»Von Braun bewegt sich mit ihrem Buch virtuos und mutig auf der Schnittstelle zwischen Persönlichem und Zeitgeschichtlichem. Sie breitet die private Geschichte ihrer Familie vor dem Publikum aus und beweist damit, dass Historie durch die je eigene Perspektive und vertrauliche Mitteilungen lebendiger und verständiger wird.« dpa, 19.03.07, Thomas Oser »Eine Meisterleistung: Christina von Braun erzählt ihre Familiengeschichte aus Tochtersicht. Ihr Buch Stille Post ist alles auf einmal: Autobiographie, Roman, Familienchronik und Geschichte der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts... Es gehört zu den wunderbarsten Büchern dieses Frühjahrs.« Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.3.2007, Julia Encke »Statt der Männer der Familie kommen bei Christina von Braun die Frauen zu Wort. Durch ihre Verflechtung von Dokumentation und eigener Reflektion hat sie die sehenden Sätze der beiden Frauen zusammengetragen und gleichzeitig die blinden Flecken nicht ausgespart, ohne - und das ist das Kunststück - jeden Ton der Besserwisserei ... Mit derartiger Freiheit der eigenen Reflektion und Rezeption ist es Christina von Braun gelungen, im Familienporträt neben einem facettenreichen Bild der Zeit auch Aspekte einer histoire secrète zu entwerfen.« Der Tagesspiegel, Marie Luise Knott, 21.03.2007 »Von Brauns Buch ist eine Spurensuche, ein Lauschen ins Schweigen, ins Schweigen der Toten und in den Weißraum zwischen den Zeilen der Briefe, Memoiren und Tagebücher, die den Krieg, die vielen Umzüge einer Diplomatenfamilie und die Schlampigkeit des Lebens überstanden haben ... Die Kunst der Berliner Kulturwissenschaftlerin und Filmemacherin liegt in der vorsichtigen Ausleuchtung, dem genauen Lesen der Erinnerungsreste und Fragmente und in ihrer Fähigkeit, die auf winzigem Raum, innerhalb einer Familie wirkenden gegenläufigen Kräfte durch verschachtelte Erzählkomposition deutlich zu machen.« Süddeutsche Zeitung, Alex Rühle, 21.03.2007 »Meisterhaft, anrührend, ein glänzendes Werk.« DIE WELT »Fesselnde Lektüre.« DIE ZEIT
"Von Braun bewegt sich mit ihrem Buch virtuos und mutig auf der Schnittstelle zwischen Persönlichem und Zeitgeschichtlichem. Sie breitet die private Geschichte ihrer Familie vor dem Publikum aus und beweist damit, dass Historie durch die je eigene Perspektive und vertrauliche Mitteilungen lebendiger und verständiger wird." (dpa, 19.03.07, Thomas Oser)"Statt der Männer der Familie kommen bei Christina von Braun die Frauen zu Wort. Durch ihre Verflechtung von Dokumentation und eigener Reflektion hat sie die sehenden Sätze der beiden Frauen zusammengetragen und gleichzeitig die blinden Flecken nicht ausgespart, ohne und das ist das Kunststück jeden Ton der Besserwisserei Mit derartiger Freiheit der eigenen Reflektion und Rezeption ist es Christina von Braun gelungen, im Familienporträt neben einem facettenreichen Bild der Zeit auch Aspekte einer histoire secrète zu entwerfen." (Der Tagesspiegel, Marie Luise Knott, 21.03.2007)"Von Brauns Buch ist eine Spurensuche, ein Lauschen ins Schweigen, ins Schweigen der Toten und in den Weißraum zwischen den Zeilen der Briefe, Memoiren und Tagebücher, die den Krieg, die vielen Umzüge einer Diplomatenfamilie und die Schlampigkeit des Lebens überstanden haben Die Kunst der Berliner Kulturwissenschaftlerin und Filmemacherin liegt in der vorsichtigen Ausleuchtung, dem genauen Lesen der Erinnerungsreste und Fragmente und in ihrer Fähigkeit, die auf winzigem Raum, innerhalb einer Familie wirkenden gegenläufigen Kräfte durch verschachtelte Erzählkomposition deutlich zu machen." (Süddeutsche Zeitung, Alex Rühle, 21.03.2007)"Meisterhaft, anrührend, ein glänzendes Werk." (DIE WELT)"Fesselnde Lektüre." (DIE ZEIT)
 | Besprechung von 21.03.2007 |
Verdrängung ist die sicherste Form der Erinnerung
„Stille Post”: Christina von Braun erzählt weibliche
Familiengeschichte nicht als Panorama, sondern als vorsichtige
Ausleuchtung von Lebensfragmenten
Tagebuchautoren schreiben sich durch ihre Aufzeichnungen wie durch
einen winzigen Stollen im riesigen Bergwerk Zeit. Ihre literarische
Kraft beziehen Tagebücher gerade aus dieser Ameisenperspektive,
daraus, dass der, der da schreibt, nie weiß, was kommt. Im
Rückblick geschriebene Memoiren hingegen sind gerade deshalb oft so
viel schwächer als Tagebücher, weil ihre Autoren ihr Material von
Anfang an überblicken und fast zwangsweise versuchen, die jeweils
erzählte, kontingente Geschichte mit der offiziellen Geschichte zu
versöhnen, rückblickend aus einer Art sinnstiftenden
Zentralperspektive das ganze Leben sinnfällig
zusammenzurücken.
