Handbuch Soziale Arbeit und Alter

Handbuch Soziale Arbeit und Alter

Hrsg. v. Kirsten Aner u. Ute Karl
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Handbuch Soziale Arbeit und Alter

Mehr als nur Altenhilfe

Das Handbuch 'Soziale Arbeit und Alter' stellt den Bedarf, die Rahmenbedingungen, Institutionen, Paradigmen und Konzepte der Begleitung der vielgestaltigen Lebensphase Alter aus der Perspektive der Sozialen Arbeit dar. Das Handbuch trägt der Tatsache Rechnung, dass sich die Soziale Arbeit weit über die Soziale Altenhilfe hinaus mit der demografischen Entwicklung, dem Strukturwandel des Alters und sozialpolitischen Veränderungen auseinander setzen muss, die sowohl ältere und alte Menschen als auch ihre Familien und außerfamilialen Netzwerke betreffen.


Produktinformation

  • Verlag: Vs Verlag
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 548 S. m. Abb. o. Tab.
  • Seitenzahl: 548
  • Best.Nr. des Verlages: 85031372
  • Deutsch
  • Abmessung: 243mm x 172mm x 34mm
  • Gewicht: 907g
  • ISBN-13: 9783531155609
  • ISBN-10: 3531155601
  • Best.Nr.: 22769770
"Das Handbuch schließt auf überzeugende Art und Weise eine schmerzhafte Lücke im Wissensbestand Sozialer Altenarbeit innerhalb der Sozialen Arbeit. Dadurch stärkt es die Perspektive des Potentials Sozialer Arbeit im weiten Spektrum der ? weitgehend von Medizin und Pflege dominierten - Altenhilfe." -- www.socialnet.de, 10.08.2010

"Das Handbuch schließt auf überzeugende Art und Weise eine schmerzhafte Lücke im Wissensbestand Sozialer Altenarbeit innerhalb der Sozialen Arbeit. Dadurch stärkt es die Perspektive des Potentials Sozialer Arbeit im weiten Spektrum der - weitgehend von Medizin und Pflege dominierten - Altenhilfe." www.socialnet.de, 10.08.2010

"Das Handbuch schließt auf überzeugende Art und Weise eine schmerzhafte Lücke im Wissensbestand Sozialer Altenarbeit innerhalb der Sozialen Arbeit. Dadurch stärkt es die Perspektive des Potentials Sozialer Arbeit im weiten Spektrum der - weitgehend von Medizin und Pflege dominierten - Altenhilfe." www.socialnet.de, 10.08.2010
Dr. Kirsten Aner ist Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin.Dr. Ute Karl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim.

Blick ins Buch "Handbuch Soziale Arbeit und Alter"


Leseprobe zu "Handbuch Soziale Arbeit und Alter"

Teil III Soziale Konstruktionen des Alters (S. 364-365)

„Alter“ als Soziale Konstruktion – eine soziologische Einführung


1. Einleitung

Das Alter ist in modernen Gesellschaften eine im Alltag allgegenwärtige Größe. Neben rechtlichen Regelungen – etwa zum Beginn der Schlup? icht, der Volljährigkeit, der Berechtigung zum Führen von Fahrzeugen oder dem Bezug von Altersrenten – existieren zahlreiche Normen und Regeln, wie man sich altersgemäß zu verhalten habe. Beispielsweise werden „Alterserwartungscodes“ formuliert, „in denen explizit oder beiläu? g Alter immer wieder konstruiert, Verp? ichtungen erinnert, Erwartungen modi? ziert, kontinuierlich Zeitdeutungen produziert werden“ (Göckenjan 2000: 25).

Zugleich werden regelmäßig individuelle Merkmale mit entsprechenden Durchschnittswerten anderer Personen ähnlichen Alters verglichen – z. B. schulische Leistungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen – und Kollektive hinsichtlich ihres Durchschnittsalters bewertet – z. B. Fußballmannschaften, Beschäftigte in einem Unternehmen oder ganze Bevölkerungen. Schließlich werden jährlich wiederkehrende Ereignisse gefeiert, Geburts- oder Namenstage, und es lässt sich vermuten, dass viele Menschen die Jahre bis zur Volljährigkeit oder Rente in freudiger Erwartung zählen.

All diese Praktiken sorgen dafür, dass ein jeder ständig sein eigenes Alter kennt und dieses bei einer entsprechenden Frage ohne großes Nachdenken nennen kann (oder zumindest – falls dem einmal nicht so sein sollte – dieses leicht z. B. durch Subtraktion des Geburtsjahres vom aktuellen Jahr errechnen kann). Man kann also sagen, das Alter strukturiert unser tägliches Leben wie auch unsere biogra? schen Perspektiven – Bilanzierungen und Erwartungen –, eröffnet und begrenzt Handlungsspielräume und weist uns einen Platz in der Gesellschaft an. Das Alter scheint dabei eine ganz natürliche Gegebenheit zu sein, eine Naturtatsache sozusagen.

Dass dies nicht der Fall ist, sondern Alter vielmehr als eine soziale Konstruktion betrachtet werden muss, machen historische und interkulturelle Vergleiche schnell deutlich – zu anderen Zeitpunkten und in anderen Gesellschaften existieren mitunter gänzlich andere Altersnormen oder Altersgrenzen (vgl. Göckenjan i. d. B.). Selbst die Zeit, die Jahre, in denen das Alter in unserer Gesellschaft „gemessen“ wird, ist eine soziale Konstruktion. Und streng genommen sind Jahre – dem völlig selbstverständlichen Gebrauch im Alltag zum Trotz – eine weitgehend ungeeignete „Maßeinheit“ für das menschliche Alter.

Unser Beitrag zielt im Wesentlichen auf die soziale Konstruktion von Alterskategorien. Damit sind die sozialen Konstruktionen des Alters und des Alterns jedoch keineswegs erschöpft. Vielmehr gehen wir davon aus, dass Altern a) in einem umfassenden symbolischen Verweisungszusammenhang konstruiert wird, sich b) in der sozialen Organisation gesellschaftlichen Handelns als objektive Struktur realisiert, sich c) in der Somatisierung gesellschaftlicher Machtverhältnisse materialisiert und d) zugleich in seiner sinnlich empfundenen Qualität konstitutiver Bestandteil subjektiver Identitäten ist. Entsprechend kann die soziale Konstruktion des Alterns mindestens auf vier Ebenen in den Blick genommen werden (symbolische Ebene:

Inhaltsangabe

Soziale Arbeit mit älteren und alten Menschen - Soziale Altenhilfe - Arbeitfelder und Handlungsformen - Sozialrecht, Sozialpolitik und Lebenslagen im Alter - Themen und Probleme im Alter: Entberuflichung - Migration - Altersdiskriminierung - Gewalt gegen ältere Menschen - Delinquenz älterer Menschen - Partnerschaft und Sexualität - Demenz - Sterben und Tod - Soziale Konstruktionen des Alters - Altersforschung - Perspektiven der Professionalisierung

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