Das Kalb vor der Gotthardpost - Matt, Peter von

Peter von Matt 

Das Kalb vor der Gotthardpost

Zur Literatur und Politik der Schweiz. Ausgezeichnet mit dem Schweizer Buchpreis 2012

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Das Kalb vor der Gotthardpost

Peter von Matt liebt die Schweiz, ein Land zwischen Idylle und Globalisierung, zwischen alpiner Tradition und Hightech-Tunnel. Reich an Bildern und Weisheit, mit Witz und kämpferischer Vehemenz wirft er aber auch einen kritischen Blick auf die Gesellschaft: Auf ihren schludrigen Umgang mit der Sprache oder die Abschottung gegen Einwanderer. Mit deutschen Literaten wie Friedrich Schiller oder Max Frisch im Blick liest er Politik und Landsleuten seiner Heimat die Leviten. Dieses Buch führt uns vor Augen, dass und warum die Beschäftigung mit Literatur mitten ins Herz des Bewusstseins eines jeden Staatsbürgers trifft.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2012
  • 8. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 368 S. m. Farbabb.
  • Seitenzahl: 368
  • Best.Nr. des Verlages: 505, 505/23880
  • Deutsch
  • Abmessung: 10mm x 10mm x 10mm
  • Gewicht: 620g
  • ISBN-13: 9783446238800
  • ISBN-10: 3446238808
  • Best.Nr.: 34519013
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.05.2012

Das Idyll als nationale Ideologie
Der Schweizer Literaturwissenschaftler Peter von Matt erklärt, wer die Schweizer sind
Angesichts der krisenhaften Situation der Schweiz, in der immer unverhohlener auftretende Begehrlichkeiten von außen einer zunehmenden inneren Verunsicherung gegenüberstehen, erweist sich nicht ein Jurist oder Historiker als der klarsichtigste Analytiker, sondern ein Mann, der von sich sagt: „Ich bin ein Fachmann für Wörter.“
Peter von Matt, bis 2002 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich, führt die „Kunst der Interpretation“, für die sein Doktorvater und Vorgänger Emil Staiger legendär war, auf ebenso brillante Weise fort, wie er aus dessen kapitaler Fehleinschätzung des Verhältnisses von Wissenschaft und Politik die Konsequenzen gezogen hat. Literaturwissenschaft ist für ihn nicht mehr ein vermeintlich unpolitisches hermeneutisches Kreisen um künstlerische Substrate, sondern eine Möglichkeit, die oftmals hellsichtige, mit Bildern statt mit Thesen argumentierende Denkweise der Literatur politisch fruchtbar zu machen.
„Das Kalb vor der Gotthardpost“ heißt Matts jüngstes Buch, und …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Hubert Spiegel singt eine Lobeshymne auf den Schweizer Germanisten Peter von Matt, den er als wahren Glücksfall - nicht nur für die Schweiz - betrachtet.  Auch bei der Besprechung des anlässlich seines fünfundsiebzigsten Geburtstages erschienenen Aufsatzbandes "Das Kalb vor der Gotthardpost" gerät der Kritiker ins Schwärmen. In den hier versammelten Essays, Lob- und Festreden der letzten Jahre erkennt Spiegel wieder einmal, wie gut es Matt gelingt, selbst komplizierte und zunächst unzugängliche Sachverhalte anschaulich darzulegen. So liest der Kritiker etwa mit größtem Interesse Matts Rede über "Die Sprache in der Demokratie", in welcher er die Empörung als "am weitesten verbreitete Droge" einer ordnungssüchtigen Menschheit in einer immer komplexer werdenden Welt ausführt. Insbesondere aber der titelgebende und nur für diesen Band geschriebene Essay, in dem Matt anhand von Rudolf Kollers Gemälde die Seelengeschichte der Schweiz und darüber hinaus die Modernisierungsprozesse im Europa des neunzehnten Jahrhunderts betrachtet, ringt dem Rezensenten höchste Anerkennung ab.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.05.2012

Die Angst des Kälbchens vor der Kutsche

Ein Fremdenführer durch das Gebirgsmassiv der kollektiven Erinnerung: Peter von Matt zeigt uns in seinem neuen Essayband zerklüftete Bergwelten und schweizerische Seelenlandschaften.

Es müsste einem angst und bange werden um die Schweiz, wenn es ihn nicht gäbe. Und es könnte einem angst und bange werden um Deutschland, da es einen wie ihn hierzulande nicht gibt. Einen, der aus gegebenem Anlass seine verstreuten Aufsätze und Essays, Lob- und Festreden der letzten Jahre in einem Band versammelt und damit seinem Heimatland einen Knochen hinwirft, an dem es viel und lange nagen kann.

Bei Peter von Matt erhält das Wort von der Gelegenheitsarbeit einen ganz neuen Sinn. Der Zürcher Germanist, der von sich selbst sagt, er sei "ein Fachmann für Wörter", nimmt den Begriff wörtlich. Das heißt, er packt die Gelegenheit beim Schopf, um sich der ehrenvollen Last und mitunter lästigen Ehre des Festvortrags nicht einfach zu entledigen, sondern um sie zu nutzen. Fast immer, wenn er ein Thema angeht, tut er es auf unerwartete Weise und erzeugt so etwas, das sich als Peter-von-Matt-Effekt bezeichnen ließe: das …

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"Peter von Matt lesen heisst, mit sich und der Nation ins Gespräch kommen." Guido Kalberer, Tages-Anzeiger, 09.02.12 "Die scharfe Gewitztheit..., die kluge Überschau und die Lust an verblüffenden Pointen macht diese Sammlung von Texten zur Literatur und Politik der Schweiz zu einer Art fröhlicher Wissenschaft, die der gelehrten Auseinandersetzung mit den jeweiligen Gegenständen keinerlei Abbruch tut." Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung, 20.02.12 "Von Matts hohe Kunst der Auslegung bewährt sich in diesem Buch nicht nur an Bildern und Texten. Eines der schönsten Kapitel ist ein Porträt des Pilatus, seiner Pysionomie, seiner Geschichte (...) Neu hinzugekonmnmen ist ein fulminanter, fast 100 Seiten langer Einleitungsessay zur "Seelenlage" seiner Nation." Manfred Koch, Neue Zürcher Zeitung, 16.05.12 "Schlicht das Beste, was es zur Befindlichkeit unseres Landes zu lesen gibt." Kathrin Meier-Rust, NZZ am Sonntag, 01.07.12
Peter von Matt, geboren 1937 in Luzern, ist Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich. Er hat große Studien und zahlreiche Aufsätze zur Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts verfasst. 2006 erhielt Peter von Matt den Heinrich-Mann-Preis und 2007 den Brüder-Grimm-Preis. Im Jahr 2011 wurde ihm der Jahrespreis der Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur (STAB) verliehen.

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