'Neger, Neger, Schornsteinfeger!' - Massaquoi, Hans J.

Hans J. Massaquoi 

'Neger, Neger, Schornsteinfeger!'

Meine Kindheit in Deutschland. Mit e. Nachw. v. Ralph Giordano

Dtsch. v. Ulrike Wasel u. Klaus Timmermann
Broschiertes Buch
 
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'Neger, Neger, Schornsteinfeger!'

"Spannend wie ein Abenteuerroman."
Süddeutsche Zeitung

"Der Führer" kommt nach Hamburg. Die Straßen, durch die sein Konvoi rollt, sind gesäumt von begeistert jubelnden Schulkindern. In dem Meer von blonden und blauäugigen Schülern ein achtjähriger Junge mit brauner Haut, krausen Haaren und noch kindlichem Enthusiasmus. Vorerst erreichen ihn nur die Spottverse gleichaltriger Nachbarskinder: "Neger, Neger, Schornsteinfeger!"
Eines Tages aber wird man den Jungen vom Spielplatz jagen mit der schlichten Bemerkung: "Kannst du nicht lesen? Das Betreten dieses Platzes ist nur Ariern erlaubt." Hans J. Massaquoi beschreibt in seiner Autobiographie seine Kindheit und Jugend zwischen 1926 und 1948 als einer der ganz wenigen schwarzen Deutschen in diesem Land. Seine Hautfarbe bewahrte ihn unter anderem davor, Nazi zu werden. Und sie verhinderte, dass er in den Krieg geschickt wurde wie viele seiner Mitschüler, die nie zurückkamen.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2008
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 507 S., 16 Fototaf.
  • Seitenzahl: 512
  • Fischer Taschenbücher Bd.18029
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 128mm x 30mm
  • Gewicht: 400g
  • ISBN-13: 9783596180295
  • ISBN-10: 3596180295
  • Best.Nr.: 23322494
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.01.2000

Sprechende Details
Als Neger im nationalsozialistischen Deutschland

Hans-Jürgen Massaquoi: "Neger, Neger, Schornsteinfeger!" Meine Kindheit in Deutschland. Übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Fretz und Wasmuth Verlag, Bern 1999. 416 Seiten, 45 Abbildungen, 39,90 Mark.

Eine der gespenstischsten Eigentümlichkeiten des Nationalsozialismus ist die Verbohrtheit, mit der er sich seine Volksfeinde erfand. Zwar dichtete die Propaganda den Juden und anderen immer neue "Rassemerkmale" an. Aber es brauchte schon eine scheinwissenschaftliche Abstammungslehre und farbige Winkel, um sie überhaupt kenntlich zu machen, was man ihnen freilich noch als besondere Heimtücke auslegte. Schon darum ist es interessant, die Erinnerungen eines Deutschen zu lesen, der sich schon auf den ersten Blick von seinen Landsleuten unterschied. Das Buch ist die Autobiographie eines Schwarzen, der seine Jugend im Nationalsozialismus verlebte.

Massaquoi kommt 1926 als Sohn eines liberianischen Diplomaten und einer deutschen Krankenschwester in Hamburg zur Welt. Die Stellung seiner Familie ermöglicht ihm während der ersten Jahre ein komfortables Leben. …

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"Liest sich spannend wie ein Abenteuroman - und irgendwie ist es ja auch einer." (Süddeutsche Zeitung)<br/><br/>"Hier hat jemand, der etwas Besonderes erlebt hat, das Beste, was er tun konnte, getan: Er hat es aufgeschrieben". (taz)
Hans Jürgen Massaquoi wurde 1926 in Hamburg als Sohn einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters geboren. Der Großvater, ehemaliger König der Vai, war liberianischer Generalkonsul in Hamburg, die Dienstboten waren Weiße. Als die liberianische Familie das Land verließ, blieb der Junge mit seiner deutschen Mutter zurück. 1948 verließ Hans J. Massaquoi Deutschland. Er reiste nach Liberia, 1950 zog es ihn in die USA. Nach dem Studium der Publizistik und Kommunikations-wissenschaft Mitarbeit bei Ebony, der größten afroamerikanischen Zeitschrift, deren Chefredakteur er wurde. Er lebt heute mit seiner Frau in Florida, USA.

