Mir aber zerriss es das Herz - Gailus, Manfred

Manfred Gailus 

Mir aber zerriss es das Herz

Der stille Widerstand der Elisabeth Schmitz

Gebundenes Buch
 
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Mir aber zerriss es das Herz

Diese Biographie erzählt das Leben der Elisabeth Schmitz, einer überaus mutigen Frau des christlichen Widerstands gegen die Nazibarbarei. Angela Merkel nannte Elisabeth Schmitz eine »Ausnahme von der Regel des Schweigens«. Zu ihrer Beerdigung 1977 kamen sieben Gäste. Elisabeth Schmitz, studierte Historikerin und Theologin, bis 1938 Studienrätin an einem Berliner Mädchengymnasium, war im Krieg in ihre Heimatstadt Hanau zurückgekehrt. Kaum jemand hier wusste, was diese Frau unter der Nazidiktatur in Berlin an Widerstand geleistet hatte. Sie selbst schwieg dazu. Erst als man 2004 in einem Kirchenkeller eine Aktentasche mit persönlichen Dokumenten fand, wurde bekannt, wie mutig sie in Wirklichkeit gewesen war. Die Geschichte ihres Lebens ist eine überfällige Entdeckung.


Produktinformation

  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
  • 2010
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 320 S. m. 33 Abb. 225 mm
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 228mm x 155mm x 25mm
  • Gewicht: 570g
  • ISBN-13: 9783525550083
  • ISBN-10: 3525550081
  • Best.Nr.: 27967999

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensentin Franziska Sperr zeigt sich sehr beeindruckt von der Lebensgeschichte der evangelischen Lehrerin Elisabeth Schmitz, die während der Nazizeit aus politischen Gründen den Schuldienst aufgab, Juden half, aufnahm, und dies alles - wundersamerweise? -  unbeschadet überstand. Bis zu einem Fund nach ihrem Tod wusste fast niemand von ihrem stillen, aber konsequenten Widerstand. Nach Meinung der Rezensentin zeigt der Autor Manfred Gailus mit seinem Buch, dass man, wie Schmitz, durchaus auch 1935 schon sehen konnte, in welcher Gefahr sich die deutsch-jüdische Bevölkerung befand. Sperr findet das Buch im Großen und Ganzen "lesenswert", wenn auch bisweilen zu "breit akademisch angelegt".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.09.2010

Wieso verstehen auf einmal so viele Theologen so viel von Rassenkunde?
Eine Lehrerin im Zwist mit dem nationalsozialistischen Staat: Manfred Gailus über die unscheinbare Widerständlerin Elisabeth Schmitz
Im Winter trug sie den braunen Rock, im Sommer den grauen, der Saum zwei Handbreit unter dem Knie, blasse Bluse, Strickjacke, dicke Strümpfe, die grauen Haare aufgesteckt, die Stimme monoton und weinerlich, unscheinbar und reserviert, der ganze Habitus auf Distanz gebürstet. So ist sie ihren Schülerinnen in Erinnerung geblieben. Wer in den fünfziger oder sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufs Gymnasium ging, kennt diesen Typ Marke alte Jungfer.
Kinder sind gnadenlos. Nicht einen Moment lang hätte man einen Gedanken daran verschwendet, was für ein Leben, was für ein Schicksal sich hinter einer Fassade gediegener Altbackenheit verbergen mochte. Das Bild einer mutigen Widerständlerin, die das drohende Naziunheil früher als andere erkannte, sich früher als andere einen Reim auf die Konsequenzen machte, protestierte, appellierte und unter Einsatz ihres Lebens Juden versteckte, brachte niemand zusammen mit der biederen Lehrerin. Zumal sie niemals …

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Kundenbewertungen zu "Mir aber zerriss es das Herz" von "Manfred Gailus"

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 21.04.2010 ***** ausgezeichnet
Bis ich dieses Buch in meinen Händen hielt, hatte ich noch nie den Namen Elisabeth Schmitz gehört. Dieses Buch stellt mir eine mutige Frau vor, die die Stärke hatte ihre Stimme während des Dritten Reiches laut und deutlich gegen die Nazidiktatur zu erheben.

Von Hanau kam sie nach Berlin wo sie 1929 zur Studienrätin ernennt wurde. Überall im Alltag bemerkt sie zunehmend wie damit begonnen wird die jüdischen Bewohner immer mehr zu drangsalieren. Sie sieht wie ihre Kirche im wesentlichen dieses grausame Spiel mitspielt. So wendet sei sich denn im April 1933 nicht an ihre Kirche, sondern an den renomierten Bonner Theologieprofessor Karl Barth. Sie bittet ihn: " . . . ob er nicht etwas tun könne, um die Gewissen wach zu rütteln."

Wenige Wochen später erscheint seine deutliche "vehemente Protestschrift gegen die protestantische Selbstumwandlung in eine völkische Reichskirche zu Hitlers Diensten."

Die Schulrätin nimmt im Oktober desselben Jahres ihre Freundin in ihrer Wohnung auf. Der jüdischen Ärztin wurde die Praxis genommen, die Miete für die eigene Wohnung konnte sie nicht mehr aufbringen, da öffnete Elisabeth Schmitz ihre Wohnungstür und nahm sie auf.

Im Sommer 1935, zeitgleich mit dem Höhepunkt der zweiten antisemitischen Welle verfasste Schmitz den ersten Teil der Denkschrift "Zur Lage der deutschen Nichtarier".

Was Elisabeth Schmitz während der Nazidiktatur geleistet hat, geht weit über das hinaus was man christliche Nächstenliebe nennen kann. Aus der Not von Einzelschicksalen um sie herum, hat sie begriffen, das Deutschlands Weg in den Abgrund führt. Immer wieder hat sie ihre Stimme erhoben.

Nur durch Zufall ist ihre Geschichte erst lange nach dem Krieg bekannt geworden. Historiker, wie auch Theologen und interessierte Laien sei dieses Buch empfohlen.

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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