mit Monets "Seerosen" von einer der teppichbezogenen Wände auf sie herunterstarrte, Bilder ihrer Kinder in verschiedenen Altersstufen von der anderen. Nach acht Stunden würde sie wieder in ein leeres Haus kommen, auf den Anrufbeantworter drücken, sich ein Glas Wein einschenken und zwischen den Piepstönen dem endlosen Gefasel von Telefonverkäufern lauschen, oder den ständig neuen Ausflüchten ihrer unzuverlässigen Putzfrau.

Kundenbewertungen zu "Der Sommer meines Lebens" von "Maryann McFadden"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** sehr gut)
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(2)
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Bewertung von tini aus Dorndorf am 07.10.2011 ***** sehr gut
Es gibt Bücher, die sind einfach nur gut, verführen zum Vergleichen mit dem eigenen Leben und spenden einfach nur Kraft.

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Bewertung von Everett aus Barsinghausen am 19.02.2010 ***** sehr gut
Als Ehefrau eines erfolgreichen Managers und Mutter von zwei fast erwachsenen Kindern ist es Joanna eines Tages leid, alleine in einem großen Haus zu sitzen und zu warten, bis ihr Mann zwischen wichtigen Geschäftsterminen nach Hause kommt. Sie fährt einfach los und landet auf Pawleys Island, wo sie eine Anstellung bei Grace findet. Grace, eine verwitwete, ältere Frau hat sich in ein Strandhaus zurück gezogen um ihre letzten Monate zu erleben.
Dann verliert Joannas Mann Paul seine Arbeitsstelle und erst dann wird ihm bewusst, welche Lücke Joanna zurück gelassen hat. Allerdings fällt es allen erst ziemlich schwer, über ihre Gefühle zu sprechen und auch die des anderen anzuerkennen.
Alles in allem scheint es eine lehrreiche und auch heilsame Zeit für alle Hauptprotagonisten zu sein, die erst durch diese Auszeiten bemerkten, was ihnen wichtig ist, und wie sich Joanna und Paul durch seine Arbeit immer mehr voneinander entfernt haben und sich Sprachlosigkeit zwischen ihnen breit gemacht hat.
In einem sehr schönen Schreibstil stellt die Autorin die Probleme und inneren Kämpfe von Joanna, Paul und Grace dar. Die Entwicklung der Protagonisten wird sehr gut dargestellt, ohne überzogen zu wirken und ist lebensnah beschrieben und für den Leser gut nachvollziehbar. Dabei werden die Personen und auch die Umgebung gut beschrieben, alles, ohne langatmig zu werden.
Die Entwicklung der Persönlichkeiten geht auch mal langsam voran, die Personen sind nicht gleich offen und reden mit jedem über ihre Probleme. Damit wirkt die ganze Geschichte recht lebensnah und man kann als Leser alles gut nachempfinden. Dass es sich für Joanna und Paul noch alles recht positiv fügt, ist erst gar nicht zu erwarten, entlässt den Leser am Ende mit einem guten Gefühl
Eins sehr schöner Roman, der einen gefangen hält und zeigt, dass sich vieles ändern und oft auch muss.

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