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Kundenbewertungen zu "'Neger, Neger, Schornsteinfeger!'" von "Hans J. Massaquoi"

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Bewertung von pirat aus Bad Berka am 30.07.2011 ***** ausgezeichnet
Der Titel des Buchs „Neger, Neger, Schornsteinfeger“ verwirrt den Leser erst mal, denkt der doch sofort an einen Abzählreim und ist über die Wortwahl verwundert. Aber das klärt sich schnell auf. Der Autor Hans-Jürgen Massaquoi schrieb über sein eigenes Leben. Er hatte es nicht leicht, weil er als Dunkelhäutiger in Hamburg leben musste, in einer Zeit, wo Menschen wegen ihres Aussehens und ihrer Hautfarbe Angst haben mussten. Bevor Hans-Jürgen 10 wurde, lebte er in der Villa seines Großvaters Momolu Massaquoi, der ihn wie sein Vater behandelt hatte. Den richtigen hat er nie kennengelernt. Doch obwohl Hans-Jürgen oft gemoppt und verletzt wurde, verband er die Liebe mit Deutschland durch eine sehr hilfsbereite und freundliche Frau namens Elizabeth. Und am Ende schafft es der Autor nach Amerika zu reisen und die EBONY, eine afroamerikanische Zeitschrift herauszubringen.
Ich habe dieses Buch gelesen, weil mich das sehr interessiert hat, wie oder ob ein dunkelhäutiges Kind in Deutschland um 1945 leben kann. Ich fand das Leben von Massaquoi total spannend und es so ziemlich jedem empfehlen, der eine gute, tatsächlich erlebte Geschichte lesen möchte.

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Bewertung von 1Kritiker aus Schwabing am 21.04.2005 ***** ausgezeichnet
Hervorragende biographische Betrachtungen zu einer "schwarzen" Kindheit im "weißen" Deutschland. Unbedingt empfehlenswert für jeden, der sich schon einmal die Frage gestellt hat, was "Deutsche/r" eigentlich bedeutet.

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Bewertung von Dietrich Schulz aus Finowfurt am 04.11.2004 ***** ausgezeichnet
sehr gute Darstellung der verh�ltnisse im 3. Reich Das soolten alle jungen Leute lesen.

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Bewertung von Peter Holik aus Dortmund am 27.02.2002 ***** ausgezeichnet
Hans J. Massaquoi erzählt uns auf humorige, fesselnde Weise sein Leben als "nicht ins Schema passendes Individuum" während der Kriegs- und Nachkriegszeit. Weder die Naziherrschaft noch die alliierten Machthaber nach Kriegsende können ihn eindeutig zuordnen. Seine Abenteuer und die vielfältigen Schikanen, die er ertragen muss, lassen den Leser mitfühlen und vieles über die Kriegszeit erfahren. Ein packendes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag.

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Bewertung von Christoph Hautz aus Neuss am 09.11.2001 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch zeigt auf, dass Antisemitismus und Rechtsradikalismus nie ein rein deutsches Problem waren oder sind. Die von H.-J. Massaquoi geschilderten Erlebnisse in den USA sollten ganz besonders die Amerikaner zum Nachdenken anregen.

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 27.06.2001 ***** ausgezeichnet
Eine unglaubliche Lebensgeschichte. Der Autor versteht es wirklich, dem Leser plastisch aufzuzeigen, was angeblich rassisch Minderwertige im "Dritten Reich" zu erdulden hatten. Ganz nebenei wurde das Leben der einfachen Leute, die sich auf ihre bescheidene Art und Weise gegen den Nationalsozialismus zur Wehr setzten, aufgezeigt. Es erfüllt mich mit Respekt, dass trotz aller Leiden der Autor seine Heimatstadt Hamburg über alles liebt und es ihn immer wieder dorthin zurück zieht.

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Bewertung von maultzsch aus Frankfurt/Main am 01.06.2001 ***** ausgezeichnet
Eine Kriegsgeschichte aus der Sicht eines kleinen schwarzen Jungen. Das war kein leichtes Leben im Hamburg der Nazizeit. Die Repressalien, die er und auch seine Mutter (deren einziger Fehler war, ein Kind von einem liberianischen Diplomaten bekommen zu haben) zu erdulden hatten, spotten jeder Beschreibung. Aber mit Cleverness und Glück haben beide diese schwere Zeit überlebt.

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Bewertung von Steffen Nuß aus Bielefeld am 10.04.2001 ***** ausgezeichnet
Wenn man sich mit unserer Vergangenheit auseinander setzen und dabei einen spannenden Roman lesen will, dann ist man bei diesem Buch hundertprozentig richtig!
Ich habe selten ein Buch gelesen, was mich so zum Nachdenken gebracht hat wie dieses.
Wer Schindlers Liste gut fand, der wird dieses Buch lieben.

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