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Zwei Welten treffen aufeinander, als der kultivierte Schriftsteller Rodrigo S. M. die Geschichte der bedauernswerten Macabea erzählt, die sich in der rauen Hafengegend von Rio mit Schreibarbeiten durchschlägt. Ihre seltenen Freuden im Leben sind Filme mit Marilyn Monroe, Coca-Cola und ihr großmäuliger Freund. Niemand, nicht einmal er, hat das unansehnliche, unterernährte Mädchen aus dem armen Norden gern. Obwohl Rodrigo vor so viel Elend erschaudert, bewundert er Macabeas innere Freiheit: Sie scheint einfach nicht zu wissen, wie unzufrieden sie sein müsste. Doch die arglose Heldin und ihr…mehr

Produktbeschreibung
Zwei Welten treffen aufeinander, als der kultivierte Schriftsteller Rodrigo S. M. die Geschichte der bedauernswerten Macabea erzählt, die sich in der rauen Hafengegend von Rio mit Schreibarbeiten durchschlägt. Ihre seltenen Freuden im Leben sind Filme mit Marilyn Monroe, Coca-Cola und ihr großmäuliger Freund. Niemand, nicht einmal er, hat das unansehnliche, unterernährte Mädchen aus dem armen Norden gern. Obwohl Rodrigo vor so viel Elend erschaudert, bewundert er Macabeas innere Freiheit: Sie scheint einfach nicht zu wissen, wie unzufrieden sie sein müsste. Doch die arglose Heldin und ihr besser gestellter, aber zutiefst unglücklicher Schöpfer haben auch überraschende Gemeinsamkeiten, es trifft Leiden auf Verzweiflung. Beide sind letztlich Figuren in einem Spiel, mit dem die große brasilianische Schriftstellerin unsere Vorstellungen von Armut, Liebe, Identität und Fiktion auf den Kopf stellt. In ihrem gefeierten letzten Roman, der als Schlüssel zu ihrem Werk gilt, öffnet sie die Türen zu ihrer eigenen Gedankenwelt und den wahren Mysterien des Lebens.
  • Produktdetails
  • Verlag: Schöffling
  • Seitenzahl: 125
  • 2016
  • Ausstattung/Bilder: 2016. 128 S. 210 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 133mm x 20mm
  • Gewicht: 250g
  • ISBN-13: 9783895616235
  • ISBN-10: 3895616230
  • Best.Nr.: 44218453
Autorenporträt
Luis Ruby, geboren 1970, lebt in München und übersetzt aus dem Spanischen, Italienischen, Portugiesischen und Englischen. Er wurde mit dem Übersetzerpreis der Spanischen Botschaft (2003), dem Bayerischen Kunstförderpreis (2008) und dem Münchner Literaturstipendium (2013) ausgezeichnet. Zu den von ihm übersetzten Autoren zählen neben Clarice Lispector u. a. Javier Marías, Carlo Fruttero und Jorge Amado.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensentin Michaela Metz ist begeistert von diesem letzten Roman von Clarice Lispector aus dem Jahr 1977. Die Geschichte einer jungen, glücklosen Frau aus dem Nordosten Brasiliens, die Lispector als biblische Figur inszeniert, scheint Metz in mehreren Lesarten zu genießen, als brasilianisches Sozialdrama, als Selbsterfahrungstrip oder als sprachphilosophische Untersuchung. So schmal das Buch ist, so skizzenhaft Figuren und Orte und so rätselhaft die Sprache, so fruchtbar wird der Text laut Metz, wenn die Leserin nur innehält und zwischen den Zeilen zu lesen versteht.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 21.04.2016
Wach doch auf, Macabéa!
Clarice Lispectors Roman "Der große Augenblick"

Nur wenige Bücher hinterlassen einen derart zwiespältigen, aber umso bleibenderen Eindruck wie jene der brasilianischen Schriftstellerin Clarice Lispector. Aufwühlend sind diese mitunter magisch anmutenden, dann wieder bestechend klaren und direkten Sätze, die sich mal zu sperren scheinen gegen den Leser, ihn aber auch anziehen durch ihre Intensität.