So befällt einen erstmal Unbehagen, wenn das Buch „Stille Post” im
Klappentext damit beworben wird, Christina von Braun füge all die
darin aus Tagebüchern und mündlichen Erinnerungen skizzierten
Biographien „wie ein Puzzle zu einem faszinierenden Gesamtbild”
zusammen. Genau das tut sie nicht, man hält am Ende …
Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Zunächst mit Skepsis, doch dann mit zunehmenden Interesse und schließlich mit großem Respekt hat Alex Rühle diese Familiengeschichte Christina von Brauns gelesen. Befürchtet hat er, dass hier, wie bei vielen anderen im Nachhinein geschriebenen Memoiren, die kontingente Geschichte im Sinne einer "sinnstiftenden Zentralpersektive" zurechtgerückt wird. Aber Braun wusst offenbar dieser Gefahr auszuweichen. Sie erzählt die Geschichte ihrer Familie, in der sich einmal mehr für Alex Rühle zeigt, dass das Verdrängte, Nicht-Gesagte weitaus weniger vergessen wird, als das Ausgesprochene. Christina von Brauns Großmutter war eine geschäftstüchtige Frau der Weimarer Republik, deren Tochter Hilde, Christina Mutter, sich einträglich mit Sigismund von Braun verheiratet. Die beiden verbringen die letzten Kriegsjahre im Vatikan (zwischen "Feinddiplomaten" und "Achsendiplomaten"), berichtet der Rezensent, während die "halbjüdische" Großmutter in Berlin bleibt und sich der kommunistischen Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe anschließt. Christina von Braun, betont der Rezensent, ist keine große Erzählerin, vielmehr erzähle sie "so vor sich hin". Und noch einen Abstrich muss er schließlich machen: Dass Braun die Wirkmacht der "Stillen Post" ausschließlich bei den Frauen verortet, findet er befremdlich.
© Perlentaucher Medien GmbH
 | Besprechung von 21.03.2007 |
Die Pistole im Nachttisch meiner MutterEine Meisterleistung: Christina von Braun erzählt ihre Familiengeschichte aus Tochtersicht / Von Julia EnckeEs gibt eine Art Urszene in Christina von Brauns Buch "Stille Post", das alles auf einmal ist, Autobiographie, Roman, Familienchronik und Geschichte der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, und das, indem es einen eigenen, bisher unbekannten Weg einschlägt, zu den wunderbarsten Büchern dieses Frühjahrs gehört. In dieser Szene kundschaftet Christina von Braun als Kind (das kennt jede Tochter!) den Toilettentisch ihrer Mutter aus. Sie liebt ihre Parfums, besonders "Quadrille" von Balenciaga. Klappt sie den Tisch auf, öffnet sich auf der Unterseite der Tischplatte ein Spiegel, an dem sich die Mutter täglich für die Welt herrichtet. In den kleinen Fächern daneben findet sie Haarbürsten, Bänder, Puderdosen. Und es gibt ein Geheimfach in diesem Toilettentisch, auf das sie bei ihren Schnüffeleien stößt. In ihm liegt eine Pistole.
Christina von Braun, heute Filmemacherin und Professorin für Kulturwissenschaften an der Humboldt Universität, macht sich, als Kind, nicht viel Gedanken …
"Eine Meisterleistung: Christina von Braun erzählt ihre Familiengeschichte aus Tochtersicht. Ihr Buch Stille Post ist alles auf einmal: Autobiographie, Roman, Familienchronik und Geschichte der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Es gehört zu den wunderbarsten Büchern dieses Frühjahrs." (FAZ)
Christina von Braun, geboren 1944 in Rom, lebte bis 1981 als freie Autorin in Paris. Sie drehte etwa 50 Filmdokumentationen und Fernsehspiele und verfasste zahlreiche Bücher und Aufsätze zu kulturgeschichtlichen Themen. Seit 1994 Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin.
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