Austerlitz - Sebald, Winfried G.

Winfried G. Sebald 

Austerlitz

Roman

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Austerlitz

Wer ist Austerlitz? Ein rätselhafter Fremder, der immer wieder an den ungewöhnlichsten Orten auftaucht: am Bahnhof, am Handschuhmarkt, im Industriequartier ... Und jedes Mal erzählt er ein Stück mehr von seiner Lebensgeschichte, der Geschichte eines unermüdlichen Wanderers durch unsere Kultur und Architektur und der Geschichte eines Mannes, dem als Kind Heimat, Sprache und Name geraubt wurden.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (TB.), Frankfurt
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 420 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 417
  • Fischer Taschenbücher Bd.14864
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 121mm x 25mm
  • Gewicht: 302g
  • ISBN-13: 9783596148646
  • ISBN-10: 3596148642
  • Best.Nr.: 10643274
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.02.2008

Europas Schrecken und Schönheit
W. G. Sebald: „Austerlitz”
Was verbirgt sich nicht alles im Namen „Austerlitz”? Ein Schlachtfeld in Mähren, auf dem Napoleon im Dezember 1805 zwei andere Kaiser besiegte. „Austerlitz” ist auch ein nach diesem Schlachtfeld benannter Pariser Bahnhof, im Westen der Stadt, hinter dem Jardin des Plantes gelegen. Und schließlich ist „Austerlitz” die Hauptfigur in W. G. Sebalds letztem Roman, der zuerst im Frühjahr 2001, ein gutes halbes Jahr vor dem Unfalltod seines Autors erschien – eines Autors, der gerade die Schwelle zum Weltruhm überschritten zu haben schien. Die Geschichte von Jacques Austerlitz ist das leichteste, das zugänglichste Werk dieses Schriftstellers, eine Wanderung rückwärts durch das Leben der Titelfigur, durch europäische Geschichtslandschaften, auf der immer wieder zwei Motive aufeinanderstoßen: die Schrecken der Geschichte und die Schönheit der Landschaften.
Jacques Austerlitz, zum Zeitpunkt des Erzählens ein rastloser Reisender kreuz und quer durch den Kontinent, gekleidet in eine Arbeitshose aus verschossener blauer Baumwolle sowie in ein „maßgeschneidertes, aber längst aus der Mode …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.03.2001

Die Wünschelrute in der Tasche eines Nibelungen
Der Kopfbahnhof der literarischen Welt heißt "Austerlitz", und darin befindet sich ein Saal der verlorenen Schritte: W. G. Sebald eröffnet einen Prozeß wider die Gegenwart / Von Thomas Steinfeld

Am Ende verläßt der Held sein Abteil im Expreßzug von Prag nach Hoek van Holland und geht durch eine deutsche Innenstadt. "Als erstes stach mir auf meiner Exkursion die große Zahl grauer, brauner und grüner Hüte in die Augen und überhaupt wie gut und zweckmäßig alles gekleidet, wie bemerkenswert solide das Schuhwerk der Nürnberger Fußgänger war." Der Held ist ob soviel Wohlstands beunruhigt, ihm fehlen auch die krummen Linien, die alte Häuser zu Dokumenten werden lassen. Schließlich ist er so entnervt, daß er unter einem Fensterbogen der "Nürnberger Nachrichten" Zuflucht sucht. Der Fensterbogen besteht aus "rötlichem Sandstein", und dem Helden wird immer "banger", während das Volk der Deutschen an ihm vorüberzieht. Da scheint das Schicksal ein Einsehen zu haben: Eine ältere Frau kommt vorbei, auf dem Kopf einen Tirolerhut mitsamt Hahnenfeder, und schenkt dem Benommenen, seines "alten …

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"Schon lange ist W.G. Sebalds Erzählkunst in der gegenwärtigen deutschen Literatur etwas Einzigartiges. In dieser beunruhigend formvollendeten Geschichte hat sie eine Art Vollkommenheit erreicht. Dass der Versuch gelingen könnte, Hebels <em>Unverhofftes Wiedersehen</em>, diese anderthalb Seiten makellose Prosa über die Wiederkehr der Toten und die Aufhebung der Zeit, in einem vierhundertseitigen Buch gleichsam neu zu erzählen: das wäre ein poetisches Wunder. Hier ist es geschehen." (Heinrich Detering, Literaturen, 3/4 2001)<br/><br/>"Man liest das Buch wie im Sog, gefesselt und fasziniert wie von einem jener bösen deutschen Märchen in denen man, wie es in den "Ausgewanderten" heißt, "einmal in Bann geschlagen, mit dem Erinnern fortfahren muss, bis einem das Herz bricht". (Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung, 24./25.02.01)<br/><br/>
W.G. Sebald, geboren 1944 in Wertach, ging nach dem Studium in die Schweiz und dann nach England. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter im Jahr 2000 mit dem Joseph-Breitbach-Preis und dem Heinrich-Heine-Preis. W.G. Sebald starb 2001

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