Das Mädchen - Klüssendorf, Angelika
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Angelika Klüssendorf 

Das Mädchen

Roman

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Das Mädchen

Die berührende Geschichte einer Selbstbehauptung. Angelika Klüssendorf erzählt von einem jungen starken Mädchen, das sich herausarbeitet aus allem, was sie umgibt und niederhält: die tyrannische Mutter, die autoritären Lehrer, der bürokratische Staatsapparat. Am Anfang scheint alles schon zu Ende zu sein: Der Vater trinkt und taucht nur sporadisch auf, die Mutter lässt ihre Wut an den Kindern aus, die Klassenkameraden meiden das Mädchen, der jüngere Bruder kapselt sich völlig ab. Und doch gibt es eine Kraft, die das Mädchen trägt. Die Bilder aus "Brehm's Tierleben", die sie bewundert, der Traum vom kleinen Haus mit Garten auf dem Lande, Grimms Märchen. Und immer wieder Menschen, die ihr etwas bedeuten und die sie halten. Eines hat sie gelernt: Man muss sich holen, was man braucht. Auch wenn sie mehrfach beim Ladendiebstahl erwischt und schließlich ins Heim gesteckt wird, kann sie sich auch dort auf die neue Lage einstellen. Und das Kinderheim wird auf überraschende Weise zu einem Refugium, wo Kindheit erstmals gelebt werden kann. Mit ihrer klaren, knappen, präzisen Prosa, großer Lakonie und trockenem Humor versetzt Angelika Klüssendorf den Leser in eine Welt, die das Kindsein kaum zulässt. Atemlos folgt man einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, trotzdem den Lebenswillen nicht verliert - kein bemitleidenswertes Opfer, sondern ein starker, abgründiger Charakter. Ein literarisches Meisterwerk!


Produktinformation

  • Abmessung: 212mm x 134mm x 23mm
  • Gewicht: 320g
  • ISBN-13: 9783462042849
  • ISBN-10: 346204284X
  • Best.Nr.: 33360516
"Angelika Klüssendorf, die kühle Meisterin unter den Meistern der Gesellschaftsprosa, analysiert präziser als John Updike und konsequenter als Max Frisch, sie schreibt böser als Thomas Bernhard und pointierter als Ingeborg Bachmann. Fürchterlich, aber grandios." Evelyn Finger, Die Zeit

"Angelika Klüssendorf, die kühle Meisterin unter den Meistern der Gesellschaftsprosa, analysiert präziser als John Updike und konsequenter als Max Frisch, sie schreibt böser als Thomas Bernhard und pointierter als Ingeborg Bachmann. Fürchterlich, aber grandios." -- Evelyn Finger, Die Zeit

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Angelika Klüssendorfs Roman über eine Jugend in der DDR der 70er Jahre unter einer sadistischen Mutter und einem trinkenden, zumeist abwesenden Vater hat Rainer Moritz nachhaltig beeindruckt. Ohne Larmoyanz und in klarem, sparsamem Duktus schildert die Autorin ihre über fünf Jahre reichende Adoleszenzgeschichte eines zu Beginn des Romans 12 Jahre alten Mädchens, das sich gegen die Zumutungen ihrer Existenz mit Brutalität gegen andere wehrt und Zuflucht in der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts findet. Die Wirkung des Romans auf Moritz ist zwar "verstörend", nichtsdestotrotz sieht er sich aber in den Bann dieser beeindruckenden Geschichte gezogen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.10.2011

Hilft das Schreiben? Hilft irgendwas?
Wovon erzählt die deutsche Literatur in dieser Saison, und was will sie uns damit sagen? Ein Kontrollgang

Was sind das für zwei Männer dort, in den Wäldern der polnischen Karpaten? Der Reifen ihres Wagens ist platt, hier ist es einsam, es wird dunkel. Jetzt treffen sie auf einen Wolfsjäger, zeigen ihm ihre Karte mit den Namen alter Dörfer, die es längst schon nicht mehr gibt. Hinter jedem Ortsnamen steht auf der Karte das Wort "verschwunden". Der Jäger liest murmelnd die längst vergessenen Namen, so für sich. Und hier, eine Hundertschaft protestierender Arbeiter, die mit wachsender Wut durch Mittel- und durch Ostdeutschland ziehen. Die Wut wird zu Hass, der Protest eine Revolution, ein Krieg. Ist er erfunden? Ausgedacht? Und hier - ist das nicht Kafka, der stirbt? Warum schreibt er Briefe an ein kleines Mädchen, als wäre er ein Teddybär? Wer ist der graugesichtige Schriftsteller da, der von Psychiater zu Psychiater eilt, um geheilt zu werden von zu viel Glück? Und welcher Enkel steht hier auf einem Balkon in Mexiko und versucht zu empfinden, wie einst seine Großmutter empfand, die hier sechzig Jahre …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.08.2011

Am besten, du folgst einem Irrlicht
Angelika Klüssendorfs neues Buch „Das Mädchen“ ist ein gleißender Gesellschaftsroman über eine Jugend in der DDR – und ganz von heute
Manchmal liegen die alten DDR-Wörter in diesem Text wie Plastiktüten in der Landschaft: Abschnittsbevollmächtigter, Mitropa-Gaststätte, Dederon-Kittelschürze. Aber man sollte deswegen nicht gleich darauf schließen, es mit einer der Bestandsaufnahmen des verblichenen deutschen Staates zu tun zu haben, mit der Archivierung und Musealisierung entschwundener schräger Kindheiten. Angelika Klüssendorfs minutiöse Schilderung eines Familiendesasters trägt zwar alle Züge des preußisch-sowjetischen Sozialismus, geht jedoch darüber hinaus. Ihr Roman ist ein Modell – er beschreibt exemplarisch bürgerlichen Verfall, Entwurzelung und Verwahrlosung, wobei die Rahmenbedingungen die üblichen und vergleichsweise unauffälligen sind. Diese Geschichte könnte gerade auch heute spielen.
Wir verfolgen ein namenloses Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Es wird zwar in detaillierter und greller Nahaufnahme erfasst, tritt uns aber distanziert und objektivierend in der dritten Person gegenüber. …

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"Angelika Klüssendorf, die kühle Meisterin unter den Meistern der Gesellschaftsprosa, analysiert präziser als John Updike und konsequenter als Max Frisch, sie schreibt böser als Thomas Bernhard und pointierter als Ingeborg Bachmann. Fürchterlich, aber grandios." Evelyn Finger, Die Zeit
Angelika Klüssendorf, geboren 1958 in Ahrensburg, lebte von 1961 bis zu ihrer Übersiedlung 1985 in Leipzig; heute lebt sie in Berlin. Sie veröffentlichte unter anderem die Erzählungen "Sehnsüchte" und "Anfall von Glück", den Roman "Alle leben so", den Erzählungsband "Aus allen Himmeln" und zuletzt den Erzählungsband "Amateure". Das Hörbuch erscheint im Herbst 2011 bei DHV.

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