Mit einer umfangreichen Biographie und der Neuauflage zweier Romane war es dem Schöffling Verlag im Jahr 2013 gelungen, frische Neugier auf die zu Lebzeiten teils gefeierte, teils umstrittene, jedenfalls bald nach ihrem Tod im Jahr 1977 in Vergessenheit geratene Schriftstellerin zu lenken. Nun folgt mit "Der große Augenblick" der letzte Roman der 1920 geborenen Lispector, ursprünglich in ihrem Todesjahr erschienen. Vielleicht ist er der rätselhafteste unter ihren Veröffentlichungen, auch wenn die Geschichte, die da auf gerade einmal 120 Seiten erzählt wird, unmissverständlicher kaum sein könnte, jedenfalls, was ihre äußeren Umstände betrifft. Erzählt wird in "Der große Augenblick" von Macabéa, einer jungen Frau aus dem Norden Brasiliens, wo auch Lispector aufwuchs, nachdem ihre Familie aus der Ukraine geflüchtet war.

Macabéa, die ein wenig Geld als Schreibkraft verdient, gehört zu jenem armen Teil der Bevölkerung, der kaum eine Chance hat, seinem Schicksal und den entbehrungsreichen Lebensumständen zu entkommen. Anfangs ist kaum zu entscheiden, ob es als Trost verstanden werden kann, dass Macabéa selbst noch nicht einmal eine leise Idee davon hat, dass sich ihr Leben ändern könnte. Dass sie nicht einmal den Wunsch danach zu verspüren scheint.

Im Verlauf der Lektüre aber werden der Gleichmut und die Ergebenheit, mit der sich die junge Frau von ihrer Umwelt mit Füßen treten lässt, immer unerträglicher. Dazu trägt vor allem die von Lispector geschaffene männliche Erzählerfigur bei, die sich als eine den eigenen Bericht kommentierende Instanz beständig an den Leser wendet und dabei mehr mit der eigenen Aufgabe hadert als mit dem Schicksal der jungen Frau. Zusehends scheint dieser Erzähler eine gewisse anfängliche Scheu abzulegen oder einen Rest von Anstand, immer unverblümter entpuppt auch er sich als jemand, der die Hilflosigkeit, die Armut, das kümmerliche, wenig ansehnliche Äußere Macabéas verachtet. Geradezu Freude scheint es ihm zu bereiten, seine Protagonistin gnadenlos auszustellen, an jeden ihrer Makel heranzuzoomen, sie womöglich noch ein wenig hässlicher zu machen, als sie ist.

Dieser diabolische Erzähler demütigt Macabéa kaum weniger, als ihr zwischenzeitlicher Verlobter, Olímpico, es tut. Die Macht, die Olímpico Macabéa gegenüber ausspielt, ist die einzige, die ihm bleibt, denn er selbst fristet ebenfalls ein trostloses Dasein am Rande der Gesellschaft. Umso schlimmer, dass gerade er kein Mitleid kennt - aber zwangsläufig.

Schütteln will man diese junge Frau, damit sie endlich aufwachen möge aus dem Albtraum, den Lispector ihr bereitet und durch den wir wie somnambul mit ihr taumeln. Aber dieses Erwachen vergönnt Lispector uns nicht. Dass Macabéa genau in dem Moment sterben muss, als sie zum ersten Mal ein leises Glück, eine zaghafte Hoffnung verspürt, nehmen wir hin wie einen letzten, aber voraussehbaren und unausweichlichen Schlag.

Wie in "Nahe dem wilden Herzen" oder "Der Lüster" erzählt Lispector in "Der große Augenblick" über die universelle Einsamkeit einer jungen Frau, nun aber vor einem, wenn nicht konturierten, so doch prototypischen sozialen Hintergrund. Deshalb mag der Fatalismus, den Lispector vermeintlich an den Tag legt und der sich immer wieder mit einer ungebrochenen Naivität mischt, umso mehr irritieren. Gerade durch diese verstörende Haltung, die keinen Gedanken an ein Entkommen zulassen will, hallt der Roman nach. Denn auf diese Weise macht Clarice Lispector die gesellschaftliche Gewalt, die ihre Heldin niederdrückt, erst wirklich deutlich.

WIEBKE POROMBKA

Clarice Lispector: "Der große Augenblick". Roman.

Aus dem portugiesischen Brasilianisch von Luis Ruby. Mit einem Nachwort von Colm Tóibín. Schöffling & Co, Frankfurt am Main 2016. 128 S., geb., 18,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 27.04.2016
Vom Luxus, eine Seele zu haben
Die großartige brasilianische Autorin Clarice Lispector ist mit dem Roman „Der große Augenblick“ endlich wiederzuentdecken
„Diesen Roman zu lesen fühlt sich an, als werde man während der Aufführung eines Stücks hinter die Bühne gebracht“, schreibt der irische Autor und Literaturkritiker Colm Tóibin im Nachwort. Dorthin also, wo man flüchtige Blicke auf die Schauspieler und das Publikum erhascht. Später werde geflüstert, „dies sei die gesamte Aufführung gewesen, zusammengestellt von einem Schriftsteller, der einen von irgendwo ganz nah oder fern nervös beobachtet.“
  Clarice Lispectors Roman „Der große Augenblick“ erzählt die Geschichte einer jungen Frau aus dem Nordosten Brasiliens, die in der Metropole Rio de Janeiro verloren geht. Sie findet eine Bleibe am Hafen, mehr schlecht als recht, aber immerhin. Sie findet einen Job, einen Geliebten und eine beste Freundin, die ihr dann aber beide (gemeinsam) abhandenkommen. Sie wird im doppelten Wortsinn nicht satt in ihrem kargen Leben. Sie isst ein Sandwich am Tag und verdrängt ihren Hunger nach Liebe. Doch dann wagt sie einen Blick in die Zukunft und spürt plötzlich die Hoffnung auf ein anderes Leben.
  Es gibt zwei Protagonisten: Macabéa und den Erzähler, der sich Rodrigo nennt. Der spricht sein Publikum direkt an, überlegt, vielleicht geht die Geschichte doch anders weiter, was meinst du, lieber Leser?
  Lispector schrieb das Manuskript für dieses Buch mit der Hand und fügte die Fragmente dann zusammen, kurz bevor sie wegen ihres Krebsleidens in eine Klinik kam. Am 26. Oktober 1977 erschien dieser letzte Roman der brasilianischen Kultautorin, am 9. Dezember starb sie, einen Tag vor ihrem 57. Geburtstag. „Der große Augenblick“, ein Zitat aus dem Text, ist ein neu gewählter Titel. Schon 1985 hatte Curt Meyer-Clason „A Hora da Estrela“ textnäher übersetzt als „Sternstunde“. Lispector gab dem Roman sogar dreizehn verschiedene Titel, die sich am Verlauf der Handlung entlanghangeln. Diese neue Übersetzung von Luis Ruby ist insgesamt freier.
  Es ist ein schmales Buch, das man langsam liest. Die Figuren und der Schauplatz erscheinen skizzenhaft, mit groben Pinselstrichen hingeworfen. Lispectors Sprache ist einfach und doch rätselhaft, fast mystisch. Wie Aphorismen stehen einzelne Sätze für sich. Man liest sie – und hält inne. Die Antworten verstecken sich in der Leere zwischen den Zeilen. Mind the gap!
  „Gegenstand der Wahrnehmung ist das unmittelbare Bevorstehen von . . . Von was?“, fragt der Erzähler, „wer weiß, ob ich das noch erfahre. Denn ich schreibe quasi zur selben Zeit, zu der ich gelesen werde.“ Immerhin weiß er schon, die Geschichte wird etwa sieben Figuren haben „und ich bin eine der wichtigsten davon, was sonst.“
  Am Ende wird eine Wahrsagerin Macabéa das unmittelbare Bevorstehen des großen Glücks prophezeien, den großen Augenblick. Dann erfasst sie das Schicksal.
  Die Inspiration für diese „Sternstunde“ gab ein flüchtiger Blick auf der Straße: „In Rio sah ich aus dem Augenwinkel das Gefühl des Verlorenseins im Gesicht einer jungen Frau aus dem Nordosten“, erklärt der Erzähler alias Lispector. Auch die Autorin, deren Familie in den Zwanzigerjahren vor Pogromen in der Ukraine nach Brasilien geflohen war, fühlte immer ihre Andersartigkeit. Viele ihrer Texte wurden anfangs abgelehnt, weil „keiner von ihnen die nötigen Fakten einer Geschichte erzählt.“
  Ihre Heldin stolpert entwurzelt durchs Leben. Macabéa ist „ein harmloses Ding, niemand braucht sie. Im Übrigen braucht auch mich keine Menschenseele, und was ich schreibe, könnte ebenso gut ein anderer schreiben“. Eine Einschränkung macht Lispectors Alter Ego allerdings: „Also ein Mann müsste es schon sein, denn eine Schriftstellerin drückt womöglich zu sehr auf die Tränendrüse.“
  Es ist ein Roman mit Ansage, den Rodrigo alias Clarice da entwickelt: „Gegen meine Gewohnheit werde ich es also mit einer Geschichte versuchen, die einen Anfang hat, eine Mitte und ein ‚Grande Finale‘, gefolgt von Stille und Regenfall.“ Ohne „Hirngespinste eurerseits, gar noch morbides und mitleidloses Zeug“, wirft er dem Leser entgegen. Noch immer hat die Geschichte nicht begonnen. Macabéa hat noch kein Sandwich gegessen, ist noch nicht im Hafen von Rio de Janeiro spazieren gegangen, hat ihren Geliebten, Olímpico, noch nicht getroffen, ihn noch nicht an die dralle Glória verloren und von der Wahrsagerin Carlota noch nicht erfahren, was gleich als Nächstes in ihr Leben treten wird.
  Der Leser hat die Wahl, wie er diesen Roman lesen möchte. Will er ein brasilianisches Sozialdrama verfolgen, einen Selbsterfahrungstrip unternehmen – „Wer bin ich? – Wer sich hinterfragt, ist unvollständig!“ – oder über Sprache philosophieren? „Worte“, heißt es an einer Stelle, „sind die vergossenen Klänge von Schatten, die ungleichmäßig übereinanderliegen, Stalaktiten, Stickerei, verklärte Orgelmusik.“
  Und dann traut sich Rodrigo doch, und lässt Macabéas Geschichte beginnen. Aber nicht am Anfang, sondern in der Mitte, „indem ich sage, dass sie unfähig war. Unfähig zu leben.“ Als Macabéa zwei Jahre alt war, raffte ein böses Fieber in einem gottverlassenen Winkel des Sertão ihre Eltern dahin, seitdem lebte sie bei ihrer frömmlerischen Tante und zog mit ihr nach Rio de Janeiro. Die verschafft ihr noch einen Job, dann stirbt sie endlich.
  Macabéa wirkt wie eine biblische Figur. Ihre einzige Leidenschaft: Guavengelee mit Käse. Einmal hat sie Katzenbraten gegessen, der Schreck sitzt ihr für alle Zeiten in den Knochen. „Der Appetit war weg, nur der große Hunger blieb.“ Ihre verschlissene Seele passt nicht so recht in ihren Körper, „falls sie das Leben einmal richtig genießen sollte, würde sie umgehend merken, dass sie doch keine Prinzessin war, und als Kriechtier weiterleben.“ Sie liebt Radio Relógio, das ist ein absurder Radiosender, der nur die Zeit ansagt, Coca-Cola und Marilyn Monroe. Doch als sie sich die Lippen rot schminkt, sieht sie nicht wie ein Filmstar aus, sondern wie eine Nutte. Es gibt Tausende wie sie, sie ist nur ein Zufall, wie „ein Fötus, den jemand in den Müll wirft, eingewickelt in Zeitungspapier.“ Macabéa ist einem anderen Helden der brasilianischen Literatur verwandt, anonym wie Mário de Andrades „Macunaíma“, der Mann ohne jeglichen Charakter.
  Einmal singt Caruso im Radio die Arie „Una furtiva lacrima“. Seine Stimme ist so weich, das tut beim Hören fast weh. Da weint Macabéa. Für einen Moment ahnt sie den Luxus der Seele. Erst viel später nimmt die Geschichte Fahrt auf.
  Ihr Geliebter, Olímpico, kommt auch aus dem Nordosten Brasiliens. Er ist grob, ein Kampfhahn, einer der weiterkommen will im Leben. Und doch besucht er regelmäßig x-beliebige Beerdigungen. Und dort füllen sich seine Augen mit Tränen. Rodrigo, der selbstzweiflerische Erzähler der Geschichte, fühlt sich selbst, indem er auf Macabéa schaut, sich von ihr abgrenzt. Immer neu nähert er sich seiner Figur an, dreht und wendet sie, kaut ihren altertümlichen Namen Ma-ca-bé-a.
  Clarice, die man in Brasilien beim Vornamen nennt, spricht in einem Interview, das sie kurz vor ihrem Tod gibt, mit dem für sie typischen Akzent – sie kann das brasilianische „R“ nicht aussprechen – von ihrem letzten Roman. Den Namen der Heldin will sie noch nicht verraten. „Geheimnis!“, sagt sie nur. Sie ist eine Diva, antwortet sehr kurz, manchmal wirft sie nur ein einzelnes Wort hin, und holt dann doch aus. Der Besuch bei einer Kartenlegerin habe sie zu diesem Roman inspiriert. „Sie sagte mir allerlei Gutes voraus, später kam mir der Gedanke, dass es sehr komisch wäre, wenn mich ein Taxi über den Haufen fahren würde, nachdem ich all das Gute gehört hätte.“
  Auf den Rat ihrer Freundin Glória hin wagt Macabéa einen Besuch bei der Wahrsagerin Carlota. Es ist die pure Verzweiflung, „auch wenn sie nicht wusste, dass sie verzweifelt war, aber tatsächlich pfiff sie auf dem letzten Loch.“ Carlota sieht Macabéas Schicksal – „Ach, dein Leben ist ja grauenvoll!“ – und sagt ihr eine glänzende Zukunft voraus. Sie werde einen Europäer treffen: „Du wirst glücklich sein.“ Wenig später trifft Carlotas Weissagung ein, doch unter den falschen Vorzeichen.
  „Clarice Lispector schrieb gegen Ende ihres Lebens so, als stehe sie ganz am Anfang und müsse das Erzählen abklopfen und daran rütteln,“ sagt Tóibin am Schluss, „um zu sehen, wohin es sie tragen würde – oder uns, ihre staunenden und begeisterten Leser.“
MICHAELA METZ
Clarice Lispector: Der große Augenblick. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Luis Ruby. Schöffling & Co, Frankfurt/Main, 128 Seiten, 18,95 Euro, E-Book 14,99 Euro.
„Worte“, heißt es an einer Stelle,
„sind die vergossenen
Klänge von Schatten.“
Clarice Lispector schrieb
gegen Ende ihres Lebens so,
als stehe sie ganz am Anfang
Sie war eine Diva, antwortete sehr kurz, manchmal warf sie nur ein einzelnes Wort hin – und holte dann aus.
Foto: OH
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